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Was ich meinem 17jährigen Ich schon immer mal sagen wollte...


Du bist 17 Jahre alt, äußerlich ein ganz normales Mädchen. Schlank, mit ein wenig Babyspeck im Gesicht. Äußerlich wirkt alles glatt. Aber innerlich? Da führst du einen Kampf - gegen dich selbst.

Hör auf, deinen Körper zu geißeln. Du steckst mitten in der Abiturphase, hast den Kopf voll mit Lernstoff, Organisation, schaukelst 10 Dinge gleichzeitig und solltest nebenbei leben - so wie die anderen. Nicht auf Kalorien, nicht auf verzerrte Schönheitsideale achten, die du dir klammheimlich in deinem 12qm Zimmer aus dem Internet herausgesucht, ausgedruckt und feinsäuberlich zurechtgeschnitten in dein grünes Büchlein geklebt hast, um dich später in dubiosen Anorexie Foren  und zwielichtigen Schüler.cc Gruppen mit anderen kranken Mädchen auszutauschen. Das sind falsche Ideale, die dich kaputtmachen, auffressen.

Ich versteh schon. Du hast viel zu tun, willst deinen Einserschnitt halten und versuchst auch Zuhause die Rolle der Erwachsenen zu spielen, allen deine Reife zu beweisen. Bist Schüler- und Klassensprecherin, Vorbild und Perfektionistin- aber auch ein Mensch. Ein Mensch mit Gefühlen, Bedürfnissen, Makeln und schwachen Momenten, die du zulassen musst. Disziplin ist in Ordnung, aber sie sollte Grenzen haben. Du brauchst die Energie, die du in das Verfassen von Esstagebüchern verschwendest und jedes Mandarinenstück einzeln auflistest oder dich mit den anderen Mädchen vergleichst, für so viel wichtigere Dinge. Den Abschluss zum Beispiel. Oder eine unbeschwerte Jugend. Wie oft hast du nachts in dein weißes Kissen geweint, aus Frust und Wut vor dir selbst und anderen. Fühltest dich überfordert und wolltest diese angebliche Schwäche nicht nach außen zeigen.
Hast sie stattdessen umgewandelt und deinen eigenen Körper dafür bestraft, dass du so fühlst. Hör auf damit, will ich brüllen. Denn du hast nur diesen einen Körper und der sollte gerade jetzt auf dem Höhepunkt sein. Lauf mit Schwung und Elan durchs Leben, statt ständig müde zu sein. Hör auf, diesen einen Aspekt des Lebens so wahnsinnig kontrollieren zu wollen, bis du daran kaputt gehst. Und nein, du kannst nicht stolz auf dich sein, heute nur einen Apfel und 2 Scheiben Knäckebrot gegessen zu haben, um es im Anschluss alles wieder im Klo zu versenken. 

Du hast versprochen, dass du mit dem einen Kilo weniger mehr lachen würdest. Dass du wieder nach draußen gehst, glücklich bist und deinen Körper mit Freude ansiehst. Stattdessen wurdest du  verbittert. Süchtig nach diesem Gefühl der Anerkennung, nach diesem Gang auf die Waage, nach der Selbstgeißelung. Wolltest immer weniger, bis du dein eigenes Ideal gar nicht mehr benennen konntest, weil es aus deinen zarten Fingern glitt. Bis du wie ein Schatten deiner selbst bereits am Nachmittag vor Müdigkeit und Erschöpfung zusammen gebrochen bist, um später wie ein Stehaufmännchen die letzten Tagesaufgaben zu erledigen. Natürlich immer mit einem Lächeln, damit keiner was bemerkt. Die perfekte Fassade. Immer und immer wieder. 
Hör auf ihn. Er meint es ernst mit den Komplimenten und den Warnungen. Sieht, was hier passiert und vor dem du dich verschließt. Viel eher als du diese Gefahr realisiert hast. Dabei bist du doch so ein schlaues Kind.

Du hättest so viel mehr erleben können, wenn du dir diese Selbstgeißelung erspart hättest. Und doch bin ich stolz auf dich, dass du auf ihn gehört hast. Dass du vor lauter Scham zusammenbrachst und die Kurve gekriegt hast, bevor es zu spät war. Du standest am Abgrund und warst drauf und dran, dich komplett fallen zu lassen. Hast aber in letzter Sekunde kehrt gemacht. Als hätte er dich aufgerüttelt und den Nebel in deinem Kopf, das verzerrte Spiegelbild gerade gerückt. 


Heute bin ich traurig, wenn ich an damals zurückdenke. Du hast nur diesen einen Körper und auf den solltest du achten. Du bist nur einmal 17. Es ist die Zeit, in der du vor Energie sprudeln solltest, statt dich kleinzumachen. Es ist die Zeit, in der du frei und gelöst durchs Leben gehen solltest, statt beim Anblick deiner Selbst mit Zweifeln und Verachtung zu reagieren. Es ist die Zeit, in der du verrückte Dinge ausprobieren und vor Freude quietschen solltest. Stattdessen hast du dich selbst beraubt.

Heute weiß ich, dass du das alles nur getan hast,  um dir selbst zu beweisen, wie sehr du dich und dein Leben unter Kontrolle hast. Dass es dein Weg war, um mit dem Erwachsenwerden, den körperlichen Veränderungen, dem enormen Druck im Abi und den viel zu vielen Aufgaben zurechtzukommen. Und hast es dir dabei so viel schwerer gemacht.  Wir Frauen sehen uns unabhängig unseres Alters stets konfrontiert mit Schönheitsidealen, die uns -gewollt oder nicht- beeinflussen. Unsicherheit, Zweifel, Vergleiche, Selbstliebe, aber auch -verachtung gehören dazu. Bis dann irgendwann die Erkenntnis einschlägt, dass wir all das nicht nötig haben. Dass wahre Schönheit von innen kommt -so klischeehaft das auch klingen mag. Wenn wir einen gesunden Geist besitzen, uns akzeptieren wie wir sind, statt selbst unüberwindbare Hürden zu schaffen. Dass es ganz egal ist, ob wir in Größe XY passen, solange wir uns dafür nicht verbiegen müssen. Solange es nicht anstrengend wird.


Zeitsprung... 7,5 Jahre später und ich sitze mit dem gleichen Gewicht hier wie damals. Habe maximal etwas Babyspeck im Gesicht verloren. Seit Jahren schon habe ich mich von diesen Zwängen und Monstern im Kopf gelöst, kann nur noch müde darüber lächeln und bin eher traurig. Traurig über die vergeudete Zeit voller Selbstzweifel und negativen Gefühlen mir gegenüber. Heute sehe ich nicht groß anders aus. Erwachsener, ja. Aber im Großen und Ganzen hat sich äußerlich nicht viel geändert. Innerlich dafür umso mehr. Ich bin selbstbewusster, habe akzeptiert, dass ich Dinge an mir nicht mag, die nun einmal zu mir gehören und nicht veränderbar sind, aber genau diese mich ausmachen. Ich achte nicht mehr auf Kalorien und esse wann, wieviel und was ich möchte. Dabei habe ich gelernt, dass der Körper in den meisten Fällen ganz automatisch weiß, was ihm gut tut und - zumindest bei mir - ganz automatisch sein Wohlfühlgewicht plus minus ein paar Kilo gefunden hat. Und daran ändert sich seit Jahren nichts. Ich habe gehört, auf meinen Körper zu lauschen, ihm zu geben, was er braucht. Ja, gewisserweise im Einklang mit ihm zu sein, ihm zu vertrauen, dass er ganz natürlich entscheidet, was richtig für mich ist. Ohne Selbsthass, ohne Magerwahn, ohne einer Zahl hinterherzujagen, die unglücklich macht. Und wisst ihr was, es fühlt sich gut an, wenn man nicht mehr Gefangener seiner selbst ist. Wenn man mit sich im Reinen ist, akzeptiert hat, dass man nicht perfekt sein kann, dass es diese Perfektion überhaupt nicht gibt und wir uns auf der Jagd nach ihr nur kaputtmachen. 

Das Leben als Teenager ist wahrlich nicht einfach und ich wage zu behaupten, dass jeder in irgendeiner Form eine Rebellenphase durchmacht. Beim Einen äußert sich das in wilden Haarexperimenten, beim nächtlichen Ausbüchsen und darauf pfeifen, was die Eltern sagen,  wilde Partynächte, Alkoholexzesse. Die anderen verschanzen sich vielleicht lieber, sind introvertiert, mutierten zum Überstreber,  verstecken sich aus Angst vor diesen ungewissen Gefühlen oder richten all ihre Unsicherheit gegen den eigenen Körper. Klar ist das in Extremen gesprochen, aber ich denke, dass jeder Jugendliche die Unsicherheiten, Neuheiten, die Phase der Selbstfindung und Alltagsprobleme in irgendeiner Weise rauslassen musste. Bei mir war es eben der innere Kampf gegen meinen Körper.

Ich bin froh, dass ich diese extreme Phase schon hinter mir gelassen habe. Heute reflektierter bin. Ja, ich würde behaupten, dass ich angekommen bin, aber das hat eine Weile gedauert. Und doch beobachte ich auch die heutigen Fitness- und Schlankheitsvorbilder mit Argwohn und bin manchmal froh, dass es damals noch kein Instagram oder Fitnessgurus gab, die möglicherweise auch falsche Signale setzen. Wenn ich unter Programmen wie Kayla Itsines von 12Jährigen lese, die ihre Abs ausbauen wollen, kommt mir das so abstrus vor. Mit 12 spielte ich heimlich noch mit Barbies und habe gleichzeitig mit dem ersten Lidstrich experimentiert. Da wurde an alles gedacht, außer an Abs oder Squats. Ich weiß nicht, ob mein damaliges Ich stark genug gewesen wäre, um mich nicht von den Vorbildern der heutigen Zeit, den vielen jungen Insta-Ladies einschüchtern zu lassen. Oder ob ich nicht vielmehr noch viel früher falschen Idealen gefolgt wäre. 

Das Erschreckende ist aber, dass man diese jugendlichen Strauchler ja noch irgendwie wegerklären kann. Mit der Pubertät und den zahlreichen Unsicherheiten - ich war jedenfalls mit Gewissheit nicht die einzige im Jahrgang oder Jahrgang über mir, mit diesen Problemen. Man wusste es eben nicht besser. Wie denn auch? War man viel zu anfällig für falsche Vorbilder, den inoffiziellen "Wettbewerb" oder verunsichernde Kommentare. Und doch ist dieses verzerrte Körperbild kein ausschließliches Problem der Teenies. Oder warum findet man in jeder Frauenzeitschrift absurde Tipps für Quickdiäten und Co.? Warum jammern wir Frauen Sommer für Sommer über die angeblich nicht perfekte Bikinifigur. Warum sind wir nach wie vor unsere schärfsten Kritiker? Und warum liest man auch auf so vielen Blogs unverschämte Kommentare, ob die Autorin zugenommen hätte oder sich so traut, zu zeigen. Really? Was ist los mit euch?

Heute blicke ich zurück und möchte meinem 17Jährigen Ich sagen, dass es perfekt war und diesen ganzen Zirkus nicht gebraucht hätte. Dass ich mir viel mehr Freude und Leichtigkeit gewünscht hätte. Und wünschte auch, dass wir Frauen uns von diesen Figurmonstern, Vorbildern, Selbstzweifeln und -kritik lösen könnten. Ich wünschte, dass wir aufhören würden, uns selbst fertigzumachen, uns negativ beeinflussen zu lassen, dass dieses verdammte Bodyshaming aufhören soll, dass junge Mädchen, aber auch gestandene Frauen sich weniger unsicher fühlen und irgendwann in ihrem eigenen Körper ankommen. Sich grundsätzlich wirklich wohl fühlen können, trotz kleiner gelegentlicher Zweifel, die einen ganz natürlich heimsuchen.

Habt ihr vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht? Hattet ihr das Glück, niemals so eine Phase durchmachen zu müssen oder gab es sie auch bei euch? Und was würdet ihr eurem 17Jährigen Ich mit auf den Weg geben?


*Als kleiner Disclaimer noch zum Abschluss. Ich weiß, dass schwerwiegende Essstörungen nicht so einfach zu lösen sind und einen jahrenlangen Kampf mitsamt psychologischer Hilfe nach sich ziehen. Ich bin nicht dazu befähigt, einzuschätzen, ob meine Geschichte im klinischen Sinne schon eine Essstörung widerspiegelte. Ich war an der Grenze zum Untergewicht, nie gefährlich abgemagert, psychisch gesehen aber eindeutig auf dem falschen Weg - mit Abstand betrachtet, würde ich sagen, dass ich haarscharf daran vorbeigeschlittert bin, ernsthaft und böse in eine schwerwiegende Essstörung zu geraten. Hatte eine ungesunde Einstellung zum Essen, es wurde zum Hauptfokus in meinem Leben, ich hatte eine kurzzeitige bulimische Phase, konnte mich aber mit (unprofessioneller) Hilfe quasi selbst herausziehen, bevor es zu spät war. Falls ihr also irgendwann einmal eine ernste Essstörung erlitten habt oder noch daran leidet, soll der Text in keinem Fall vermitteln, dass es ein Leichtes wäre, sich selbst zu helfen.
Denn dem ist nicht so. Es kommt auf den Schweregrad der Erkrankung an. Ich hatte das Glück, früh genug die Reißleine zu ziehen. Andere mit Sicherheit nicht und können erst durch jahrelange professionelle Hilfe mit der Krankheit leben und Schritt für Schritt ein gesundes Verhältnis zum Körper aufbauen. Und doch war mir der Text wichtig. Vor allem, nachdem ich auf Snapchat neulich darauf zu sprechen kam und viele von euch sich wünschten, meine Erfahrungen zu lesen. Es soll einfach ein Warnbeispiel sein und ich hoffe, dass ich die Mädels erreiche, die nach wie vor überkritisch mit ihrem Äußeren umgehen oder sich an einem ähnlichen Scheideweg befinden und ihnen ansatzweise vermitteln kann, dass dieser Kampf gegen sich selbst nur zermürbend und selbstzerstörerisch ist.

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13 Kommentare

  1. Yasmin, es tut mir so leid für dich, dass es bei dir so gelaufen ist. Solche Geschichten finde ich immer sehr erschreckend. Von einem Bekannten ist vor gar nicht so langer Zeit die Frau gestorben, weil sie einem falschen Ideal hinterher gerannt ist. Gut, dass du den Absprung geschafft hast! Ich habe mir früher nie wirklich über meine Figur irgendwelche Gedanken gemacht. Ich war nie 100% zufrieden (das ist mal wohl NIE), aber ich war viel zu beschäftigt mit Freunden, Sport, etc. und habe mich damit nicht auseinander gesetzt, ob ich zu dick oder dünn bin (wobei ich damals auch normal schlank war). Ich bewundere, dass du heute so ehrlich darüber sprichst und hoffe, dass du anderen damit Mut machst endlich zu leben!

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    1. Liebe Saskia,
      vielen Dank für deine lieben Worte. Das Beispiel mit der Frau des Bekannten ist natürlich extrem und schlimm, dass es so enden musste. Deswegen ist es auch so wichtig, darüber zu reden oder sich Hilfe zu suchen.
      Ich glaube auch, das wir nie zu 100% zufrieden sein können - das bin ich heute auch nicht, es gibt immer Tage, da findet man was zum Meckern. Aber es ist eben wichtig, dass diese negativen Gedanken nicht zum Lebensinhalt werden. Bei dir klingt das sehr gut. Ich glaube auch, dass man bei so leichten Formen von Essstörungen auch viel noch mit der Umfokussierung des Alltags lösen kann. Also wenn man einfach auch andere Lebensinhalte hat und das Thema Essen nicht zum zentralen Punkt wird.

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  2. Danke für diesen sehr persönlichen und ehrlichen Artikel.
    Ich finde das du genau die richtigen Worte für so ein ernstes Thema gefunden hast und hoffentlich viele Mädchen damit erreichst. Klar fallen diese Zweifel mit dem Körper nicht bei allen so extrem aus, aber es gibt genug denen das passiert und umso wichtiger ist es das man darüber redet.
    LG

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    1. Hallo Annika :)
      Vielen Dank für deinen Kommentar. Ich hoffe auch, dass ich damit eine Reihe Mädels erreichen konnte. Und wie du schon sagtest: das Reden ist so wichtig. Wie viele Menschen gibt es, die etwas allein mit sich ausmachen und denken, sie wären die einzigen, die da durch müssen.

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  3. Es freut mich, dass du wieder im Einklang mit dir selbst bist. Ich glaube, dass irgendeine Art der Rebellion bei fast jedem Jugendlichen statt gefunden hat. Das gehört dazu. Irgendwie. Wichtig ist, dass man vorher die Reißleine zieht - und das hast du geschafft.
    Egal wie tief man drin hängt, ein gestörter Umgang mit Essen bleibt ein gestörter Umgang mit Essen. Da gibt es nichts zu beschönigen. Von daher kannst du, denke ich, schon von einer Art Essstörung reden. Ich glaube, dass es da ganz wichtig ist, jemanden an seiner Seite zu haben und nicht alleine zu sein.
    Schön, dass du das in Form von Stefan hattest (ich meine mich zu erinnern, dass du das bei Snapchat erzählt hast).
    Gibt es diese "Pro Foren" eigentlich noch? Der Grundgedanke, einen Platz zu haben, auf dem man sich austauschen kann, ist/war gar nicht so verkehrt. Einige haben es einfach maßlos übertrieben.

    Ich bin selber schon mein ganzes Leben so ein langes, dürres Ding und habe mir schon so einiges deswegen anhören dürfen. Interessant ist, dass so manche Menschen Magersucht und Bulimie immer noch als Schimpfwort werten und dumm genug sind, die Erkrankung dahinter nicht zu entdecken.
    Eine Ärztin meinte mal zu meiner Mutter, dass sie, wenn ich ihre Tochter wäre, sie mich solange schlagen würde, bis ich freiwillig esse.
    Meiner Mutter und mir, uns hing beiden die Kinnlade bis zum Erdkern runter.

    Liebe Grüße
    Shades of Ivory

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    1. Liebe Juliane,
      vielen Dank für deinen lieben Kommentar :)
      Genau, Stefan war derjenige, der mir da einen gehörigen Arschtritt verpasst hat und gleichzeitig dafür sorgte, dass ich auf einmal etwas viel Erfüllenderes im Leben hatte. Ob es diese Pro Foren noch gibt, weiß ich gar nicht. Ich denke, da gibt es mittlerweile andere Substitute.

      Deine Geschichte mit der Ärztin finde ich wiederum verstörend. Gerade als Arzt sollte man es doch besser wissen?! Das ist kaum zu glauben. Ich finde es auch generell erschreckend, wie wenig einfühlsam manche Menschen da sind und Bodyshaming in beide Richtungen betrieben wird. Auch der lockere Umgang mit den Begriffen ist so fatal. Nicht jedes dünne Mädchen, das Schwierigkeiten mit der Zunahme hat, ist magersüchtig. Wie schon gesagt: mir hat man es damals optisch gar nicht so angesehen, denn die kranken Gedanken spielen sich ja im Kopf ab und äußern sich dann eben erst auch äußerlich.

      Ich hoffe jedenfalls, dass du nie wieder solche unreflektierten Worte hören musst.

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  4. wow . beeindruckender text . ich hab echt gänsehaut bekommen und konnte bzw leider kann ich vieles noch nach vollziehen ..
    obwohl ich kein teenie und längst nicht mehr 17 bin . kenn ich diese gedanken nur zu gut weil ich noch immer mit solchen zweifeln kämpfe ..
    steck schon länger in meiner essstörung fest . aber solche texte wie deine sind wirklich ermutigend und ich freue mich so sehr für dich . dass du es noch rechtzeitig rausgeschafft hast .. je länger man drinnen steckt desto schwerer ist es raus zu kommen aus diesem blöden teufelskreis .
    aber ich arbeite daran und beispiele wie du sind ermutigende anstöße .
    DANKE :)

    alles alles liebe

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    1. Liebe Sarah,
      vielen Dank für dein Feedback. Es freut mich wirklich riesig, dass der Text so angekommen ist, wie ich wollte. Denn die Thematik ist sensibel und da die richtigen Worte zu finden, sehr schwer. Und du hast Recht, je länger man im Teufelskreis steckt, umso schwerer ist es, da (von alleine) herauszukommen. Ich kann dich jetzt nur ermutigen, dir irgendwie Hilfe zu suchen und darüber zu reden. Ich glaube, dass das Schweigen auch ganz fatal ist. Dabei muss ja die Hilfe nicht einmal von professioneller Seite kommen. Bei mir hat es damals nach 1 Jahr schon gereicht, einen anderen Fokus zu bekommen, mich bewusst auf andere Dinge zu konzentrieren. Wobei ich wie geschrieben auch noch nicht extrem tief drin steckte.

      Ich wünsche dir jedenfalls alles Liebe und hoffe, dass du mit oder ohne Hilfe aus dem Teufelskreis ausbrechen kannst.

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    2. ja . magersucht/bulimie sind einfach noch immer sooo prägnante themen die sooo viele leute betreffen .. aber dein text war auch einfach toll geschrieben ..

      hilfe bekomme ich eh von vielen seiten . ich hatte auch schon große fortschritte . wieder viele rückschritte aber den sprung aus der grube habe ich eben noch nicht geschafft .. so bescheuert es ist aber in vielen momenten klammert man sich an die schrecklichsten dinge die fälschlicherweise Sicherheit suggerieren obwohl sie einem eigentlich nur schaden ..
      (und noch bescheuert ist dass ich das alles weiß und trotzdem nicht weg komme)
      ach ja . genug gejammert .. ich bin dennoch guter hoffnung und freue mich über bloggerinnen wie dich (oder auch z.b. fee von feeistmeinname) die zu vorbildern werden weil sie auf ihren blogs von ihrer überstandenen krankheit erzählen ..
      es ist nämlich nicht ohne dass so öffentlich preiszugeben und so ehrlich darüber zu schreiben .! sehr toll wirklich ..

      alles liebe
      die sarah

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  5. Krass, du hast mich mit der Geschichte jetzt irgendwie total überrascht. Ich weiß auch nicht warum aber irgendwie hätte ich nie gedacht, dass du jemals so ein negatives Körpergefühl hattest. Das zeigt ja erstmal wie verdreht die Welt und diese ganzen Figursorgen sind. Wenn man selbst als schlanke Frau nicht zufrieden sein kann.
    Aber Hut hab fürs Teilen. Ich denke damit sprichst du viele Frauen an.

    Liebe Grüße, Jana

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    1. Liebe Jana,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Genau das ist ja das Erschreckende. So viele Frauen, egal ob super dünn, durchtrainiert oder vielleicht auch etwas fülliger kämpfen mit diesen Zweifeln und das obwohl sie so oft unbegründet sind. Deswegen war es mir auch wichtig, die Gedanken zu teilen und zu zeigen, dass man mit viel Arbeit lernen kann, positiv zu denken.

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  6. Wow, ich denke dazu gehört auch viel Mut! Zu solch einer Selbstreflexion. Deine Geschichte ist einerseits traurig, aber auch toll. Toll, weil du es geschafft hast und damit so viel Kraft und Stärke ausdrückst! Ich bewundere dich jedesmal wieder auf's Neue, du bist einfach eine klasse Inspiration und ein tolles Vorbild für uns Mädels :)

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  7. Liebe Yasmin,
    auch von meiner Seite Kompliment für diesen wunderbar geschriebenen Post! Ich bin Schulsozialarbeiterin an einem Gymnasium und habe dort leider immer wieder mit ähnlichen Fällen zu tun. Nächste Woche habe ich wieder eine Präventionsveranstaltung in einer Klasse, in der es um Essstörungen geht. Da werde ich deinen Post mitnehmen und vorlesen. Finde ihn sehr inspirierend, sicher auch für die Jugendlichen :) (Vor allem, weil du nicht überdramatisierst, aber ehrlich schilderst)

    Liebe Grüße
    Sabi

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