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Ich wünschte, ihr hättet mir gesagt, ... | Frühgeburten

*Anzeige // Dieser Artikel ist in liebevoller Zusammenarbeit mit Pampers und ihrer "Deutschland wird Kinderland" Kampagne entstanden.


Hallo, ihr Lieben!

Heute habe ich einmal einen etwas anderen Beitrag für euch. Schon länger schwirrte die Idee einer neuen Leserkategorie in meinem Kopf umher, euch mehr einzubeziehen und herausfordernde Themen aufzugreifen. Ein Blog ist ein Sprachrohr, nicht jede Situation habe ich selbst erlebt, kann aber euch sprechen lassen und die Idee kam bei Instagram enorm gut an. So viele von euch boten ihre Unterstützung an, so dass wir bereits Material für eine ganze Themenserie sammeln konnten.
Heute starten wir also den Auftakt der Serie mit dem Thema Frühgeburten. Im Zuge des Tag des Frühgeborenen Kindes am 17.11. und ihrer Frühchen-Initiative im Rahmen der "Deutschland wird Kinderland" Kampagne hat Pampers mich gefragt, ob ich nicht gemeinsam mit ihnen an der Aufklärung rund um das sensible Thema Frühgeburt arbeiten und meine Reichweite für mehr Achtsamkeit nutzen möchte. Da ich selbst keinen Erfahrungsschatz aufweise, ihr jedoch einige persönliche Erfahrungen teilen wolltet, lasse ich heute euch sprechen.

Zukünftig soll eine neue Rubrik etabliert werden, in der ich Tabuthemen und Schwierigkeiten aufgreife und eure Meinung in die Beiträge mit einbeziehe. Ideen  und Statements für die kommenden vier Artikel sind bereits gesammelt , falls ihr aber einen Vorschlag habt zum Thema "Ich wünschte, ihr hättet mir gesagt, wie..." würde ich mich sehr über Feedback freuen.

Ich wünschte, ihr hättet mir gesagt, wie mental herausfordernd eine Frühgeburt sein kann und wie wenig man darauf vorbereitet wird.

 
"Ich war noch nicht bereit, musste es aber sein. Muttersein ist schon ein bisschen so, als würde man ins kalte Wasser geworfen werden. Man hat einfach keine Ahnung, kann sich noch so viel ausmalen und hat doch keinen blassen Schimmer, was auf einen zukommt. Ich befinde mich in der 33. Schwangerschaftswoche, als mich meine Ärztin nach einem Routinecheck sofort in die Klinik schickt. Ich weiß noch, wie aufgelöst ich war, wie panisch mein Herz geschlagen hat, diese unbeschreibliche Angst, auf die mich niemand vorbereitet hat. Herr Gott, ich habe ja noch nicht einmal meinen Geburtsvorbereitungskurs beendet. Das war kein "ins Wasser schubsen", das war ein "von einem 10 Meter Turm ins Eiswasser gestoßen werden". 

Wie ich da so lag mit dem Wissen, dass mein Baby jetzt geholt wird, so viele Wochen zu früh, beschlich mich dieses brutale Gefühl, versagt zu haben. Jetzt schon. Als Mutter. Sollte ich doch ein sicheres Zuhause in meinem Bauch schaffen und mein Körper kämpft gegen uns an. Ich war so verdammt wütend auf ihn. Gleichzeitig rasend vor Angst. Diese Ungewissheit, diese Hoffnung, dass dieser kleine Mann in mir stark sein würde, leben würde. Mehr wollte ich doch nicht. Im selben Moment wusste ich aber, dass auch ich stark sein müsse. Für uns. Denn das ist Muttersein. Eine Lektion der allerersten Stunde. Ich konnte nichts dagegen tun, dass mein Körper für uns entschieden hat, musste einfach damit klarkommen und reagieren. Und das tat ich. 

Wie hart es allerdings ist, diesen wundervollen, perfekten Minimenschen kämpfen zu sehen, ist nicht in Worte zu fassen. Man sieht einen vollständigen Menschen, der aber doch so zerbrechlich, so unfertig wirkt in diesem transparenten Glaskasten. Stunden auf der Frühchenstation. Ich möchte Zeit mit dir verbringen, dich kuscheln und halten und kann es doch nicht. Es gibt Zeitpläne, Therapien, ich kann dich nicht wie jede sonstige Mutter einfach den ganzen Tag kuscheln und halten. So viele Momente liefen anders, als ich mir das ausgemalt hatte. Krankenhausalltag statt Wochenbettromantik. Zwischen purer Verzweiflung, Tränen, Angst und unvorstellbarer Liebe. 
Da sind Schläuche, Sonden, Lichter an diesem winzigen Babykörper. Ich halte dich, wann es nur geht. Haut auf Haut. Schütze, umsorge, küsse, liebe. Bedingungslos. Zerfalle innerlich, wenn ich dich so kämpfen sehe und bin äußerlich stark, weil ich es muss. Auch wenn mich keiner vorbereitet hat.

Ich wünschte, ihr hättet mir gesagt, wie schwer es ist, Frühchenkleidung zu finden. Dass ich all die Bodys in 56 (weil 50 trägt man ja eh nicht lange), erst in einigen Monaten brauchen würde. Ich wünschte, ihr würdet mehr Bewusstsein schaffen für Frühchengeburten, die an der Tagesordnung stehen. Sie sind selten Thema im Geburtsvorbereitungskurs, ja, man hat sie als dunkle Option im Hinterkopf, aber rechnet doch nicht damit. Ich wünschte, es würde mehr Produkte geben, die uns in dieser ersten Zeit helfen, den Alltag im Krankenhaus annähernd so warm und willkommen gestalten, wie es gewesen wäre mit einer reifen Geburt. Ja, die kleinsten Dinge können zur größten Herausforderung werden. Windelkauf, das richtige Handling, die passende Kleidung. Der Markt ist einfach zu klein für Frühgeborene. 

Nach Wochen, nein Monaten im grellen Krankenhauslicht, gab es die frohe Botschaft, dass wir endlich, endlich nach Hause dürften. Du bist jetzt reif, wurde gesagt. Ich habe noch nie in meinem Leben eine solche Erleichterung gespürt. Und Vorfreude. Jetzt fängt das Abenteuer an. Wir allein, auf uns gestellt. Ohne Schläuche, ohne Sonden. Nur wir drei, in unserem Zuhause und einer zweiten Kennenlernzeit. Ich sah dir beim Wachsen zu, du warst flink, hast aufgeholt. Hier und da merkt man, dass deine Entwicklung etwas langsamer vonstatten geht. Aber du bist so stark. Musstest in diesen ersten Tagen mehr kämpfen, als mancher es in einem ganzen Leben muss. Du kannst stolz sein. Ich bin es jedenfalls."

Ich wünschte, ihr hättet mir gesagt, wie wenig Unterstützung man von den Schwestern erhält.


"Die Geburt unserer Mia war anders als erwartet. Sie kam in der 35. Schwangerschaftswoche. Als es frühen Morgens losging und ich mein Fruchtwasser verloren hatte ,war das ein Schock für uns.
Unser Babyzimmer war nicht fertig, wir waren noch nicht im Krankenhaus  angemeldet und zum Glück hatte ich kurz vorher meine Kliniktasche gepackt. Die Wehen kamen nach und nach, aber sie fühlten sich anders als erwartet. Es dauerte, bis ich meine PDA erhielt und es musste mehrmals versucht werden, die Nadel zu legen. Die Geburt war zwar kurz, aber für mich sehr schlimm. Es musste Darmschnitt gemacht werden und mit der Zange nachgeholfen werden. Alles ging so schnell. Viel zu früh. Die Nabelschnur war um den Hals gewickelt, ich hatte nur kurz meine Kleine gesehen und dann wurde sie auch schon auf die Intensivstation gebracht.
Dort war sie 8 Tage, aber ich wurde nach 3 Tagen entlassen, bin aber dann im getrennten Zimmer auf der Kinder-Intensivestation geblieben.
Unsere Tochter hat schlecht getrunken, also habe ich mich nicht getraut sie zu stillen. Von den Schwestern gab es leider keine Betreuung oder Hilfe, was das Stillen angeht.  So habe ich immer meine abgepumpte Milch und Fläschchen gegeben.
Es war keine schöne Zeit, ich habe sehr viel geweint und bin traurig gewesen. Erst meine Hebamme Zuhause konnte uns helfen, hat mir das Stillen gezeigt und mich sehr unterstützt.  Bis die Geburtsnarben sowohl psychisch als auch physisch verheilt sind, hat es lange gedauert." 

 Ich wünschte, ihr hättet mir gesagt, welch seelische Belastung eine Frühgeburt für die Mutter ist.


"Nachdem ich bereits drei Wochen lang immer wieder vorzeitige Wehen hatte, ist mein Sohn schließlich in der 32. Woche natürlich zur Welt gekommen. Alles ab der 30. Woche war für das Krankenhauspersonal keine große Sache mehr. Aber für mich als Mutter war es das natürlich trotzdem, auch wenn ich mir vorstellen kann, dass es für Mütter bzw. Eltern von Extremfrühchen noch viel viel schlimmer sein muss!
Ich habe mir immer vorgestellt wie es sein muss, nach der Geburt sein eigenes Kind in den Armen zu halten. Überall liest man, wie wichtig dieser Körperkontakt auch für das Kind ist! Leider gab es diesen magischen Moment bei uns nicht. Mein Sohn wurde direkt von den Ärzten mitgenommen. Fünf Wochen lang saß ich immer wieder weinend vor seinem Inkubator und habe gehofft, dass er die Zeit gut übersteht. Ich hätte selbst lieber so viel mehr Schmerzen in Kauf genommen, anstatt mein Baby so früh so vielen Tests und Untersuchungen auszusetzen. Oft wird glaub ich von der Außenwelt unterschätzt, welch seelische Belastung eine Frühgeburt vorallem für die Mutter ist."

Ich wünschte, ihr hättet mir gesagt...


"...wie es meinem Baby wirklich geht, ohne Fachchinesisch.
...wie schmerzlich die sofortige Trennung nach der Geburt ist.
...wie schlimm das erste Aufeinandertreffen ist, das Baby im Inkubator, an Schläuchen und Geräten, winzig klein.
...wo ich mir (psychologische) Hilfe holen kann.
...worauf man sich Zuhause einstellen muss und was man braucht.
...wie man mit der anderen Entwicklung seines Babys zurecht kommen soll.
...wie schwer es anfangs ist, eine Bindung aufzubauen.
...und vor allem wie wütend man auf sich selbst ist, sein Baby nicht länger im Bauch versorgen zu können und das schwere Gefühl, seiner restlichen Schwangerschaft entrissen worden zu sein."



Jährlich werden in Deutschland 9000 Frühchen mit einem Geburtstgewicht unter 1500g geboren. Sie gehören zur größten Kinderpatientengruppe des Landes. Zum Glück ist die Medizin so fortschrittlich, dass in speziellen Pränatalstufe 1 Kliniken bereits Kinder ab der 24. Schwangerschaftswoche gerettet und aufgepäppelt werden können. Diese kleinen Kämpfer kommen mit einem Gewicht von etwa 800g auf die Welt. Eine medizinische Meisterleistung. Das ist so viel wie 2 Äpfel. Auf solche Ausnahmesituationen sind die wenigstens vorbereitet und sind für jede Unterstützung dankbar, die sie kriegen können. Pampers hat sich dieser Problematik angenommen und gilt bereits seit 2002 als einzige Windelmarke, die mit Windelgröße P-2 Frühchen unter 2,3kg Geburtsgewicht versorgt. Als Nummer eins auf den Frühchenstationen hat Pampers jedoch den Bedarf an optimierten Windeln für die Allerkleinsten erkannt und gemeinsam mit Pflegern und Kinderkrankenschwestern an den Produkten gefeilt. Seit Oktober gibt es ein exklusiv für Frühchenstationen zugeschnittenes  und erweitertes Sortiment an  Pampers Frühchenwindeln in den Größen P-1 bis P-3, mit dehnbaren Bündchen, Doppelabsorbiersystem, extra schmalen Windelkern sowie besonders eng anliegender Sitzform. Mit 7cm Größe ist die Windel kleiner als eine Neugeborenensocke - nur als kleiner Vergleich von welchen Relationen wir hier sprechen und wie winzig die kleinen Kämpfer wirklich sind - und bietet optimalen Halt und Schutz für Frühgeborene mit 800g Gewicht.


Es ist ein Thema, das im Krankenhausalltag an der Tagesordnung steht. Dort sind Frühgeburten bekannt und üblich. Außerhalb dieser Welt ist die Aufmerksamkeit jedoch verschwindend gering. Die Vorbereitung fehlt, ebenso wie die Anlaufstellen für Frauen, die sich mit eben solchen Themen auseinandersetzen müssen. In Geburtsvorbereitungskursen gar nicht erst aufgegriffen oder man kommt erst gar nicht dazu, weil das Kind eher kommt, als man einen solchen Kurs besuchen kann. Deswegen ist es wichtig, darüber zu reden. Betroffene anzuhören, Erfahrungen auszutauschen, sich gegenseitig zu stärken und Tipps zu geben.

Falls ihr also auch eine Frühchenmama seid, würde ich mich sehr über den Austausch freuen. Wie habt ihr die schwere Zeit wahrgenommen? Welche Momente fandet ihr besonders herausfordernd? Und was würdet ihr Müttern raten, die sich ganz frisch in einer solchen Situation wiederfinden?



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11 Kommentare

  1. Yasmin, ich danke dir für diese wunderbare Idee! Es tut so gut zu lesen, dass es nicht nur mir so ging!

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    1. Vielen Dank für deine Erfahrungen, Cezi :) Ich finde es bewundernswert, wie mutig du warst und deine Geschichte geteilt hast <3

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  2. Liebe Yasmin, das ist eine ganz wunderbare Blogreihe und total liebevoll gestaltet. Ich bin selbst noch keine Mama, aber ich lese deine Artikel so gerne und auch die Erfahrungen der anderen Frauen in diesem Artikel empfinde ich als total bereichernd! Ich freue mich schon auf die kommenden Beiträge :-)
    Ganz liebe Grüße, Alexandra

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    1. Ach das freut mich riesig, Alexandra :) Vielen vielen Dank für das tolle Feedback!

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  3. So ein toller Beitrag! Ich bin selbst gerade in der 34. SSW und mir wurde vor einer Woche vom Arzt mitgeteilt, dass ich mich schönen soll, weil das Baby sich langsam auf den Weg macht.
    Ich glaube noch fest an meinen Körper und dass mein Kind es noch 3 Wochen aushält! Trotzdem hilft mit dieser Beitrag gerade sehr auch auf ein anderes Szenario halbwegs vorbereitet zu sein.
    Also Danke <3

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    1. Das freut mich sehr, liebe Anne! Dann hoffen wir mal das Beste und dass dein Würmchen noch schön lange im Bauch kuscheln wird. Mir hat man übrigens dasselbe gesagt, in der 35. Woche sah es so aus, als käme sie zu früh und was war das Ende vom Lied? 4 Tage nach ET hat sie sich erst auf den Weg gemacht :D

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  4. Ich finde das ein wichtiges Thema und auch eine tolle Idee so eine Serie auf diesem Blog zu machen!

    Ich habe an 35+0 ein gesundes Mädchen nach Blasensprung auf die Welt gebracht und musste anschließend 10 Tage mit ihr in der Kinderklinik (nicht Intensivstation) bleiben. Es war eine sehr emotionale, mitunter harte Zeit - aber zumindest hatten wir das Glück, dass unser Baby soweit gesund war, nur recht leicht (2400g) und etwas zu müde zum stillen und daher auf eine Sonde angewiesen.
    Ich fand den Umgang mit dem Personal - ob Ärzte oder Krankenschwestern - immer wieder schwierig, denn diese sehen täglich zig solcher und viel schlimmerer Fälle und sind deshalb oft nicht mehr so sensibel für die Eltern, die ja meist zum ersten Mal in so einer Situation sind. Ich habe oft auch gegenteilige Ratschläge im Umgang mit dem Baby und v.a. auch dem Stillen bekommen, was mich verunsichert hat. Bei der Babypflege habe ich mich zudem ständig beobachtet gefühlt, was nicht gerade ein entspanntes Kennenlernen möglich gemacht hat. Auch mir hat das Kuscheln gefehlt, das nur begrenzt möglich bzw. "erlaubt" war.

    Was mich insgesamt vielleicht am meisten umgehauen hatte an der ganzen Situation, war allerdings von Anfang an, dass es mir überhaupt passiert ist. Denn ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, dass man auch bei komplikationsloser Schwangerschaft einfach so einen Blasensprung haben kann - ich hatte ihn während eines Nickerchens am Mittag nach einer Vorsorgeuntersuchung. Das wäre daher eine Empfehlung, die ich Schwangeren gerne mitgeben würde: Beschäftigt euch mit dem Thema, damit es euch im Fall des Falles nicht total überrollt, auch wenn die Schwangerschaft gut und normal verläuft. Und: Man kann eine Kliniktasche nicht zu früh packen. Ich wollte nicht paranoid sein und vor der 36. SSW packen und habe mich schließlich ziemlich geärgert. Denn schließlich musste mein Mann mir alle Sachen zusammen suchen und bringen und ich wäre sehr froh gewesen, hätte ich all die Kleinigkeiten (z.B. Kosmetik, Kleidung etc.) selber schon gepackt gehabt - solche Kleinigkeiten können den KH-Aufenthalt ja doch irgendwie weniger schlimm machen.
    Ansonsten fand ich es auch schwierig, dass es im Krankenhaus keine Ansprechpartner für das Thema gab, die psychische Unterstützung angeboten hätten.

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    1. Vielen lieben Dank für deine Erfahrungen :) Ich finde vor allem den letzten Absatz so bezeichnend. Eigentlich für alle unerwarteten Schicksalsschläge im Leben. Man geht so naiv an Sachen heran oder besser gesagt optimistisch. Das ist ja auch etwas absolut Tolles, aber manchmal kann es einem dann den Boden unter den Füßen wegreißen, wenn man wiklich so gar nicht damit gerechnet hat.

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  5. Ich wünschte mir hätte jemand gesagt, wie es meinem Baby wirklich geht auch auf Fachchinesisch. Es ist wirklich wahr, wir haben drei ganze Tage auf einen Arzt gewartet, wenn mir das jemand erzählt hätte, aber ich hab es selbst erlebt. Unsere Tochter kam mit 1930 Gramm zur Welt, niemand weiß wieso. Man fühlt sich wirklich als Frau am Versagen, man sucht nach Antworten, hab ich zu viel Sport gemacht in der Schwangerschaft oder vielleicht zu gesund gegessen? Aber es gibt keine Antworten, auch im Krankenhaus konnte nichts gefunden werden.
    Das Gefühl kann ich gar nicht beschreiben, wenn man sein Baby an diesen Schläuchen da sieht und man kann ja auch nichts tun.
    Als ich dein Beitrag gelesen habe, kam alles wieder hoch. Schreckliche Zeit, die ich am liebsten vergessen möchte.

    Liebe Grüße
    Alesia

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    1. Liebe Alesia,
      vielen Dank für deine Erfahrungen. Das war bestimmt eine furchtbare Zeit und ich finde es mutig von dir, trotz dass du dich ungern erinnern magst, hier darüber zu schreiben. Das zeugt von absoluter Stärke!

      Hoffentlich könnt ihr jetzt die Zeit mit eurem Kämpferbaby genießen.
      Ganz liebe Grüße

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  6. Danke für diesen Artikel.
    In der 29. SSW durfte ich wegen geöffnetem Muttermund und nahezu 0 Gebärmutterhals das erste Mal ins Khs. Hier hat sich die Lage stabilisiert, letztendlich kam Anton bei 34+5 als 'spätes Frühchen' auf die Welt. Trotzdem, dass wir sechs Wochen vorher schon mit dem Thema konfrontiert und auf das Schlimmste eingestellt waren, war es ein Schlag.
    Ich hatte plötzlich Wehen, Anton schlechte Herztöne und so musste er geholt werden. Mit 2760g und 48cm auch erst mal kein Problem. Das Schlimme: er wurde mir kurz gezeigt und kam dann weg auf die Neo-Intensiv. Ich habe ihn über 12h nach der Geburt das erste Mal richtig gesehen und anfassen können. Es gab kein Wochenbett mit viel kuscheln und kennenlernen, sondern nur die ständige Rollerei zur ITS, dort auf den mäßig bequemen Stühlen mit der Kaiserschnitt-Naht kämpfen und dazu der übliche Quatsch mit den Hormonen. Anton machte sich, bis auf die mangelnde Lust zu trinken (schon gleich gar nicht an der Brust, so eine Magensonde ist viel bequemer) ganz gut.
    Wir waren in einem super Krankenhaus und fühlten uns dort auch wirklich gut aufgehoben und betreut, auch für die Zeit danach (also nach dem Khs) gibt es hier gute Angebote.
    Mir hat der Kontakt zu den anderen Frühchen-Mamas sehr geholfen, zu sehen, schlimmer geht immer. Die Tochter meiner meiner Bettnachbarin wog als Extremfrühchen z.B. 520g bei der Geburt, lag drei Monate auf der Intensiv. Bei uns waren es nur 9 Tage.
    Nach wie vor habe ich trotzdem in schlimmen Phasen das Gefühl versagt zu haben. Ich konnte mein Kind nicht austragen. Ich konnte mein Kind nicht gebären. Ich konnte mein Kind nicht ernähren. Diese blöde schwarze Wolke des Versagens, die immer mal wieder über meinem Kopf auftaucht.
    Anton ist jetzt gerade ein Jahr geworden, er hat absolut keine Schäden davongetragen und ist ein super neugieriger und toller kleiner Mann. Immerhin ist uns so ein Geburtstag an Weihnachten erspart geblieben;-)
    Liebe Grüße, Katha

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