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TRAVEL DIARY: Ein Wochenende in der Sächsischen Schweiz

Wann war das letzte Mal, dass ihr direkt vor der Haustür Urlaub gemacht habt und ins Staunen geraten seid? Bestimmt viel zu lange her! Wir neigen dazu, ins Ausland zu fahren. Ja weit weg, in die Ferne, suchen das Exotische und vergessen dabei häufig, wie schön das Fleckchen Erde direkt vor unserer Nase eigentlich ist. Ich hatte euch letztes Jahr schon vom Harz und Brocken erzählt, den wir spontan für einen Tagestrip besuchten. Dieses Mal sollte es als kleines Get away in de Sächsische Schweiz gehen. Vorteil davon? Wunderschöne Herbstkulisse, vielseitige Wandermöglichkeiten und von uns aus nur gut 2h Autofahrt entfernt, was sich perfekt eignete für den ersten kleinen Kurztrip mit Baby, das Autofahren hasst. Denn 6h bis an die Ostsee oder in die bayrischen Berge hätte ich uns nicht zugemutet. Da einige von euch nachfragten, was genau wir gemacht haben und ob ich nicht ein kleines Travel Diary teilen könnte, sollt ihr genau dieses heute bekommen.



Food

Im Vorfeld recherchierte ich einige Adressen für unser Abendessen bzw. erhielt ich auch von euch einige Tipps. Am ersten Abend aßen wir im Hotel, was eher okay war, nicht überragend. Am zweiten Abend wollten wir aufgrund der verführerisch klingenden Speisekarte in die Ziegelscheune gehen, die allerdings keinen Tisch mehr für uns hatte. Also wurde es das Gambrinus in Bad Schandau und wir waren alle sehr begeistert vom Essen. Meine Entenbrust mit Rosmarinkartoffeln und Kürbis-Orangen-Gemüse war jedenfalls perfekt. Jetzt muss ich nur noch in der Küche experimentieren, um das Gemüse nachzukochen.

Ziegelscheune
Elbweg 22, 01814 Krippen

Gambrinus
Markt 12, 01814 Bad Schandau

Amselgrundschlösschen
Amselgrund 3, 01824 Rathen




Unternehmungen für die ganze Familie oder schlechtes Wetter

Der Wettergott meinte es nicht allzu gut mit uns, weswegen wir unsere Pläne etwas umgestalten mussten. Die Gegend hat aber auch etliche Indoor- und/oder auch Familienaktivitäten zu bieten. Einige liste ich euch hier einmal auf.

Festung Königstein

Die berühmte Festung Königstein auf dem besagten Felsen Königstein stand auf unserem Sonntagsprogramm. Leider war es aber so orkanartig stürmisch, dass auf dem Weg zur Festung direkt neben unseren Autos mehrere Bäume umgefallen sind, so dass wir aus Sicherheitsgründen den Ausflug absagten. Leider. Mit 14 war ich aber schon einmal auf der Festung und weiß noch, dass ich sie ziemlich imposant fand. Dort oben finden übrigens auch ganzjährig etliche Veranstaltungen statt, die man auf der Webseite ganz easy einsehen und somit einen Tagestrip super planen kann. Direkt vor der Festung gibt es übrigens auch einen Kletterwald. Falls ihr vielleicht die historischen Infos satt habt und etwas mehr Action wollt.

Nationalparkzentrum in Bad Schandau


Das Museum war unsere Schlechtwetteralternative am super stürmischen Sonntag, als neben uns auf dem Weg zur Festung die Bäume nacheinander umstürzten und wir aus Sicherheitsgründen eine Alternative suchten. Das Museum ist super schön aufbereitet und bietet gerade für Kinder einen sehr hohen Interaktivitätswert. Man kann so viel erforschen, erkunden und über Flora und Fauna des Nationalparks erfahren. Und ja, selbst mit Babys haben wir dort die Zeit sehr angenehm verbracht, uns zwischen kuschelige XXL Kissen gesetzt, die Mäuse krabbeln lassen und nebenbei erzählt. Gerade für Kleinkinder und Grundschulkinder stelle ich mir die Unternehmung perfekt vor.

Toskana Therme in Bad Schandau

Die Toskana Therme haben wir leider nicht mehr aufsuchen können. Aber sie wurde mir wärmstens von euch empfohlen. Ob zum Ausspannen, Wellnessen oder auch als Erlebnisbad mit Kindern - es scheint die ultimative Schlechtwetterunternehmung zu sein.

Salzgrotte in Königstein

Wer freie Atemwege benötigt, kann sich eine 45minütige Salzgrottensitzung um Hotel Lindenhof in Königsten gönnen. Dort wurden 11Tonnen Himalaya Salz angefahren und im Kellergewölbe zu einer Salzgrotte verwandelt. Mit Liegen ausgestattet kann man so die klare Luft einatmen und Kinder können mit Baggern im Salz spielen. Vielleicht auch eine Option für Regennachmittage.

Die Wanderungen

Die Sächsische Schweiz ist berühmt für die zahlreichen Wanderwege und ich kann euch sehr ans Herz legen, euch im Vorfeld auf der Webseite umzusehen. Dort gibt es GPS Wanderkarten, die perfekt ausgeschildert sind, eine Durchschnittsdauer angeben, ebenso wie Besonderheiten, Rastplätze und Schwierigkeitsgrad. So finden sich unterschiedlich lange Strecken, besonders schöne Wege, aber auch Rollstuhl- und Kinderwagen freundliche Strecken. Auch Wanderwege speziell für Familien mit kleinen Kindern sind ausgewiesen, so dass man im Vorfeld viel besser planen kann und sich am Ende nicht übernimmt.

Ich würde euch empfehlen, unbedingt wetterfeste, bequeme und eingelaufene Schuhe einzupacken sowie Regenkleidung, falls das Wetter nicht mitspielt und in der kühleren Jahreszeit etwas für Hals und Kopf, denn der Wind kann auf den Felsen sehr ziehen.



Die Basteibrücke und Felsenburg Neurathen

Da wir erst am Freitag am späten Nachmittag anreisten und aus Eimern regnete, fiel dort eine Wanderung wortwörtlich ins Wasser. Auch der Sonntag mit einer Wanderung zur Festung Königstein fiel flach und schrie nach einem Alternativprogramm. Aber der Samstag war erfolgreich. Wir wollten für den Anfang mit Aliya keine super lange Wanderung einplanen, da wir nicht einschätzen konnten, wie sie mitmacht und das Wetter war an diesem Wochenende ohnehin nicht auf unserer Seite. Also entschieden wir uns für die sichere Option: Basteibrücke. Insgesamt waren wir 4h zu Fuß unterwegs rund um das Gebiet der Basteibrücke, sind etliche Stufen bis nach Rathen hinunter und wieder rauf gelaufen, haben die Felsenburg für einen kleinen Kostenaufwand von 2€ besucht, standen auf der Basteibrücke, die überraschend kleiner war als auf Bildern vermutet und saugten das herrliche Herbstpanorama auf.




Tipp: wenn ihr einen guten Fotospot sucht, um die Brücke imposanter abzulichten, geht nicht direkt auf die Brücke, sondern schlagt links den Weg zur Aussichtsplattform ein. Von dort aus wirkt die Brücke deutlich größer und man bekommt ein schöneres Panorama zu sehen. Ich empfehle euch im Übrigen eher die frühen Morgen- oder späten Abendstunde für einen Besuch, da es dann nicht zu überlaufen ist. Wir waren gegen 10Uhr da und hatten mäßig Betrieb. Gegen Mittag wurde es jedoch immer voller und die ganzen Touristenbusse spuckten förmlich Tagestouristen aus, was man dann auch auf den Wanderwegen spürte.  Zusätzlicher Bonus? Fotos sehen im Morgen- oder Abendlicht ohnehin viel schöner und stimmungsvoller aus.

Noch einen Tipp, den ich für euch habe: Kehrt vom Basteiparkplatz aus linkerhand in den Wald ein und wandert durch die Schwedenlöcher in den Amselgrund und zum Amselgrund Wasserfall. Auf dem Weg dorthin befindet sich rechterhand ein kleiner Waldweg, der zu einer wirklich atemberaubenden Aussichtsplattform führt, die auf die gegenüberliegende Seite der Basteibrücke zeigt und sogar deutlich schöner aussieht als der Touristen Hotspot. Bis zum Wasserfall haben wir es aufgrund des immer schlechter werdenden Wetters zwar nicht mehr geschafft, aber den müssen wir uns unbedingt beim nächsten Mal ansehen.



Insgesamt war der Wochenendausflug wirklich schön, um mal wieder aus der Alltagsroutine auszubrechen. Zugegeben, ich war schon etwas enttäuscht, nicht mehr Wanderungen durchgezogen zu haben, aber wir sprechen hier nicht von ein bisschen Regen, dem man mit guter Wetterkleidung hätte trotzen können, sondern von orkanartigen Stürmen, Sicherheitsrisiken und teilweise stark verletzten Menschen. Schade, dass ausgerechnet an diesem Wochenende der Goldene Oktober pausierte. Denn mit Sonne muss der Herbst in der Sächsischen Schweiz atemberaubend sein. Die Bäume waren jedenfalls in den herrlichsten Goldtönen getunkt und boten die perfekte Herbstkulisse.

Einen Beitrag über das Wandern mit Baby, was Aliya trug, worauf ich achtete und welche Erfahrungswerte ich teilen kann, gibt es dann übrigens demnächst zu lesen. Das hätte den Umfang des Artikels nun wirklich gesprengt.

Wart ihr denn schon einmal in der Sächsischen Schweiz und habt ihr Empfehlungen für schöne Destinationen innerhalb Deutschlands, die sich für einen Kurztrip anbieten?

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6 Kommentare

  1. Wunderschöne Bilder und eine ganz tolle Stimmung.
    Solche Kurztrips in die Nähe sind total erholsam und ein schöner Unterbruch im Alltag. Ich bevorzuge das manchmal sogar langen Urlauben - vor allem wenn das Budget knapp ist auch eine tolle Alternative.
    LG Jasmin
    www.marmormaedchen.ch

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  2. Das sieht ja traumhaft aus! Ich bin ein absoluter Fan des Bodensees und der Schwäbischen Alb ;) Mein Bruder war zum Klettern schon in der Sächsischen Schweiz und total begeistert!


    Liebe Grüße
    Ena von Just a swabian girl

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  3. Ich würde dort auch so gern mal hin. Bekannte wohnen in Dresden, aber bei unserem letzten Besuch dort im Januar war es dazu viiiiel zu eisig! ;)
    Aber irgendwann werd ich dort auch mal spazieren gehen. :)
    Tolle Fotos übrigens! :-)

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  4. Sehr schöne Bilder! Da ich hier in Australien das Wandern total für mich entdeckt habe, muss ich solche Ziele in Deutschland wohl auch mal auf meine Liste setzen! Danke für die Inspiration!

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  5. Huhu :)

    Oh, was schöne Herbstimpressionen, ich war mit meiner Mama dieses Frühling dort und fand es absolut magisch. Seit Jahren wollte ich hin, aber dann zieht es einen doch in die Ferne, statt mal die eigene Umgebung zu erkunden - somit haben wir es dann einfach mal spontan gemacht und sind auch viel gewandert, was so gut für die Seele war.

    Liebe Grüße aus New York (so viel zum Thema *g*),
    Leona

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  6. Hei :)

    ich bin sonst immer nur stille Mitleserin, aber ich verfolge dich schon seit deinen Anfängen und ich bin jedes Mal wirklich begeistert von deinen wundervollen Blogbeiträgen, die mich mit einer Tasse Tee vom Alltag entfliehen lassen!
    In dieser Region war ich leider noch nie wandern, denn es zieht mich meistens in die Alpen. Doch deine Bilder sprechen einfach für sich und so muss ich das auch einmal in Angriff nehmen und mich in den Norden begeben.
    Als Kurztripempfehlung kann ich dir in Baden-Württemberg die Städte Stuttgart und Heidelberg ans Herz legen. Dort kann man sehr schön die Stadt erkunden, als auch einfach in den Weinbergen wandern gehen und picknicken! Außerdem ist es am Bodensee besonders im Sommer traumhaft. Ein Ausflug zur Insel Mainau rentiert sich allemal. Und wenn du dann schon mal in dieser Gegend bist, kannst du auch gleich den Rheinfall von Schaffhausen anschauen. Weitere schöne Kurztripziele wären: Schwarzwald (ideal zum Wandern, Entspannen und Genießen), das wunderbare Altmühltal in Bayern (Fossilien suchen, Kanu und Fahrrad fahren), Allgäu (Schloss Neuschwanstein in Füssen, wandern und erholen). Wie gesagt das ist eine kleine Auswahl meiner Wochenenderfahrungen.
    Ich habe noch ein paar Fragen an dich und zwar, wie alt bist du denn derzeit genau? Und wann hast du ungefähr vor mit deinem Referendariat zu beginnen? (Vielleicht gibt es auch bald wieder ein Q&A auf Youtube!) Die Zeit mit deiner Kleinen ist doch so viel schöner, als Unterrichtsstunden vorzubereiten ;) (Spreche aus Erfahrung!)
    Bitte mach mit deinem Blog weiter so und bleib so eine Frohnatur :)

    Liebste Grüße

    Lena

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