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Sind Kindheitsträume es wert, noch verfolgt zu werden?


Als kleines Mädchen besaß ich ein Buch über das Leben auf dem Bauernhof. Ich weiß den Titel leider nicht mehr, aber ich habe es immer wieder zur Hand genommen und mir gewünscht, später einmal auch auf einem Bauernhof zu leben. Mit Katzen, Hunden, Gänsen, Hühnern, Schweinen und am besten einer Kuh. Dann würde ich im Sommer frische Himbeeren vom Strauch lesen und wenn ich sie nicht direkt alle auf einmal vernasche, einen leckeren Kuchen daraus backen - oder Marmelade. Wie das meine Omi immer schon gemacht hat. Ja, man könnte sagen, dass das ein kleiner Lebenstraum war.

Heute könnte ich mir das beim besten Willen nicht mehr vorstellen. Was wohl eher daran liegt, dass meine verklärte Vorstellung eines Bauernhofs an der Realität zerbröckelt ist. Mit meinen Schwiegereltern, die neben ihren regulären Jobs etwas Landwirtschaft betreiben und jede Menge Tiere versorgen, habe ich aus erster Hand erfahren, was das eigentlich für Arbeit bedeutet. Wetterabhängigkeit, nicht mal eben so in den Urlaub fahren zu können, Verantwortung, ständig trockene Hände, wenig glamourös und mit Sicherheit nicht im schlohweißen Kleid, wie ihr es auf den Fotos so idyllisch sehen könnt :D  Aber meine Schwiegereltern sind trotz der Zusatzarbeit so ziemlich die ausgeglichensten, glücklichsten und zufriedensten Menschen, die ich kenne. Das mit der Landluft muss also stimmen. Wie könnte es auch nicht sein, wenn man all das, was ihr auf den Fotos seht, direkt vor der Haustür hat?





Worauf ich aber eigentlich hinauswill? Manche Kindheitsträume sind mit Sicherheit eben nur solche: Träumereien. Fantasien, die vermutlich niemals in Erfüllung gehen. Andere haben es aber verdient, nicht missachtet und vergessen zu werden. Ist ein Traum aus der Kindheit und Jugend nicht etwas sehr pures? In einem Umfeld kindlicher Naivität entstanden, als uns noch nicht klar war, dass man nicht alles im Leben einfach so erreicht. Aber genau das ist das Faszinierende daran. Sie entstammen einer Zeit, in der wir furchtlos waren, in der es uns einfach nicht in den Sinn kam, dass etwas nicht klappen könnte. Eine Zeit, in der wir nicht schon aufgaben, bevor wir es überhaupt versuchten. Vermutlich sind sie am ehrlichsten und ohne diese typischen überrationalen und zerdachten Zweifel unserer heutigen Generation. Wir sprachen einfach die tiefsten Wünsche unseres Innesten aus. Etwas sehr Mutiges, was heute die wenigstens wirklich machen.  Wir gehen selten Risiko ein und greifen nach den Sternen. Stattdessen wird oft einfach gelebt oder es werden Wege eingeschlagen, die nicht einmal die eigenen sind, sondern die vom Partner, vom Umfeld. Eben all die Dingen, die von außen erwartet werden, aber nicht das, was wir selbst ganz tief ins uns drin wollen, hoffen, uns heimlich wünschen.

Und lässt sich nicht jeder Traum - so abwegig er auch scheinen mag - ein klein wenig in die Realität umsetzen?
Auf meinen Bauernhofwunsch übertragen, bedeutet dies, dass ich heute mit 25 immer noch weiß, dass ich nicht in die Stadt gehöre. Zumindest nicht auf Dauer. Ich brauche und Suche die Idylle. Es gibt nichts Schöneres als genau diese Landschaft der Bilder hinter der Haustür vorzufinden. Es macht mich traurig, wenn ich inmitten der Betonklötze der Stadt nur auf einem kleinen Stückchen Rasen im Park sitzen kann, ohne die Freiheit der Bäume und der Natur um mich zu haben. Das ist etwas, mit dem ich großgeworden bin, das ich niemals missen möchte. Und ja, zur Landwirtin werde ich in diesem Leben wohl nicht mehr, aber durch den Garten in der Heimat, die Tiere, dem Spaß am Marmeladeeinkochen und ab und an mal bei Aufgaben wie beim Kartoffellesen zu helfen, habe ich doch einen guten Kompromiss gefunden.

Wie ich jetzt auf all diese Gedanken komme? Freitag hatte ich euch schon die Buchempfehlung für "Morgen kommt ein neuer Himmel" ausgesprochen. Kurz gesagt geht es darum, dass eine Frau mit einer Liste voller Jugendwünsche konfrontiert wird, die längst in Vergessenheit geraten sind, die sie verdrängt hat, die scheinbar nicht mehr zu ihren aktuellen Vorstellungen vom Leben passen und doch ist sie gezwungen, diese Liste abzuarbeiten. Dabei habe ich nachgedacht, was meine Kindheitswünsche waren und habe es etwas bereut, nicht auch so eine Liste geführt zu haben. Die Ausgangsbedingungen könnten nicht unterschiedlicher sein. Wünsche eines Teenies und Wünsche eines Erwachsenen. Aber sind sie wirklich so unterschiedlich? Verändern wir uns innerhalb weniger Jahre so fundamental, dass Lebensträume von damals nur noch blasse Schatten sind, die keine Berechtigung mehr in unserem Leben haben? Klar, unsere Persönlichkeit entwickelt sich und nicht jede kleine Jugendspinnerei würde ich heute noch in die Realität umsetzen wollen, aber so ein paar Pfeiler wie etwa der Wunsch, später einmal Familie zu haben, eine besondere Freundschaft aufrecht zu erhalten, diesen einen Berufswunsch nachzugehen, das eine Hobby ehrgeizig zu verfolgen, Gutes zu tun und wirklich zu sich selbst zu finden,  können doch gar nicht so abwegig sein. 








Die Bilder sind übrigens im Zuge des zweiten Teils meiner #ORSAYsummerparty Serie entstanden. Letztens zeigte ich euch die elegantere Variante für eine Sommerhochzeit oder schickere Gartenparty. Heute ist alles ein bisschen lässiger. Das weiße Offshoulder Kleid aus Spitze - definitiv ein unkomplizierter Liebling an warmen Sommertagen, gepaart mit einem casual sitzenden Jeanshemd und der obligatorischen Sonnenbrille. Mehr braucht eine Sommeruniform, mit der man ein Picknick, Tage am See, Shoppingbummel durch die Stadt, das erste Eis oder ein gemütliches Date bestreitet, nicht.

Kleid - Orsay* // Jeanshemd - Stradivarius (alt), aber ein fast identisches findet ihr hier // Sandalen - Zara (alt), ähnliche gibt es hier // Sonnenbrille - Ray Ban

Wie seht ihr das mit den Kindheits-/Jugendträumen? Hattet ihr eine solche List, gibt es welche, die so prägend waren, dass ihr sie auch heute noch verfolgt oder schon erfüllt habt? Und wie gefällt euch der zweite Look mit Sommerkleid?

 *Dieser Post wurde freundlicherweise von Orsay unterstützt. Vielen Dank dafür!

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21 Kommentare

  1. Was für ein süßes Outfit. Die Bilder sehen so richtig schön sommerlich aus!

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  2. Dein Outfit gefällt mir sehr! Und das Licht auf den Fotos ist der Wahnsinn!
    Ich wollte als Kind Lehrerin werden und in anderen Ländern leben - genau das habe ich mir erfüllt.

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    1. Vielen lieben Dank, Jana :)
      Wie schön, dass du deine Träume in Erfüllung bringen konntest. In welchem Land wohnst du denn nun?

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  3. Was für herrliche Fotos. Da kommt richtig Sommerstimmung auf.

    So richtig an Kindheitsträume kann ich micht nicht erinnern.Zumindest keine ernstzunehmenden. Ich wollte aber immer schon einen Hund und den habe ich mir dann trotz Zweifel doch endlich angeschafft.

    LG Sabine

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    1. Vielen Dank, Sabine :) Siehst du, da hast du doch an einem Traum festhalten können. Es muss ja nicht immer ein riesiger sein.

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  4. Interessantes Thema! So auf die Schnelle fällt mir gar kein richtiger Kindheitstraum ein. Da müsste ich wohl erstmal länger nachdenken.
    Aber warum sollte man solche Träume als kindlich abtun. Man ist ja trotzdem der gleiche Mensch und manche ungefähren Lebenswege hat man vielleicht schon intuitiv im Gefühl. Ob man Familienmensch ist, ob man ein Haustier will oder Profitänzerin werden will.
    Super spannend auf jeden Fall!

    Liebe Grüße und einen schönen Pfingstmontag dir

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    1. Herzlichen Dank für deine Meinung, Svenja :) Mir ist das mit den Träumen ja auch unheimlich schwer gefallen. An manche erinnert man sich einfach nicht, aber die waren dann wohl auch eher nicht so fundamental, dass sie heute noch Bedeutung hätten :)

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  5. die bilder sind wieder mal soo toll!
    und deine haare <3

    LG*


    Nathalie von Fashion Passion Love ♥

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  6. Es ist unglaublich, wie braun du schon wieder bist :D
    Die Fotos sind wirklich wunderschön, das Licht, die Farben und auch das schöne Kleidchen ♥

    Zu deiner Frage: ich muss zugegeben, dass ich in den letzten Jahren meine Kindheitsträume ziemlich vernachlässigt habe und mich stattdessen von rationalen, "vernünftigen" Gedanken hab leiten lassen. Zum Beispiel hatte ich mir in meiner Teenie-Zeit fest vorgenommen, dass ich in Norddeutschland, am liebsten an der Ostsee, studieren wollte. Ich wollte wirklich mal weiter weg von zuhause und eben die Nähe zum Wasser. Nun bin ich in Halle gelandet, nicht mal ne Stunde von meiner Heimat entfernt. An sich ist das natürlich auch nicht weiter schlimm, aber manchmal sollte man meiner Meinung nach einfach viel mutiger sein und sich auch mal was außergewöhnlicheres trauen. Nur so bleibt das Leben spannend und man entwickelt sich weiter. :)

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    1. So braun bin ich doch gar nicht, haha :D Aber ja, ich hab mich gefreut, dass die Sonne mal wieder rauskam und ich die blöde Blässe langsam loswerde.

      Und wie witzig, dass du das mit dem Studium erwähnst. Mir ging es genauso. Ich wollte früher immer in irgendeine der deutschen Großstädte ziehen, als es dann an der Zeit war, mich zu entscheiden, habe ich die Studienplätze ich Berlin, Hamburg und Co. alle sausen lassen. Ich war einfach nicht so weit und denke auch heute noch, dass es die richtige Entscheidung war :)
      Aber wer weiß, vielleicht verschlägt es uns ja doch noch einmal woanders hin.

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  7. Schöne Gedanken! Und besonders schöne Kuh! Ähnlich wie du habe ich früher auch vom Leben auf dem Bauernhof geträumt, besonders wenn ich stundenlang zwischen den Kaninchen meiner Großeltern gesessen habe. Mir ist dann allerdings später klar geworden, dass die Tiere zum Schlachten und nicht Beobachten da sind - und dann war das Träumen dann relativ schnell vorbei. Schade drum. Du lässt mich jetzt allerdings schon darüber nachdenken, ob ich im insgeheimen nicht doch Land- statt Stadtmensch bin. Wie auch immer, ich liebe deinen Blog! An manche deiner Outfits muss ich auch nach Jahren immer wieder zurückdenken!

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    1. Hallo Lea :)
      Ich musste jetzt doch ein wenig Schmunzeln bei deinen Worten bezüglich des Bauernhofs. Die verklärte Vorstellung sieht ja dann doch immer etwas anders aus als die Realität, in der die Tiere natürlich auch Nutztiere sind. Für mich war das am Anfang auch erst einmal ein riesiger Schock, als ich in meine Schwiegerfamilie kam. Aber das lag auch daran, dass Stefan mir ewig nicht erzählt hat, dass sie Tiere haben. Es war immer nur die Rede von einem Hund, bis ich dann ankam und ne Horde Schafe, ein Schwein, Hühner und Co. vorfand und die dann auch noch gegessen werden sollten. Du kannst dir mein Gesicht vorstellen.
      Aber schön, wenn ich dich zum Nachdenken anregen konnte. Ich glaube auch, dass man sich gar nicht zwangsweise entscheiden muss. Man kann ja immer wieder in die ein oder andere Richtung ausbrechen, wenn es einem auf dem Land zu öde oder in der Stadt zu viel wird. Das ist ja das Schöne.

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  8. Hallo Yasmin
    Was für wunderwunderschöne Fotos. Und das Kleid ist ein Traum.

    Ich denke, dass viele unserer Kindheitsträume abgeschwächt noch immer gelten - weniger rosa und weniger naiv vielleicht.
    LG Jasi
    www.marmormaedchen.blogspot.com

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    1. Lieben Dank, Jasi :)
      Mit dem weniger rosa und weniger naiv triffst du den Nagel auf den Kopf. Man muss sie eben einfach ein wenig anpassen, manche komplett über Bord werfen und vielleicht Platz für neue schaffen.

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  9. Mit diesem Beitrag sprichst du mir so sehr aus der Seele! "in der es uns einfach nicht in den Sinn kam, dass etwas nicht klappen könnte." Genau so war es! Ich wollte mit 7 Schriftstellerin werden und kam nicht mal darauf, dass ich das nicht könnte. Aber als ich "erwachsener" wurde, starb mein Traum. Wie unendlich schade. Eigentlich können uns Kindheitsträume zeigen was wir WIRKLICH möchten. Und übrigens ist mein Traum jetzt wieder lebendig.. Und das macht mich richtig glücklich :)
    Wunderschöne Fotos übrigens!!

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  10. Ein wirklich toller Beitrag, der es total auf den Punkt trifft, finde ich :-)
    Mein Kindheitstraum war, Journalistin zu werden (als fünf-Jährige hab ich es öfter mal mit dem Wort Floristin verwechselt :-D). Und genau den versuche ich gerade zu realisieren. Das ist alles andere als einfach, weil es nur wenige und sehr umkämpfte Stellen gibt und die Bedingungen (Gehalt etc.) manchmal echt katastrophal sind. Deshalb hatte ich schon so einige Zweifel und kann auch sehr schwer ausblenden, was denn die anderen (v.a. meine Familie) von meinem beruflichen Weg halten. Da wünsche ich mir wirklich die kindliche Gelassenheit zurück. Aber den Mut, den es wie du sagst erfordert, einen Kindheitstraum zu realisieren, den habe ich aufgebracht und auch nie komplett verloren. (Zu meinem Berufsweg mit seinen Höhen und Tiefen habe ich auf meinem Blog eine Serie "Mein Weg in den Journalismus" )
    Liebe Grüße
    Melanie

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  11. Liebe Yasmin,

    die Bilder bringen mich auf der Stelle in Sommerstimmung. Wahnsinnig schön. Du strahlst auch einfach so wunderbar.

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