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Unser Kinderwagen | Stokke Trailz

Normalerweise bin ich ja ein recht zielgerichteter Shopper. Soll heißen, ich weiß in den meisten Fällen, wonach mir der Sinn steht, welche Stücke zu mir passen, mich umschmeicheln und sehe mit nur einem Blick, ob das ein Top oder Flop werden könnte. Anders war das, als Stefan und ich beschlossen, dass es an der Zeit wäre, uns nach einem Gefährt für unsere kleine Maus umzugucken, denn neben der praktischen Trageoption wollten wir auch unbedingt einen Kinderwagen anschaffen. Heißt übersetzt: wir standen vor der Mammutaufgabe, uns ein Modell auszuwählen und da einige von euch gern einen Artikel rund um den Entscheidungsprozess lesen wollten, soll es genau den heute geben.

Zugegeben, für alle Nicht-Eltern oder Menschen, die nicht im Babywahn sind, scheint das keine große Sache zu sein. Dachten wir ja früher auch. Was braucht der auch schon? Bissl Platz fürs Baby, bisschen Stauraum, vier Räder und das wars. Wenn er dann noch einigermaßen schick aussieht, hat man den Highscore geknackt. Joa, in der Realität sieht das Ganze nicht so leicht aus und erinnert eher an den wohlüberlegten Kauf eines neuen Fahrzeuges. Das macht man ja auch nicht einfach so zwischen Tür und Angel.

Der erste Schritt bei der Auswahl eines Kinderwagens: Meinungen einholen


Klar, Internet-Yasmin hatte schon so einige Marken im Kopf, da funktioniert die Blogger-Marketing-Maschinerie echt gut. Aber darauf wollte ich mich nicht ganz verlassen, weswegen Reviews gelesen wurden, meine Freundin ausgequetscht wurde und ich erst einmal herausfand, dass der Kinderwagenkauf eine gaaaanz individuelle Sache ist. Man müsse sich zunächst einmal über seine eigenen Bedürfnisse klar werden. Hmm...Bedürfnisse? Stefan und ich guckten uns mit großen Augen an, denn so einen richtigen Plan hatten wir anscheinend nicht. Das führt uns also zu Schritt 2...

Der zweite Schritt: der Gang zum Babymarkt

Ich hatte ja hier bereits unsere erste Erfahrung mit der Babyproduktewelt geschildert. Unser eigentliches Ziel des Besuchs war aber, uns einen ersten Eindruck von diversen Kinderwagenmodellen zu verschaffen, um herauszufinden, was denn nun unsere Bedürfnisse sind. Nach einem Gespräch mit einer kompetenten Mitarbeiterin, ein paar haptischen Erfahrungen, dem sofortigen Aussortieren uns optisch nicht ansprechender Modelle (ja, wir sind so oberflächlich und ja,  Stefan ist der deutlich pingeligere Part von uns beiden, wenn es um Ästhetik geht) und dem Probeschieben diverser Kinderwagen, lichtete sich das Dunkel etwas. Dabei erfuhren wir, dass es je nach Lebenssituation unterschiedliche Fragen zu beantworten gilt. Wohnt man in der Stadt oder auf dem Land, welche Bereifung benötigt man, braucht der Kinderwagen womöglich Winterreifen (ernsthaft jetzt, sowas gibts, ich sagte ja, dass es an den Autokauf erinnert), wie soll das Modell optisch aussehen, welches Budget steht zur Verfügung usw. Mit all diesen Impulsen schickte uns die gute Verkäuferin also wieder nach Hause. Dort hatten wir die Hausaufgabe, uns über unsere Bedürfnisse klar zu werden.


Der dritte Schritt: was wollen wir eigentlich?

Mit diesen vielen Infos versuchten wir also eine Liste zu erstellen, mit den für uns wichtigen Elementen. Wie das Ganze aussah, seht ihr in der folgenden Aufzählung. Der Kinderwagen sollte also...

  • ein Allround-Modell sein. Die Frage nach Stadt oder Land ließ sich nämlich nicht ohne weiteres beantworten. Die meiste Zeit über leben wir in der Stadt, aber in Innenstadtlage mit einem großen Park und holperigen Wegen auf der einen Seite, andererseits nur einen 5min Fußmarsch in die City, so dass öffentliche Verkehrsmittel kaum berücksichtigt werden müssen. Gleichzeitig besuchen wir aber sehr häufig unsere Verwandtschaft im 40Minuten entfernten Heimatort und sowohl Stefans als auch meine Eltern wohnen am Feldrand. Soll heißen: noch einmal ganz andere Bedingungen als auf den Kopfsteinpflaster- oder Asphaltwegen der Stadt.
  • robuste Luftreifen haben...aus oben genanntem Grund wollten wir von vornherein Luftbereifung. Einerseits um den Wagen schaukelfrei über Kopfsteinpflaster zu manövrieren, andererseits um auch auf den unebenen Feldwegen in der Heimat problemlos umherzufahren. Die Omis wollen schließlich auch stolperfrei ausgiebige Spaziergänge machen.
  • hübsch aussehen...ich sagte ja, oberflächlich. Wir sind aber beide einfach sehr große Ästhetikfreaks, weswegen uns die Optik auch wichtig ist. Natürlich nicht an erster Stelle stehend, aber eben doch wichtig genug. So finden wir es immer schön, wenn man ein bisschen Spielraum hat, beispielsweise wenn es darum geht, eine Farbe oder Material für den Wagen auszusuchen.
  • leicht zusammenklappbar und easy zu transportieren sein -wie gesagt, wir fahren häufig Auto und würden dann auch den Kinderwagen mitnehmen. Da unser Kofferraum zum Glück sehr geräumig ist, haben wir was die Größe angeht Spielraum.
  • eine hohe Babywanne haben. Das erste, was uns enorm überraschte, waren die tiefen Babywannen sämtlicher Marken. Wieso werden die so niedrig gebaut? Mit Stefans fast 1,90 Metern wirkte es immer mächtig albern, als er die meisten Modelle vor sich mit den Knien, teilweise sogar Schienbeinen herschieben konnte, weil sie so niedrig waren. So wirkte es eher wie ein Spielzeugpuppenwagen als ein Gefährt für das Kind.
  • groß genug und vielseitig sein, so dass man die Babywanne eine Weile nutzen, später aber auch problemlos zum Buggy wechseln kann.

Ihr seht, nach einiger Überlegung kamen da auf einmal doch etliche Punkte zusammen. Die wichtigsten waren uns dabei aber vor allem die robusten Luftreifen sowie die hohe Babywanne. Nun kam es dazu, dass überraschenderweise von der norwegischen Babymarke Stokke eine Mail im Postfach landete und die liebe Christina mich auf das neuste Offroad Modell Stokkes, den Trailz hinwies. Da sie mitbekommen hat, dass wir auf der Suche nach einem Kinderwagen sind und auch unsere Lebensumstände und Geländebedingungen durch aufmerksames Social Media Stalking ;) kannte, machte sie uns einfach mal den Vorschlag, uns den Trailz anzusehen.

Lustigerweise geschah dies zeitgleich während meiner Londonreise, bei der just um die Ecke ein Kinderwagengeschäft lag, in dessen Schaufenster der Trailz stand. Also bin ich direkt dort hineingestiefelt, um erst einmal selbst zu schauen, was es damit auf sich hat. Mir ist dabei sofort die hohe Babywanne aufgefallen, die auf meiner Bauchhöhe endete, so dass ich super nah am Baby dran wäre, quasi nur die Hand ausstrecken müsste, ganz ohne Bückerei und Stefan auch nicht wie ein Puppenwagendaddy aussehen würde. Auch das Fahrgefühl im Geschäft sagte mir durchaus zu - insgesamt nahm ich also einen positiven Eindruck mit und stellte dem zuhausegebliebenen Stefan meinen Fund vor.


Nun entscheidet man sich natürlich nicht einfach so für einen Kinderwagen. Geschenkoption hin oder her: wir wollten ihn erst ausgiebig testen und dann eine Entscheidung fällen. Deswegen vereinbarten wir einen Termin im nächsten Babyladen in der Nähe von Leipzig und ließen uns auch dort noch einmal beraten. Die nette Verkäuferin zeigte uns ganz genau, wie leicht und intuitiv der Stokke Trailz sich zusammenklappen ließe. Ich probierte es selbst aus, denn das muss ich später im Babyalltag ja auch alleine meistern und wir konnten ihn auf diversen Untergründen probefahren, ließen uns aber nichtsdestotrotz auch weitere Modelle anderer Marken vorführen, um keine Scheuklappen zu tragen. Wie die Entscheidung am Ende ausgefallen ist? Zugunsten des Offroad Modells, denn wir konnten unsere Begeisterung kaum verbergen.

Bei der Wahl eines Kinderwagens wurde uns schnell klar, dass es DIE perfekte Lösung nicht gibt. So fanden wir z.B. die Ledergriffe anderer Hersteller ziemlich schick, aber eben nur zweitranging für eine Entscheidung. Da ich aber im Internet schon Optionen gefunden habe, wo man sich solche Griffschoner zusätzlich für den Stokke anschaffen kann, ist das alles kein Problem. Mit dem Trailz denken wir, eine für unsere Bedürfnisse sehr gute Lösung gefunden zu haben. Ja, er ist robust, super weich gepolstert und damit größer und schwerer als gedacht, aber ich kriege ihn auch als Frau innerhalb weniger Sekunden auf- und zusammengebaut. Sogar Stefans weibliche Verwandtschaft war letzte Woche sehr angetan vom Fahrgefühl und der intuitiven Handhabung. Zumindest fiel der Satz: "Oh, das ist ja so viel einfacher und besser als früher", ziemlich oft.

 Ja, er ist ein kleines Schlachtschiff und ein bissl Bammel habe ich davor, ob es im Babyalltag einfach sein wird, ihn auch durch kleine Wege in der City zu manövrieren, aber dafür wird er mich sicher über Kopfsteinpflaster, Schnee und Feldwege lenken. Die Optik stimmte in unseren Augen auch und das klassisch moderne und wenig schmutzanfällige Grau sagte uns beiden direkt zu. Neben den Luftreifen, die wir übrigens erst vergangenes Wochenende beim Schießen dieser Fotos noch einmal auf Herz und Nieren testeten und begeistert waren von der Wendigkeit der verstellbaren Vorderräder, ist es aber vor allem die Höhe der Babywanne, die für uns das Nonplusultra ist. Mir gefällt einfach der Gedanke, unsere kleine Maus so dicht bei uns zu haben und der Komfort, dass Stefan nicht ständig mit seinen Schienbeinen an die Wanne stoßen muss. Hinzu kommt, dass er auch einen extra Buggyaufsatz mit diversen Funktionen hat, der allerdings erst später interessant wird, wenn die Maus von alleine sitzen kann. Dann lässt sich der Wagen nämlich ganz einfach umbauen und ich habe noch einmal mehrere Möglichkeiten offen. Wie genau das dann aber aussieht, werdet ihr erfahren, wenn es soweit ist.

Neben dem Regenverdeck, dem Sonnenschutz, dem großen Einkaufskorb und der praktischen Wickeltasche, die auch als Rucksack getragen werden kann und mit der Mann sich nicht schämen braucht (ich hatte ja schon einmal von meiner Abneigung quietschbunter, geblümter Wickeltaschen berichtet und damit würde ich Stefan mit Sicherheit nicht auf die Straße jagen), fehlt uns nun nur noch ein warmer Winterfußsack oder Lammfell, damit die Kleine es auch bei kalten Temperaturen extra kuschlig hat. Falls ihr da also Empfehlungen habt, immer her damit!


Ob sich der Wagen in der Praxis gut schlagen wird? Das kann ich jetzt ehrlich noch nicht sagen, denn Vor- und Nachteile zeigen sich natürlich erst bei der alltäglichen Verwendung. Zur Zeit sind wir einfach sehr verliebt in unser Schlachtschiff und unendlich dankbar, ihn dank Stokke unser Eigen nennen zu dürfen. Beim Gedanken daran, mit Baby ausgiebige Spaziergänge in dem Wagen zu unternehmen, durch den Park zu spazieren oder durch die winterliche Welt zu marschieren, freue ich mich jedenfalls jetzt schon und bin gespannt, ob er im Praxistest meinen hohen Erwartungen und vor allem dem doch sehr üppigen Preis gerecht wird. Ich werde auf jeden Fall berichten...

*Mein herzlichster Dank gilt an dieser Stelle dem Stokke Team, das uns freundlicherweise auf den Kinderwagen hingewiesen und ihn darüber hinaus nach unserem Entscheidungsprozess kostenfrei zur Verfügung gestellt hat.

Wie habt ihr denn den Entscheidungsprozess für einen Kinderwagen wahrgenommen? Welche Bedürfnisse waren euch am wichtigsten, für welches Modell habt ihr euch entschieden und hat er sich dann auch in der Praxis als Top oder Flop erwiesen?




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6 Kommentare

  1. Toller post, ich finds schön wie du uns an allem teilhaben lässt. :)
    Auf mich macht der kinderwagen einen soliden eindruck & ich wollte auch meiner cousine den wagne empfehlen, nur ich bin netwas schockiert über den preis knapp 4000€, soviel würde ich niemals ausgeben, auch wenn ich vor hätte eine großfamilie zu gründen. Für meine cousine ist das demnach auch nichts. :)

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    1. Vielen Dank für dein liebes Feedback :) ich finde es auch süß, dass du dabei an deine Cousine denkst. Aber wie kommst du auf den Preis von 4000€?? Ich war jetzt richtig erschrocken. Der Stokke ist zwar preislich eines der teureren Modelle, aber liegt bei 1000€. 4000€ wäre schon ein absoluter Hammer für einen Kinderwagen. Der müsste ja irgendwie Goldverzierung haben oder so für den Preis :D

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    2. Quatsch echt? sowohl auf Amazon, als auch auf anderne websiten war das der Preis. Okay dann geht das. ;)

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  2. Uns war eine hohe und große Babywanne und ein verstellbarer Griff wichtig, denn ich bin 1,63 und mein Freund 1,97... Außerdem wollten wir große Luftreifen da wir viel im Gelände unterwegs sind und wir wollten einen Kombikinderwagen der sich zum Buggy umfunktionieren lässt.
    Ich war ziemlich schnell verliebt in den Knorr Baby Classico und der wurde es dann auch in Dunklegrau und er erfüllt alle unsere Ansprüche.

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  3. Der Kinderwagen war mir auch seeeehr wichtig, hatte auch eine ähnliche Herangehensweise wie ihr :) Wir haben nun den ABC Viper 4S in der grauen style edition (2015). Mit dem sind wir immer noch seeehr zufrieden. Der Stokke ist aber auch toll. Kann man die Räder vorne auch fest stellen? Und was genau ist das für ein Material am Griff?

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  4. Bin gerade recht erschrocken. Bei Stiftung Warentest ist der Kinderwagen wegen Schadstoffen mangelhaft :(

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