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Let's Talk #2 - Beziehungsalltag, Partnerschaft, Konflikte

Hallo, ihr Lieben!
Nachdem die erste Runde Let's Talk so gut bei euch ankam und ich auf diversen Kanälen Zuspruch zur neuen Kategorie erhalten habe, geht es direkt weiter mit Teil 2. Dieses Mal dreht sich alles um das Thema Partnerschaft, Beziehungsalltag und Romantik. Eure Fragen - meine Antworten und wie auch beim letzten Mal freue ich mich, wenn ihr mir eure Antworten in den Kommentaren hinterlasst.


1. Wie habt ihr euch kennen gelernt? Und glaubst du an Liebe auf den ersten Blick?


Ich habe Stefan in der Oberstufe kennen gelernt, als die Klassen nach Wahlkursen neu gemixt wurden. Dort waren wir aber lange Zeit nur gute Freunde, bis wir irgendwann so eng zusammengewachsen sind, dass wir uns eingestehen mussten, dass das eindeutig mehr als nur Freundschaft ist. Anfangs waren wir sehr vorsichtig, denn wenn bei einer Freundschaft allmählich stärkere Gefühle wachsen, kann das fix nach hinten losgehen. Etwa wenn einer der beiden stärker involviert ist oder das Ganze nach kurzer Zeit scheitert. So standen Fragen im Raum, ob es sich lohnt, die Freundschaft für eine eventuell nicht funktionierende Beziehung aufs Spiel zu setzen und schlimmstenfalls später getrennte Wege zu gehen. Aber ganz ehrlich? Ich bin in der Hinsicht der Meinung, dass man es wenigstens probieren sollte. Wie blöd wäre es bitte, es nur aus Angst nicht versucht zu haben, den besten Mann die ganze Zeit vor der Nase zu haben und es einfach nicht zu probieren. Stattdessen in andere Richtungen Ausschau zu halten und am Ende kommt es im Leben vielleicht doch so, dass man getrennte Wege geht, weil es einfach zu lange dauert, bis sich beide Partien die Gefühle eingestehen können. Deswegen: reden und Initiative ergreifen. Wenn man sich lange Zeit kennt, sollte man die Gefühle des anderen ja doch besser einschätzen können als nach einem ersten Date.

War es Liebe auf den ersten Blick? Eher nicht. Beziehungsweise steckt die Antwort ja bereits oben im Text. Um ehrlich zu sein, war ich noch nie auf den ersten Blick verliebt. Klar, da sind Gefühle im Spiel, dass man sich hingezogen fühlt, die Person interessant und spannend findet, um mich aber zu verlieben, braucht es mehr als nur ein äußeres Erscheinungsbild. Ich muss die Person kennen lernen, hinter die Fassade blicken und all die kleinen süßen, verrückten, in den Wahnsinn treibenden oder auch interessanten Fakten, die man über eine längere Zeitspanne kennen lernt, ergeben dann das Gesamtpaket, in das man sich mit der Zeit dann doch plötzlich verliebt hat. Bei mir war es immer ein schleichender Prozess, lockeres miteinander abhängen, kennen lernen, sich auf einem nicht romantischen Weg nahekommen durch viele Gespräche, Unternehmungen und innerhalb dieses ungezwungenen Rahmens, der anfangs so gar keine Romantik oder Liebe oder Körperlichkeiten im Sinn hat, haben sich stets die längsten Beziehungen ergeben. So eben auch bei Stefan und mir. Also: Liebe auf den ersten Blick? Daran glaube ich nicht, aber es gibt bestimmt etwas wie Anziehung auf den ersten Blick.

2. Warum habt ihr vor Aliya nicht noch geheiratet und wie stehst du zum Thema Ehe?

Ganz ehrlich? Diese Frage finde ich absolut überholt. Verliebt, verlobt, verheiratet und dann ein Kind? Im Jahr 2017 sollten doch auch andere Modelle möglich sein. Klar, wir sind über 8 Jahre zusammen und da steht eine Hochzeit im Raum. Aber losgelöst von dem gesellschaftlichen Zwang, losgelöst von der Vorstellung, es gehöre sich so, nur weil man Familie gegründet hat. Wenn wir heiraten wollen, machen wir das. Aber nicht aus bürokratischen Gründen oder weil das dem gesellschaftlichen Bild von einer Familie entspricht, sondern weil wir uns lieben und weil wir das Gefühl haben, diese Liebe durch die Ehe zu besiegeln.

Ich sehe das Ganze also recht locker. Es soll heiraten, wer mag, wann er mag und aus welchen Gründen auch immer. Ehrlich gesagt, bräuchte ich keine Hochzeit, um zu besiegeln, dass ich den Mann fürs Leben gefunden habe, denn das hat auch die letzten 8 Jahre ganz gut ohne Trauschein funktioniert. Und doch finde ich die Vorstellung schön, es irgendwann offiziell zu machen, aber vor allem ein rauschendes Fest mit Freunden und Familie zu feiern. So ein paar Vorstellungen vom Traum in Weiß habe ich dann schon und ich möchte es um nichts versäumen, einmal im Leben so ein tolles Fest der Liebe zu feiern. Wenn dann wollen wir aber heiraten, weil wir es zu dem Zeitpunkt wollen und nicht, weil es von außen erwartet wird.


3. Hat sich eure Dynamik durch das Baby sehr verändert?

Natürlich! Wir sind nicht mehr nur eine Einheit aus Stefan und Yasmin, sondern auch Mutter und Vater unserer kleinen Tochter. Wir sind enger zusammengewachsen als je zuvor, sind ein Team, müssen uns aufeinander verlassen können und haben gemeinsam eine Vorstellung entwickelt, wie wir unser Kind großziehen wollen und wie unsere Zukunft aussehen soll. So wie unsere Rollen sich verändert haben, gilt das auch für unsere Alltagsroutinen. Wir sind für unterschiedliche Aspekte im Altag zuständig, wobei direkte Absprachen und ein Hand in Hand enorm wichtig ist. 

Und auch so ist natürlich der Wandel von der Zweisamkeit zur Dreisamkeit enorm. Da ist schließlich jetzt ein kleines Wesen, das zusätzlich unsere Liebe erhält. Wir teilen quasi in gewisser Weise und ich denke, dass es vor allem für den männlichen Part eine Umstellung bedeutet, dass das Baby zunächst an erster Stelle steht. Wichtig ist nur, sich gegenseitig nicht aus den Augen zu verlieren und trotz Dreisamkeit Zeitfenster nur für sich zu schaffen.

4. Wie schafft ihr es im Alltag und damit einhergehenden Veränderungen glücklich zu sein?

Ich sage es immer wieder: Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg. Ihr müsst reden, reden, reden. Manchmal habe ich das Gefühl, dass in Partnerschaften zu wenig geredet wird, stattdessen wird verlangt, dass der andere Gedanken lesen soll. Wenn einem was auf dem Herzen liegt, wird dann geschwiegen oder beleidigt reagiert, statt einfach offen zu sagen, wo der Schuh drückt. Ganz ehrlich? Ich kann doch nicht ewig Zeit damit verbringen, ein Rätselraten zu veranstalten, ob und was dem anderen gerade nicht passt. Natürlich entwickelt man ein Gespür dafür, ob es dem Partner gerade gut geht und wenn man merkt, dass dem nicht so ist, spreche ich das eben an. Diese Ehrlichkeit und das Vertrauen untereinander sollte da sein, einfach über alles Positive wie Negative reden zu können. Denn nur wenn man Differenzen anspricht, können sie schließlich aus dem Weg geräumt werden. 

Ja, Reden ist der wichtigste Punkt. Ich hatte aber hier in diesem früheren Post zu dem Thema einige weitere Punkte aufgegriffen, die für mich zu einer harmonischen Beziehung beitragen. Das Thema Zeit und Hobbys für sich zu beanspruchen, ist beispielsweise ein super wichtiges.

5. Welche Eigenschaften sind dir in einem Partner am wichtigsten?

Ehrlichkeit - nur wenn man zueinander offen und ehrlich ist, kann der vorhergehende Punkt funktionieren. Kommunikation ohne Ehrlichkeit kann man doch knicken. Um also keinen Unmut, Missverständnisse oder tiefgründige Probleme entstehen zu lassen, sollte man einfach ganz ehrlich bereden, was einem auf dem Herzen liegt.

Vertrauen - hängt natürlich auch mit dem Punkt Ehrlichkeit zusammen. Ich bin kein eifersüchtiger Mensch, denn ich finde Eifersucht unnötig. Wenn ich meinem Partner vertrauen kann, worauf sollte ich eifersüchtig sein? Diesen Stress erspare ich uns. Durch unsere Ehrlichkeit und die Kommunikation weiß ich, dass ich ihm zu 100% vertrauen kann und umgekehrt. Und das ist für mich eine enorm wichtige Basis einer Beziehung.

Diese Portion Humor und Verrücktheit - neben diesen eher fundamentalen Eigenschaften, muss ein Partner für mich aber auch einen guten Humor haben und diese kleinen, verrückten Macken, über die ich auch nach 8 Jahren den Kopf schüttele, sie aber abgöttisch liebe. Wenn der Charakter nicht zu glatt poliert ist, sondern Ecken und Kanten hat, schräge Eigenheiten, über die man staunen und lachen kann, die zu Gesprächen führen und zu unerwarteten Lachanfällen. 

Jetzt seid ihr dran - wie würde eure Antworten zu den Fragen ausfallen? Und welches Thema interessiert euch als nächstes: Reisen und Kultur oder Baby- und Mamaalltag?



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3 Kommentare

  1. Danke, dass du deinen Lesern ein Blick hinter die Kulissen gibst. Ich finde es total spannend mitzubekommen, wie Familien ihr Leben meistern. Du wirkst dabei unheimlich ausgeglichen und natürlich sieht man die Liebe in deinen Augen. Du bist eine super Mama :)
    Ich bin erst 16 und hatte noch nie eine Beziehung, deshalb kann ich nicht so viel sagen wie es werden könnte. Aber jeder Mensch hat, denke ich, seine Vorstellungen und Werte, die man weitergeben möchte. (;
    Euch noch ein schönes Wochenende :)

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  2. Schöner Beitrag :) Ich mag diese Kategorie auch sehr. Und Kommunikation ist wirklich das A und O!

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  3. Huhu,

    dann mach ich mich mal ans antworten :D
    1. Kennengelernt habe ich meinen Mann über ein Online Spiel :D geknistert hat es wohl schon eine Weile (sagt unser Umfehlt), gemerkt haben wir es erst nach einem halben Jahr.
    2. Wir haben kein Kind, aber wir sind seit 1,5 Jahren verheiratet. Nicht, um gesellschaftliche Zwänge zu erfüllen, sondern weil wir es wollten und vor allem: Wie wir es wollten. Wir haben jede Menge Kritik dafür eingesteckt (wir waren nur der engste Familienkreis mit 11 Personen - aber es war traumhaft), aber es war eben unsere Hochzeit und nicht die der anderen. Ich sehe das aber genauso wie du: wer heiraten will, soll heiraten. Wer es nicht will, soll es lassen. Mir aber bitte nicht seine Meinung aufzwingen (missionieren) :D
    5. Ehrlichkeit: Mein Mann versucht mir nach über 6 Jahren immernoch weis zu machen, dass manchmal alles in Ordnung ist. Ähm... nach 6 Jahren kenne ich seine Gefühlsregungen ganz genau und wenn ich merke, dass was nicht passt, frag ich nach. Er sagt dann immer, dass alles in Ordnung ist (was nicht stimmt) Das nervt mich immer. Langsam fängt er an mir dann zu sagen, dass es nichts wichtiges ist oder so in der Art. Das ist mir lieber :)

    Mich würde als nächstes das Thema Reisen interessieren.

    Viele liebe Grüße
    Franziska

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