Baby featured Gedanken

#2 Ich wünschte, ihr hättet mir gesagt, wie einsam Muttersein sein kann.

Hallo, ihr Lieben!

"Ich wünschte, ihr hättet mir gesagt" ist die neue Rubrik auf meinem Blog, in der ich Tabuthemen und Schwierigkeiten aus Schwangerschaft und Muttersein aufgreife und euch auf Instagram nach euren Erfahrungen und Statements frage, die ich dann gesammelt als Diskussionsanreiz hier veröffentliche.  Ideen  und Statements für die kommenden Artikel sind bereits gesammelt , falls ihr aber einen Vorschlag habt zum Thema "Ich wünschte, ihr hättet mir gesagt, wie..." würde ich mich sehr über Feedback freuen.
Thema dieses Mal? Die veränderten Freundschaften und auch das Gefühl von Einsamkeit, das uns Mamas gerne mal überkommt. Wie geht man damit um, wenn Freunde sich abwenden, man sich selbst so stark verändert oder man immer wieder von Einsamkeit übermannt wird?

Ich wünschte, ihr hättet mir gesagt, wie sehr sich Freundschaften ändern...

Früher habe ich schon immer gesagt, sobald die Kleine da ist, werde ich merken, wer wirkliche Freunde sind und wer nicht. Leider. Die letzten sieben Wochen haben mir mehrfach Freundinnen abgesagt, die sich mit mir treffen wollten, um die Kleine zu sehen. Ich finde, wer in den sieben Wochen noch keinen Besuch geschafft hat, hat einfach kein Interesse. Ich merke, wie ich mich von diesen Menschen distanziere. Es wird nie mehr so sein, wie es vielleicht mal war. Ich bin enttäuscht. Enttäuscht, dass man selbst immer Zeit hatte, immer alles gegeben hat für diese Personen und man kriegt nichts zurück. Dann hat die Kleine 2 Paten. Meine Schwester und eine gute Freundin. Ich freue mich ja sehr, dass die Freundin sehr nach der Kleinen fragt. Aber was ist mit mir, mit unserer Freundschaft? Jede Nachricht besteht nur noch aus „Wie geht es der Kleinen? Was macht die Kleine?“ Ich als Freundin komme mir nutzlos vor. Als wäre das alles nicht mehr wichtig. Als wäre ich nicht mehr wichtig. Normalerweise rede ich mit den Menschen über alles, aber dieses Mal traue ich mich nicht und ziehe mich zurück. Mir fehlen die Freundinnen, die fragen, wie es mir geht und ob wir mal was unternehmen. Meine Geburt war leider alles andere als schön und ich habe daran noch immer sehr zu knabbern. Keiner sieht es, keiner fragt danach und keiner versteht mich…


Ich wünschte, ihr hättet mir gesagt, wie einsam Muttersein sein kann.

Ein Wunschkind – das war unsere Tochter. Ich fühlte mich bereit für die zusätzliche Aufgabe als Mutter. Mit 34, mit einem kreativen Job im Gepäck, einem Lebenslauf mit Fernreisen und durchtanzten Nächten. Es konnte losgehen, das neue Leben. Ich fühlte mich vorbereitet. 

In der 22. Schwangerschaftswoche trennte sich mein Partner. 

Stadtwechsel. Umzug. Vorbereitungskurs. Die Geburt im Kreißsaal. Das alleine Sein trainierte ich. Gezwungenermaßen.
Dann war sie da. Meine Tochter. Nun sollte alles bunter, lebendiger, besser werden. Doch ich unterschätzte die Einsamkeit.
Ich hörte davon, aber man verdrängt, denkt sich „mir passiert das nicht.“ Der Tag muss aber gefüllt werden, was Ausdauer kostet mit einem Baby, das Auto und Kinderwagen hasst. Somit ist die Mobilität eingeschränkt. Die Spaziergänge verlaufen in der Trage. Natürlich im immer gleichen Radius, denn 9kg Mehrgewicht sind auf Dauer mühsam, von A nach B zu bringen. Ich liebe die Natur, aber bei schlechtem Wetter? Dazu sind die Nächte stillintensiv und ich allein. Ein 24h Job. Ja, es ist ein Job.
In den kurzen Tagschläfchen gehören eine Dusche und ein warmer Kaffee zu den Highlights.
Immer wieder kommt sie angeschlichen, die Einsamkeit. Denn sie ist direkt an der Seite des Alleine Seins.
Doch wisst ihr was?
Grenzen verschieben sich bis ins Unvorstellbare. Meine Tochter wird 8 Monate. Die Woche versuche ich mit Delfi, Babyschwimmen und Playdates zu gestalten. Oftmals anstrengendm denn es gehört eine genaue Planung dazu. Dennoch ist eine Agenda wichtig. Darüber hinaus gönne ich mir eine Haushaltshilfe, damit neben Dusche und Kaffee die Gestaltung eines Fotobuches zur Me-Time gehört. Kleine Aufgaben und Projekte, die erfolgreich verlaufen, treiben die Einsamkeit weg. Manchmal nicht für lange, aber besser als nie. 

Ich wünschte, ihr hättet mir gesagt, wie still ich einmal werden würde...


Früher, da war ich eine Labertasche. Wenn wir Mädels um die Häuser zogen, gab es kein Halten mehr. Nonstop Gerede, heiße Männergeschichten, es gab keine Tabus. Wir haben über den verrücktesten Sex geredet, ebenso wie erste Krampfadern, die Angst vorm Altern oder die Magen Darm Grippe vom Hund. Die Zeit war einfach grandios. Ich weiß nicht, wie viele Flaschen Wein wir tranken, wie häufig wir uns sahen, aber es fühlte sich immer gut an. Wie eine ewige Verjüngungskur. Mittlerweile waren wir alle um die Dreizig, Frauen, die mehr oder weniger mitten im Leben stehen, fühlten uns in unserer Gesellschaft aber immer noch wie naive, unvernünftige 18 - mit einer Menge Spaß.

Dann wurde ich schwanger. Als erste von uns. War in der Schwangerschaft und auch den ersten Wochen nach der Geburt noch alles schick, die Freude unbändig, die Versicherung, dann gaaanz oft was zu unternehmen, zu helfen, riesig, versickerte das nach und nach. Wir haben uns verändert. ICH habe mich verändert. Wenn wir uns heute treffen, merke ich, wie still ich werde. Es war eine schleichende Veränderung, die irgendwann zwischen Dauerschlafmangel und steigender Mobilität meines Sohnes begann. Mittlerweile fürchte ich die Frage nach dem "Und was gibt es bei dir Neues?!" Es gibt so viele Neuheiten. Minikleine Dinge aus meinem Mama-Alltag, die aber nur ich zu sehen scheine. Für sie wirkt es so, als passiert nichts in meinem Leben, als hätte ich keine Gesprächsthemen mehr. Von Treffen zu Treffen merkte ich, wie sehr ich meine Mädels damit langweile, sie nicken zwar verständnisvoll, aber meine Sorgen und Probleme, meine Freude und schrägen Alltagsgeschichten kommen nicht mehr an. Es ist, als würden wir plötzlich an unterschiedlichen Seiten eines riesigen Abgrundes stehen, nur dass wir uns nicht ansehen, sondern in verschiedene Richtungen blicken. Ich hätte nie gedacht, dass ausgerechnet uns das treffen sollte, aber die Gemeinsamkeiten fehlen. Unsere Treffen fühlen sich gezwungen an. Ich nicke höflich, halte mich im Hintergrund stelle interessiert Fragen, merke aber, wie ich Stück für Stück eine Mauer aufbaue. Mich verschließe und...verstumme. Purer Selbstschutzmechanismus. Wenn wir uns heute treffen, gehe ich mit einem unguten Bauchgefühl nach Hause. Es ist, als würde man eine ganz unangenehme Aufgabe bewältigen. Die Leichtigkeit von früher ist weg und ich kann nicht einmal genau sagen, wieso. Fühle mich wie das 5. Rad am Wagen. Ich versuche, die Babythemen zu vermeiden, aber was bleibt mir dann noch? Natürlich habe ich auch Interessen und Hobbys, aber mal ehrlich: wir wissen doch alle, wie viel Raum diese wirklich einnehmen und was das Gesprächsthema Nummer 1 ist. Mein Baby ist  nun einmal jetzt ein Teil von mir und nicht über jeden kleinen Fortschritt zu sprechen, so zu tun, als wäre ich immer noch die gleiche und wir immer noch dieselben, tut weh. Ich weiß nicht, wie lange ich dieses Spiel noch mitmache, traue mich aber nicht, etwas zu sagen, bin ich doch jetzt schon die "überfürsorgliche Mutti" im Kreis. Habe Angst, mich lächerlich zu machen, verletzlich und angreifbar und merke, wie ich mich stattdessen immer mehr in meinem Schneckenhaus verkrieche.

Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet ich verstummen würde?!

Ich wünschte, ihr hättet mir gesagt, wie sehr ich eine beste Freundin vermissen würde.


Es gibt sie, Tage und vor allem Nachmittage, an welchen ich mich irgendwie einsam fühle. Mir fehlt eine, mir fehlt meine beste Freundin. Ausgiebig über alles plaudern. Über schönes oder nerviges, über Dinge, die einen beschäftigen.
Nach der Studienzeit und dem Berufsalltag ohne Kinder, aber dafür mit vielen Partynächten und Kaffee-, Frühstücks-, und Restaurantdates, sind wir seit zwei Jahren etwas „raus“. Raus aus dem damaligen Freundeskreis. Mit Kindern ist man einfach nicht mehr ganz so flexibel. Man kann nicht immer spontan das Tanzbein schwingen gehen, oder beispielsweise in einer Blitz-Aktion in eine andere Stadt reisen.
Da wir die Ersten im (teils ehemaligen) Freundeskreis waren und sind, welche Kinder bekommen haben, ist das Thema „Kinder und alles drumherum“ für die Meisten noch nicht greifbar. Manchmal vielleicht auch nicht verständlich. „Wie, ihr müsst gegen 20 Uhr wieder daheim sein?“ oder ähnliche Sätze fallen da schon mal. Und ich kann es nicht mal für Übel nehmen. Es sind einfach unterschiedliche Welten, welche sich nicht immer ganz leicht verbinden lassen. Vor allem nicht dann, wenn Kinder und ein eventueller Kinderwunsch ganz weit auseinander liegen.
Neben den Freunden „von damals“ gibt es auch noch die Freunde, welche einen ganz großen Platz in meinem Herzen haben, aber leider nicht um die Ecke wohnen. Und genau diese vermisse ich häufig ganz besonders. Wie schön wäre es, wenn man sich einfach ganz spontan am Nachmittag treffen könnte. Ohne lange Anreise, ohne auf das Wochenende warten zu müssen. Einfach mal um 14:00 Uhr zum Telefon greifen und etwas für 15:00 Uhr ausmachen. Ein Kaffee-Date daheim, ein gemeinsamer Spaziergang… Das vermisse ich so sehr! Vor allem jetzt, in der dunklen Jahreszeit ziehen sich die Nachmittage manchmal extrem und ich wünsche mir sehr, mit einer Freundin zu plaudern. Nicht übers Telefon, sondern sie einfach bei mir bzw. bei uns zu haben. Mit den Kindern, mit unseren Kindern. Denn das Schöne ist, dass meine liebsten Freunde mittlerweile auch Eltern sind. Das ist natürlich nicht das Wichtigste einer Freundschaft, macht es aber noch schöner. Denn so teilen wir noch mehr Gemeinsamkeiten. Aber familiäre oder berufliche Gründe lassen ein häufiges Treffen leider nicht möglich machen.
Und so bin ich ehrlich gesagt manchmal schon ein wenig auf der Suche, so komisch das nun auch klingen mag, nach einer Freundin, welche hier bei uns in der Stadt wohnt. Eine Freundin, welche mit mir auf einer Welle schwimmt und ähnliche Interessen teilt. Welche man nicht nur 1x in der Woche im Spielkreis trifft, sondern auch so. So, weil man sich einfach viel zu erzählen hat :)

Frauke, Ekulele

Ich wünschte, ihr hättet mir gesagt, wie häufig man bei der Planung übergangen wird ohne ein Fünkchen Verständnis.


"Wenn man ein Baby hat, merkt man, wer die wahren Freunde sind." Ich hielt diesen Satz immer für einen Mythos, doch bereits in meiner Schwangerschaft bekam ich die Wahrheit dieser Worte zu spüren. Es gab plötzlich zwei Arten von Freunden.
 Freunde, die auf die Schwangerschaft mit Sätzen wie "Das kommt aber überraschend!" oder "War das geplant?" reagierten und von denen ich seitdem kaum mehr etwas hörte. Viele von ihnen haben nicht einmal zur Geburt gratuliert.
Und Gott sei Dank gibt es auch die Freunde, die sich mit mir gefreut haben und die Schwangerschaft "hautnah" miterlebt haben und auch jetzt, wo meine Tochter da ist, den Kontakt zu mir halten. 
Aber trotzdem fühlt man sich als Mama auch einsam. 
Erst neulich gab es wieder so eine Situation, in der ich wirklich sauer wurde. Die Kommilitonen meines Masterstudiums wollten sich mal wieder abends treffen und erstellten eine Umfrage, um einen Termin zu finden. Ich klickte zwei Termine an und schrieb hinzu, dass ich nur an diesen beiden Tagen kann, weil mein Partner dann Elternzeit hat und sich um die Kleine kümmern kann. Einer meiner Favoritentermine bekam genauso viele Stimmen wie einer, an dem ich nicht konnte. Und plötzlich war es beschlossene Sache. Meine Freunde legten den Termin fest, an dem ich nicht konnte und ignorierten meine Bitte. 
Mir fehlte in dem Moment einfach die Kraft, etwas zu sagen, obwohl ich mich einsam und ausgegrenzt fühlte. Am Abend des Treffens habe ich mich mit meiner Tochter auf die Couch gekuschelt und war überglücklich. Überglücklich, dass ich mich Menschen nicht aufgezwungen habe, die nicht einmal ein wenig Rücksicht nehmen können und überglücklich, meine kleine Tochter im Arm zu halten.
Ja, ein Kind verändert vieles. Es verändert Freundschaften, den Tagesablauf, das gesamte Leben. Aber auch wenn sich viele Leute plötzlich von einem abwenden und man sich deshalb häufig alleine gelassen fühlt, so ist es doch wunderschön das Leben mit den Menschen zu genießen, die sich für dich interessieren und dein Baby als Teil von dir sehen.

 

Kennt ihr denn das Problem der Einsamkeit und veränderten Freundschaften? Erkennt ihr euch vielleicht in einem der Statements besonders wieder, habt Lösungsvorschläge oder selbst eine Geschichte zu teilen? Dann freue ich mich auf euer Feedback!




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13 Kommentare

  1. Was für eine tolle Zusammenfassung. Mir erging es auch so. Eine meiner besten Freundinnen sagte in der Schwangerschaft zu mir: ich werde dir so viel Freizeit geben, wie ich es schaffe; damit es dir nicht so ergeht wie den anderen Müttern. Was war?? Im ersten Lebensjahr war sie 3x da zu Zeiten in denen mein Sohn schon schlief (also zum Abend hin). Auch bei vielen anderen merkte ich, dass ich mit meinem Babythema eher Langeweile verursachte, obwohl die eine neue Sache das Highlight der Woche war.
    Das Leben hat sich grundlegend mit Baby verändert und wer dazu nicht gehören möchte, hat eben Pech. Natürlich hat man im Freundeskreis zb auch bei Facebook, Muttis dabei, die man vllt von früher kannte, aber kaum Kontakt hatte. Mit baby baut man mehr und mehr Kontakt zu denen auf. Nach dem Motto: wie macht ihr das denn oder habt ihr auch das und dieses problemchen. Und dieser "Zusammenhalt " tut auch iwo gut.

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  2. Um ehrlich zu sein, habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht. Viele Freundinnen waren weg, andere Freundschaften haben sich verändert-und zwar augenscheinlich nicht zum positiven. ABER: ich wünsche mir nicht, dass jemand mir das gesagt hätte. Ich hätte damals sowieso nicht darauf gehört. Und überhaupt: WAS HÄTTE DAS GEÄNDERT? Meiner Meinung nach nichts! Freundschaften ändern sich. Menschen ändern sich. Mütter verändern sich! Und das ist wichtig. Wie sonst sollten wir 24/7 für ein brüllendes, gefühlt ständig kotzendes und schei*endes Bündel da sein, das nichts kann, als süß auszusehen, ohne es zu erwürgen?! Ich habe mich wahnsinnig verändert, bin voll in meiner Mutterrolle aufgegangen und war gerne für dieses kleine Menschlein da. Und bin es immernoch!

    Aber wisst ihr was? Wenn die Kinder größer werden (meine ist jetzt 7), verändern sich Freundschaften nochmal! Und zwar zum positiven! Ich liebe es, meine beste Freundin (kinderlos) mit meiner Tochter zu beobachten! Sie färben sich die Nägel und schicken sich Briefe, telefonieren und lieben sich abgöttisch. Meine kinderlose Freundin kann jetzt etwas mit dem Tochterkind anfangen.

    Einsamkeit ist Teil der Veränderung... es wird aber wieder anders. Besser.

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  3. Schöner Post - ich hab lange drauf gewartet um zu sehen, was andere über das Thema denken.
    Jedoch fehlt mir ein Punkt!

    Ich bin 30 und keine Mama. Aber Freundinnen von mir. Ich bin der Meinung, dass ich eine gute Freundin bin und wenn eine ein Kind bekommt, ist es kein Grund sie auszuschließen. Es gibt genug Beispiele im Freundeskreis, die super laufen.
    Jetzt kommt das aber, welches für mich den Post nur recht einseitig macht.

    Ich habe 2 Freundinnen, die einen regelrecht ausschließen und nichts mehr mit einem machen wollen. Eine ist wenigstens ehrlich und sagt: "Du hast keine Kinder, ich weiß nicht worüber ich mit dir reden soll. Du hast doch keine Ahnung." Die andere wiederum heult rum, dass sie Freunde verliert. Ich mein kein Wunder, wenn einem ständig abgesagt wird, weil spontane "Muttidates" wichtiger sind- und ich rede von festgelegten Veränderungen, die man schon ewig geplant hat. Mich hat sie noch nicht vergrault. Aber ich hab sie in den letzten 4 Monaten auch nur einmal gesehen.

    Und nach längerem Umhören habe ich festgestellt, dass ich nicht die einzige kinderlose bin, der es so geht.

    Ich finde, dass das nicht verschwiegen werden sollte. Es gibt genug Frauen, die sich selbst ausschließen und/oder nichts sagen, wenn sie sich ausgeschlossen fühlen. Klar, es gibt auch genug Beispiele, die die Erlebnisse von den Mädels aus dem Post bestärken.
    Ich bin nicht auf Beleidigungen oder Streitereien aus. Es hat mir nur in dem Post gefehlt, da ich mich als Freundin etwas "angegriffen" fühle, weil es eben nicht immer so abläuft, wenn Mamas "vereinsamen".

    Schönen Woche noch,
    Claire

    PS: Falls es sich etwas hart anfühlt, tut es mir leid. Aber mir wurde wieder abgesagt, weil die Muttis da ein Baby-Mama - Austausch-Tee abgesetzt haben... Und ich die dumme, nehme mir eine halben Tag Urlaub, damit ich mich an die Mama anpassen kann. Dudum 😧

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    1. Liebe Claire, ich bin dir gerade sehr dankbar für deinen ausführlichen Kommentar. Wie einseitig die Beispiele im heutigen Post sind, ist mir erst jetzt durch deinen Beitrag aufgefallen. Da sieht man mal, wie betriebsblind man wird 🙈 Also vielen herzlichen Dank! Dein Input ist super wichtig und auch spannend, die ‚Gegenseite‘ zu lesen. Wobei ich an sich schon eine Differenzierung in Lager dämlich finde, weil genau dadurch ja oft solche scheinbar unüberwindbaren Abgründe entstehen. Du hast natürlich auch Recht, wütend, enttäuscht und sauer zu sein. Wie du in den Statements liest, ist es nicht selbstverständlich, dass Freunde Verständnis zeigen und sich den Bedürfnissen der Mama und des Kindes anpassen. Meine Hochachtung, wenn du da sogar extra Urlaub nimmst. Dass das dann nicht geschätzt wird, ist natürlich traurig und dann irgendwo auch selbst verschuldet, wenn man sich abwendet.

      Vielleicht haben ja noch ein paar andere ‚Kinderlose‘ Lust, sich deinem Posting anzuschließen und die Sicht der anderen Perspektive aufzuzeigen. So bekommt man ja dann doch einen super Blick für das Gesamtbild und kann vielleicht gegenseitig besser Verständnis aufbringen und sich in die andere Partei einfühlen.

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  4. Ich finde die Rubrik und auch das Thema klasse, muss aber auch Claire Recht geben obwohl ich ein Kind habe! Nur weil ich Mutter bin heißt das nicht, dass ich nur noch dieses eine Thema habe. Natürlich ist das Baby Thema oft dabei, aber ich höre mir genauso gerne Dinge über die Arbeit meiner Mädels an oder wie die Vorbereitungen für den Marathon laufen. Ich bin der Meinung, dass genau diese Themenmischung Mädelsabende ausmachen. Vielleicht habe ich aber auch einfach Glück mit meinem Freundeskreis, denn wenn ich mir den Post durchlese kann ich (Gott sei Dank) sagen, dass ich mich in keine der Situationen wiederfinde.
    Liebe Grüße
    Jenny

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  5. Hallo Jasmin,
    ich bin nicht kinderlos, sondern seit 25 Jahren Mutter von drei Kindern, und habe bewusst
    mit 22 das erste Kind bekommen, also noch ziemlich jung, wo andere erst Mal ihr Leben leben.
    Erst gestern saß ich mit Mehrfachmüttern in meinem Alter zusammen und wir hatten es davon,
    das sich nun alte Freundschaften wieder finden. Als die Kinder klein waren und jeder auch einen
    anderen Erziehungsstil hat, bleiben auch Freundschaftenauf der Stecke, was ganz natürlich und normal ist. Es gibt Freundschaften , die sind nun mal auf Zeit,das ist auch gut so, auch wenn es
    zuerst verdammt weh tut und ich bin der Meinung, jeder ist seines Glückes Schmied.
    Man sollte nicht immer alles auf seine Freunde beziehen, sondern auch selbst in den Spiegel
    schauen, mir war nie langweilig, ich kam mir nie vernachlässigt vor, es war noch eine andere Zeit,
    ohne die ganzen Medien, wir haben noch viel mehr miteinander geredet, nicht nur WhatsApps
    und Fotos verschickt, es war einfach anders und auch dort bliebenFreundschaften auf der Strecke und oh Wunder, nach 20 Jahren trifft man sich wieder, ohne Kinder und alles ist wie damals,man ist
    reifer und sieht manches anders. Es gibt wenig gute Freundschaften zwischen kinderlosen und
    welchen, die Kinder haben, man spricht nur noch über Kindererziehung und was macht deines
    Und was noch nicht, was soll eine kinderlose Freundin da sagen, die kommen sich vielleicht auch überflüssig und verloren vor, man sollte auch die Seite sehen und vor allem
    redet miteinander, wenn euch eine Freundin, kinderlos, wichtig ist, dann sagt ihr das auch, die wollen das auch von ihrer Freundin hören, auch sie können sich vernachlässige vor kommen.
    Ich mir damals nicht allzuviel Gedanken darüber gemacht, es gehört einfach zu den Lebenserfahrungen mit dazu. Beide Seiten sollten sich zeigen, das sie einander vermissen und brauchen und wenn eine Seite sich abwendet.....irgendwann sagt man sich vielleicht es war gut so
    oder aber es tut eine zeitlang weh oder, wie mir ganz oft passiert, man findet sich wieder, wenn
    die Kinder so gut wie erwachsen sind. In 20 Jahren werdet ihr über vieles lächelnd hinweg sehen,
    glaubt mir und ich bin nun 47 und genieße es zurückzuschauen, auf viele Freundschaften, neue
    Begegnungen, auch Enttäuschungen und ganz viel Erfahrung mit vielen, vielen verschieden lieben Menschen.

    Und erst wenn es wirklich so richtig dick kommt, lernt man die richtigen Freunde kennen, nicht
    nach einer Geburt, wo ich eigentlich glücklich über mich und meine kleine Familie sein sollte.
    Schaut euch um, ihr habt genügend Menschen um euch die Euch zugetan sind!
    Liebe Grüße Manuela

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  6. Ich gehöre auch zu den Kinderlosen ;-) Als meine Freundin ihr Kind bekommen hat, hat sich bei uns auch viel verändert. Ich hab ihren Kleinen sehr gemocht und auch gerne Zeit mit den beiden verbracht. Für mich war aber die Distanz innerhalb einer Großstadt sehr anstrengend. Während des gesamtes ersten Lebensjahrs war sie maximal zwei Mal bei mir, meist bin ich zu ihr gefahren, weil ich ja wusste, dass es für sie viel Aufwand ist. Früher waren oft abends auf Veranstaltungen oder zusammen essen. Das konnte sie nun so nicht mehr. Zudem kamen bei ihr noch gesundheitliche Schwierigkeiten dazu, sodass sie gar nicht mehr auswärts essen gehen konnte, sondern an die eigene Küche gebunden war. Klar, manchmal hat sie sich was mitgebracht, aber wie vorher wars eben nicht mehr. So nach und nach habe ich dann gemerkt, wie ich einfach keine Lust mehr hatte, sie zu sehen. Aber es hatte definitiv mehr Faktoren als nur ihr Kind. Ich liebe Kinder! Und ich hab auch kein Problem, mich mit Muttis über Babythemen zu unterhalten.
    Aber es hat für mich insgesamt leider nicht mehr funktioniert. Ich denke, es ist - wie in jeder guten Beziehung - essentiell, darüber zu sprechen, was man fühlt/sich wünscht/braucht!

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  7. Schön das dieses Thema hier angesprochen wird. Auch ich bin keine Mama, sondern die beste Freundin. Vor 5 Monaten ist meine beste Freundin Mama geworden. Das schönste Erlebnis in ihrem Leben und ich freue mich so unfassbar mit ihr. Gleichzeitig aber ist da diese Eifersucht auf diesen kleinen wunderbaren Menschen, ihren Sohn. Den die vielen gemeinsamen Abende, die Shopping-Tage, die Gespräche sind auf einmal nicht mehr da. Meine Seelenverwandte ist auf einmal Mama und ist mit dieser neuen Aufgabe voll ausgelastet und ich habe wirklich volles Verständnis für diese Veränderung und das sich der Fokus verändert. Dennoch fehlt sie mir so sehr, dass es weh tut. Vor dem kleinen haben wir uns fast täglich gesehen und jetzt Vllt alle 2 Wochen. Mir ist das zu wenig, es fühlt sich manchmal an wie eine Trennung.
    Wir beide haben gemerkt das unsere Freundschaft sich verändert hat, wir haben aufgehört zu reden und haben uns ein Stück weit aus den Augen verloren.
    Mittlerweile haben wir über die Situation gesprochen, gefühlt ist es etwas besser geworden. Trotzdem fehlt sie mir jeden Tag. Ich schreibe regelmäßig, sie auch. Ich versuche Verständnis für ihre Situation zu finden aber ich gebe ehrlich zu, es fällt mir schwer.
    Ich hoffe wir finden unseren Weg, dass brauch Zeit. Die Freundschaft hat sich verändert aber ich werde immer bereit sein daran zu arbeiten und versuchen geduldig zu sein, bis die Zeit kommt und wir mal wieder einfach zusammen Zeit verbringen können...wie früher. Ich weiß, der Tag wird kommen.

    An alle Mama‘s da draußen, versucht bitte auch für die ‚Gegenseite‘ Verständnis zu haben, auch wir hätten es uns gewünscht wenn uns jemand vorher gesagt hätte wie sehr sich eine Freundschaft verändert wenn die Freundin Mama wird.

    Sabrina

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  8. Toller Text! Ich finde mich in vielen Aussagen wieder und habe Dassault schon so of erlebt! Es ist tröstlich zu wissen, das man nicht die einzige ist, die solche Erfahrungen gemacht hat! Aber wie ich in einem Kommentar von Claire hier schon gelesen habe: es gibt immer zwei Seiten der Medallie. Ein Gegenpost von dervkinderlosen Fraktion finde ich sehr interessant! Liebe Grüße Sabrina :)

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    1. Ja, wir hatten das Thema ja schon häufig privat besprochen. Ich fand den "Gegenwind" auch super. Man denkt da häufig gar nicht dran und steckt in der eigenen Mama-Perspektive fest. Aber genau so wie wir Einfühlungsvermögen und Verständnis verlangen, sollten wir es auch entgegen bringen.

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  9. Liebe Jasmin,
    Ich kann meiner Vorgängerin nur recht geben. Ich kann als Kinderlose verstehen, dass sich Mamas manchmal ausgeschlossen fühlen oder enttäuscht sind, wenn wir ihre Euphorie nicht in jeder Art teilen. Aber wir als beste Freunde vermissen auch manchmal unsere Freundin, die automatisch weniger Zeit hat oder nicht richtig zuhört. Wir lieben die kleinen Würmer unserer Freundin aber genauso. Beste Freunde sind Familie. Deswegen sollte man einander und zwar von beiden Seiten nicht ausschließen. Und das wichtigste: reden! Für beide Seiten ist es neu und ungewohnt. Wenn Mamas Verständnis möchten, sollten sie es auch ihren Freundinnen zugestehen, und dann darüber reden in welcher Form sich jeder unwohl fühlt. Bei manchen Statements denke ich, dass es wohl vorher nicht wirklich enge Freundschaften waren, wenn man nicht darüber reden kann und das zusammen hinkriegt. Das finde ich wichtig, dass die Statements nicht im Raum stehen bleiben und jeder denkt, es ist ok sich einsam zu fühlen. Mit engen , auch kinderlosen Freundinnen findet man doch einen Weg, oder?
    Liebe Grüße

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    1. Das hast du wunderbar geschrieben. Es ist ja wie mit jeder Beziehung und dein Leitsatz, darüber zu reden, finde ich ganz ganz wichtig :) Vielen Dank für deine Sichtweise auf das Thema. Das hilft bestimmt vielen, auch einmal einen Perspektivwechsel zu wagen.

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  10. Hallo Yasmin,
    ich finde die neue Rubrik echt spannend zu lesen.
    Ich bin selbst Anfang 2017 das erste Mal Mama geworden.
    Das sich Freunde von mir abgewendet haben, musste ich zum Glück nicht erfahren.
    Aber auch bei mir war in den ersten Monaten nach der Geburt die Einsamkeit groß.
    Die ersten Tage ging es noch, denn da wollte ja jeder aus dem engsten Kreis das Baby willkommen heißen. Aber danach wurde es einsam. Freunde und der Partner waren tagsüber arbeiten. Und man selbst saß zu Hause, allein, mit dem Baby.
    Natürlich bekam man auch ab und an mal Besuch. Aber wenn man vor der Geburt immer unter Menschen war, fiel es mir die erste Zeit doch echt schwer. Außerdem kamen ja sowieso noch die Hormone dazu. ;)
    Aber als die Kleine mobiler wurde gingen wir zusammen zu diversen Kursen. So haben wir auch ganz liebe Mamis getroffen. Und einige sind zu guten Freundinnen geworden, mit denen man sich auch außerhalb der Kurse trifft.
    Jetzt genieße ich die Zeit um so mehr.
    Liebe Grüße
    Sandra

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