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Wann ist dieser Instagram-Lifestyle zwischen Gucci Bags und 10. Work Trip im Monat eigentlich zur "Norm" geworden?


Freitagabend. Ich sitze in pinker Jogginghose auf meiner Ikea-Couch und schreibe mit einer Followerin via Insta Direct. Sie machte mir soeben ein liebes Kompliment, das ungefähr so aussah: "Danke Yasmin, dass du normale Sachen zum Nachkaufen zeigst. Etwas, das ich mir leisten kann und nicht fernab jeder Realität liegt und für Frust meinerseits sorgt, weil ich trotz harter Arbeit und gut bezahlten Job eben nicht einfach mal so 5 neue It-Bags kaufen kann - geschweige denn eine einzige. Dass man bei dir nicht jeden Monat neue Designerwaren sieht, du nicht ständig in der Weltgeschichte umher jettest, sondern von deiner Couch aus schreibst. Ja, eben herrlich normal bist." - WOW! Was für ein Kompliment und Auslöser für diesen Text, der mir schon seit einigen Monaten auf dem Herzen brennt.

Klar, auch ich sitze zuweilen mit offenem Mund vor meinem Instagram Account und durchscrolle diese hübsch anzusehenden Feeds voller Reiseinspiration, süßen Outfits und witzigen Fotoideen. Aber wieviel Inspiration steckt da wirklich dahinter? Was hat das mit Mehrwert und nützlichen Infos über diverse Länder zu tun und wieviel bleibt nach einem quadratischen Foto wirklich hängen? Denn meist sehe ich nur eins: Labels, austauschbare Strände, überladene Frühstückstische, ein immer gleiches Muster und diese gewisse Ästhetik, die eben aktuell funktioniert. Um es mal ganz salopp zu sagen: Eine Fotomöglichkeit nach der nächsten zu jagen, ohne sich aber wirklich mit Ort und Kultur auseinanderzusetzen und dabei die neuste Designertasche in die Kamera zu halten, die auf Instagram super performt.

"Werde ich zynisch oder spricht da lediglich der Neid aus mir?" könntet ihr jetzt fragen.  Ja, ja, hier spricht die neidische Muddi, die Babykotze wegputzt, statt in Gucci zu flanieren. *Ironie off*

Sich die Welt anzusehen, ist ein Traum vieler Menschen. Diese süße Verlockung, dieser Ruf des Abenteuers, ein Ausbruch aus dem faden 0815 Leben, das augenscheinlich eben jeder lebt. Wer braucht schon die Stabilität eines Zuhauses, wenn man stattdessen nonstop für Firmen durch die Welt jetten kann? Wer braucht schon echte soziale Kontakte, wenn es auch die virtuellen Likes tun? Wer braucht schon Zara und H&M, wenn es auch Gucci, Saint Laurent und Co. gibt? Wer braucht schon wirkliche Erlebnisse, echte Reisemomente, die eben auch abseits des hübschen rosa Filters geschehen - häufig deutlich dreckiger, deutlich roher aussehen als im Square Format?


Ist dieser Lifestyle wirklich erstrebenswert oder nicht vielmehr eine leere, einsame Hülle, die zugegebenermaßen ziemlich schillernd aussieht?!

Ich schätze, jedes Jahr bringt seine Instagram-Trends. 2012 war es das 10€ Ikea Fell neben geblümter Rosenbettwäsche, wurde 2013 vom Triangl Bikini abgelöst und 2017? Ja, da sind es eben die Gucci Tasche, der Trip nach Indonesien, gefolgt vom 5. Work Trip nach L.A. Alles ganz easy, alles ganz normal.

Bis auf die Tatsache, dass es das eben nicht ist. Für die meisten von uns.  

Man kann es nicht einmal verübeln. Die Bilder sind wirklich ästhetisch anzusehen, laden zum Träumen ein, weil sie eben nicht alltäglich sind und entführen aus dem grauen Alltag (vielleicht ist das ja die Intention dahinter?). Sie haben absolut ihre Berechtigung. Erfüllen ästhetische Zwecke, sind professionell und meist mit Leidenschaft gemacht und müssen doch hinterfragt werden!



Wann hat es angefangen, dass dieser sehr extravagante Lifestyle als "normal" gelebt wird?

 Und somit ein völlig realitätsfernes Bild vermittelt. Wir haben doch auch ein Stück weit Verantwortungsfunktion - vor allem auch den jungen Usern gegenüber.

Dass Frauen anfangen, sich selbst, ihr Leben und ihren eigentlich gut bezahlten Job zu hinterfragen, weil sie sich nicht alle Nase eine Designertasche leisten können. Dabei spricht natürlich absolut nichts gegen die Liebe von Luxusgütern und wohlüberlegte und ersparte Erfüllungen eines Wunschtraumes in Taschenform. Wann es jedoch absurd wird? Wenn Anfang 20er beinahe schon inflationär enorm teure Luxusgüter konsumieren, die mehrere Monatsmieten verschlingen und diesen Lifestyle leben, als wäre es das Normalste der Welt. Denn genau dann passiert, dass junge Mädels verzweifelt dem "instafame", dem schnellen Geld hinterjagen, um ebenso schillernd durch die Welt zu jetten. Nur, dass das eben nicht eben mal so funktioniert. Versteht mich nicht falsch. Diese Frauen haben (meistens jedenfalls) ihren Allerwertesten abgerackert, um genau dort zu sein, wo sie sind. Sie sind erfolgreich und nicht ohne Grund. Sie haben sich Stück für Stück immer perfektionistischer hochgearbeitet und sich selbst zur Brand gemacht. Sind Fotograf, Model, Editor, Publisher und CEO in einem. Eine wirklich schwere Aufgabe im Haifischbecken Instagram, das nur vor Fischen wimmelt. Da durchzustarten, ist echt nicht easy im Zeitalter von "Gääähn, habe ich alles schon einmal gesehen".

Man gönnt ihnen den Erfolg, sieht sich gerne mal die traumhaften Impressionen an und doch bleibt bei mir manchmal ein fader Nachgeschmack bei der Art und Weise wie darüber geredet wird. Die leise Frage, ob es das wirklich ist, dieses Leben. Mit der Kamera, dem Fotografen oder Instagram Husband von Ort zu Ort zu jetten, mehr Reiseziele im Monat anzupeilen, als der Ottonormalverbraucher in einem Jahrzehnt realisieren kann und dann aber nicht wirklich mehr Infos liefern zu können, als eine Liste erstrebenswerter Foto Hintergründe.
Wisst ihr, mich stört nicht einmal direkt der Lifestyle an sich, denn Reisen, sich etwas gönnen, ist großartig. Ja, man sollte es viel öfter machen. Träume anpacken und sie verwirklichen. Persönlicher Luxus hat schließlich viele Facetten. Für den einen ist es das Familienleben auf dem Dorf, für die anderen der Kauf der neusten It-Bag.

Was mir aber sauer aufstößt? Wenn die Wertschätzung fehlt. Wenn darüber geredet wird, als sei dies völlig normal oder man bei genauem Hinsehen erkennt, dass der Lifestyle irgendwie leer zu sein scheint. 

Nicht falsch verstehen, das ist keine übergreifende Kritik an all meinen Kolleginnen, denn es gibt solche und solche. Ebenso möchte ich weiß Gott niemanden ein Leben in der Provinz aufdrängen. Denn nur weil ich so lebe, wie ich lebe, müssen das nicht alle anderen auch. Aber wenn man rechts und links schaut, sieht man, dass es auch anders geht. Dass es Frauen gibt, die wirklich als Vorbilder dienen, hinter deren schönen Fotos mehr steckt als nur leere Hülle. Schaut euch beispielsweise Luise an. Sie rockt in einem Moment die Straßen New Yorks und im nächsten wandert sie durch den asiatischen Dschungel, teilt ihre bunte Gefühlswelt, macht auf Missstände aufmerksam und motiviert, die eigenen Träume in die Hand zu nehmen und das mit Hilfe ihres wunderbaren Schreibtalents. Ebenso wie die andere Luise, die erst kürzlich auf dem Coachella tanzte und dabei super motivierenden Content mitbrachte - gute Laune in Videoform, zum Anfassen. Lina Mallon, die gerade ein Experiment wagt und Kapstadt aufsaugt, um einfach mal auszubrechen, dem Verlangen nachzugeben, neue Wege einzuschlagen und dabei fantastische Texte verfasst. Julia, die voller Abenteuerlust steckt, ein wahrer Pro im Reisebusiness ist und kaum bewanderte Pfade wählt, wenn es um ihre Reisen geht. Oder auch Regina, die ihre kleine, süße Familie schnappte und erst letzte Woche abenteuerlich und wirklich nicht alltäglich durch Island tourte und dabei zeigte, wie man so ein Abenteuer mit Kleinkind wuppt.

Der Unterschied für mich? Die Mädels bringen Geschichten mit, echte Stories, wirkliche Abenteuer, greifbare Gefühle, die sie nahbar machen. Da sehe ich mehr als eine Designertasche, die nur gekauft wurde, weil sie gerade hipp ist und die Instagramperformance in die Höhe treibt. Dankbarkeit und Wertschätzung für das, was sie machen.  Sie inspirieren, sie nehmen mit, sie rütteln auf und wecken Sehnsucht. DAS ist etwas, auf das man neidisch sein kann.

Vielleicht ist es eben ein Zeichen der Veränderung und natürlich auch ein Stück weit durch uns Konsumenten selbst gemacht. Denn dieser Content wird gerade nur gehyped, weil wir ihn liken. Und doch finde ich diese Entwicklung fragwürdig und die Überlegung, wie das Ganze denn nun "getoppt" werden soll und was als Nächstes kommen mag, etwas angsteinflößend. Vielleicht bin ich aber auch nur etwas nostalgisch und sehne mich nach den Zeiten, als Outfits noch nachkaufbar und nahbarer waren und ich nicht beim Klick auf die Liketoknowit App jedes Mal meine Kinnlade wieder aufsammeln muss, wenn ich sehe, dass das süße Kleid meine halbe Monatsmiete kosten soll. Vielleicht hänge ich aber auch zu sehr im Jahr 2014 fest, als diese Blog- und Instagramwelt insgesamt einfach greifbarer, echter wirkte, ich mich besser identifizieren konnte und alltägliche Geschichten ebenso wie besondere Stories schrieb. Der Mehrwehrt gefühlt größer war als der schnelle Konsum von Motiven, die abseits meiner Lebensrealittät liegen.

Natürlich könntet ihr jetzt behaupten "Dann lösch doch einfach diese Accounts aus deinem Feed". Ja, habe ich schon lange gemacht und durch kleinere, nahbarere, meinen Interessen entsprechenden ausgetauscht. Denn nur so verändert man die Situation. Indem man anderen Accounts die Chance gibt, ihre Story zu erzählen, zu beweisen, dass Instagram eben doch mehr sein kann als oberflächliche Hülle, dass echter Austausch, gegenseitige Unterstützung und hilfreiche Tipps wirklich existieren. Und doch verschwindet dadurch das Phänomen suggerierter Normalität des Exklusiven und damit einhergehenden Zweifel der anderen, die vielleicht nicht ganz so reflektiert hinter die Kulissen schauen und tagtäglich unwirklichen Lifestyles hinterherjagen, nicht einfach aus der Welt.

Wie seht ihr dieses strittige Thema? Alles eine Frage des Entfolgen-Buttons oder berechtigte Kritik an einem Lifestyle, der zwar hübsch anzusehen ist, dem aber bei genauem Hinsehen die Substanz fehlt?


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14 Kommentare

  1. Das ist etwas, das mich schon lange beschäftigt und ich absolut genauso sehe wie du! Ich habe nichts gegen Blogger wie Lina Mallon oder auch Vicky von BikinisandPassports. Ja, die kaufen sich auch an und an eine Designertasche, aber sie tragen sie dann auch Jahr für Jahr. Outfit für Outfit und werden nicht eine Woche später von der nächsten (wahrscheinlich auch noch ausgeliehenen) Designertasche ersetzt.
    Ich erinnere mich auch gerne an die Zeiten, als die Neon-Statement-Kette von H&M oder Zara Schuhe das Blogger Accessoire waren und nicht die Gucci oder Celine Tasche.
    Eine Lösung für das Problem habe ich aber auch nicht, außer eben wirklich die Leute aus seinem Feed zu verbannen, die einem einfach nichts geben. Und das sind ja einige. Außerdem muss man wohl einfach Blogs mehr unterstützten und promoten, die man mag und bei dem es wirklich um den Content geht und nicht nur um hübsche Bildchen bei Instagram.
    Danke auf jeden Fall für diesen Beitrag! Absolut wichtig darüber zu schreiben.

    Lg Anne
    von recklessly-restless.com

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  2. Hallo Yasmin :)

    Ich folge dir auf dem Blog schon fast von Beginn an und eigentlich nur eine stille Mitleserin. Diesen Text hier finde ich so toll und schön geschrieben. Du sprichst mir aus der Seele. Instagram habe ich 2014 für mich entdeckt. Damals waren die Bilder realistischer und jeder hatte einfache Sachen, die man in normalen Geschäft nachkaufen konnte. Mir kommt es so vor, als ob die meisten großen Blogger immer mehr haben wollen. Ich finde es auch schade, dass viele der großen Blogger ihrem Kooperationen mit Hotels etc nicht markieren und junge Menschen glauben, dass es normal ist mal eben nach New York zu fliegen für ein paar Tage. Klar, schaue ich mir die Bilder auch gerne an, aber ich weiß, dass es bezahlte Reisen sind. Ebenso nutze ich die Bilder auch für Urlaubsinspirationen (Urlaub zu diesen Orten, die irgendwann in weiter Ferne anstehen). Ich bin auch gespannt was noch kommen wird.
    Ich für meinen Teile, folge vielen großen Accounts bei Instagram nicht mehr. Die kleinen Accounts (von neben an), die natürlich sind, mag ich viel lieber.

    Viele Grüße
    Annka :)

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  3. Liebe Yasmin! Das hat mich eine Zeit lang auch ganz schön beschäftigt. Als ich angefangen habe Blogs zu lesen, so ca. 2011/2012, war ich noch ziemlich jung und stand noch am Anfang meiner Teeniezeit. Seit damals haben mich Blogs begleitet und tun es noch immer, einfach aus dem Grund das dabei Schrift und häufig auch Persönlichkeit zusammenkommen. Anfangs las ich vor allem Beautyblogs, und zwar die mit die mit den Essence Limited Editions und Dm-Hauls. Essence Nagellacke hatte ich in dieser Zeit auf jeden Fall viele...Kooperationen haben offenbar schon "damals" funktioniert und waren wahrscheinlich noch längst nicht so gut gekennzeichnet wie heute ;) Von da gings über die Blogverlinkungen (noch so ein altes Phänomen an das du in diesem Post erinnert hast) weiter zu Backblogs und schliesslich den Lifestyleblogs/persönlichen Blogs. Kurz und intensiv gabs auch mal die Phase der Influencer, denen man halt eher auf Instagram und Snapchat folgt weil der Blog meist zwar hochwertige Bilder, aber nur drei Sätze hergibt. Genau wie du schreibst, ich respektiere die harte Arbeit dahinter, die Bereitschaft, sich selbst und sein Leben als wichtigstes Kapital einsetzen. Die Bereitschaft, alles für seinen Job zu geben, weil "alles" eben zum Job zählt, die Kleidung, die Freunde, die Wohnung, die persönliche Einstellung, die Social-Media-Accounts. Gleichzeitig hat für mich das Folgen dieser Leben zeitweise nur ein grosses Gefühl der Langeweile und der Übersättigung hinterlassen. Weil man sich eben fragt, was kommt denn dann da noch? Wenn doch schon jedes Reiseziel abgeklappert ist, alle grossen Kooperationen schon da waren? Ich bin noch so jung, ich habe noch so viele Träume, aber wenn ich faktisch Gleichaltrige sehe, deren Träume alle schon erfüllt zu sein scheinen, dann würde ich manchmal gerne mehr sehen, erfahren, welche persönlichen Lebensziele sie noch haben, ganz abseits von Followerzahlen etc. Wollen sie noch eine Sprache lernen, an einem bestimmten Ort leben, schon immer eine Familie gründen? Ich weiss es nicht und genau dadurch bleibt alles nur an der Oberfläche, scheint alles eigentlich immer nur das gleiche zu sein, die Reisen, das Frühstück, die Fotos. Sehnsucht zu wecken ist so ein wichtiger Faktor, um einen Blog und den Menschen dahinter interessant zu finden!
    Ein schwieriges Thema, da es keineswegs mit Neid zu tun hat. Es ist mehr ein sich selbst reflektieren, um zu merken, okay, die lebt einen absoluten Traum, aber es ist leider gar nicht mein Traum.
    Du hast da auf jeden Fall ein wichtiges Thema angesprochen und ganz allgemein (Kompliment zum Schluss :) deinen Blog lese ich schon seit Ende 2014 sehr sehr gerne! Das Video mit den Weihnachtsgeschenkideen hat mich damals zum Folgen gebracht und ich freue mich sehr für dich, dass du inzwischen eine eigene kleine Familie hast und trotzdem immer noch so voller Ideen für deinen Blog steckst!
    Ganz liebe Grüsse, Kathrin

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  4. Ein wirklich schwieriges Thema. Was mich angeht, so habe ich in meinem Feed nur noch ein paar solcher Influencer (allein dieses Wort würde man doch gern aus dem täglichen Wortschatz verbannen!), die ihre neueste Gucci auf Bali (man füge hier ein beliebiges Reiseziel - möglichst weit weg - ein) präsentieren, aber eben vor allem 'normale' Instagrammer. Was ich ganz wichtig finde, ist, dass man auch selbst darüber nachdenken sollte, was andere posten und eben darüber reflektiert. Wenn ich mir die Fotos solcher Influencer anschaue, dann kann ich das gut und gerne und von mir aus auch mehrmals täglich tun, solange ich mir bewusst bin, dass das eben nicht der Realität entspricht. Das ist wahrscheinlich einfach das Problem, da gerade Jüngere einfach nur noch dieses Instagram-Bild vermittelt bekommen. Den Bloggern/Instagrammern/whatever, die du am Ende aufgezählt hast, folge ich übrigens auch, gerade weil sie so authentisch sind und ihr Ding durchziehen.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
    Kristina

    http://keepcalmandeatmorecake.blogspot.de

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  5. Ich sehe dieses Problem nicht nur auf Instagram, sondern auch allgmein auf Blogs. Ich hatte früher sicher 10 Blogs, deren Texte ich täglich laß, mittlerweile sinds 3, weil viele mir zu realitätsfern geworden sind....
    Mich interessiert alltagskram, selbst wenn's "belanglos" oder langweilig erscheint, ich finds deutlich interessanter zu sehen, wie du dich in der mutterrolle zeigst. Egal obs modisch oder allgemein im alltag ist. Oder auch deine rezepte, deine gedanken, sowas kann niemand so einfach kopieren, teure handtaschen hingegen schon. :)

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    1. Vielen lieben Dank für das Feedback und auch das Kompliment :) Mir geht es da ehrlich gesagt ganz genauso. 2009 fing ich an Blogs zu lesen, zwischen 2012-14 war dann so der Höhepunkt für mich und seitdem hat sich doch einiges sehr verändert. Nicht immer zum Positiven und ich selbst bleibe viel seltener als Konsument hängen.

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  6. Ein sehr schöner Post! Ich merke selbst immer, dass ich solchen Leuten eher ungern folge. Meistens gucke ich kurz in den Feed rein, bin beeindruckt und folge ihnen für zwei Wochen. Dann fällt mir langsam auf, dass es immer das gleiche ist. Mal hier ein Bild in London, dann eins in New York und das nächste kommt aus Kopenhagen. Und was haben sie gemeinsam? Sie könnten auch alle an einem Ort geschossen sein. Sie sehen irgendwie dann doch alle gleich aus. In dem Moment entfolge ich dann in der Regel. Also Follower will ich doch Abwechslung. Mal etwas neues sehen. Vielleicht eine neue Pose, oder auch einfach nur etwas anderes als das gute alte "Good Morning", "Friyay" oder so unter den Bildern lesen.
    Bei dir schaue ich immer total gerne vorbei, du bist total lebensnah und ohne dich auch nur jemals getroffen zu haben habe ich das Gefühl, dass du äußerst sympathisch bist. Ich glaube einfach dadurch, dass du so offen bist. Du zeigst zwar nicht jedes Mal eine neue Stadt im Hintergrund oder diverse teure aber gesponsorte Hotelfrühstücke, sondern einfach Eindrücke aus dem echten Leben und das macht es so echt. Mir persönlich gefällt das viel besser, als jede neue It-Bag, die ich mir so oder so nicht kaufen möchte :D
    Liebe Grüße,
    Leni :)
    http://www.sinnessuche.de

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  7. Oh Yasmin, was für ein guter Post, den ich zu 100% unterschreiben kann! Wahnsinn, wie sich die Szene im Laufe der Zeit verändert hat.

    Liebe Grüße,
    Jil

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  8. Du hast so Recht! In der heutigen Zeit ist vieles einfach schwerer geworden. Ich bin meistens glücklich mit dem was ich habe aber oft sieht man diese Bilder oder liest diese Geschichten und denkt sich "was mache ich eigentlich falsch"... Je nach Stimmungslage kann einen das echt runter ziehen und man zweifelt an sich, seinem Job, seiner Einrichtung, seinem Geschmack, einfach an allem. Man denkt man ist nicht mehr ewig jung und wenn man es jetzt nicht schafft wann dann?! Das macht mich manchmal traurig den in dieser Zeit wo - wie du schon sagst - Itbuggs oder Reisen etc wichtiger sind man so vieles es den Augen verliert was genauso wunderschön ist. Ich lese deinen Blog schon sehr lange und habe jedes mal das Gefühl mit einer guten Freundin mich auszutauschen. So gerne sehe ich mir deine Outfits oder deine Gestaltung in der Wohnung an um mir Anregungen zu holen. Ich bin ehrlich alleine würde mir vieles nicht einfallen. Oft stehe ich in der Stadt und möchte mir etwas kaufen und verzweifel oft. Aber bei dir finde ich Inspiration und ich glaube das ist das was ein Bild, ein Blog oder ein kurzer Story aus macht. Menschen erreichen und ihnen helfen.

    Mach weiter so!!
    Alles Liebe und Danke das du so bist wie du bist!
    Eileen

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  9. Mir gefällt der Post und der Gedanke dahinter wirklich gut. Mir scheint, als würden sich alle immer mehr in einer Scheinwelt verstecken wollen.

    Mir kommt es so vor als wird Instagram jeden Tag größer und ich scrolle durch immer mehr Fotos, die mich vielleicht auch gar nicht mehr so interessieren, dass ich sie nur flüchtig duchschaue.
    diese Fotoflut wird für mich dass zu viel, wenn durch irgendwelche Fotos, mehr oder weniger Werbung, die Fotos von Freunden untergehen, die mich wirklich interessieren. Das finde ich sehr schade. Deswegen versuche ich, nur denen zu folgen, die mich wirklich interessieren.

    Liebe Grüße
    Maresi

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  10. Danke für diese Worte!
    Ich persönlich finde die Entwicklung vor allem auf Instagram sogar noch etwas bedenklicher also du es darstellst.
    Ich habe mit Instagram vor ein paar Jahren angefangen. Ich hatte zig Personen abonniert, deren Feeds und Fotos mich begeistert haben.
    Inspiration bedeutet für mich nicht nur, dass ich mir träumerische Fotos anschaue, sondern dass ich mir etwas für mich selbst abgucken möchte. Ich suche mir Inspiration bei jemandem, für mein eigenes Leben.
    Das ging wirklich gut! Toll dekorierte Teller, jemand der genüsslich seine Tasse Tee mit Kuschelsocken auf der Couch trinkt, ein Foto von einem spontanen Trip nach Holland ans Meer...alles irgendwie Dinge, die für mich einen Denkanstoß gegeben haben, der umsetzbar war.
    Irgendwann kam der Punkt, an dem die Feeds und Menschen dahinter bekannter waren, zu "Influencern" wurden. Und in mir stieg der Widerwille mich "beeinflussen" zu lassen.
    Der "skinny detox Tee" und der "Proteinshake" standen im Vordergrund, nicht mehr das Leben und der Moment drum herum.
    Dass bei Instagram alles perfekt in Szene gesetzt wird ist mir dabei natürlich bewusst, aber dennoch wurde ich das Gefühl irgendwann nicht mehr los nur noch zwischen Werbefotos und unrealistischen Zielen hinterher zu eifern.
    Man vergleicht unweigerlich seine eigene Situation mit denen bei Instagram, wenn man auf der suche nach Inspiration ist und dann wurde mir bewusst, dass mich meine Inspirationsquelle anfing runter zu ziehen, denn so eine Handtasche/Hotel/Apple-Kollektion/Schminkcollection werde ich wohl nie besitzen.

    Worauf ich hinaus möchte... Man muss mittlerweile wirklich sorgfältig aussortieren, wem man noch folgen möchte, um nicht vollkommen unrealistischen Idealen hinterher zu eifern.

    Daher von mir ein großes Danke schön an dich, für deine vermeindlich "langweiligen" Alltagsposts, die ich absolut liebe!
    Also hör bitte nicht auf die ganz normalen Dinge des Lebens zu erzählen und zu feiern.

    Liebste Grüße
    Andrea ♥

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  11. Oh! Du sprichst mir so sehr aus der Seele! Es tut einfach mal gut zu lesen, dass man nicht alleine mit seinen Gedanken ist. Ich finde auch das Konsumverhalten, welches man durch Instagram erlangt, sehr bedenklich und ich habe dies erst sehr deutlich durch meinen Verzicht auf Shopping während der Fastenzeit gemerkt.
    Wir sollten uns einfach mehr an dem glücklich schätzen was wir haben. Ein Dach über dem Kopf und genug zu essen. Einen Job, eine Familie. Und nicht die x-te Tasche von Gucci. Klar, wenn man mir eine schenken würde, würde ich auch nicht ablehnen, aber die 1.000 € investiere ich lieber in einen Urlaub oder spare eben :)

    Hab einen schönen Abend und lass deinen Blog so authentisch wie er ist :)


    Liebe Grüße
    Ena von Just a swabian girl

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  12. Oh wie wahr. Kann deine Aussagen nur untermalen und muss dennoch zugeben, dass auch ich diese Blogs aboniert habe bzw. bei Insta oder Pinterest solche Fotos gerne ansehe/pinne.
    Wieso? Ich denke, auch wenn man es in unserem Alter mittlerweile hinterfragt und weiß, dass nicht alles Gold is was glänzt, man das Gold dennoch gerne bewundert.
    Wer träumt nicht von einer schönen Gucci oder Birkin Bag? Und da der Traum unerreichbar scheint, ist es ein um so schönerer Traum.

    LG,

    Isa - Lovefolio

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  13. Liebe Yasmin, was für ein Zufall, das du diesen Text gerade jetzt veröffentlichst. Ich war ein paar Wochen im Offline-Urlaub und habe, als ich vor ein paar Tagen zurückkam, Instagram gelöscht. Ich habe einfach gemerkt, dass es mir überhaupt nicht gefehlt hat, ich viel mehr im Moment sein konnte und selbst etwas erlebt habe, anstatt anderen beim Leben zuzusehen. Blogs lese ich mittlerweile auch nur noch sehr wenige regelmäßig - aber deinen immer :)

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