Baby featured Gedanken

Hilfe, mein Kind will nicht essen | Beikostprobleme und Essensverweigerung

Mai 2017. Aliya stand kurz vor dem 6. Monat und so langsam machte ich mir Gedanken über den Beikoststart. Ließ mich bei meiner Hebamme sowie dem Kinderarzt über Beikostpläne beraten. Lernte etwas über beikostreife Signale und welche man gern damit verwechselt, kaufte mir ein schönes Buch mit etlichen Informationen sowie Menüplänen und Rezepten zum Selberkochen und verfolgte auf Instagram andere Mamas, die mit ihren Baby so viel Spaß beim Erkunden von Lebensmitteln hatten. Meine Lust war immens, dieses Abenteuer Essen mit meinem Kind auf spielerische und anregende Weise zu starten. Wollte bis zum 6. Monat vollstillen, dann einen Mix aus Brei und Baby Led Weaning (BLW abgekürzt oder auch einfach Fingerfood genannt) anbieten und nebenbei entspannt weiterstillen, denn die Milch sollte ja neben der BEIkost Nahrungsmittel Nummer 1 sein. Brei, gedünstetes Fingerfood. Selbständigkeit. Experimentierfreude. So lautete der Plan...die Realität? Sah ganz anders aus.

Anfangs dachte ich, Aliya ist einfach noch nicht so weit. Statt aufgerissenem Schnabel, wie ich es bei gleichaltrigen Kindern sah, sobald der Breilöffel näher kam, versperrte sie den Mund, verzog das Gesicht, landete doch mal eine Portion im Mund, schüttelte sie sich, aß 2-3 Löffel und wendete sich ab. Also nahm ich den Druck heraus, wartete ab, machte Pause, versuchte von vorn. Wechselte Sorten, kochte selbst, probierte Gläschen, gab ihr Fingerfood. Aber über Wochen und Monate, ja bis heute ist die Begeisterung für Essen ausgeblieben.

Zeit verstrich und machte ich uns keinen Druck, stieg er von außen an. Wieso isst das Kind nicht? Wieso stillst du mit 8, mit 9 mit 10, ja sogar mit 13  Monaten quasi noch voll? Was hast du falsch gemacht? Gib dem Kind doch mal was Richtiges! Was aber, wenn das Kind "nichts Richtiges" will? Wenn es offensichtlich keinen Gefallen am Essen hat und den Mund versperrt. Ich kann ja schlecht einen Trichter aufspannen und das Kind zum Essen zwingen.

So viel zur Vorgeschichte. Für viele, die problemlose, begeisterungsfähige Esser haben, ist es oftmals schwer vorzustellen, wie das hier abläuft und dass das Interesse an Nahrung wirklich einfach nicht vorhanden ist. Sowas muss man mit eigenen Augen sehen oder eben erleben. Und so unterschiedlich die Kinder sind, so unterschiedlich sind sie auch als Esser. Nicht jedes Kind liebt Banane, nicht jedes Kind löffelt den Zwiebackbrei in rauen Mengen. Es gibt eben auch Kinder, die das einfach nicht interessiert, die nicht einmal probieren wollen. Unsere Kleine schiebt Löffel weg, rührt neue oder auch bekannte Lebensmittel gar nicht erst an, mag nicht selber essen und zeigt uns glasklar, dass sie nicht will. Was ist da nur los? Was stimmt nicht? Was kann man da machen?

Nach diesem langen Einführungstext möchte ich euch heute ein paar meiner Erfahrungen teilen, aber vor allem ein Bewusstsein dafür schaffen, dass wir unseren Kindern vertrauen können. Richtige Lösungsansätze kann ich euch nicht liefern, vielmehr ein Gefühl von "Normalität" verschaffen. Dass es nicht schlimm ist, wenn euer Kind nicht wie alle anderen Beikost liebt. Dass ihr nicht allein seid. Möchte euch ein wenig Gelassenheit schenken und eine andere Denkweise anbieten, die dabei hilft, als Eltern damit zurecht zu kommen, wenn es nicht "nach Plan läuft".   Kurz vorweg gesagt: Es ist noch kein Kind vor dem gedeckten Tisch verhungert. Fangen wir also an.


Was sind eigentlich Beikostreife-Zeichen? Oder noch besser: was sind Zeichen, die fälschlicherweise für Beikostreife gehalten werden?


Worin könnten die Ursachen liegen, dass mein Kind nicht essen mag?

  • Zähne! Diesen Grund vermute ich bei uns ganz stark. Wenn innerhalb eines Vierteljahres 9 Zähne zu den zwei bereits vorhandenen dazu kommen, tut das weh, sehr weh. Zähne sind also häufig ein Grund, warum gute Esser plötzlich wieder mehr Milch verlangen und schlechte Esser häufig nur noch Milch trinken. 
  • Entwicklungsschübe, die alles auf den Kopf stellen und die Kinder Essen verweigern lassen
  • der eigene Charakter spielt eine Rolle - ihr kennt doch auch Menschen, die Essen zelebrieren und es lieben zu kochen und dann gibt es eben die, die sich schnell was reinschaufeln, weil es zum Überleben dient. Solche Tendenzen können auch schon unsere Minis haben
  • fehlendes Interesse - es gibt einfach Kinder, die haben keinen Bock auf essen. Wir können z.B. mit den tollsten Speisen neben unserer Kleinen sitzen, es interessiert sie nicht, sie will nichts davon haben, ignoriert das Essen völlig.
  • viel zu abgelenkt, weil die restliche Welt spannender ist - wenn man spielen, toben, krabbeln kann, warum sollte ich mich mit Essen aufhalten?!
  • Forscherdrang - unsere Kleine liebt Essen...wenn sie es erforschen kann. Anfassen, Konsistenzen ausprobieren, zerdrücken, verschmieren, aus jeder Richtung begutachten...nur nicht in den Mund stecken. Sie versucht es, zu ergründen, zu verstehen, nur essen will sie es nicht. Das Prinzip des Essens versteht sie, denn sie füttert uns oder ihre Puppe liebend gern, aber wehe die Nahrung bewegt sich in Richtung ihres Mundes. 
  • Unverträglichkeiten - in seltenen Fällen haben die Kleinen irgendeine Unverträglichkeit und vermeiden deswegen instinktiv Lebensmittel, die ihnen schaden würden. Kann man bei Verdacht auch ärztlich abklären lassen.
  • ganz selten spielen auch medizinische Faktoren eine Rolle. Aufgrund von Mangelerscheinungen oder Erkrankungen kann es zu Appetitlosigkeit kommen. Eisenmangel ist hierbei häufig ein Stichwort. Dabei müssen die Kids nicht einmal müde und schlapp wirken, sondern sind zuweilen trotzdem quietschfidel. Wenn die Eisenspeicher aber erschöpft sind, kann es zu diesem Desinteresse und Appetitlosigkeit führen. Das kann man bei Verdacht einfach mal beim Arzt ansprechen und ein Blutbild machen lassen, um es auszuschließen. Weitere Zeichen für Eisenmangel wären z.B. auch Blässe, Müdigkeit und wenn man das Augenlid ein wenig runterzieht, hellrosa bis weiße Schleimhäute. Übrigens ein häufiger Irrglaube: die Muttermilch würde ab dem 6. Monat nicht mehr sättigen. Es kann natürlich sein, dass die Milch durch weniger stillen zurückgeht und nicht mehr ganz sättigt, aber in der Regel ist sie so beschaffen, dass sie lange sättigt, weit bis ins zweite Lebensjahr hinein. Ebenso heißt es häufig, dass Kinder, die länger gestillt werden, einen Eisenmangel haben. Das ist auch eher ein Irrglaube. Bevor der Nährstoffmangel auf das Kind übergeht, ist es eher so, dass die Mutter Mangelerscheinungen hat. Und ja, Muttermilch beinhaltet weniger Eisen als etwa Fleisch, aber die Kinder können einen größeren Prozentsatz davon aufnehmen und verwerten als aus anderen Lebensmitteln. 
  • du hast einen Brustjunkie - einige Babys mögen eben einfach die Muttermilch lieber und trinken sich daran satt. Wenn das für euch okay ist, könnt ihr einfach weiterstillen und Essen natürlich zwanglos immer wieder anbieten.

Wie kann ich meinem Kind das Essen schmackhaft machen? Und welche Erkenntnisse habe ich im letzten halben Jahr gemacht?

  • Andere Formen probieren, um Entdeckerfreude zu wecken- Smoothies, Fingerfood, Brei, selbst gemachte Quetschies, mit Strohhalm trinken lassen
  • Zwanglosigkeit und andere Umgebung: statt steif am Tisch zu sitzen, habe ich ihr auch mal zwischen Tür und Angel oder sogar in der Trage etwas angeboten. Ein Brötchen im Kinderwagen, einen Babykeks, als wir auf dem Boden spielten. In diesen Situationen, die sie nicht unweigerlich mit Essen verband (Tisch, Hochstuhl, Lätzen, Löffel - alles Zeichen für Essen), war sie viel lockerer und sogar neugieriger auf die Speisen. Auch wenn sie auf meinem Schoß sitzt, probiert sie sogar Lebensmittel. Klar, das ist nicht die typische Esssituation und viele haben Angst, dem Kind irgendwelche unschönen Gewohnheiten anzugewöhnen und fürchten sich vor "fehlenden Tischmanieren", aber wenn das Baby wirklich alles verweigert, hilft so ein Schritt manchmal, um überhaupt erstmal einen Zugang zum Essen zu erreichen.
  • Zeitfenster kennen lernen - manche Kinder haben Zeitfenster, in denen sie eher auf Essen anspringen. Falls ihr das beobachtet, versucht erstmal damit zu arbeiten. Ist es vielleicht zur Mittagszeit halb 12 schon zu müde? Dann versucht es eher oder nach dem Mittagschlaf. Auch hier heißt es manchmal "Loslassen von altbekannten Regeln". Und ich würde an dieser Stelle keine Angst haben, dass das Kind niiiiemals Mittagessenzeit lernt. Das wird schon früh genug kommen. Bei Essensverweigerern geht es ja erstmal darum, überhaupt Essen schmackhaft zu machen. 
  • eine Still- oder Flaschenmahlzeit herauszögern. Aber nicht hungern lassen! Aliya stillt nach Bedarf und zur Zeit ist da viel Kuscheln mit inbegriffen, das merke ich an ihrer Art zu trinken. Man könnte also versuchen durch Ablenkung das Stillen zu reduzieren und zu schauen, ob dadurch mehr Appetit bei der Hauptmahlzeit vorherrscht. Hat bei uns nicht funktioniert. Selbst wenn ich über Stunden nicht verfügbar bin, ist das Interesse am Essen gleich schlecht. Hungern lassen würde ich mein Kind aber niemals nie und das rate ich auch euch! Das ist übrigens auch ein Grund, warum ich nicht einfach abstille, wie viele immer raten. Wer garantiert mir denn, dass sie danach besser isst? Unsere Kinderärztin meinte, dass es häufig passiert, dass Mütter ihre schlechten Esser abstillen, diese aber trotzdem Essen verweigern und dann gefährlich Gewicht verlieren.
  • Warten, bis es selbst Interesse bekundet. Zuvor war Aliya es total egal, was wir auf dem Teller hatten. Sie klaute uns nie unser Essen, wie andere Mamas es berichteten. Also warteten wir, bis sie selbst Interesse zeige. Das kam bei uns ganz langsam mit 10 Monaten zum ersten Mal, als sie anfing auf Dinge zu zeigen und "Da" zu rufen, schlägt aber auch phasenweise immer wieder in absolutes Desinteresse um.
  • Babys haben Lieblingslebensmittel, ändern diese ständig - und essen diese dann eine bestimmte Zeit super gern, um sie dann wieder abzulösen durch andere. Beispiel bei uns: 2 Wochen ging mal Leberwurstbrot und wir dachten, es wäre ein fester Bestandteil der Ernährung. Bis dieses wieder verschäht wurde. Dann war Birne mal okay. Zur Zeit sind es Nudeln und Gurke. Da ich froh bin, dass Aliya überhaupt etwas probiert, ist das Einseitige okay für mich. Sie holt sich, was sie braucht und wenn das eben aktuell aus Gurke besteht, soll das so sein. Also nicht wundern, wenn eure Kids plötzlich Lebensmittel verweigern, die sie eigentlich liebten. 
  • immer wieder kleine Portionen anbieten - vielleicht mag dein Baby nicht eine riesige Portion, sondern immer wieder mehrere kleine. So könnte man versuchen, über den Tag verteilt, zwanglos immer mal was vom Brei oder Fingerfood anzubieten - ganz unabhängig vom üblichen 12-15-18-Uhr Rhythmus
  • Mit Geschmäckern experimentieren! Es gab kaum noch No Go Lebensmittel. Klar, scharfes Chili, Chips oder extrem Salziges gab es auch hier nicht. Aber sonst ließ ich sie von allem kosten, was mir auch schmeckt, denn das ist sie durch den Mutterleib und meine Milch gewöhnt. Wiener Würstchen, Käsestange, Kuchen, auch mal Schokolade, sämtliche Obst- und Gemüsesorten, Eis, Babymüsli, Naturjoghurt, Fisch, Quinoa, Couscous - es landeten ja eh nur Mikromengen - wenn überhaupt - im Magen. Schokolade findet sie gut, aber selbst da knabbert sie nur mal kurz und findet es dann lustiger, mich zu füttern. Deswegen habe ich mir keine großen Sorgen gemacht, dass diese Ernährung zu ungesund sein könnte. Es geht vielmehr darum, überhaupt erst einmal Interesse zu wecken und Vielfalt anzubieten. 
  • Wenn sie essen mag, super, wenn nicht, auch okay. Ich biete ihr zu jeder meiner Mahlzeiten etwas an, ohne etwas zu erzwingen. Lege ihr Essen hin oder biete ihr den Löffel an. Sie darf und kann essen, muss aber nicht. Ich respektiere dann aber auch eindeutige Zeichen der Verweigerung, wenn sie nicht mag und drängele ihr nichts auf.
  • Selber essen lassen! Ist eine Schweinerei, aber hey, so schnell weggewischt und wozu gibt es Waschmaschinen?! Erst als ich Aliya einen Teller Nudeln vor die Nase setzte, sie 10min damit spielte (merke: spielen ist in dem Alter lernen, wie sonst sollen die Kids lernen?!), alles untersuchte, die Nudeln auch mal vom Tisch schmiss und ich gerade wieder abräumen wollte, fing sie an, sich einzelne Nudeln in den Mund zu stopfen. Seitdem isst sie Nudeln als einziges verlässliches Lebensmittel.Viele Babys, die Brei lieben, verweigern diesen übrigens oft um den 1. Geburtstag herum, weil sie lieber selber essen wollen.
  • Abenkung - könnte man versuchen, klappt bei uns auch besser als ohne, aber so richtig gefällt mir der Gedanke nicht, Essen in ein abgelenktes Kind zu stopfen, nur damit es was isst. Die kognitive Verknüpfung von Essen und Ablenkung finde ich dabei schwierig, zumal das Essen dann nicht wirklich bewusst geschieht und man womöglich das natürliche Sättigungsgefühl zerstört.
  • In Gesellschaft essen lassen - Gruppendynamik wirkt manchmal Wunder. Unsere Kleine probiert auch eher mal etwas in Gesellschaft anderer Baby. Mal sehen, ob das in der Kita dann besser wird. 
  • Rückschritte akzeptieren. Vor 3 Wochen hatten wir gefühlt den Durchbruch und sie aß bis auf morgens zu jeder Mahlzeit kleine Mengen mit. Aktuell sind wir durch Erkältung, Schub und Zahnen wieder beim Vollstillen. Und das ist okay. Sie weiß, was sie braucht und holt es sich. 
  • Sich von klassischen Plänen lösen. Es gibt Babys, die hassen Brei, die mögen es nicht, gefüttert zu werden oder finden die Konsistenz eigenartig. Es gibt Babys, die lieben fein pürierten Brei, aber keine Stückchen darin und essen dann lieber Fingerfood. Probiert aus und lernt euer Kind und seine Vorlieben kennen. Seid flexibel! Das heißt nicht, dass hier jeden Tag ein Buffett aufgetischt werden muss, aber verzettelt euch nicht in allzu starren Vorgaben.

Und was, wenn alles nichts nützt?

  • Geduld - gebt eurem Kind die Zeit, die es braucht. Auch wenn das weit abweicht von den üblichen Normen. Irgendwann fangen sie alle an zu essen.
  • Druck abbauen - bevor es Essenskämpfe gibt und euer Kind doch unbedingt mehr essen soll, versucht den Druck zu lösen. Hört ein paar Tage auf. Startet neu und mit frischem Input. Kinder spüren es, wenn wir verkrampft sind und projizieren das auf ihr Essverhalten und machen erst recht dicht.
  • Dann gibt es eben die Milch - Kinder wissen ziemlich genau, was sie brauchen und was gut für sie ist. Und wenn das eben mit 6, mit 8, mit 10 oder sogar mit 14 Monaten in erster Linie die Milch ist, ist das eben so. Lasst euch darauf ein. Irgendwann kommt das Essen von ganz allein.
  • Dem Kind und seinem Urteilsvermögen trauen! Lösen wir uns doch mal von dem Gedanken, dass wir Erwachsenen alles besser wissen und trauen unserem Kind eigene Kompetenzen zu. Anders als wir haben die Kids ihr Sättigungsgefühl super im Griff und haben es nicht verlernt, auf die Signale zu achten. Sie essen in der Regel nicht, weil es so super schmeckt und laden sich den dritten Teller voll, sondern essen so viel, wie sie benötigen. Vertraut darauf!
  • Eigene Erwartungen und die des Kindes überprüfen und abgleichen. Will das Kind essen oder will ICH, dass das Kind isst, weil es Mittagszeit ist? Beobachtet euer Kind, hört in euch rein und gleicht beides miteinander ab.
  • Aufhören, zu vergleichen! Nur weil Kind XY aus der Krabbelgruppe mit Begeisterung isst, muss das nicht jedes Kind tun. Hört also auf, euch verunsichern zu lassen. Solange euer Kind aktiv ist, altersgerecht wächst und gedeiht (und selbst hier gibt es meilenweite Unterschiede) und nicht lethargisch wirkt, ist doch alles gut.
  • Aufhören, sich an vorgegebenen Mengen zu orientieren. Nur weil auf dem Babyglas 190g stehen, muss das noch lange nicht eine Portion sein. So wie wir auch unterschiedlich essen, essen auch unsere Kinder. Ich schaffe z.B. im Restaurant auch immer nur ein Drittel des Tellers, esse generell eher häufiger, aber dafür Miniportionen, die teilweise kleiner als Kinderteller sind und bin trotzdem satt. Akzeptiert einfach, dass jeder ein unterschiedliches Sättigungsgefühl hat und löst euch von dem Druck der Mengenangaben. 
  • Medizinischer Checkup, um bestimmte medizinische Faktoren als Ursache auszuschließen
  • Lasst euch nicht verrückt machen von Gewichtsangaben und Co. Solange euer Kind fit ist, aktiv und sich motorisch wie kognitiv altersgerecht entwickelt, ist das doch ein gutes Zeichen. Wir Großen haben schließlich auch unterschiedliche Figuren, Geschmäcker und Sättigungsgefühle. Kinderärzte sind da leider immer recht schnell im Urteil, wann Milch - ob aus der Mutter oder der Flasche - nicht mehr sättigend ist oder das Kind doch mal zunehmen müsste. Natürlich gibt es da Richtwerte, aber ich halte nichts von diesen sturen Tabellen. Hört in euch und euer Kind rein, seht es euch an und wenn ihr ein ungutes Gefühl habt, lasst euch von Experten beraten.

Und wie sieht bei uns ein normaler Essenstag eines "Schlechtessers" mit 14 Monaten aus?


Vormittag - höchstens mal ein halbes Quetschie oder 1-2 Teelöffel Joghurt
Mittags - an guten Tagen eine kleine Portion Nudeln mit Tomaten- oder Sahnesoße, manchmal schafft sie auch ein halbes Glas Brei (aber da immer nur die gleiche Sorte, selbstgekocht fand sie immer doof) - sehr gute Mengen sind bei uns 6-10 Nudeln und alles um die 40-80g Brei. Ich empfehle euch übrigens die Hörnchennudeln von Birkel, da die Kids diese gut greifen können und sie super in den Mund passen. Spätzle gehen auch ganz okay. Ab und an auch mal 1-2 schmale Putenfleischwürfel.
Nachmittag - meist auch nur Muttermilch, mal ein halbes Quetschie oder sie knabbert mal an einem 2cm breiten Stück Gurke. Die wird aber so gut wie nie aufgegessen.
Abends - wenn es gut läuft, 80g Abendbrei oder 6-10 Nudeln oder ein 2cm breites Stück Gurke. Es gab auch eine Phase, da hat sie Brot mit Frischkäse oder Leberwurst ganz gut gegessen. Klappt aber seit Monaten nicht mehr.
Getränke - klappen komischerweise neben dem Stillen sehr gut und Aliya trinkt gern ihr Wasser aus ihrem Trinklernbecher oder dem Magic Cup. 


Jedes Kind ist anders. Und solange medizinische Faktoren ausgeschlossen sind, ist es auch völlig okay, einen Schlechtesser zu haben. Wobei der Begriff an sich doof ist und hinterfragt werden muss. Wer definiert hier gut und schlecht? Vertraut euren Kindern! Bietet regelmäßig und vielseitig an. Lasst sie probieren, experimentieren, mit dem Essen spielen und ich glaube ganz fest daran, dass irgendwann der Knoten platzt und gegessen wird - wenn auch vermutlich in ähnlichen Spatzenportionen.

Ich habe Vertrauen in mein Kind. Sie mag zwar jetzt noch nicht viel essen, aber wird mir zeigen, wann sie soweit ist. Und bis dahin akzeptiere und respektiere ich das und gebe ihr das, was sie im Moment benötigt und stille weiter. Solange das für uns beide passt, ist alles okay. 

Als weiterführende Lektüre lege ich euch übrigens diese Texte und Bücher ans Herz, die ein wenig an der eigenen Einstellung feilen und Druck abbauen:

Dr. Gonzales - mein Kind will nicht essen
Gewünschtestes Wunschkind Blog - Mein Kind will nicht essen
Essen statt meckern - Elisabeth Pantley

 

Habt ihr vielleicht eigene Erfahrungen mit "Schlechtessern" und Essensverweigerung beizusteuern? Oder sogar Unterschiede zwischen euren Kindern? Haben eure Kids von alleine irgendwann angefangen, Interesse zu entwickeln oder musstet ihr zu eigenen Tricks greifen? Oder habt ihr Vorzeigeesser Zuhause? Erzählt doch mal, wie das bei euch abläuft und was eure Minis so essen!


You Might Also Like

28 Kommentare

  1. Hallo, wie würdest du dann machen wenn die Ref Zeit kommt? Ohne dass das Kind normales Essen akzeptiert? Was wird sie dann essen? Das mit dem „selbstgekochtes mag mein Kind nicht“finde ich bescheiert, was istbitteschön anders beim selbst gekochtes Möhren Brei und gekauftes? Gemüse ist Gemüse oder nicht.
    Mein Kind isst von von Anfang an alles und viel und ich denke das mit „locker lassen“ ist eher eine bequemme Einstellung diedazu dienen kann Misserfolge zu schützen.
    Ewiges Stillerei, ewiges Familienbett...aber gut. Jedem das seine.
    Viel Erfolg mit dem Essen und Schlafen!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey :) das wird sich einfach mit der Zeit zeigen. Wenn ich tagsüber länger weg war, ging es ja auch und sie ist nicht verhungert oder war grummelig, weil hungrig. Wir haben auch mit der Kita geredet und die haben von so vielen Stillkindern berichtet, die schlecht gegessen haben und sich das dann aber mit der Zeit abgeguckt haben bei den anderen. Da darf man die Gruppendynamik nicht unterschätzen.

      Was das Thema ‚ewige Stillerei und Familienbett‘ angeht, haben wir einfach grundsätzlich andere Meinungen. Das merke ich schon im Unterton deines Kommentars. Es geht hier um keine Misserfolge. Schon allein dieses Wort in Bezug auf Babys oder Kinder passt absolut nicht zu meiner Sichtweise auf Kinder. Aber wie du schon sagtest, ist das eine sehr persönliche Sache. Du kannst glücklich sein, einen guten Esser zu haben und dementsprechend ist es leicht von Misserfolgen zu sprechen. Was wäre denn deine Alternative in so einer Situation? Einfach Essen vor die Nase packen und warten, dass gegessen wird? Machen wir seit Monaten, aber wie gesagt: wer diese Form des Desinteresses nicht selbst gesehen oder erlebt hat, kann sich das nicht vorstellen. Und solche Methoden a la: stundenlang oder sogar über einen Tag hinweg Milch zu verweigern, in der Hoffnung, dass das Kind dann isst, finde ich grausam.
      Vielen Dank aber dennoch für deinen Input :)

      Löschen
    2. Also zwischen selbstgekochten und gekauften Brei gibt es himmelweite Unterschiede im Geschmack... Sorry, aber hast du beides mal probiert?! Ich finde es gut den Druck rauszunehmen. Ein Kind hat sein eigenes Tempo. In allen Bereichen. Du zwingst die kind mit 13 Monaten doch auch nicht zu Laufen und verbietest ihm das krabbeln, weil es an der Zeit ist auf eigenen Füßen zu stehen und es so im Lehrbuch steht ;) Aber wie du schon richtig sagst, jedem das seine und wie er es für richtig hält. :)

      Löschen
    3. Vielen Dank für den tollen Vergleich zum Laufen und solchen Entwicklungsschritten, die von ganz alleine kommen. In unserer Gesellschaft herrscht ja schon irgendwie bei Babys die Annahme vor, dass Essen und Schlafen - wenn es denn nach Plan läuft - eine Leistung und ein Erfolgserlebnis der Mutter ist, was in meinen Augen völliger Quatsch ist und schon wieder Richtung Mom Bashing geht. Wie du schon sagtest, sind es einfach Entwicklungsschritte, die unsere Kinder ganz individuell durchmachen. Die einen eben schneller, die anderen langsamer, dafür hat es vielleicht den Fokus gerade woanders gelegt.

      Löschen
    4. Was für ein unmöglicher Kommentar, wie man an den Worten "bescheuert" und "bequem" erkennen kann. Ich bewundere deine Geduld mit solchen Antworten!
      Ich stimme dir vollkommen zu, mir geht es mit dem Schlafen genau so. Jeder meint, ein 14 Monate altes Kind muss durchschlafen, sonst macht man eben etwas falsch. Tja nun...

      Löschen
    5. Hallo. Bei uns ist es genau das selbe. Schon unser Großer konnte sich schlecht für Brei begeistern.
      Beim Kleinen ist es noch schlimmer. Er ist 10 Monate alt und kann weder mit Brei noch mit Fingerfood etwas anfangen.
      Die Kinderärztin drängt und ich lasse mich ganz verrückt machen.
      Er schiebt alles wieder mit der Zunge raus was in den Mund kommt. Ich denke er ekelt sich einfach vor dem Essen. Manchmal würgt er schon nach einem Löffelchen Brei. Das einzige, das bisher klappt ist der Abendbrei zum anrühren, da gehen 3-4 Löffelchen, ohne dass es wieder retour kommt.
      Und zu dem unmöglichen Kommentar am Anfang kann ich nur den Kopf schütteln. Nicht zu fassen wer hier aller seinen Senf dazugibt ohne irgend eine Ahnung zu haben.
      Ich meine übrigens mal gelesen zu haben, dass Kinder, die von Anfang an alles und viel essen, später mal sehr dick werden.

      Löschen
  2. Ich habe mich auch immer von den magischen 190g/225g Gläscheninhalt verrückt machen lassen. Seit ca. 2 Monaten gibt es einfach keine Gläser mehr und sie isst unser Essen. An ihren guten Tagen aßsie nämlich auch nur knapp ein halbes Glas, was mich irre stolz machte. Ich habe mich so unter Druck setzen lassen. Seit Cleo in die Kita geht wird es allmählich besser mit der es Esser, aber gut essen ist uns immer noch fremd. Wir haben akzeptiert, dass sie eben lieber zwischendurch snackt, anstatt ihre drei großen Hauptmahlzeiten zu essen. Anfangs haben wir sogar kindersendungen im TV beim Essen laufen lassen, damit sie abgelenkt ist. Dabei lieben wir essen hier sehr und es fühlte sich Komsich an, dass wir unser Kind überreden müssen. Bei uns darf auch alles probiert werden, außer stark gewürzte Speisen. Ja, auch Schokolade und Co. Meine guten zuckerfrei, gesunden Vorsätze habe ich über Bord geworfen. Wie du möchte ich ihr die Welt der Geschmäcker schmackhaft machen. Übrigens wird hier mit 13 Monaten noch morgens, nach der Kita, abends und viel nachts gestillt...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht. Es tut gut von ähnlichen Situationen zu lesen. Der Text hätte 1:1 von mir kommen können und auch das Kinder TV kennen wir hier. Ich fand es aber dann so schlimm, dass sie dabei zwar gegessen hat, aber total passiv und es gar nicht mitbekam. Das ist ja dann auch kein gesunder Zugang zum Essen. Naja mal sehen, was die Zeit bringt. Die Kita Eingewöhnung steht ja bevor und vielleicht ändert sich da auch das Essverhalten etwas :)

      Löschen
  3. Liebe Yasmin,
    wir haben hier auch eher eine „schlechte Esserin“ zuhause - naja zumindest wenn es ums Mittagessen geht. „Süßes“ wie Obst, Getreidebrei, Milchbrei etc wird meist gern genommen. Gemüse, Reis und Fleisch werden teilweise sogar angeschrien. Was mir allerdings mehr Sorgen bereitet, ist dass sie außer Muttermilch kaum etwas trinkt. Wasser und ungesüßter Tee dienen egal aus welchem Gefäß eher der Belustigung, da man es so schön wieder aus dem Mund laufen lassen kann �� naja der KiA meinte einfach immer weiter anbieten, solange sie genug MuMi trinkt und auch über Obst etc Flüssigkeit zu sich nimmt ist es ok. Ich habe allerdings festgestellt, dass das Interesse an sowohl Essen als auch Trinken deutlich größer ist, wenn nachts seltener gestillt wird. Bin gespannt wie es sich so weiter entwickelt! Zum Glück geht bei uns die Kita erst ab August los, da ist sie dann 1 1/2 und bestimmt schon etwas besser auf „richtige“ Nahrung zu sprechen.
    P.S. Ich hasse es, wie damit meist die Muttermilch abgewertet wird und
    P.P.S hier schmeckte der selbstgekochte Brei auch nie, wobei ich ehrlich zugeben muss, dass ich den aus dem Gläschen auch schmackhafter finde ��

    LG Mia

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Yasmin,
    ich habe auch so ein Brustkind zu Hause. Mach dir bitte kein Stress und wie du schon sagst, ohne dich funktioniert es doch auch. Ich war auch so ein Brustkind und wollte nichts essen, heute hab ich dafür kein Übergewicht.
    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Alesia,
      vielen Dank für das Mutmachen :) Ich glaube mittlerweile auch, dass da ein gewisser Anteil Veranlagung mit drin steckt. Sowohl Stefan als auch ich waren schlechte Esser, als Baby sowie Kinder, und naja unsere Kleine tickt da ganz ähnlich, wenn ich mir so Stories von uns früher anhöre. Vielleicht ist deswegen auch meine Toleranz oder das Verständnis größer. Wer weiß.

      Löschen
    2. Was willst du auch machen, wenn das Kind nichts essen möchte. Unsere Tochter ist elf Monate und hat überhaupt kein Interesse wenn es ums Essen geht. Irgendwie habe ich auch das Gefühl, das sie keine Zeit dafür hat und sich lieber für andere Dinge interessiert.
      Ich stille meine Maus auch nachts und da meinte meine Mama, man kann versuchen ihr nachts Wasser zu geben, dann würde sie auch tagsüber mehr Hunger bekommen. Versucht habe ich es noch nicht, da es mich ehrlich gesagt, nicht so richtig stört.

      Löschen
  5. Ich kenne es auch ganz gut, nur Maya zeigt zwar Interesse am Essen aber isst nur paar Löffel oder beißt nur ab ,mehr möchte sie nicht. Ich habe auch schon alles probiert Gläschen,selbst gekochtes aber es ist immer das gleiche. Ich stille sie noch sie bevorzugt die Muttermilch. Mit 12 Monaten stille ich auch noch voll. Ich habe auch schon versucht ihr Fläschen zu geben aber sie möchte nicht. Ich habe auch schon mal mit dem Gedanken gespielt sie abzustillen aber eine Garantie,dass sie besser ist habe ich leider nicht. Unser Problem ist auch ,dass sie sehr zart ist ,sie wiegt mit 12 Monaten 7800 kg. Wir haben in einer Woche Termin beim Kinderarzt z. Blutabnahme um zu gucken,ob alles in Ordnung ist. Ansonsten ist sie sehr aktiv. Ich versuche mich nicht unter Druck zu setzen, aber es macht mir schon Sorgen. Wenn sie vom Gewicht normal wiegen würde ,würde ich mir keine Gedanken machen. Jedes Kind ist anders und braucht halt unterschiedlich lang. Ich finde deine Einstellung sehr gut und du es offen ansprichst.

    AntwortenLöschen
  6. Liebe Yasmin,
    erst einmal vielen Dank für den ausführlichen und informativen Artikel. Für mich war es sehr beruhigend, zu hören, dass das Essen bei Anderen auch nicht so recht läuft. Ich stille meinen fast 11 Monate alten Sohn im Prinzip auch noch voll. An einem gut laufenden Tag isst er mittags höchstens 10 kleine Löffel - die Regel sind jedoch eher 1 bis 3. An Fingerfood kaut er etwas herum, beißt sogar manchmal etwas ab, schluckt es aber nie runter, sondern spuckt es immer wieder aus. Gedanken mache ich mir nur etwas, weil ich in eineinhalb Monaten wieder 40 Stunden arbeiten gehe... Deine Worten machen mir aber Mut - das wird schon alles irgendwie. Dir und Aliya wünsche ich alles Liebe!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Tina,
      vielen Dank für dein Feedback und deine persönlichen Erfahrungen. Das klingt in der Tat sehr ähnlich wie unsere Situation. Dass du Druck verspürst, weil es für dich ganz bald weitergeht mit der Arbeit, verstehe ich total. So ging es mir ja auch. Nach dem langen Gespräch in der Kita, wo ich auch ehrlich unsere Situation schilderte, wurde mir der Druck aber genommen. Außerdem habe ich es im Bekanntenkreis jetzt schon häufiger erlebt, dass die Kita da wohl einiges ändert. Ich vertraue darauf und bin mir sicher, dass unsere Kleinen ohne Tränen auch andere Wege akzeptieren werden und vor allem die Kompetenz haben, zwischen Zuhause und Fremdbetreuung zu unterscheiden. Aliya hat jedenfalls noch nie geweint, wenn ich mal unterwegs war und die Brust nicht zur Verfügung stand. Wenn Mama da ist, super, dann wird eben gestillt. Wenn sie nicht da ist, auch okay, dann geht es auch anders. So sind bisher meine Erfahrungen :)

      Löschen
  7. Toll geschrieben! Ich habe deinen Blog in meiner Schwangerschaft entdeckt und finde ihn großartig! Geduld scheint immer wieder das Zauberwort zu sein☺️

    AntwortenLöschen
  8. Hallo liebe Yasmin!

    Uns ging/ geht es ähnlich. Unser Kleiner isst mal so, mal So! Es gibt Tage da staune ich, was alles in ihn reinpasst- obwohl das jetzt so klingt, als würde ich es in ihn reinstopfen. Dem ist nicht so...
    Er liebt es abends Grießbrei zu essen. Manchmal danach noch eine halbe Schnitte Tomatenleberwurst (kann ich nur empfehlen!), manchmal schafft er noch nicht einmal den Grießbrei. Entsprechend sieht es dann beim Schlafen aus. Hat er viel gegessen, schläft er häufiger durch, als wenn er wenig gegessen hat. Würde uns ja, denke ich, auch so gehen!
    Wir sind mittlerweile an dem Punkt angekommen, dass er essen kann, was er möchte, weil er uns genau anzeigt, was er will und braucht.
    Der Kindergarten half übrigens sehr dabei. Seit dem isst er viel besser - auch im Hochstuhl (er wollte nie drin sitzen bleiben). Ich kenne die Einstellung von vielen in Bezug auf diese Ablenkung. Bei uns half es aber tatsächlich, Ruhe reinzubekommen und dass gut gegessen wird. Trotz Ablenkung kann ich aber davon ausgehen, dass er mir anzeigt mit "da" ob er Trinken oder Essen will oder ob er satt ist.
    Zur Zeit sind wir früh bei einer Milchflasche (So gegen 6 Uhr oder eher) dann gibt es gegen 8 im Kiga Frühstück. Dort geben wir eine Schnitte mit, die auch meist alle ist und ein wenig Obst oder Gemüse. Um 11 halb 12 rum gibt es Mittagessen. Dabei habe ich seine Vorliebe für zb Kartoffeln entdeckt. Aber auch Sachen, die ich gern esse, wie Königsberger Klopse oder Schnitzel mit Buttergemüse und Kartoffelbrei liebt er. Im kiga war er anfangs einer der schlechtesten Esser und war entsprechend immer schlecht gelaunt - ist man ja selbst auch, wenn man Hunger hat! Nachmittags gibt's aus dem Rossmann verschiedene Kekse oder auch mal Kuchen von Oma! Und Abends mal Brei mal Schnitte mal beides!
    Ich probierte auch verschiedene Frühstücksbreie aus oder Nachmittagsfruchtgläser aber die wurden auch strikt verweigert. Okay. Das ist halt So!
    Nur Mut weiterhin. Sie wird dir ganz sicher zeigen, wann sie was möchte. Im kiga wissen Kinder übrigens, dass sie nicht gestillt werden können und orientieren sich an den Anderen. Daher kann es auch sein, dass sie bei dir vollgestillt wird und dort alles mitisst... das wird sich alles zeigen.
    Ich drücke euch die Daumen, dass es so wird, wie ihr es euch vorstellt

    LG Lisa

    AntwortenLöschen
  9. Tha , wie ich alles hier lese bin ich glückluch solche Erfahrungen nicht gemacht zu haben. Trozdem bin ich der Meinung dass die Eltern andere Vorgehensweise angehen sollen wenn ein 1jähriges Kind kaum isst. Es ist nicht die Rede von 8-9-10 Monate altes Kind mit Anfangsschwierigkeiten, undes ist anders wenn eine Mutter zusätzlich stillt aber das Kind genug normales Essen bekommt. Überhaupt gab es früher solche Fälle, bin 100%sicher -keine! Fragt die Grosseltern wie es früher war. Oder ob früher alle Monstereltern waren. Alle Kinder haben aber hingekriegt. Man muss aber sich die Mühe geben und sich reinlesen....aber ooooo schrecklich wenn man etwas streng sein muss.
    Das mit dem Schlafen genauso.
    Ein Trend: Mütter die behaupten modern zu sein indem sie jahrelang stillen und familienbett haben. Als ob das das einzig Ware im Leben sei.
    Dabei stolz sein, und ständig behaupten das das in Ordnung ist!
    Ha����

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen Dank für deine Sichtweise der Dinge, wenn ich auch deinen Ton sehr anmaßend finde. Was ich immer wieder anspreche: jede Familie muss ihren eigenen Weg finden und wenn unser Weg nicht deiner ist, ist das okay. Deswegen muss man nicht herablassend oder urteilend reagieren. Und auch hier wieder die Frage: Wie stellst du dir "ein bisschen streng sein" mit einem Baby vor, das den Mund nicht öffnet? Einfach Mund aufreißen, mit Zangen aufsperren und Löffel reinschieben? So lange Hungern lasse, bis es aus Verzweiflung isst? Nein, Danke! Das lehne ich kategorisch für meine Tochter ab. Ob das früher so gehandhabt wurde? Keine Ahnung. Kenne ich aus meiner Familie nicht und bin froh darum. Ob es geschadet hat? Wer weiß. So roh und gefühlskalt und empathielos unsere heutige Gesellschaft ist, stelle ich so manche frühere Methode in Frage - auch wenn das nicht heißen soll, dass alles schlecht war. Man kann aus jeder Zeit etwas Gutes mitnehmen, aber eben auch diverse Muster überdenken. Genauso wir die Generation unserer Kinder über unsere Methoden heute den Kopf schütteln wird oder vielleicht etwas Tolles mitnimmt. Und zum Thema "moderne Stillerei und Familienbett" - das ist de facto kein Phänomen der Moderne, sondern vor Hitlers Zeiten bzw. eigentlich schon der wilhelminischen Ära jahrhundertelang, bis zu den Anfängen unserer Existenz Normalität gewesen. Wir haben nur im Laufe der Jahrzehnte den Bezug dazu verloren, weil ganze Generationen auf emotionale Distanz und Gehorsam gedrillt wurde. Die heute weit verbreiteten Vorstellungen vom Kind, das allein einzuschlafen und in diversen Punkten zu funktionieren hat, ist eine ziemlich veraltete und auf Hitlers Erziehungsdrill zurückzuführende Methodik. Dass der Trend wieder hin zur Bedürfnisorientierung geht, stimmt schon und kann ich persönlich nur begrüßen. Aber auch hier gehen die Meinungen auseinander. Das muss jede Familie angepasst auf das eigene Kind selbst entscheiden. Es kann ja zum Glück jeder für sich selbst entscheiden, mit welchen Methoden er oder sie sich wohl fühlt und Toleranz walten lassen. Das würde ich mir vor dem Verfassen solcher Kommentare sehr wünschen. Meinung äußern - sehr gern. Aber vielleicht sollte man im Vorfeld über die Art und Weise nachdenken. Danke!

      Löschen
  10. Da wünschen sich junge Menschen oft sehnlichst ein Kind, üben vielleicht jahrelang bis es endlich klappt.
    Dann ist es da, das kleine Wesen, und wird sofort ins eigene Zimmer und ins eigene Bett verfrachtet. Es soll sich bloß nicht an die Nähe der Mutter gewöhnen. Sonst wird man es nie wieder los! Ich denke da an alle 16 jährigen, die noch immer bei den Eltern im Bett schlafen.
    Es wird so schnell wie möglich abgestillt. Frau möchte ja unabhängig sein. So ein kleines Kind schränkt die persönliche Entfaltung ein. „Nur mehr Mutter sein“ eine schreckliche Vorstellung.
    Was bringt euch Mütter nur dazu euch so unangebracht über Familienbett oder Stillen aufzuregen? Warum bekommt man ein Kind und möchte es dann so gut es geht „auf Abstand“ halten?
    Fast überall auf der Welt - außer bei uns in Europa - ist es das normalste, das es gibt. Das Familienbett. Das Stillen, oft weit über das zweite Lebensjahr hinaus.
    Die europäische Industrie, ja ein ganzes System verlässt sich hier auf euch Mütter, ihr gebt Unsummen für teure Kinderzimmer und Fertigmilch aus.
    Habt ihr irgendwo schon mal ein Säugetier gesehen, das seine Jungen nachts in eine andere Höhle sperrt? Damit sie lernen alleine zu schlafen? Da kann man nur den Kopf schütteln.
    Es ist einfach unangebracht, euch so völlig uninformiert über das normalste auf der Welt lustig zu machen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Amen! Danke für diesen Kommentar

      Löschen
    2. Danke für deine sehr klare und deutlich formulierte Meinung, die ich vollkommen unterschreiben kann.

      Löschen
    3. Manchmal frage ich mich auch, wieso manche Menschen Kinder bekommen.

      Löschen
  11. Liebe Yasmin, ein ganz toller Artikel und auch die Kommentare haben es in sich... 😳
    Meine Kleine ist fast 10 1/2 Monate und auch hier wird Essen mehr spielerisch betrachtet als das es mal eine „sättigende“ Wirkung haben soll. Aber was will man machen? Hungern lassen? Schreien lassen? Das bricht mir mein Mamaherz und kann ich auch nicht gut heißen. Also stillen wir. Zur Zeit werden Nudeln gerade gern gegessen, aber wir sind weit weg von Mengen die „satt machen“. Unsere Gesellschaft macht es uns da echt nicht einfach. Meist hört man doch nur von den Kindern die gut essen, alles läuft prima, Kind schläft durch und im eigenen Zimmer. Daher finde ich es super das du hier ehrlich bist und deine Geschichten mit uns teilst. Alles Liebe und Gute für euch weiterhin. Mal sehen was die KiTa noch so bringt 😉

    AntwortenLöschen
  12. Toller Text, teilweise gruselige Kommentare. Dass Essen und schlafen immer so ein ätzender Wettbewerb sein muss... Meine Tochter wird 10 Monate alt und ist auch so gut wie gar nicht. Mal geht ein bisschen Brei, mal Fingerfood,meist gar nichts :D ich biete dann oft auch länger nicht an (also ne Woche oder so), um Druck raus zu nehmen. Bei der Tagesmutter isst sie aber wohl einigermaßen gut - ich glaub, der "Gruppenzwang" unter den kleinen hilft. Schlafen tut sie da nämlich auch ohne Brust oder tragen.
    Ich denke mir, spätestens wenn mein Kind in den Kindergarten kommt wird es essen ;) bis dahin biete ich regelmäßig an und stille eben.

    AntwortenLöschen
  13. Liebe Jasmin, sonst bin ich eher auf Instagram hinter, heute mal hier - auch aufgrund einiger Kommentare. Meine kleine Tochter ist knapp 4 Monate jünger als deine Zuckermaus und ich schätze mich glücklich einen guten Esser zu haben. Wäre sie das nicht - ich würde es so handeln wie du. Druck rausnehmen und auf die Kompetenz des Kindes vertrauen. Wir haben Essen definitiv spielerisch eingeführt und so das sie damit erst einmal experimentieren konnte und noch nicht satt werden musste. Mittlerweile hab ich einen fleißigen Esser. Aber sind wir mal ehrlich: wenn sie dann essen, ist das ja noch nicht das Ende der Fahnenstange. Irgendwann werden sie picky, verwerfen das Lieblingsessen wöchentlich oder wie Cleo gerade: isst Erbsen nur, wenn ich einevdirekt oben auf dem Löffel platziere. Wenn sie etwas nicht möchte > Apfelmus drüber und dann läufts. ;) Keine Ahnung, wie viele Essen ich schon umsonst gekocht oder vom Boden gekratzt hab. Essen lernen ist halt keine einfache & saubere Angelegenheit, Kinder sind keine saubere Angelegenheit. Ein paar Aussagen einiger Kommentatorinnen sind mE trotzdem mit Vorsicht zu genießen: meine Tochter wurde mit 2800g zart geboren, heute mit 10 Monaten wiegt sie knapp 9kg - daran kann kein Arzt nun eine Tendenz zum potenziellen Dickwerden ableiten. Zum anderen entzieht sich mir, warum immer so ein Mom bashing in Richtung „Du wolltest ein Kind, nun kümmer dich auch drum!“ betrieben wird. Ich konnte mir vor Cleos Geburt nicht vorstellen im Familienbett zu schlafen. Klarer Fall von Theorie vs. Praxis. Sie liebt es & ich mags mittlerweile auch. Trotzdem freue ich mich, wenn es irgendwann wieder „mein“ Platz ist (sie entscheidet wann) und das finde ich nicht ansatzweise egoistisch. Genauso habe ich gedacht „6 Monate voll stillen, dann langsam abstillen“. Vollfail in so vielen Richtungen, denn nie habe ich damit gerechnet, das es so eine Wissenschaft werden und einen psychisch aufgrund des ganzen Drucks torpedieren kann und ich - Achtung - es ggf nicht mögen könnte. Alles eingetreten. Aber macht mich meine Abneigung dem Stillen ggü zu einer schlechteren, weil egoistischen Mutter? Nein. Was ich lernen musste war mein Mindset zu ändern und zu akzeptieren, das sie die Brust eben braucht - in unserem Fall als Beruhigung. Damit bin ich nun ok (im übrigen hab weitergestillt). Ich bin überzeugt, dass das Kind nur so glücklich sein kann, wie die Mutter. Und ich bin glücklich, wenn ich mich auch weiterhin ab und an mal nur um mich kümmern darf, schließlich gab es mich doch vor meiner Tochter auch schon 30 Jahre & ich definiere mich gewiss nicht nur über sie. Ich persönlich möchte und werde keine Maschine heranziehen, die in jeder Lebenslage funktionieren muss. Und das sage ich obwohl sich bereits sehr früh anzeigte, das meine Tochter ordentlich Persönlichkeit haben wird. Wenn doch die Mütter mal loslassen könnten & akzeptieren würden das jedes Kind anders ist, es wäre vieles leichter. Letztlich zum Thema: Früher hats auch nicht geschadet. Aus eigener Erfahrung weiß ich - es kann sehr wohl schaden. Mein Vater war der Meinung ich müsse alles essen, was auf den Tisch kommt. Bis ich einmal, mit 5, völlig hysterisch am Tisch bleiben und Leber essen musste, bis ich endlich ausspucken durfte. Ich sehe mich heute noch dort sitzen, heulen und würgen & mein Vater bereut die Aktion sehr. Nur ein Beispiel. Früher war viel weniger erforscht, heute ist das anders & in 30 Jahren wird meine Tochter es vermutlich wieder anders machen. So entwickeln sich die Dinge einfach weiter. Alles Liebe für Euch!

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für deinen Kommentar. Ich freue mich riesig über dein Feedback, Postwünsche oder sonstige Anmerkungen.Beleidigungen oder Anstößiges gegenüber meiner Person oder anderen Lesern sind allerdings unerwünscht und werden direkt gelöscht. Vielen lieben Dank ♥