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Behind the scenes: Instagram 1x1

Instagram ist seit nunmehr 4 Jahren meine allerliebste App, um mit euch Fotos und kleine Einblicke meines Lebens zu teilen. Eine der meist gestellten Fragen bezieht sich dementsprechend immer wieder auf die Fotoapp und mit welchen Tricks und Filtern ich meinen Feed gestalte. Ehrlich gesagt wundert mich das immer ein wenig, da ich selbst zwar schon finde, dass man bestimmte typische Yasmin-Elemente erkennen kann, aber im Vergleich zu den richtig schönen, durchdachten Feeds wirkt meiner wie bunter Kauderwelsch - zumindest aus meiner Sicht. So richtet sich mein Feed schon nach meinen ästhetischen Ansprüchen, kollidiert aber oftmals mit meiner Farben- und Naturliebe, so dass ich es wohl nie zu einem einheitlichen Bloggersuperfeed schaffen werde - aber das ist auch gar nicht schlimm, denn genau das hebt einen ja aus der Masse heraus.

Im heutigen Behind the Scenes Artikel soll es deshalb um genau all das gehen. Worauf kann man unkompliziert achten, um noch bessere Fotos zu schießen, welche Apps empfehle ich, welchen Filter nutze ich und erkläre, wieso man die ganze Sache nicht allzu ernst und mit einer riesigen Portion Spontanität und Freude nehmen sollte.

1. Das richtige Licht

Fotos werden bei Tageslicht und vor einer großen Lichtquelle wie einem Fenster sehr viel schöner. Achtet darauf, aus welchem Winkel das Licht auf euer Objekt trifft, damit es gut ausgeleuchtet ist und keine unschönen Schatten zu sehen sind. Auf warme Lichtquellen wie Lampen verzichte ich komplett, da sie das Bild einfach viel zu warm und oftmals rauschend wirken lassen.

2. Welches Motiv/Thema?

Stichwort: Abwechslung, wobei ich aber auch kein Fan von extrem durchgeplanten Feeds bin, da diese mich schnell langweilen. Instagram soll ja in erster Linie auch ein kleines Bildertagebuch sein und wenn dann eben mal kurz hintereinander mehrere Food Bilder kommen, weil es am Wochenende lecker war, ist das eben so. So schön super einheitliche und durchdachte Feeds auch sind, so sehr drängt sich mir der Gedanke auf, dass es zu konstruiert ist. Instagram ist mein kleines Inspirationstagebuch und das muss nicht von A bis Z perfekt aussehen. Zeigt doch also auch einfach ein paar Facetten eures Lebens, ob das jetzt das #ootd, #flowersofinstagram, das #healthybreakfast oder das klassische #selfie ist.

3. Kameraeinstellungen

Ein Tipp, der so fundamental ist, dass er ganze Bilder boosten kann, oftmals aber vergessen wird, ist das Putzen der Linse. Schnell greift man mal mit fettigen Händen zum Handy und schon hat die Linse einen unschönen Abdruck, was zu einem milchigen Schleier auf den Fotos führt. Deswegen: kurz vorm Abdrücken einfach nochmal drüber wischen.
Außerdem benutze ich sehr gern den voreingestellten Blass Filter, da er einen schönen Basis-Farblook abgibt. Allerdings kommt der nur zum Einsatz, wenn keine Haut mit auf dem Bild zu sehen ist, da der Filter Hauttöne sehr grau und fahl wirken lässt.

4. Fomat - Hochkant oder Quer?

Früher stellte sich die Frage gar nicht: es gab lediglich das berühmte Instagram Square. Mittlerweile fotografiere ich lieber im Hochkantformat, da man einerseits mehr aufs Foto bekommt und andererseits das Foto mehr Aufmerksamkeit im Feed erhält. Probiert es mal aus. Bei Hochkantfotos anderer User bleibe ich viel öfter hängen, weil sie den Bildschirm mehr ausfüllen und automatisch ins Auge springen.

5. Erkenne deinen Stil

Klar ist ein weißer cleaner Feed zur Zeit super angesagt, aber seinen eigenen Stil zu finden und seine Persönlichkeit in das Bildertagebuch einzubauen, ist doch viel schöner. Ich wurde mal gefragt, ob ich mit Absicht alle meine Bilder irgendwie rosalastig gestalte. Dem ist nicht so. Da ich aber von Natur aus sehr gerne helle und pastellige Töne trage, ergibt sich das im Gesamtbild einfach. Genauso wirkt ein Feed einer Person, die eben kaum Farbe trägt, insgesamt dunkler bzw. neutraler. Seinen eigenen Bildstil zu finden, kann also einerseits sehr einfach sein, da ihr automatisch das fotografieren werdet, das eurem Auge gefällt - das ist ähnlich wie beim Shopping. Streife ich durch die Läden, greife ich letztlich immer zu sehr ähnlichen Stücken. Falls ihr aber keinen eigenen Bildstil ausmachen könnt, kann man das Ganze natürlich auch konstruieren, indem man einfach schaut, was einem gefällt und gegebenenfalls für sich selbst abwandelt und ausprobiert.

Links im Bild ist der Feed wieder etwas heller und pastelliger. Rechts hatte ich eine Phase, wo sich mehrere dunkle Fotos oder stark gesättigte Bilder dazwischen mogelten. Insgesamt erkennt man aber, dass ich auf Blumen stehe und prinzipiell eben eher Fan heller Farbspiele bin.

5. Hintergründe

Meiner Meinung nach steht und fällt ein Bild nicht nur mit dem richtigen Licht, sondern auch dem Hintergrund. Egal ob das bei Handyfotos oder Kamerabildern ist. Der Hintergrund kann euer Motiv unterstreichen, hervorheben oder aber insgesamt einfach harmonisch wirken lassen. Bei Insta achte ich darauf, dass ich nicht ständig super aufgeregte Fotos teile, auf denen extrem viel zu sehen ist, sondern ab und an auch ein Bild dazwischen zu finden ist, das ruhiger wirkt. Wie man das schafft? Indem man ein Motiv freistellt und einen recht großen Hintergrund wählt. Übrigens dienen mir dabei meist die Dinge, die eh grad in Reichweite sind. Beim Essen eben ein Tisch mit Holzoptik, die helle Wand beim Shoppingbummel, vor der ich mein #ootd aufnehme oder auch mal einige Hilfsmittel wie meine Marmorplatte oder Tapete, falls ich bewusst ein Flatlay inszenieren will, das jetzt mal nicht spontan aufgenommen wurde.
Ob ihr dabei eher helle Hintergründe oder aber vielleicht auch super dunkle bevorzugt, ist natürlich euch überlassen.

6. Bildbearbeitung

Früher habe ich mich immer gefragt, was ich falsch mache und warum meine Fotos so kacke aussehen im Vergleich zu den Instagram-Stars. Die Antwort liegt auf der Hand. Ebenso wie bei der normalen Fotografie holt man enorm viel mit der Bildbearbeitung heraus. Bei Handyfotos sogar mehr noch als bei Kamerabildern, da letztere ja von Natur aus mit den richtigen Einstellungen schon hochwertiger sind. Also wird getrickst. Wie weit man das Spiel treibt, ist natürlich jedem selbst überlassen. Mittlerweile habe ich eine Routine entwickelt, die nur 2-3min Zeit kostet. Alles andere würde mir einfach zu lang dauern. Wie genau das also aussieht und welche Apps ich verwende, verrate ich euch jetzt.

Im folgenden Bild erkennt ihr mal zwei Vorher Nachher Shots. Das erste ist ein extremeres Beispiel, bei dem ich ein vorher mega dunkles Foto stark aufgehellt habe. Das zweite Bild ist eher Standard, prinzipiell schon sehr hell und benötigt für meinen Geschmack nur minimal etwas Aufhellung und Detailtreue. 

Enlight - das Mini-Photoshop Programm

Enlight ist zwar eine käuflich zu erwerbende App, aber ich hatte sie mal bei einer Freundin ausprobiert und dann für cool genug empfunden, sie zu kaufen. Die 2Euro haben sich auch gelohnt, da ich seit 2 Jahren damit bearbeite. Meist verwende ich die vorgefertigte Crisp Foto Einstellung, die das Bild insgesamt heller, schärfer und neutraler macht. Dann gehe ich aber noch einmal selektiv über die Helligkeit und auch Sättigung, Weißabgleich oder Temperatur, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Was auch schön ist, man kann  gezielt selektiv Änderungen vornehmen. Du willst z.B. eine Blume auf dem Bild farbintensiver zeigen, ohne aber das ganze Bild zu übersättigen? Dann wählst du die selektive Sättigung und bepinselst nur deine ausgewählte Stelle.

In der Regel benutze ich den voreingestellten Crisp Filter, setze die Helligkeit auf etwa 30-40% höher, schraube den Kontrast auf 10-20%, senke die Temperatur auf etwa -5%, damit der Gelbstich verschwindet und bei fröhlichen Fotos von Blumen oder ähnlichem pushe ich die Sättigung auf  etwa 10%. Alles eine Sache von höchsten 1 Minute und genau eben diese Änderungen sind es, die eurem Bild mehr Strahlkraft und Ausdrucksstärke verleihen.

Facetune - aber nicht für das Gesicht

Diese App hat meine Bilder vermutlich am meisten geändert. Früher dachte ich immer, dass jeder Blogger Facetune für das Gesicht nutzt, aber nichts da. Ich halte nichts von extremen Weichzeichnern, die mit der App vor allem oftmals einfach nur fake und schlecht gemacht aussehen. Aber das Auffhellungs- und Detailtool sind zwei Dinge, die ich nicht mehr missen möchte. Mit ersterem geht ihr einfach über eure Hintergründe drüber und wischt, was das Zeug hält. Damit bekommt gelbstichiges Weiß einen klaren Effekt. Insgesamt sorgt das für diesen gehypten cleanen crispen Look und auch Hintergründe, die nicht so passend wirken, könnt ihr damit wegmogeln. Wir haben z.B. zu Hause kaum freistehende weiße Wände. Wenn ich also ein Selfie mache, ist der Hintergrund meist eben gelblich oder grau. Mit der App wische ich sie mir aber einfach weiß. 

Das Detailtool ist wiederum super, um Gegenstände hervorzubringen. Auf Haut würde ich es nicht unbedingt anwenden, da man damit schnell alt aussieht und quasi jede Pore erkennbar wird. Aber für einen schönen Blumenstrauß oder aber ein Beautyprodukt, das ihr hervorheben wollt, ist es perfekt.

Aber auch das Überlagern Tool ist wunderbar, um Störungen im Foto zu entfernen wie das Stempeltool bei Photoshop. Ursprünglich ist es wohl für Pickelchen gedacht, ich stempele damit gerne mal Flecken auf einem Tisch weg, wenn wir unterwegs sind. 

Faded - meine liebste Filterapp

Dieser Schritt kommt zum Schluss und ist eigentlich in wenigen Sekunden erledigt. Irgendwann hatte ich mir mal Faded runtergeladen, eine App die ähnlich wie Enlight und Vsco funktioniert. Man kann aber z.B.auch coole Light Leaks auf die Bilder zaubern. Ebenso wie Enlight könnte ich auch hier manuell die Helligkeit etc. verbessern. Ich nutze sie mittlerweile aber nur noch für eins: meinen Napa Filter. Dieser cleane und leicht rosastichige Filter ist eigentlich das "Geheimnis" hinter meinen Bildern. Ich lege ihn über jedes Foto und bekomme damit einen ungefähr einheitlichen Look. Bei hellen, pastelligen Fotos klappt das aber z.B. besser als bei meinen Naturshootings, die dann doch wesentlich gesättigter daherkommen.

Den Napa Filter benutze ich für jedes meiner Bilder. Allerdings schraube ich die Intensität auf etwa 40-75% herunter, je nachdem wie ich das Ergebnis wünsche.

Dann gibt es da noch den Blogger Liebling: Vsco

Die meisten Blogger verwenden tatsächlich nur 2 Apps - Facetune für hellere Hintergründe und Vsco für die Helligkeitsanpassungen und Filteroptionen. Vsco mag ich auch sehr gern, aber ich habe mich einfach in den Napa Filter verliebt, weswegen ich eben den noch schnell drüberlaufen lasse. Ansonsten wäre ich vermutlich auch mit Vsco happy. 
Wer außerdem einen super einheitlichen und aufeinander abgestimmten Feed kreieren will, wird mit der Rasteroption von Vsco glücklich. Dort könnt ihr direkt eure Bilder wie bei Insta anordnen und schauen, ob das neue Fotos dazu passt. Habe ich eine Weile ausprobiert, war mir dann aber zu anstrengend. Ich will schließlich Momente und coole Dinge mit euch teilen und nicht auf ein Foto verzichten müssen, weil es eben nicht 100% passt. Das ist bei mir sowieso schwer, wie ich finde, da ich eben vor allem im Sommer auch gern mal kräftige Farben trage oder in der Natur mit vielen Grüntönen (ist ja auch so ein verpöntes Ding auf Insta) shoote. Und nur weil die Bilder jetzt nicht farblich perfekt passen, zeige ich sie euch aber trotzdem. 

Die wichtigste Devise: Spaß haben, sich ausprobieren und fröhlich drauf losknipsen

Am wichtigsten: meist passiert das Ganze intuitiv. Wir haben doch meist ein intuitives Ästhetikempfinden und auch wenn viele der Punkte sehr konstruiert klingen, passiert das - zumindest bei mir- rein intuitiv. Ich suche mir jetzt nicht gezielt "Locations" wie bei meinen Blogfotos für Instagrambilder, aber wenn ich durch die Stadt laufe und mir fällt ein schöner Hintergrund auf, halte ich davor eben kurz mein Outfit fest. Eine Sache von 2min ohne viel Aufwand. Wie bei allem ist auch die Bearbeitung eine Routinesache. Habt ihr erst einmal eine für euch funktionierende Vorgehensweise gefunden, geht sie ins Blut über und benötigt überhaupt nicht viel Zeit.

Mit Sicherheit gibt es jetzt auch Leser, die bei so vielen Filtern und Tipps nur den Kopf schütteln können. Als ich Instagram nur privat nutzte, scherte ich mich auch kaum um solche Details. Mit der Zeit hat man aber auch Freude daran, den Kanal, der ja eine Erweiterung des Blogs ist, aufzuhübschen und sich auch hier stets zu verbessern. Deswegen hoffe ich, dass für jeden - ob man Insta nun ernsthafter oder komplett locker betreibt - etwas dabei war.

Ich hoffe, euch konnten meine Tipps und Bildbearbeitungsvorgehensweise helfen. Wie geht ihr denn bei Instagram vor? Folgt ihr strengen Regeln, schießt ihr komplett ohne Bearbeitung etc. drauf los oder habt ihr auch eher einen Mittelweg gefunden?



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4 Kommentare

  1. Richtig toller Post mit dem du dir wirklich unglaublich viel Arbeit gemacht hast!
    Viele der Apps kannte ich noch gar nicht und es ist doch immer wieder spannend etwas dazu zu lernen! Toll finde ich, dass du keinen durchgeplanten, einheitlichen Feed willst. Die finde ich ehrlich gesagt nämlich mega langweilg und denen entfolge ich sehr sehr schnell!
    Liebe Grüße
    Jenny
    www.fitandsparklinglife.com

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  2. Ich besitze eine gewisse Hassliebe zu Instagram, seit diese ganzen mega durchgestylten Feeds existieren und es so an Spontanität verloren hat. Trotzdem ist die App als Blogger denke ich unverzichtbar. Vielen Dank für diesen ausführlichen Post, ich kannte einige Apps noch nicht und bin gespannt sie zu testen!
    Liebe Grüße ♡ Kristina
    TheKontemporary

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  3. Toller Post!
    Wollte mir gerade Faded runterladen, es scheint aber nur für iPhone verfügbar :(
    VSCO nutzte ich auch finde aber klein vergleichbaren Filter wie NAPA.

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  4. Tolle Tipps! Ich muss jetzt aber doch mal fragen: Ich hab mir die App Faded auch heruntergeladen allerdings finde ich den Filter Napa nicht. Muss man den extra dazu kaufen?

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