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Bye Bye Juni. Hallo, Juli!

Schon wieder ist ein Monat vergangen und langsam aber sicher suche ich den Stop-Knopf. Mir geht das aktuell alles ein wenig zu schnell. Das immer größer werdende Baby, ein Meilenstein nach dem anderen, unser nahender Umzug und und und. Jeder Tag fühlt sich irgendwie gemütlich an in unserer Baby-Alltags-Bubble und doch rasen sie nur so dahin. Manchmal habe ich das Gefühl, den Moment nicht richtig auszukosten, habe Angst, etwas zu verpassen oder schon zu weit in der Zukunft zu leben und somit das Jetzt etwas aus den Augen verlieren.


Vorgenommen...


die Sache mit dem Wandern doch einmal zu versuchen. Wenn man solche Fotos von den Eltern zugeschickt bekommt, sollte man vielleicht dieses Hobby doch noch einmal überdenken. Scheint ja ziemlich cool zu sein. Seit Aliya da ist, bin ich deutlich häufiger zu Fuß unterwegs, mehrfach täglich laufe ich durch Parks, die Stadt oder auch Feldwege und liebe es. Wandern ist also vielleicht doch nicht so ein "Opa-Sport", wie ich immer dachte und ließe sich wunderbar mit meinem anderen Hobby, der Fotografie vereinbaren. Ich meine, wenn dabei solche Schnappschüsse entstehen...

Einfach mal machen und spontan sein...


etwa, als ich spontan meine Eltern besuchte und Familienzeit im Garten verbrachte. Spontan sein. Koffer packen. Einfach losfahren. Sollte man unbedingt öfter machen, wenn sich die Gelegenheit ergibt, statt ewig darüber nachzugrübeln und letztlich den Moment zu verpassen. Wenn es zu spät ist, ärgert man sich nur über ungenutzte Chancen. Aufgabe an euch: setzt eure Vorhaben um. Macht mal! Auch wenn es sich um eine spontane Schnapsidee handelt. 

Gelesen...


"Die kleine Bäckerei am Strandweg", welches schon hier in meiner Leseliste für den Sommer aufgetaucht ist. Das Buch ist genau das: Sommerlektüre. Sehr leicht, sehr beschwingt, aber auch sehr vorhersehbar, wie vermutlich viele Exemplare dieses Genres. Anfangs fand ich die Idee und Herangehensweise sehr süß und spannend gemacht, zum Ende hin wurde mir das Buch dann jedoch etwas zu flach, zu kitschig und zu vorhersehbar. Die Probleme und Hindernisse fehlten, es fügte sich einfach alles zu leicht, zu unrealistisch, ohne ausreichend Kritik und Würze zusammen.

Gezweifelt...

Es gab da diesen einen Moment vorletzte Woche, bei dem ich mich tränenverschmiert, mit wirrem Haar und leerem Magen auf dem Fußboden unseres dunklen Badezimmers wiederfand und von Stefan aufgesammelt wurde. Was ich da getrieben habe? Kurz die Zeit angehalten und Luft geholt. So sehr ich dieses Mamasein liebe und unser kleines Mädchen vergöttere, so viel verlangt es an einigen Tagen von einem ab. Ob ein Kind anstrengend ist oder nicht, wird ja sehr subjektiv empfunden. Aliya ist da sicher irgendwo im Mittelfeld und die meisten Tage wuppe ich mit Links. Und dann gibt es alle paar Wochen aber doch mal diese Hardcore-Momente. Wo nichts mehr geht, wo dem Baby einfach der Schuh (oder in unserem Fall die Zähne) drückt und es nicht anders kann, als sehr nähebedürftig, weinerlich oder auch den ganzen Tag unausstehlich motzig zu sein. Gehört dazu, packe ich meist auch irgendwie. Nicht jedoch an diesem Tag. Ich denke, es ist nur menschlich, wenn man dann an sich selbst zweifelt, ob man irgendetwas falsch macht und kurz mal ganz tief Luft holen muss, um die nötige Geduld und das Verständnis an den Tag zu legen, die so fundamental sind. Wenn man dann den ganzen Tag seine eigenen Bedürfnisse hinten angestellt, sich von irgendwo noch herumliegender Schokolade ernährt, sich weder Zähne geputzt noch Haare gewaschen hat und die einzige Auszeit aus einem zweiminütigem Klogang bestand, bei dem das Baby auch bloß dabei war, getragen, gekuschelt, getröstet, geschunkelt hat und man trotzdem Dauergemotze über sich ergehen lassen muss, weil eben gerade nichts anderes funktioniert und das kleine Wesen sich nur so ausdrücken kann, muss auch ich mal die Notbremse ziehen und mich gehen lassen. Dann sind da diese Gewissensbisse, weil man sich egoistisch vorkommt, nur einmal Ruhe haben zu wollen, Auszeit, einige Minuten für sich, einfach mal ohne über alle anderen wachen zu müssen, sich auszuklinken, wie früher einfach die Tür zuzumachen, Kopfhörer rein und sein Ding durchzuziehen. Geht aber mit Baby natürlich nicht einfach mal so. Und das ist in Ordnung. Dann heißt es durchatmen, weitermachen, sich daran erinnern, dass es ja nicht täglich so ist und nur eine harte Phase und es völlig okay ist, sich schwach, zerbrechlich, kaputt zu fühlen.  In meinem Fall endete das eben auf besagtem Badezimmerboden. In Tränen. Die am nächsten Tag schon wieder vergessen waren, ja mir nahezu lächerlich vorkamen und dennoch: solche Zweifel, solche Momente - unabhängig ob nun mit Kind oder nicht - gehören dazu und ich denke, jeder hat sich schon einmal in genau eben jener Badezimmerecke vorgefunden bei dem Gedanken "Was zur Hölle mache ich hier eigentlich?!"

Passenderweise hat meine liebe Regina erst diese Woche einen Artikel verfasst, den ich einfach nur teilenswert finde. Sie hat dieses Chaos aus Zweifeln, Schuldgefühlen, Sehnsucht nach eigenen Bedürfnissen, unbändiger Liebe, diesem grenzenlosen Stolz auf den Nachwuchs und ganz großen Sch***tagen perfekt in Worte gefasst. Unbedingt lesen!

Mich geübt...


in Geduld. Nicht gerade meine stärkste Eigenschaft, um ehrlich zu sein. Dabei gehört sie zu einer der Schlüsselkompetenzen im Umgang mit Baby und ja, wenn ihr mich fragt, was ich von Aliya lernen konnte, ist es eindeutig Geduld. Durchatmen, Dinge hinnehmen, wie sie eben gerade sind, Verständnis zeigen und mehr Empathie an den Tag legen. Abzuwarten, kurz inne zu halten, mehr in mir selbst zu ruhen und daraus Kraft und Reserven schöpfen. Eigentlich eine ziemlich tolle Lesson, die ich da Stück für Stück mitnehme.


Gesehen...


Chefs Table! Seit einigen Wochen haben Stefan und ich abends immer mal auf Netflix die Doku Chefs Table gesehen. Sagt bestimmt ganz vielen von euch etwas. Ich hatte zuvor davon gehört, aber jetzt erst reingeklickt und war äußerst angetan vom Konzept und Look der Serie. Sie macht nicht nur äußerst hungrig, sondern spricht mich mit ihrer Ästhetik und dem durchdachten Konzept sehr an. Essen wird hier nicht als bloße Nahrungsaufnahme behandelt, sondern als Kunstform, als Möglichkeit, seine eigene Persönlichkeit, tiefsten Wünsche und Träume nach außen zu tragen und in Form ausgewählter Zutaten auf den Teller zu bringen. Unglaublich spannend und vielschichtig aufgrund der unterschiedlichen Persönlichkeiten und Ansätze, die vorgestellt werden.



Gekauft...


Einen Spiegel für die neue Wohnung, endlich ein Sofa, das hoffentlich pünktlich kommt und bequem ist und ein paar Kleinigkeiten für die Sommergarderobe. So ganz widerstehen konnte ich dann doch nicht. Babyblau scheint zumindest gerade meine Aufmerksamkeit erhascht zu haben.

Badeanzug - H&M
Jumpsuit - Pull & Bear
Lockere Jeans - Stradivarius
Tasche - Mango


Genervt...


war ich von meinem Rechtfertigungsmodus. Vielleicht liegt es daran, dass beim Thema Kinder irgendwie jeder ein Mitspracherecht für sich veranschlagt oder aber an meinen Hormonen. Jedenfalls finde ich mich immer und immer wieder in einer Spirale der Rechtfertigung. Dann rechtfertige ich mich vor mir selbst, vor Stefan, vor meinem Baby und vor dem gesamten Umfeld. Erkläre, warum ich so und nicht anders handele, argumentiere, koche manchmal innerlich vor Wut und gehe mir damit nicht nur selbst gehörig auf den Zeiger, sondern bremse mich aus. Mache mich und meinen Standpunkt, meine Ansichten und Handlungen kleiner, als ich bin. Das muss aufhören. Sofort. Natürlich soll das nicht heißen, dass man sich vor jeglicher Kritik oder gut gemeinten Ratschlag versteckt, aber wenn man wirklich, ja so wirklich von einer Linie überzeugt ist und es sich gut und richtig anfühlt für das eigene Handeln, sollte man doch auch einmal den Mumm besitzen und dazu stehen. Einfach so. Punkt. Ohne Erklärung, ohne Rechtfertigung, ohne anderen gefallen zu wollen, es anderen recht zu machen und Lob und Anerkennung für den "richtigen Weg" zu bekommen. Eine Sache, die sich dringend ändern muss, aber hey, Erkenntnis ist der erste Weg zur Besserung ;)

Und jetzt seid ihr dran - wie war euer Juni? Gab es Herausforderungen, Glücksmomente, Lektionen, die ihr gelernt habt?

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11 Kommentare

  1. Sehr schöner und inspirierender Monatsrückblick! Ich habe diesen Monat wieder jeden post mit Freude gelesen �� Für mich war der Monat sehr aufregend und auch sehr sehr stressig....dafür habe ich jetzt meinen Bachelorabschluss geschafft����
    Liebe Grüße!

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    1. Yeah - alles Gute zum Bachelor :)
      Und vielen Dank für dein Feedback

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  2. Ach Yasmin, ich lese einfach deine Blogposts soooo gerne. Du bist so sympathisch, herrlich erfrischend, ehrlich und zugleich strahlst du so eine Freude aus. Danke, dass du uns an deinem Leben, deinen Gedanken und Gefühlen teilhaben lässt :)
    Mein Glücksmoment im Juni war unser erster Hochzeitstag und jetzt im Juli kommt hoffentlich das bestandene Examen dazu (danke übrigens auch für dein eines Lernvideo auf Youtube! Das hat mir während der Examensarbeit echt geholfen.)
    Ganz liebe Grüße,
    Alexandra

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    1. Vielen vielen Dank für den lieben Kommentar, Alexandra :) Das hat mir gerade sehr den Abend versüßt!
      Dann drücke ich mal die Daumen für das Examen und hoffe, du kannst das ganz bald feiern.

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  3. <3 Eine dicke Umarmung an dich! Und zum Thema Rechtfertigung lerne ich gerade erst, mich deutlich auszudrücken und für überhaupt nichts mehr anmachen zu lassen. Übrigens auch nicht von Freunden, die meinen, es besser zu wissen. Dass ist unheimlich anstrengend und respektlos, wie ich finde, als sei man nicht dazu in der Lage, seine Prioritäten oder Kapazitäten besser einzuschätzen als jeder andere. Ich kann schon verstehen, dass Freundschaften unter Müttern entstehen, wenn man seinen Alltag miteinander teilt und einfach nur dankbar ist, dass einen endlich jemand versteht...



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    1. Ach Regina, wir würden uns super verstehen :D Dieses Durchsetzungsvermögen zu lernen, den Mund aufzumachen und sich selbst und seinen Standpunkt zu behaupten, fällt mir sooo schwer, aber wenn man immer nur alles in sich hinein frisst, ist das eher kontraproduktiv. Den Punkt mit den Freundschaften kann ich auch gut nachvollziehen. Man denkt ja immer, dass es bei einem selbst nicht passiert...das Verständnis ist eben trotz aller Mühe nicht immer da und stattdessen kommen Meinungen und Urteile, die einen dann irgendwie nur unnötig herunterziehen.

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  4. Wie schon auf Instagram geschrieben: Hut ab vor deiner Ehrlichkeit. Ich schätze das total bei dir, dass du auch die Schattenseiten des Mama-Seins ganz unverblümt beschreibst. Was denkst du wie oft ich schon im besagten Bad sass :D Gehört halt dazu und umso cooler dass du das Thema aufgreifst. Meist kann man ja danach wunderbar über sich selbst lachen.
    LG, Anne

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    1. Danke dir, Anne, dass du dir auch hier die Mühe für ein Feedback gemacht hast. Das bedeutet mir viel :)

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  5. Liebe Yasmin,

    ein schöner Monatsrückblick.
    Mein Juni verlief noch relativ ruhig und geplant. Außer dass ich mehrmals den Tierarzt bei meinem Zossen hatte, da er lahm ging und leider wieder geht. Mal sehen, wie es jetzt weitergeht. Ist halt nervig, aber zum Glück nichts schlimmes.

    Übrigens, ich bezeichne es in der Großstadt nicht als wandern, aber ich liebe lange Spaziergänge :-)

    Ganz liebe Grüße,

    Tabea
    http://tabsstyle.com

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  6. Wie immer schön geschrieben und total interessant zu lesen. Generell les ich deinen Blog mega gern, am liebsten sogar die Beiträge über den Mama-und-Baby-Alltag, obwohl ich davon selbst- noch mitten im Studium- noch weit entfernt bin.
    Gerade bin ich ein bisschen enttäuscht, dass die super schöne hellblaue Tasche leider schon ausverkauft ist. In die habe ich mich spontan verliebt!
    Liebe Grüße :)

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  7. Mag deinen Blog sehr. Und du hast mich angesteckt: Jetzt habe ich die Tasche auch gekauft :-) Weiter so wie immer!!! GLG, Lena

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