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Meine (bisherige) Stillgeschichte

Schon häufig wurde ich gefragt, ob ich nicht einmal meine Stillgeschichte mit euch teilen könnte. Anfangs war ich mich unsicher, was darunter zu verstehen sei. Aber ich schätze, so individuell wir Menschen und die Babys sind, so individuell sind auch die Erfahrungen mit dem Stillen. Es ist zwar das natürlichste der Welt - Garant, dass es ebenso easy funktioniert, ist das aber noch lange nicht. Beim Schreiben des etwas längeren Artikels ist mir aber erst einmal aufgefallen, was für ein unebener Weg hinter mir liegt und dass diese jetzige eingespielte Stillbeziehung Ergebnis harter Arbeit und eines langen Prozesses war. Vielleicht kann ich mit meiner Erfahrung einigen von euch die Angst oder den Druck nehmen, ja vielleicht sogar Mut machen.

Vor der Geburt habe ich mir ehrlich gesagt kaum Gedanken darüber gemacht. Joa...Stillen...macht man halt oder eben nicht. Ich hatte eigentlich keine richtige Meinung dazu, wollte es weder sein lassen, noch erzwingen. Es war vielmehr so ein "wenn es klappt, super, wenn nicht, auch okay". Schließlich geht es doch darum, sein Baby satt zu bekommen und wenn das an der Brust aus welchen Gründen auch immer nicht funktioniert oder man vielleicht gar nicht möchte, ist das keine Schandtat, nichts wofür man sich schämen oder rechtfertigen müsste.

Ich war neugierig, konnte mir das irgendwie gar nicht so recht vorstellen, wie das wohl ist, wenn da ein kleiner Mensch durch meine Brust ernährt wird, war aber gespannt auf die Erfahrung - ganz ohne Druck, ganz ohne Zwang. Das einzige, was ich dunkel vor der Geburt im Hinterkopf hatte, waren die Worte meiner Hebamme aus dem Geburtsvorbereitungskurs: "Versucht im Kreißsaal so früh wie möglich eure Babys anzulegen, wenn es euch möglich ist. Nach ca. 20min haben sie den größten Suchreflex und docken dort - mehr oder weniger erfolgreich - an, auf jeden Fall bewegen sie sich in die richtige Richtung und das solltet ihr nutzen - es ist kein Muss, kein Garant dafür, dass es danach wunderbar klappt, aber es ist ein Vorteil, den man nutzen kann. Und auch wenn es nicht direkt klappt: versucht es einfach immer wieder, denn durch das häufige Anlegen schießt die Milch in der Regel schneller ein." Ok...so viel zur Theorie. Aber wie sah das dann in der Praxis aus?

Meine ersten Stillversuche und die Ernüchterung im Kreißsaal


Als mir das kleine Bündel auf die Brust gelegt wurde, hatte ich die 20min längst vergessen, war ich viel zu sehr mit Kuscheln beschäftigt. Klar, Aliya lag irgendwo in Richtung Brust, aber ich wusste einfach nicht so recht, was ich machen sollte und außerdem schlief sie sowieso. Wie stöpselt man denn so ein Baby an? Gar nicht so einfach wie gedacht. Nach der ersten Bewunderung und dem Liebesrausch fanden wir uns nur noch zu dritt im Kreißsaal wieder. Als eine der Schwestern vorbeikam, erinnerte ich mich daran "Versuch so früh wie möglich anzulegen", also fragte ich sie, wie das denn nun funktioniert und ob ich es probieren könnte. Ernüchterung traf dabei ein, auf die uns meine Hebamme bereits vorbereitete ("Manche Schwestern sind ganz zügig dabei, andere schieben das erste Anlegen gerne hinaus"). Die Dame vor Ort gehörte zur zweiten Kategorie, indem sie mich vertröstete, dass wir das später noch probieren könnten. Ich war ein wenig frustriert und wollte es selbst versuchen. Also schnappten Stefan und ich uns unser kleines zerbrechliches Baby und versuchten das müde, schlafende Wesen irgendwie Richtung Brustwarze zu bewegen. Wir haben uns dabei sicherlich ziemlich dämlich angestellt und das erste Anlegen hatte ich im Kopf irgendwie ganz anders durchgespielt. Statt kraftvoll zu saugen, suchte Aliya vielmehr irgendwo in Brustgegend herum - vom richtigen Anlegen konnte hier keine Rede sein, aber hey, wenigstens war das Baby schonmal an der richtigen Stelle. So ungefähr zumindest.


Die rettende Hebamme und ganz viel Input


Eine Stunde später und längst auf dem Zimmer (es waren bisher drei Stunden seit Geburt vergangen), ließ mich das Thema nicht los und ich klingelte nach einer Schwester, um ihr mitzuteilen, dass ich wirklich wirklich gerne lernen würde, wie ich mein Baby anlegen kann und ob es denn nicht mal was zu essen kriegen müsste. Diese Schwester war etwas entsetzt, wieso das denn im Kreißsaal noch keiner mit mir geübt hat, beschwichtigte mich aber direkt und meinte, dass wir also gemeinsam das Thema Stillen anpacken werden. Ich kam mir dabei etwas unbeholfen vor und das, was ja so natürlich sein soll, fühlte sich irgendwie gar nicht so an - zumindest stellte ich mich wie der erste Mensch an. Aber mit Hilfe der Hebamme ging es - ein wenig kam ich mir dabei vor wie diese Holzpuppen, die Maler nutzen, um Posen einzustellen und nachzuzeichnen. Sie positionierte mich, verhalf mir in eine bequeme Position, legte mir Aliya in die Arme, hielt sie gleichzeitig fest, weil ich es noch nicht richtig konnte und versuchte, Brust und Kind zusammen zu führen. Hatte ich immer die Vorstellung, dass ein Baby quasi nur anstöpseln muss, merkte ich schnell, dass das bei uns irgendwie nicht so recht klappt und Aliya ständig wieder losließ. Und generell ist es gar nicht so einfach, wenn man noch Angst hat, dieses kleine Wesen irgendwie zu zerquetschen, es auch nur richtig zu halten. Ich musste das ganze Handling ja erst einmal lernen. Es fühlte sich einfach alles irgendwie komisch an, unbequem, als hätte ich zwei linke (ok, in meinem Fall als Linkshänder rechte) Hände.

Die ersten Nuckelversuche verliefen also nicht gerade zu meiner Befriedigung, aber zumindest wurde der Milchspendereflex ausgelöst und die ersten Tropfen Vormilch (Kolostrum) waren zu sehen. Meine Hebamme freute dies sehr und sie meinte, das wäre schon einmal ein super Start und keine Selbstverständlichkeit, alle anderen Dinge würden wir auch noch schaffen. Sie ermutigte mich dann dazu, so häufig wie möglich das Baby anzulegen, um die Milchproduktion anzukurbeln und meinem Körper zu vermitteln, dass da jetzt ein kleines Wesen ist, das bitte gefüttert werden möchte. Also tat ich, wie sie mir geraten hat, auch wenn ich das Gefühl hatte, dass "richtiges Trinken" anders aussehen müsste. Im Laufe der nächsten 24h kam sie immer wieder vorbei, half mir beim Anlegen und ermutigte mich immer wieder. Ich fühlte mich dabei super umsorgt und hatte das Gefühl, dass diese Frau den Weg zu meiner Stillgeschichte geebnet hatte, was ich ihr im Übrigen auch bei Entlassung aus dem Krankenhaus noch einmal mitteilte und mich von Herzen für die Unterstützung bedankte.

Der Tag danach oder auch: die Brust explodiert


Man hatte mich vorgewarnt, dass nach einigen Tagen, wenn die Milch einschießt, die Brüste explodieren. Dolly Buster mäßig explodieren. Luftballons. Überdimensional. Ja, nahezu lächerlich groß. Vielleicht ist das jetzt für den ein oder anderen zu viel Info, aber ihr habt euch einen ehrlichen Bericht gewünscht und das gehört nun einmal dazu. Erst bekam ich es gar nicht so mit, aber als ich vor der Dusche in meinem aufgeknöpften Nachthemd dastand und mir Bowlingkugeln entgegen blitzten, musste ich erst einmal laut loslachen, so absurd sah das Ganze aus. Ich wusste ab da, was der sogenannte Milcheinschuss ist. Ihr müsst euch enorm heiße, pralle Brüste vorstellen, sie waren quasi zum Anschlag gefüllt und ich wusste, dass das ein gutes Zeichen war. Wenn doch nur das Trinken besser klappen würde. Aber ich blieb am Ball und probierte ganz ohne Stress einfach immer und immer wieder. Irgendwann sah sich meine Hebamme das Ganze noch einmal an und meinte, dass die Voraussetzungen sehr gut stehen, aber die Kleine mit ihrer Zunge nicht zurecht kommt, meine Anatomie etwas "ungünstig" ist und sie deswegen immer wieder die Brust verliert. Nach einiger Beobachtung und diversen anderen Tricks gab sie mir dann Stillhütchen zur Unterstützung, bevor es gar nicht klappen sollte. Ein wenig war ich schon frustriert, dass es nicht einfach so funktionierte, wie bei vielen anderen. Andererseits war ich enorm erleichtert um die Erfindung der Hütchen, denn plötzlich spürte ich, wie Aliya wirklich andockte und endlich richtig trank und was das für ein Zug war. 

An dieser Stelle kommt das, womit vermutlich die meisten Stillanfängerinnen konfrontiert werden. Schmerz, heiße, brennende Brüste, ausgelaufene Milchpfützen überall, Empfindlichkeit, das Gefühl, nicht zu wissen, wohin mit der Milch und hatte ich schon Schmerz erwähnt? Auch hier war meine Hebamme ein Engel (ich sagte ja, ich verdanke ihr sehr viel) und versorgte mich mit Multi Mam Kompressen zum Kühlen, Brustwarzencreme und gab mir immer wieder Tipps für das bequeme Anlegen.  

So richtig natürlich und lässig wie bei meiner Bettnachbarin, die schon geübte Mama war und ihr Baby ganz gekonnt auf ihre Brust legte, sah das bei mir überhaupt nicht aus. Hölzern, schwerfällig und irgendwie ungeschickt beschreibt es wohl eher. Aber ich war ehrgeizig, hatte Blut geleckt und wenn ich nun einmal schon so volle Brüste hatte, sollten die doch bitte auch genutzt werden. Also biss ich mich durch, versuchte den Schmerz trotz Wunden auszublenden und versuchte es immer und immer wieder und mit jedem Mal wurde es besser, auch wenn es mich anch wie vor frustrierte, dass ich auf die Hütchen angwiesen war.


Die ersten Wochen Zuhause oder auch: wie zur Hölle finde ich eine bequeme Position?

Wenn ich die Stillbeziehung der ersten 3-4 Wochen beschreiben müsste, fällt mir meist nur die Suche nach einer bequemen Position ein. Verdammt, das könnte doch nicht so schwer sein. Es fühlte sich einfach immer hölzern an und dauerte gefühlt Ewigkeiten, bis ich mich sortiert und in Stellung brachte. Anfangs half mir Stefan jedes Mal, baute eine Kissenburg um mich herum, drapierte mein Stillkissen, legte Aliya auf das Kissen und ich schaute, ob ich für die nächste Zeit bequem saß oder lag, zumal Aliya beim Stillen, was damals noch an die 45-60 Minuten dauerte, eh einschlief und ich mich fortan nicht bewegen konnte, ohne sie zu wecken. Kissenburg war also ein Must Have! Nun gibt es ja etliche Stillpositionen, aber da ich mich noch nicht traute, die zerbrechliche Aliya einfach irgendwie ganz lässig zu halten, nutzte ich ausschließlich die Wiegehaltung und legte sie auf dem Stillkissen vor mir ab. Mich nervte es, dass ich meist zu langsam war und es gefühlt ewig dauerte, bis ich bequem saß und sie endlich trinken konnte. Dann waren da noch die Hütchen, die immer irgendwo am falschen Ort waren (bis ich endlich auf die glorreiche Idee kam, mir einfach noch ein Set zu bestellen, so dass einfach immer und überall welche griffbereit lagen) und ich immer erst anlegen musste, bevor es losgehen konnte und irgendwie fühlte ich mich dadurch gebremst. Zwischendurch kühlte ich, strich die Brust unter der warmen Dusche aus und massierte die festeren Stellen, um keinen Milchstau zu bekommen. Außerdem war ich immer wieder verwundert, wie ein Körper so viel Milch produzieren könnte. 

So ging das dann also Tag und Nacht im etwa 2h-Takt und ich liebte es, wäre da nicht der Unbequemlichkeitsfaktor gewesen.

Mit etwa 3 Wochen hatte ich eine kleine Stillkrise. Die erste Müdigkeit machte sich nach der anfänglichen Rosa-Rote-Brille-Zeit bemerkbar und ich war etwas frustriert, dass die nächtlichen Stillaktionen, die damals unbequem und langwierig waren, an mir hängen blieben. Ich erwischte mich häufig dabei, mich zu fragen, warum Frauen eigentlich die Brüste haben, warum Stefan schön weiterschlafen kann und ob ich der Unabhängigkeit wegen nicht doch Flasche geben sollte und den Job somit auch mal an Stefan weitergeben könnte. Bis da die Erkenntnis kam, dass ich ja dann zusätzlich aufstehen müsste. Brust erschien mir dann doch bequemer. Dann noch die Frage, wie ich das noch weitere 5 Monate machen sollte, waren doch 6 Monate vollstillen empfohlen. Diese Krise hielt jedoch nicht lang an, denn mit den Tagen und Wochen wurde nicht nur Aliya kompakter und mein Umgang mit ihr natürlicher und vertrauter, sondern auch die Stillbeziehung verfestigte sich. Ich brauchte schleichend keine Kissenburg mehr, sondern nur noch eins im Rücken und mein Stillkissen, das ich überall mit hinnahm und kam einfach besser zurecht. Aus einer anfänglichen ungewohnten Situation wurde eine Routine und wir spielten uns ganz langsam ein.


Adieu Hütchen - unsere Stillbeziehung hat sich verfestigt


Es gibt Phasen und Wachstumsschübe, da brauchen die Babys mehr Milch. Diese bestellen sie nach dem Angebot und Nachfrage Prinzip bei euch schon einmal vor, indem sie häufiger trinken. Wenn ihr also plötzlich stündlich oder noch häufiger stillt, heißt das in der Regel nicht, dass die Babys nicht mehr satt werden, sondern nur, dass sie eurem Körper signalisieren, dass sie zukünftig mehr brauchen. Die Produktion soll angeheizt werden - ein absolut fantastischer und faszinierender Mechanismus des Körpers. So ändert sich alle paar Wochen die Zusammensetzung eurer Milch, ganz auf die Bedürfnisse eures Babys angepasst. Häufig ist das aber der Zeitpunkt, wo die Alarmglocken schrillen und vor allem ältere Generationen mit den Ratschlägen kommen, dass das nicht normal sein kann, ein Baby doch nur alle 4h trinken müsse und es bestimmt nicht satt wird. Bullshit! In den meisten Fällen zumindest (falls ihr wirklich das Gefühl habt, dass euer Baby nicht satt wird, keine vollen Windeln mehr hat, generell matt wirkt oder nicht zunimmt, klärt das am besten beim Profi ab, es gibt so viele gut ausgebildete Hebammen und Stillberaterinnen, die oftmals in Sachen Säuglingsernährung deutlich besser ausgebildet sind als Ärzte). Der Umstand ist aber eher fehlender Aufklärung geschuldet und ich habe mir sagen lassen, dass früher am allerhäufigsten im 4. Monat abgestillt wurde, weil die Milch plötzlich nicht mehr reichte, da die Babys ja stündlich trinken wollten. Dass das aber der natürliche Weg war, um mehr Milch zu produzieren, war damals häufig nicht bekannt. Dabei gilt gerade der 4. Monat als einer, indem so viel passiert, die Babys so viel Neues auf einmal lernen und damit umgehen müssen. Kein Wunder also, dass die Brust nicht nur als Nahrungsquelle, sondern vor allem auch als Trostspender verlockend ist. Je häufiger angelegt wird, desto mehr Milch wird produziert. Ein einfaches Prinzip, das ich befolgte und vermutlich auch der Grund ist, warum es noch heute so gut läuft. Ich stillte schlichtweg nach Bedarf, legte ganz unabhängig von irgendwelchen Uhrzeiten an und nahm eben auch diese "Viel-Still-Tage" in den Wachstumsschüben mit. Hätte ich mich damals an einen strikten Plan gehalten, wäre meine Milch wohl Stück für Stück weniger geworden.

Aber auch ich hatte mich natürlich irgendwann gefragt, ob ich wirklich genug Milch hätte, fragte meine Hebamme und auch meine Kinderärztin, da mir das häufige Stillen beim 1. Mal (so um die 6-8 Wochen herum) komisch vorkam. Das war auch der Zeitpunkt, als ich das erste Mal abpumpte, um zu kontrollieren, wieviel da noch rauskam. Als ich innerhalb weniger als 5min aus einer Seite eine ganze Flasche abpumpte, war alles klar und als ich dann sah, dass Aliya in nur einer Woche mehr als 500g zunahm, noch viel mehr. Satt wird hier jemand definitiv - alles also in Ordnung und genau so, wie meine Hebamme vorhergesehen hatte. Sie hat einfach mehr bestellt. Deswegen machte ich mir in den kommenden Wachstumsphasen keinen Stress mehr, als Aliya plötzlich häufiger stillen wollte - das brauchte sie eben einfach.

Mein Vertrauen in mich und meinen Körper und diese natürliche Prozesse war wiederhergestellt und ich war froh, auf meine Intuition gehört zu haben statt auf die Ratschläge, lieber abzustillen, weil die Milch nicht ausreichen würde. 

Apropos Intuition. Irgendwann hörte ich nur noch darauf. Der Blick zur Uhr wurde immer seltener, egal ob tagsüber oder nachts. Ich stille völlig nach Bedarf und seitdem ich auch nachts nicht mehr schaue, wie oft ich stille, bin ich viel entspannter, zumal das Ganze ohnehin im Halbschlaf passiert und mittlerweile deutlich zügiger geht. Länger als 5min wird hier in der Regel nicht mehr getrunken, hat Aliya den Dreh einfach raus und findet sie die Welt drumherum mittlerweile viel zu spannend.

Als sie dann um die 4 Monate herum anfing zu greifen, fanden wir uns in einer witzigen Situation wieder. Sie schnappte sich einfach mein Stillhütchen, untersuchte es, warf es zur Seite und dockte trotzdem an und trank! Sie trank! Ganz ohne Hilfe. Ich war völlig aus dem Häuschen, denn so froh ich auch um die Erfindung war, so nervig empfand ich es, immer daran denken zu müssen, Hütchen einzupacken, wenn ich unterwegs bin und immer erst das Hütchen zu suchen. Seit diesem einen Tag, als es ganz plötzlich funktionierte, verzichtete ich auf die Hütchen und das Stillen klappt schneller und besser denn je. Ich hatte das Gefühl, dass sich unsere Stillbeziehung verfestigt hatte, wir waren ein eingespieltes Team. Auch wenn ich zugeben muss, dass ein paar schmerzhafte Tage folgten und an den Stillstart erinnerten - die Hütchen federten da doch einiges ab. Aber mit den altbewährten Kompressen und Salbe war das schnell behandelt.


Ja sag mal, stillst du denn immer noch? 

Mittlerweile ist die Kleine etwas über 6 Monate alt. 6 Monate vollgestillt, das was ich anfangs nicht für möglich hielt. Die Zeit ging letztlich rasend schnell vorbei und vor allem ganz ohne Druck. Ich folgte keinem straffen Zeitplan, meckerte nicht oder zögerte es hinaus, wenn sie "vor ihrer Zeit" Hunger verspürte und akzeptierte ein natürliches Sättigungsgefühl. So wie auch ich nicht immer gleich viel Hunger habe oder zu den gleichen Zeiten, konnte ich das auch nicht von meiner Tochter erwarten.

Irgendwann fing dann die Zeit an, als ich plötzlich nicht mehr wie anfangs euphorisch "Aber du stillst doch, oder?! Ja? Sehr gut!" gefragt wurde, sondern ein "Ach, du stillst noch?" oder "Wie jetzt, du stillst noch? Dafür ist die Kleine doch viel zu groß" kam. Seit etwa 1,5 Monaten werde ich immer häufiger damit konfrontiert und ich musste verdutzt feststellen, dass das Stillen, das anfangs als DAS Nonplusultra galt (noch so ein schräges Ding der Gesellschaft) und wehe man macht es nicht, plötzlich verpönt wurde. Irgendwie fühlte ich mich unter Druck gesetzt, abstillen zu müssen. Wieso trinkt sie noch so häufig und unregelmäßig, wieso stillst du noch, wird sie überhaupt satt und warum gibst du ihr nicht mal was "Richtiges". Aber (Mutter)Milch ist doch das Richtige, sollen Babys im ersten Jahr doch hauptsächlich Milch bekommen und den Rest eben BEIkost. Jetzt, wo es endlich richtig gut lief und ich diese innigen Stunden, diese ganz besondere Beziehung, diese Intimität und diese stillen Momente so zu schätzen gelernt hatte, wollte ich das nicht einfach loslassen und muss es auch nicht.

Ich hatte nach 4 Monaten erstmals das Gefühl, alles richtig zu machen, das Stillen "gemeistert" zu haben, ebenso easy und lässig zu stillen - ganz egal wo, ob im Café, im Park, im Auto oder im Schwimmbad - wie ich es bei anderen bewunderte. Und jetzt soll ich mich plötzlich davon verabschieden? Von etwas, von dem ich anfangs keine Erwartungen hatte, ich aber mit der Zeit lieben gelernt hatte? Nein!

Natürlich achte ich auch bei dem Thema auf meine Kleine. Würde sie mir Signale geben, dass sie nicht mehr will, würde ich das akzeptieren. Aktuell ist dem aber noch nicht so - im Gegenteil, Beikost scheint noch nicht ihr Fall zu sein. Statt uns also unter Druck zu setzen, höre ich auf mein Gefühl und solange die Milch sättigt und läuft, ist ja auch alles prima. Leider sehen das nur nicht alle Menschen so. Aber auch hier greift Regel Nummer 1: hör auf deinen Bauch und dein Herz, ja und vielleicht auch ein wenig auf die Richtlinien wie Gewicht etc. Mein Baby ist wohlgenährt, bekommt Milch, wird satt, ist zufrieden und solange spricht absolut nichts gegen das Stillen. Gleiches gilt natürlich im Umkehrschluss. Wenn du merkst, dass DU nicht mehr damit klar kommst, deinen Körper für dich willst, keine Freude mehr am Stillen hast oder sonstige Gründe: still ab. Hör auf dein Herz und mach, was sich für DICH richtig anfühlt - denn bei dem Thema gibt es kein "richtig" oder "falsch". Das muss jeder für sich selbst entscheiden und leben.

Aliya ist ein sehr aufgewecktes Kind, ja man könnte sie auch Energiebündel nennen. Diese Momente des Stillens ist unsere Art runterzufahren. Mit keiner anderen Methode findet sie sanfter und schneller in den Schlaf, kommt angenehmer herunter. Während des Stillens wird das Liebeshormon Oxytocin ausgestoßen und entspannt Mutter und Kind. Ich liebe diese Zeit der "Fütterung" - ja selbst nachts. Wenn sie in meinen Armen liegt oder auch direkt neben mir (mittlerweile sind wir recht flexibel in den Positionen geworden und auch Stillkissen und Kissenburg wurden verbannt, denn das klappt jetzt ganz easy ohne, ja sogar im Laufen haha), sich ihre kleine Hand liebevoll auf meine Brust legt (ok, mittlerweile kneift sie auch mal) sich sanft ihre Augen schließen oder sie mir verschmitzt in die Augen schaut, wenn sie sich wieder mal ablenken ließ und sich dann erinnert, dass da ja noch was war. Stillen ist nicht nur Nahrungsaufnahme, sondern auch Trostspender, Zärtlichkeit, Einschlafhilfe und Intimität.

So holperig der Anfang auch war, so oft ich mich auch fragte, ob das wirklich unser Weg ist und ob Stillen mit Hütchen überhaupt zählt, war ich froh, den Weg für uns weitergegangen zu sein, nicht aufgegeben zu haben oder mir habe reinreden lassen. Ich bin dankbar für die Hebamme, die so einiges geebnet hat, aber auch dankbar, dass ich das Stillen doch relativ problemlos durchführen konnte, denn das ist nicht selbstverständlich. Nicht jede Frau hat genug Milch, nicht jede Frau hat die nötige Hilfe, die es anfangs vielleicht braucht, um richtig anzulegen und dieses ganze unbekannte Ding ins Rollen zu bringen und dann sind da auch weitere Hindernisse wie mögliche extreme Schmerzen, Brustentzündungen oder auch Babys, die eben einfach nicht trinken wollen. Auch das ist okay, manchmal tragisch oder frustrierend, aber zum Glück haben wir in der heutigen Zeit genügend Methoden, um unsere Kleinen satt zu kriegen und darum geht es ja letztlich.

Habe ich mir anfangs gar keine großen Gedanken darum gemacht und auch nie beschlossen, so und so lange zu stillen, kann ich es mir jetzt noch nicht vorstellen, es nicht mehr zu tun und beim Gedanken, dass mein Baby sich irgendwann abstillt, wird mir schon etwas wehmütig ums Herz. Wie lange ich also noch stillen mag? Keine Ahnung, so lange mein Baby es will und braucht und ich bereit dazu bin. Ob das jetzt nur 1 Monat ist, noch weitere 6 oder gar länger. Das werden wir mit der Zeit sehen und bis dahin genieße ich einfach die verbleibenden Stillmomente. Ja, durch das Stillen ist man in gewisser Weise abhängiger, vor allem, wenn das Baby keine abgepumpte Milch aus der Flasche trinkt wie Aliya (das hat komischerweise nur am Anfang mal geklappt), aber dafür ist diese Zeit UNSERE Zeit. Es sind diese innigen Momente mit meiner Tochter, die mittlerweile zu den schönsten gehören. Vermutlich auch gerade deswegen, weil ich so gar keine Erwartungen an das Stillen hatte. Ich wurde quasi überrumpelt und während dieser Reise überrascht, wie sehr ich etwas lieben könnte, dass anfangs harte Arbeit bedeutete und von dem ich so gar keine Vorstellung hatte.


Das war sie, meine aktuelle Stillgeschichte. So etwas lässt sich nicht in 1-2 Sätzen abhandeln, entschuldigt also die Länge des Artikels. Wenn ihr mögt, würde ich aber in kurzer, knackiger Form noch meine Tipps, Tricks und Erfahrungswerte in einem weiteren Post mit euch teilen - hättet ihr darauf Lust?

Wie ist denn eure Erfahrung mit dem Stillen? Wolltet bzw. konntet ihr stillen? Hat es überhaupt eine Bedeutung für euch, wie lange habt ihr gestillt oder habt es vielleicht vor? Und gab es bei euch Schwierigkeiten zu bewältigen?



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24 Kommentare

  1. Ein sehr ehrlicher und authentischer Bericht! Vielen Dank dafür ���� ... welch ein Glück, dass du die nötige und vor allem kompetente Unterstützung erhalten hast und so gut auf dein Gefühl vertraust ☺️. Als Stillberaterin erlebe ich leider oft, dass viele Stillbeziehungen schon von Beginn an holprig verlaufen und den Mamas durch (tatsächlich) falsche Informationen und unnötiger Druck unheimlich viel Stress gemacht wird �� Ich wünsche mir, dass viele Mamas das lesen und ebenso sich und ihrem Kind vertrauen und bei Bedarf Hilfe bekommen. I
    Zweifel immermal noch eine Zweitmeinung einholen ��. Alles liebe... Anja

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    1. Oh wow, vielen lieben Dank für das tolle Feedback, Anja. So von einer Stillberaterin ermutigt zu werden, fühlt sich super an. Dann habe ich ja nicht allzu viel falsch gemacht haha. Aber ja, wie du schon sagtest, diese Besinnung auf das eigene Gefühl geht in unserer heutigen Zeit leider häufig unter, wir lassen uns verunsichern und bei einem so sensiblen Thema erst recht. Letztlich wollen wir alle nur das Beste für die Kleinen, unterschätzen aber häufig den Mutterinstinkt, wie ich denke. Ein bisschen mehr Vertrauen in sich selbst und die fantastischen Fähigkeiten unseres Körpers wäre wunderbar.
      Ganz liebe Grüße!

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  2. Hallo Yasmin,
    oh man, deine Stillgeschichte hast du so gut geschrieben, dass ich am Ende sogar weinen musste. Ich stille bereits mein 3. Kind (so richtig eigentlich mein 2.). Meine 1. Tochter Norah war ein Frühchen. Sie kam 9 Wochen zu früh. In Folge dessen konnte ich sie leider nicht stillen, da ihr einfach die Kraft dazu fehlte. Da ich ihr aber trotzdem die Muttermilch unbedingt geben wollte pumpte ich ab und versuchte immer wieder sie anzulegen. Das anlegen hat leider nie geklappt, vielleicht auch, weil mir die nötige Unterstützung gefehlt hat. Nach 5 Monaten pumpen stillte ich dann ab. Bei meinem Sohn Clemens, 2,5 Jahre später, wollte ich unbedingt richtig stillen. Diesmal war es wie bei dir - es ging anfangs nur mit Hütchen. Ich wollte dieses aber unbedingt los werden, so dass ich es immer wieder ohne versuchte. Ich glaube nach ca. 3 Monaten ging es dann ohne. Leider ging es hier aber nie ohne Schmerzen. Ich hatte immer wieder eine verstopfte Milchdrüse, so dass das anlegen mehr eine Qual war. Nach 10 Monaten hat sich Clemens dann alleine abgestillt. Jetzt ist meine 2. Tochter Greta seit 7 Monaten auf der Welt und diesmal klappt das stillen von Anfang an einfach wunderbar. Von Anfang an ohne Hütchen und auch am Anfang mit nur wenig Schmerzen. Ich bin so glücklich darüber und hoffe, dass ich noch eine Weile stillen darf. Ich liebe es einfach zu sehr.
    Liebe Grüße, Nina

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    1. Liebe Nina,
      vielen Dank für das liebe Feedback und deine persönliche Geschichte. Ist es nicht faszinierend, wie unterschiedlich es bei jedem Kind laufen kann? Wieder einmal ein Beispiel dafür, dass nicht jedes Kind und nicht alle Ausgangsbedingungen gleich sind. Umso schöner, dass es jetzt so läuft, wie du es dir immer gewünscht hast.
      Ganz liebe Grüße

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  3. Ich habe ET am 19.6. und bisher verhält sich alles noch sehr ruhig..
    An das Stillen gehe ich eigentlich genauso ran wie du damals. Wenn's klappt freue ich mich, wenn nicht ist das aber auch ok. Es wird schon so kommen wir es sein soll. Dennoch hoffe ich auch auf eine fähige Hebamme im Krankenhaus, die mich unterstützt.
    Am meisten sind wir jetzt aber erstmal auf unser Würmchen gespannt! Wie wird sie aussehen, wann wird sie kommen?
    Der lange Bericht war toll! Vielen Dank! Und auch dafür, dass du mich mit deinem Artikel darin bestärkst auf meinen Mütter-Instinkt zu hören! Liebe Grüße und alles Gute weiterhin!!
    Kathi

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    1. Liebe Kathi, erst einmal toi toi toi auf den letzten Metern, du packst das :) Ich kann deine Neugierde soooo gut nachvollziehen. Du wirst sehen, es wird wundervoll werden.

      Und dein Vorhaben auf deine Intuition zu hören, ist prima! Meistens liegt die nämlich goldrichtig!
      Alles Liebe

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  4. Liebe Yasmin,
    was für eine schöne Geschichte, passend für einen Samstagabend an dem meine Tochter (4 Monate) neben mir seelig schlafend auf dem Sofa liegt. Ich hatte das Glück, dass bis auf die Zeit um den Milcheinschuss alles super bei uns lief und immer noch läuft. Ich liebe das Stillen - unsere kleinen Mama-Tochter-Momente einfach sehr! Habe ich früher (als Nicht-Mama) eher den Kopf geschüttelt über das Langzeitstillen wünsche ich mir nun, dass uns dieses Glück noch eine Weile zuteil bleibt. Es ist nunmal einfach das Beste für das Kind hinsichtlich Allergien und Co und zudem auch noch so praktisch. Keine Kosten für Milchpulver welches umständlich mit frischem wohltemperiertem Wasser gemixt werden muss. Einfach Boobie raus und losgestillt 😅 Ich wünsche euch noch eine ganz tolle Stillzeit, genießt sie! Die Mäuse werden ja so schnell groß.
    Alles Liebe und noch einen schönen Abend, Mia

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    1. Lieben Dank für das Feedback und deine Story, Mia :) Witzigerweise musste ich auch durch den Artikel wieder daran denken, dass ich mich selbst vor der Geburt an die Nase fassen musste und Langzeitstillen immer irgendwie schräg fand. Jetzt verstehe ich meine damalige Ansicht überhaupt nicht mehr und frage mich, WARUM es schräg sein sollte, wenn es doch völlig normal ist. Ok, auch für mich gibt es eine Altersgrenze, aber man soll ja niemals nie sagen. Generell ist das, denke ich, wieder so ein "deutsches" Problem, dass die Babys möglichst schnell funktionieren müssen, was "Richtiges" kriegen müssen, so schnell wie möglich aufs Töpfchen gehen und das häufig ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse des Kindes. Schwierig. Aber auf jeden Fall witzig, dass du den Punkt ansprichst. So kann sich alles wenden :D

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  5. Hallo Jasmin :) deine Stillgeschichte könnte von mir sein habe fast 1:1 dieselben Erfahrungen gemacht wie du :D würde mich über weitere derartige Posts freuen. Liebe Grüße Lisa & L.

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    1. Liebe Lisa, vielen Dank für dein Feedback und witzig, wie ähnlich sich manche Stories dann wieder sind :)

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  6. Hallo Yasmin. Danke, dass Du Deine Erfahrungen mit uns teilst. Meine Tochter ist jetzt fast 4 Monate alt und leider konnte ich nur die ersten 2 Monate stillen und das auch noch mit zufügten, da die Milch nicht reichte. Dann habe ich einen Milchstau verschleppt, der zur Brustentzündung wurde und schließlich musste ich komplett abstillen. Für mich ist eine Welt zusammengebrochen. Ich wollte unbedingt stillen. Aber ich denke, deine Herangehensweise ohne große Erwartungen und Druck wäre die bessere gewesen. Wenn man sich nicht stressen lässt, klappt vieles so viel besser. Ich liebe Deinen Blog und freue mich auf den nächsten Artikel.
    Liebe Grüße
    Nadja

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    1. Vielen lieben Dank, Nadja für dein Feedback ☺️ Dass für dich mit dem Abstillen eine Welt zusammen gebrochen ist, kann ich mir vorstellen. Aber hey, quäle dich nicht mit dem Gedanken. Du gibst deinem Baby, was es braucht. Ganz egal ob durch die Brust oder Flasche. Sich da fertig zu machen, nützt niemandem etwas. Alles Liebe :)

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  7. Deine Stillgeschichte ähnelt der bei meinem ersten Kind und mittlerweile bei Kind Nr. 2 habe ich die Ruhe und Gelassenheit, die ich mir damals am Anfang gewünscht hätte. Viel Erfolg und Freude weiterhin, ihr macht das toll!

    Liebe Grüße
    Franzi

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  8. Liebe Yasmin,

    ich bin zwar noch keine Mama, finde deine Berichte aus dem Alltag und auch so spezielle Berichte wie diesen hier sooo hilfreich! Ich verfolge dich und deine Familie super gerne, denn ihr seid sympathisch und du zeigst, dass eben nicht immer alles glatt geht und dass es auch mal kleine Fails gibt :) Das ist in der rosaroten Insta-Welt nicht selbstverständlich und das rechne ich dir hoch an! Deine kleine Maus kann sich glücklich schätzen so eine tolle Mama zu haben. Ich hoffe, dass ich wenn es mal so weit ist auch einen kühlen Kopf bewahren kann :)

    LG Sarah

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    1. Oh wow vielen lieben Dank für das Kompliment, Sarah ☺️ Mich freut es auch besonders, dass du als noch nicht Mama einen Mehrwert in den Themen siehst und sie trotzdem liest. Liebe Grüße ❤️

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  9. Vielen Dank das du deine tolle Stillerfahrung mit uns teilst....bei meiner ersten Tochter habe ich mich im besagten 4 stillmonat auch breit quatschen lassen und durch Schwiegermutter und Co dazu bewegen lassen abzustellen zu groß War meine Angst die Maus würde nicht satt werden wollte sie ja jetzt auf einmal alle Stunde an die Brust....bis heute bereue ich es so schnell aufgegeben zu haben und auf die vielen Meinungen und zwar gut aber für uns definitiv nicht passenden Tipps gehört zu haben....Jetzt kam im April unsere zweite Tochter Hannah zur Welt und ja was soll ich sagen das stillen klappte von Anfang an sie trinkt toll anders als Sophie damals sogar ohne Hütchen...ich traue mich in der Öffentlichkeit zu stillen und höre nicht mehr auf die liebe Schwiegermutter. Natürlich bin ich manchmal noch verunsichert wenn wir Tage haben wo die Brust angeschrieen wird oder ich aus dem stillen nicht mehr heraus komme aber das nehme Ich in kauf und hoffe oder nein ich werde wenn Hannah das möchte diesmal lange stillen mein ziel sind nicht die 6 monate sondern ein ganzes Jahr solange wie sie es möchte....dein Artikel hat mir wieder einmal gezeigt das wir Frauen auf unser Bauchgefühl und unseren Mutterinstinkt hören sollten...ganz liebe grüße Lara

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    1. Lieben Dank für das Feedback und deine persönliche Geschichte, Lara! Es freut mich sehr für dich, dass es dieses mal mit Hannah so gut klappt und ich kann dein Vorhaben, ein Jahr zu stillen, sehr gut nachempfinden :)
      Was deine erste Erfahrung angeht: ich denke, das ist einfach normal. Wir wollen ja alle das Beste für die Kleinen und wenn man die Infos eben nicht alle hat oder keinen Profi zur Hand, lässt man sich verunsichern, überhört das eigene Bauchgefühl und lässt sich von anderen Meinungen, die es ja ebenso gut meinen, aber mit älteren, meist heute doch schon überholten Infos für noch mehr Unsicherheit sorgen. Das soll um Gottes Willen nicht heißen, dass heute alles besser läuft, aber in einigen Dingen ist das Wissen mittlerweile umfassender bzw. haben wir heute einfach einen viel leichteren Zugang dazu. Ich finde es einfach generell wichtig, immer wieder zu reflektieren, was man selbst fühlt, was das eigene Gefühl sagt und dieses nicht zu ignorieren :)

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  10. Ein toller Bericht! Wirklich toll wie selbstbewusst du mit dem Stillen umgehst!
    Ich selbst habe meine beiden Kinder in den Niederlanden geboren. Hier bekommt jede Mutter für die ersten 8-10 Tage nach der Geburt eine Hebamme/Haushaltshilfe gestellt, die sich sowohl um das Haus und das Wohl der Mutter (und mögliche Geburtsfolgen) kümmert, als auch um alles, was mit dem Stillen zu tun hat. Beide male waren es tolle Frauen, die mich wunderbar unterstützt haben und ohne die es wohl nicht so gut geklappt hätte! Ich bin beiden wirklich so dankbar! Stillen ist zwar etwas natürliches, aber wir du schreibst; oft harte Arbeit und bedarf oft Hilfe.

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    1. Vielen Dank für dein Feedback, Stefanie :) Hier ist das ja ähnlich mit den Hebammen und meine Hebamme für Zuhause war auch perfekt. Aber wie du schon sagtest, Stillen ist häufig echt harte Arbeit. Ich glaube, dass das Problem auch darin liegt, dass es von allen Seiten als natürlich und normal betitelt wird, was es ja auch ist, aber die Vorstellung davon dann eben rosa-rot ist. Es wird häufig nicht darüber geredet, dass es schmerzt, dass Entzündungen entstehen oder es nicht auf Anhieb klappt und dadurch entsteht dann der Druck, wenn man selbst die Erfahrung macht, dass es eben nicht sofort funktioniert, bei allen anderen vermeintlich aber schon.

      Liebe Grüße

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  11. Hallo Yasmin, deine Geschichte hat mir gerade sehr geholfen. Gerade sitze ich noch mit meiner Maus, 1 Monat alt, unter Tränen beim Stillen, weil die eine Brust schon wieder so sehr schmerzt. Ich war einfach wieder einmal so verzweifelt. Ich hatte leider nicht das Glück schon im Krankenhaus so viel Hilfe zu bekommen. Wenn jemand Zeit hatte, dann wurde die Brustwarze förmlich in den Mund gequetscht und ich fühlte mich genauso unbeholfen wie du. Zum Glück habe ich eine ganz tolle Nachsorgehebamme, ohne die ich sicher schon aufgegeben hätte. Es fing an mit einem Milchstau auf der linken Seite, dann waren beide Seiten entzündet. Auf einmal war die Milch im Hütchen (ohne das ging es zu der Zeit auch nicht) blutig. Ich hatte solche Schmerzen, dass ich mir am liebsten beim stillen die Zunge abgebissen hätte und hatte immer Angst vorm nächsten Anlegen. Wir haben uns mit abpumpen, immer wieder Pausen beim anlegen, Kompressen und Salben über Wasser gehalten. Seit einer Woche ist es besser, es klappt sogar ohne Stillhütchen. Doch heute habe ich wieder solche Schmerzen auf der linken Seite, so dass ich grade einfach so verzweifelt war und die Tränen liefen. Jetzt liegt die kleine Maus in meinen Arm und schläft friedlich und ich lese deine Geschichte und das hat mich gerettet. Jetzt kann ich viel optimistischer in die Zukunft schauen und habe wieder ein bisschen mehr Selbstvertrauen, dass sich die ganze Sache bei uns auch irgendwie einspielt und wir vielleicht auch irgendwann keine Kissenburg mehr brauchen und auch ich das stillen genießen kann. Ich will unbedingt weiterstillen, aber nehme mir jetzt vor die ganze Sache mit mehr Gelassenheit anzugehen. Also Danke für deine Geschichte und für den tollen Blog und die schönen Videos. Ich bin in meiner Schwangerschaft auf dich gestoßen, fand dich sofort sympathisch und freue mich immer wieder, dass ich durch deinen Blog auf Spoonflower gestoßen bin 😅.

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    1. Hallo, meine Liebe :)
      Du weißt gar nicht, wie viel mir dein Feedback gerade bedeutet hat und wie schwer ich mir deine Situation vorstelle. Dass ich dir mit meinem Artikel neuen Mut geben konnte, um weiterzumachen und am Ball zu bleiben trotz maximaler Schmerzen, ist einfach ein grandioses Feedback. Mir ging es ja auch darum, meine Geschichte zu teilen, um andere auf ihrem Weg zu begleiten und Mut zu machen.

      Und witzigerweise (ok, so lustig ist es eigentlich gar nicht), kann ich deine Schmerzen gerade seeehr gut nachempfinden. Welch Ironie, dass ich ausgerechnet heute, nach MONATEN! und nachdem ich diesen Artikel veröffentlicht einen Milchstau ganz übler Natur bekommen habe. Es tut einfach ALLES weh und ich saß vorhin schon weinend im Bett, um meine Kleine in den Schlaf zu stillen. Es ist eben nicht immer rosig und manchmal kommen solche "Rückschläge" aus heiterem Himmel. Aber ich bin mir sicher, dass es bei euch besser laufen wird und eure Stillbeziehung sich einspielt :)

      Ganz liebe Grüße, fühl dich gedrückt!

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  12. Liebe Yasmin,
    ich liebe deinen Blog und deine Videos und bin immer wieder gespannt auf Aliyas Entwicklung. Seit 2 Wochen bin ich nun selbst Mama und meine Stillgeschichte hat eher etwas von einem Drama. Es sind vermutlich mehr Tränen als Milch geflossen - dabei wollte ich immer unbedingt stillen. Und jetzt habe ich festgestellt, dass das gar nichts für mich ist. Leider ist mein Umfeld aber auch so darauf fixiert, dass man als Frau unbedingt stillen muss, dass ich mich nicht einmal traue, abzustillen. Danke, dass du auch den nicht stillenden Mamis da draußen Mut machst und Verständnis hast. Davon können sich ganz viele eine Scheibe abschneiden.

    Liebe Grüße

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