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Hand aufs Herz: Warum Auszeiten im Mama-Alltag so wichtig sind

Hallo, ihr Lieben!
Während ich diese Zeilen tippe, schaue ich ständig etwas irritiert neben mich, denn das kleine Bündel Liebe, was sonst 24/7 bei mir ist, wird gerade von Stefan in der schönsten Sonntagssonne ausgefahren. Warum ich gerade nicht dabei bin? Weil man als Mama einfach auch mal Auszeiten benötigt und das ist meine allererste richtig allein. Irgendwie komisch, so ohne Baby durch die Wohnung zu wandern und so richtig etwas mit mir anzufangen, weiß ich auch gerade nicht.

Eigentlich sollte das hier nur ein Outfitpost vom letzten Wochenende werden mit einem super winterlichen Look, den ich trug, als wir mit unseren Eltern in der Heimat spazieren gingen. Wer mag, kann sich ein paar Einblicke des Wochenendes übrigens in meinem neuen Vlog unten ansehen. Statt aber über warme Wintermode zu schreiben, hatte ich das Thema Auszeiten auf dem Herzen.

Letztes Wochenende war dieser Spaziergang z.B. so eine kleine Auszeit - obwohl die kleine Maus natürlich dennoch dabei war. Ihr werdet jetzt fragen: aber Yasmin, wovon denn eine Auszeit? Hast du denn die Nase voll vom Mama-Sein? Um Gottes Willen, Nein! Aber das heißt nicht, dass man nicht ab und an auch mal Durchschnaufen muss nach einer stressigen Woche. 

Im Job ist das ja so, dass eine Mittagspause abzusehen ist und man irgendwann einfach mal den Stopp-Knopf drücken kann. Ab nach Hause, Türe zu und entspannen. Das gelingt mir mit Baby mal mehr oder weniger gut und die Erkenntnis, dass dieses Mama-Ding eben doch eine 24/7 Geschichte ohne Aus-Knopf ist, wird einem spätestens in harten Phasen bewusst. 

Ob das jetzt ein Jammer-Post werden soll? Nein, aber ich mag ehrlich mit euch sein. Mama-Sein ist verdammt anstrengend und manchmal, ja manchmal da geht einem die Luft aus und so sehr man dieses kleine abhängige Bündel liebt, so sehr sehnt man sich nach einer klitzekleinen Auszeit. Nur mal 5min zum Durchschnaufen, eine ruhige Dusche, ein ausgiebig zubereitetes Mahl, statt schnelle mache fix in 10' zusammengemanscht. 

"Ob mir nach nur 2 Monaten schon die Puste ausgeht?", höre ich manche hämisch fragen. 


Ja klar! Nicht ständig, aber manchmal an einem von 10 Tagen. Es gibt einfach diese Tage, die auch dazugehören. Bei denen man sich ins Gedächtnis ruft, wie verdammt abhängig und hilflos so ein kleiner Knirps ist und seine Mama eben den ganzen Tag braucht, ganz viel Nähe, ganz viel Kuscheln, ganz viel Wärme. Auch wenn das bedeutet, dass wir stundenlang zu nichts anderem kommen, dass der Haushalt liegen bleibt, dass es in dem Moment nur Mama gibt und keine Yasmin. Wenn dann mal solche härteren Tage, gemischt mit eher unruhigen Nächten, aufeinanderfolgen, ist es also völlig legitim, mal eine Auszeit zu wünschen und sie sich zu nehmen.

Warum ich das jetzt also hier so unverblümt schreibe?


Weil ich ständig Nachrichten von Neumamas kriege, wie zur Hölle ich es schaffe, einigermaßen präsentabel auszusehen oder Zeit zum Nähen zu finden oder für eine Maniküre. Die Wahrheit ist folgende: Krieg ich auch nicht immer hin, schon gar nicht ohne Hilfe! Wenn ihr hier also diese Fotos seht, habe ich einfach einen guten Tag erwischt, das Baby schläft dann friedlich mal nicht auf meinem Arm oder wurde kurz von Stefan oder den Omas bespaßt, während ich mich anziehe und zurecht mache.

Auszeiten im Mama-Alltag sind also nichts Schlimmes. Nichts, wofür man sich schämen oder schlecht fühlen müsste. Eine Lektion, die ich auch erst lernen musste. Sie bedeuten nicht, dass man überfordert sei oder seinen neuen Job nicht lieben würde - oh nein, denn ich vergöttere die Kleine, die neue Verantwortung, dieses Gefühl gebraucht zu werden. Aber ebenso wie man z.B. seinen Job liebt, braucht man eben auch da mal Pause. Denn was nützt der Familie eine völlig fertige Mama, die sich neben den vielen Aufgaben selbst vergisst? Nichts! Deswegen müssen kleine Inseln im Alltag her. 

Wisst ihr, als Neu-Mama überrumpeln einen so viele Gefühle, Sorgen und Zweifel. Mache ich das hier richtig (es gibt eh kein richtig!), werde ich meiner Tochter gerecht (oh ja, solange da so viel Liebe im Spiel ist und ich versuche, ihre Bedürfnisse zu befriedigen, kann ich es doch nur gut machen), ist es normal, dass man manchmal traurig ist, vielleicht auch heillos überfordert für den Moment (und wie!)? Das sind ganz normale Gefühle, aber es redet keiner darüber. Stattdessen wird beschönigt, übertüncht, nur von den guten Seiten erzählt. Und klar, die überwiegen natürlich, aber ich wette, dass es viel zu viele Mamas gibt, die ihren Frust (der durchaus auch mal seine Daseinsberechtigung hat, wer hat auch schon immer gute Laune?!) in sich hineinfressen, aus Angst, als schlechte Mama abgestempelt zu werden und das ist verdammt falsch. Denn so entsteht nur der verrückte und völlig unrealistische Druck, perfekt sein zu müssen. Dass es diese Perfektion aber nicht gibt, brauche ich nicht zu erwähnen, oder?

Deswegen: glaubt nicht immer, was ihr auf den Fotos seht. Glaubt nicht immer diese Geschichten von "perfekten Neugeborenen", die durchschlafen, die sich ablegen lassen, die nie schreien, die einem ganz viel Freiraum und Zeit für sich lassen, die völlig unkompliziert sind. Das sind die meisten auch in vielen Fällen, aber eben nicht immer ;) Und dann sind solche Auszeiten Gold wert - ganz ohne schlechtes Gewissen. Denn es gibt nichts Schöneres, als den Schlüssel im Türschloss zu hören und sich mit Schmetterlingen im Bauch auf die beiden Liebsten zu freuen, die just in dem Moment vom Spaziergang nach Hause kommen und die kleine Auszeit beenden. Denn jetzt ruft wieder ganz viel Liebe, Kuscheln und der schönste "Job" der Welt.







Jeans - Asos // Pullover - Mango, alt // Spitzentop - Zara // Mantel - Forever21 // Schal - Gina Tricot // Mütze - New Look // Tasche - Mango // Stiefel - Tamaris

Wie habt ihr Mamas das mit den Auszeiten wahrgenommen? Kennt ihr diese Gedanken, das schlechte Gewissen dabei und die neue Energie, die ihr danach wieder habt? Wann war bei euch das erste Mal "Auszeit" angesagt und wie löst ihr das mittlerweile - gibt es Hobbys, Treffen und Co., die ihr nur für euch alleine macht?



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10 Kommentare

  1. Liebe Yasmin, vielen Dank für deine ehrlichen Worte! Wir erwarten unsere Tochter in gerade mal 3 Wochen und natürlich ist die Vorfreude riesig! Aber gleichzeitig kommen mir genau diese Gedanken die du beschreibst. Und nicht nur das Thema "Auszeit für sich selbst" kreist dabei durch meinen Kopf, sondern auch die Frage "Wie entwickelt sich unsere Partnerschaft?" Natürlich freuen wir uns auf die neue Aufgabe mit allem was dazu gehört und gleichzeitig blicke ich skeptisch und besorgt in die Zukunft. Schließlich werden wir zwar Eltern, aber sind dennoch ein Paar...Und es ist doch eine stabile Beziehung zwischen den Partnern, die eine solide Basis für eine kleine Familie darstellt!? Ich bin selbst gespannt wie ich in ein paar Wochen und Monaten über dieses Thema denke und was mir durch den Kopf geht, wenn ich deinen Post dann noch mal lese :) Liebe Grüße, Cynthia

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  2. Hallo Yasmin,
    Auszeiten gehören dazu, die hab ich mir bei allen drei Kindern genommen, entweder musste
    Papa mal ran oder auch die Oma, mit drei Monaten war es bei allen soweit. Bei drei Kindern
    nimmt man dann eher Auszeit , in dem man die älteren Kids zur Ima gibt, damit man mal allein
    mit dem jüngsten Kind sein kann. Du stehst deinem Kind 24 Stunden am Tag zur Verfügung,
    Da braucht es einfach Auszeiten, da braucht keinen junge Mama ein schlechtes Gewissen
    haben und wie du schreibst, man freut sich um so mehr wenn die Türe auf geht......aber eben
    manchmal muss man sie auch hinter sich zu machen dürfen!
    Habt es fein miteinander!
    LG Manu

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  3. Ich bin zwar keine Mama, finde aber auch, dass jeder Mensch Auszeiten braucht und sie auch verdient hat. Von daher mach dir keine Gedanken, ich glaube nicht, dass dich hier irgend jemand als Rabenmutter abstempelt ;-)

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  4. Liebe Yasmin,
    wir haben unser 11 Wochen altes Baby, das tatsächlich super unstressig ist. So unstressig, dass ich es mich gar nicht traue, jemandem zu erzählen, weil sonst nur schräge Blicke kommen. Und trotzdem brauche/möchte ich manchmal Zeit für mich. Sei es mal in Ruhe ins Bad zu gehen (Papa kuschelt derweil mit dem Zwerg), kurz in die Stadt (Kind wird bei den Großeltern 'geparkt') oder tatsächlich mal zum putzen (Opa sitzt völlig gebannt vor seinem Enkelkind). Und ich finde es a) völlig legitim für die Mama und b) auch wertvoll für das Kind. Es gibt nichts schrecklicheres, als diese Kinder, die ausschließlich ihre Mama als Bezugsperson haben, weil diese sie nicht 'abgeben' will. Ich habe es als Kind geliebt, bei meinen Großeltern oder Onkeln und Tanten zu sein (auch übernachten) und habe mich niemals abgeschoben gefühlt. Einfach weil ich der Meinung bin: Eltern erziehen, Großeltern und Tanten/Onkels verziehen.
    Ich mache zum Beispiel einen Rückbildungskurs nur für Mamas. Junior bleibt zu Hause beim Papa, die beiden machen sich eine gute Zeit und ich tue etwas ganz allein nur für mich, ohne immer mit einem Auge drauf zu schielen, was Junior grad tut.
    Liebe Grüße, Katha

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  5. Ich finde Mama-Auszeiten enorm wichtig. Meine erste richtige hatte ich, da war mein Sohn knapp 10 Wochen alt. Da bin ich das erste Mal alleine schwimmen gegangen, konnte die Ruhe genießen und bin viel entspannter wieder nach Hause gekommen. Jetzt ist mein Sohn 3 Jahre alt und die Auszeiten werden auch schonmal länger. Ich habe einmal in der Woche Tennistraining, gehe mal Kosmetik oder schlendere durch die Stadt. Ganz alleine und nur für mich. Mein Sohn macht derweil tolle Sachen mit Papa. Die beiden haben Spaß, Mama hat Spaß und alle haben gewonnen.
    Das finde ich einfach so wichtig für alle Mamas (und auch Papas)!
    Viele Grüße Bianca
    http://ladyandmum.blogspot.de

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  6. Absolut richtig! Bei mir sind es ja noch einige Monate, bis ich Mama werde, aber ich kann dich jetzt schon verstehen. Mir ist es aus der jetzigen Perspektive sehr wichtig, dass ich Auszeiten haben werde, auch mal arbeiten kann und zum Glück sind ja Stefan und ich beide selbständig und werden uns dann hoffentlich gut ergänzen können. Und ich finde, man sollte nicht das kleinste schlechte Gewissen haben müssen, wenn man sich als Mama eine Auszeit nimmt oder wünscht. Dem Baby geht es am besten, wenn es auch der Mama gut geht. Und Mama ist keine Maschine.

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    1. Oh ja , da hast du wohl absolut recht mit dem letzten Satz! Man muss sich nur selbst daran erinnern. Wenn man erstmal merkt, wie hilfsbedürftig so ein Minimensch ist, verfällt man schnell ins Muster, sich selbst zu vergessen. Und das ist gefährlich und tut auf Dauer nicht gut. Aber ihr werdet das sicher super meistern :)

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  7. Auch wenn ich noch gar keine Kinder habe, habe ich deinen Post mit riesigen Interesse gelesen. Danke für deine Ehrlichkeit und deine Gedanken :) Ich hoffe ihr hattet einen schönen Wochenstart!

    Liebste Grüße ❤ Saskia | www.demwindentgegen.de

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    1. Liebe Saskia,
      vielen Dank für dein Feedback und es freut mich riesig, dass dir der Artikel gefallen hat :)

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  8. Ich kann (noch) gar nicht viel dazu sagen, aber du hast das einfach so wundervoll geschrieben!! Vielen vielen Dank dafür!!!
    Liebste Grüße
    Jenny

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