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Sweet Dreams






Ich renne barfuß durch ein grünes Gerstenfeld, während es draußen -im Gegensatz zum aktuellen Wetter- wunderbar warm ist. Kurz halte ich inne, schaue in den blauen Himmel und sehe, wie vor meinen Füßen merkwürdig grauer Rauch aufsteigt. Er wird immer dichter, bis ich kaum mehr durchblicken kann. Am anderen Ende des Ganges inmitten der Gerste und der Rauchschwaden erwartet mich eine Tür. Neugierig laufe ich auf sie zu, frage mich, was dahintersteckt, stoße sie zögerlich auf... und bevor ich mich umsehen oder irgendwelche Konturen ausmachen kann, merke ich, wie ich ganz leicht und sanft nach oben gezogen werde. Nur noch wenige Augenblicke und die wolkenartige Masse ist durchstoßen. Ganz ähnlich wie im Flugzeug, wenn man in rasanter Geschwindigkeit an Höhenmetern verliert und der magische Moment erreicht wird, in dem man die Wolkendecke durchbricht.
Ein tiefer Atemzug. Ich versuche die Augen zu öffnen, die noch ganz verklebt sind. Die bleischweren Lider wollen sich nicht heben und während sich noch alles dreht und ich nicht weiß, wo oben und unten ist, ja wo genau ich überhaupt liege, bin ich plötzlich wach. Ich habe geträumt. Seit langer Zeit mal wieder. Während diese Erkenntnis durch mein Hirn schießt, versuche ich den Traum von gerade eben zu erfassen, bevor es zu spät ist. Denn es ist meistens zu spät. Auch heute muss ich mich anstrengen, gleitet er mir wie weiche Seide durch die Finger. Da war eine Tür. Ein unglaublich intensives Gespräch mit noch intensiveren Blicken. Bruchstücke von Fragen, auf die ich keine Antworten habe und ... ja was noch? Wie so oft, bin ich nicht in der Lage, den Traum zu rekonstruieren. Bevor ich ihn zu fassen bekomme, ist er eben so schnell und leise verschwunden, wie er gekommen ist und ich lasse meinen Kopf frustriert in das noch warme Kissen fallen.
Träumereien. Jeder hat sie. Der eine mehr, der andere weniger stark. Wenn ich mich mit meinen Mitmenschen über Träume unterhalte und höre, wie oft und vielschichtig da mitten in der Nacht Geschichten gesponnen werden, bin ich fast so etwas wie enttäuscht. Enttäuscht, dass ausgerechnet ich, die mit der Fantasie, die Kreative, so wenig träume. Oder erinnere ich mich nur nie daran? 

Wieso tauche ich so selten in diese fremden Welten ab, die doch so viel Spaß bereiten können? Die Traumforschung ist sich uneinig. Über die Dauer, die Form, de Existenz des Träumens und Nichtträumens und ja, auch über die Inhalte. Was sagt ein Traum aus? Über uns, unsere Gefühlswelt, dieses verrückte Unterbewusstsein? Und wie viel darf und sollte man in die Geschichten hinein interpretieren?

Es wird gesagt, dass Träume helfen. Wir leben uns aus, verarbeiten, aber  graben uns auch schmerzlich tief in unser Unterbewusstsein. Diese Fantasien im Schlaf können zuweilen so qualvoll, so körperlich werden, wenn tief vergrabene Ängste oder auch Wünsche, die wir uns nicht wagen, auszusprechen, in diesem merkwürdigen Zwischenzustand in unseren Kopf gepflanzt werden.

Diese Stunden mitten in der Nacht, wenn alles um uns herum in dunkles Schwarz gehüllt ist, sind pure Magie. Wir gleiten ab in fremde oder auch verzerrte Welten, vermixen Alltag und Wunschdenken, Ängste und Hoffnungen, die uns Lösungswege schenken. Ich sehe Träume gern als Alternativen. Wie Planspiele, in denen wir andere Abzweigungen ausprobieren dürfen und das auf eine ganz ungefährliche Art. Denn das Schlimmste, das passieren kann, ist ein aufrüttelnder Albtraum, aus dem wir verschwitzt oder verstört aufwachen. Eine oft grauenhafte Parallelwelt, in der wir mit unserem verletzlichsten Selbst konfrontiert werden.
Mich fasziniert der Gedanke der Unberechenbarkeit. Diese verrückte Tatsache, dass wir - egal wie sehr wir uns auch anstrengen oder kontrollieren wollen- absolut keinen Einfluss darauf haben, ob und wohin uns das Unterbewusstsein diese Nacht führen wird und mit welchen Facetten unserer Persönlichkeit wir uns dieses Mal auseinandersetzen müssen.

Träumen ist etwas Magisches, denn es ist eine schillernde, abenteuerliche und schier unendliche Form der Reflexion. Weil Träume ungewiss sind. Weil sie vielleicht so viel bedeuten oder auch gar nichts - je nachdem, wie wir uns entscheiden, was wir in ihnen sehen wollen. Sie haben die Macht, uns aufzurütteln oder aber sanft einzuhüllen. Aber vor allem entführen sie uns in die unerforschten Gebiete unserer Selbst, zeigen uns Welten auf, die wir uns bei Tageslicht einfach nicht ausmalen könnten und erzwingen Entscheidungen, die uns in dieser wundersamen Zwischenwelt weitaus weniger belasten. 




Anlass meiner zufälligen Gedanken über das Träumen ist übrigens, dass ich seit Kurzem intensiver träume. Ob das mit dem aufgehübschten alten Kinderzimmer und dem neuen Bett zu tun hat, welches wir während meines Heimaturlaubes gekauft haben? Ich weiß es nicht. Vielleicht ist ja was dran, dass es sich zwischen neuer Energie, einem schönen Umfeld, schicker Deko, sinnlicher Prints von der Künstlerin Victoria Verbaan und kuschligem Bettzeug besser träumen lässt. 

Bett - Ikea Malm
Prints - Juniqe* (Monogramm Print, Wasserfarben Prints von Victoria Verbaan)
Bettwäsche - H&M Home
Kissenhüllen - H&M Home
Kunstfellkissen und -decke - Tchibo
Tablett - Dänisches Bettenlager
Kerzen - H&M Home
Sonnenbrille - Le Specs

 

Wie ist das bei euch mit dem Träumen? Träumt ihr viel und oft, erinnert ihr euch oder entweichen euch die wirren Geschichten auch so oft wie mir?

*Dieser Post ist in freundlicher Unterstützung mit Juniqe.de entstanden.

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9 Kommentare

  1. Die Prints gefallen mir so unglaublich gut und habe ich schon in deinem letzten Video bewundert:)

    Liebe Grüße
    Luisa | http://sparklyinspiration.com

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  2. "Ich bleib so scheiße wie ich bin" - ich würde mich freuen, deine Meinung zu dem Buch zu hören. Ich fand die Einleitung super gut, war vom eigentlichen Buch dann aber eher enttäuscht. Wie geht es dir? :)

    Liebe Grüße
    Anna I www.einundzwanzigzwei.de

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  3. Toller Post und Bilder :*

    Liebe Grüße <3
    http://thislifeisprettyamazing.blogspot.de/?m=1

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  4. Schöner Post. Ich habe ganz lange nichts geträumt, aber in letzter Zeit (besonders dieses letzte Wochenende) ganz viel. Aber ich weiß nichts mehr davon. Ich fand es einfach nur anstrengend und bin dafür heute total unausgeruht.

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  5. Sehr schöner Text. Du kannst toll schreiben!
    Mir geht es auch so, ich weiß gar nicht, ob ich viel träume oder mich nur nicht mehr daran erinnere. Aber manchmal weiß ich auch, dass ich schlecht geträumt habe, und wünschte mir, ich würde mich nicht mehr erinnern. Alles kommt einem dann so real vor und ab und an nehme ich das geträumte mit in die reale Welt und projiziere Dinge oder denke, bestimmte Personen hätten Dinge wirklich getan oder zu mir gesagt....verrückt diese Träumerei!

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  6. wow schöner Text!

    http://carrieslifestyle.com

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  7. Du hast so einen tollen Einrichtungsgeschmack! Du schaffst es, dass die Räume eine Atmosphäre bekommen und dabei immer total wohnlich sind. Ich bin ganz verliebt in die Kombination der Prints!

    Viele Grüße, Anna
    http://cleanlines.de/

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  8. Ich mag den Text super gerne, man kann richtig toll eintauchen und ich finde auch die Bilder super schön (vorallem die Prints haben es mir angetan) allerdings hab ich trotzdem etwas "Kritik" ich hätte es schöner gefunden estwas mystischere Bilder dazu zu haben :)

    Glg Catherine

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  9. Wunderschönes Schlafzimmer ☺️ Ich liebe Junique und mag deine Auswahl. Du bist mega sympathisch😍 XO Julia von www.fashionblonde.de

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