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5 Tipps für mehr Ordnung im Kleiderschrank I: Ausmisten

Vor genau einem Monat nahm ich das Projekt Kleiderschrank ausmisten in Angriff. Mein Ziel war es, die Fülle an Klamotten zu minimieren, mich von alten Stücken zu trennen, Platz zu schaffen und mit einer schlichteren Garderobe, bestehend aus wirklichen Lieblingsstücken, auszukommen. Seitdem trage ich zwar öfter das Gleiche und bin weniger experimentell unterwegs, aber ich fühle mich jedes Mal wie ich selbst, nicht verkleidet und bleibe meinem Stil treu. Im ersten Teil der Serie möchte ich euch deshalb verraten, wie ich beim Ausmisten vorgegangen bin, bevor es dann im nächsten Part darum gehen soll, was ich mit den aussortierten Stücken angestellt und wie ich wieder Ordnung in mein System gebracht habe.

Das Ganze in angelehnt an die Minimalismus-Theorie sowie das Buch Magic Cleaning von Marie Kondo, wobei die ersten drei Punkte bereits seit Jahren zu meiner Ausmistroutine gehören und durch die letzten beiden super ergänzt werden. Aber seht selbst...

1. Nicht morgen oder in 3 Wochen anfangen, sondern jetzt

Ich glaube bei dem Spruch "morgen morgen nur nicht heute" können wir uns alle einmal an die eigene Nase fassen. Großprojekte, wie den Kleiderschrank auszumisten, schiebt man gern vor sich her, bis man sie letztlich nie oder nur halbherzig in Angriff nimmt. Stört dich die Unordnung und/oder die Fülle also schon eine ganze Weile, solltest du sofort handeln. Jetzt. Nicht morgen und auch nicht in erst 3 Wochen.

2. Einen Überblick verschaffen  oder auch: der Klamottenberg

"Eigentlich besitze ich gar nicht so viele Klamotten und miste regelmäßig aus. Also wirklich jetzt."

Ja, das haben wir alle mal gesagt. Fakt ist, dass man den Überblick viel schneller verliert, als einem lieb ist. Deswegen ist der erste Schritt der Kleiderausmistaktion folgender: alle Klamotten auf einen Berg schmeißen. Das hat Mama früher schon gemacht, wenn wir zu viel Spielzeug angesammelt haben und dringend aussortiert werden musste. Und damit meine ich wirklich alles.  Die Klamotten aus dem Keller, aus der letzten Schublade, die Erinnerungsstücke ebenso wie die Schuhe. Ihr werdet überrascht sein, was sich da alles ansammelt und wie einschüchternd und verstörend so ein Klamottenberg wirken kann. Aber genau diese Schockwirkung brauchen wir jetzt. 

Außerdem gilt hier die Devise: bevor Ordnung herrschen kann, kommt erst einmal das Chaos.

3. Nach Produktkategorien ordnen

Um Herr des Klamottenberges zu werden, macht es Sinn, nach Kategorien zu sortieren. Wie kleinlich ihr dabei vorgeht, ist euch überlassen. Ich habe folgende Kategorien eröffnet und bin damit gut gefahren: Röcke und Kleider, Blusen, Strick, Oberbekleidung (also Jacken und Mäntel), Schuhe, Hosen, Taschen sowie andere Accessoires wie Hüte, Tücher, Gürtel. 

Habt ihr erst einmal alle Kleidungsstücke einer Kategorie sortiert, fallen euch bestimmt einige Doppelgänger in die Hände. Zumindest mir ging es definitiv so, da man sich entweder immer mal wieder bei der Suche nach DER perfekten weißen Bluse wiederfindet und mit den Jahren eben 10 fast perfekte ansammelt oder aber weil wir uns automatisch zu Lieblingsstücken wie cremefarbenen Pullovern oder enganliegenden Kleidern hingezogen fühlen und letztlich gar nicht bemerken, wie viel wir davon schon angehäuft haben. Die Kategorien helfen dabei, genau zu überlegen, von welchen Stücken man sich getrost verabschieden kann, da man sowieso schon 10 ähnliche Modelle besitzt und letztlich nur die wirklichen Lieblinge behalten möchte.

4. Die haptische Erfahrung - jedes Stück in die Hand nehmen

Die bisher aufgeführten Punkte befanden sich schon ziemlich lange in meiner Ausmistroutine. Die folgenden zwei umfassen eine eher psychologische Herangehensweise wie eben das in die Hand nehmen von Kleidungsstücken. Ich finde den Gedanken dahinter super spannend. Die Japanerin ist der festen Überzeugung, dass wir erst durch die Berührung eine Verbindung zum Stück herstellen können, besser beurteilen, ob wir es noch benötigen und darüber hinaus auch ein besseres Gefühl für Material und Sitz bekommen. Deswegen soll jedes Kleidungsstück einzeln haptisch erfasst werden und wir mit der Energie des Stückes in Berührung kommen und dadurch die Tiefe der Verbindung zum Stück spüren. Probiert es mal aus!

5. Sich bewusst von Kleidung trennen - jedes Stück hat einen Zweck erfüllt

Ein weiterer Punkt, der von Marie Kondo stammt und den ich grandios finde, ist die Feststellung, dass jedes Kleidungsstück einen Zweck erfüllt hat. Ob das jetzt die Lieblingsbluse ist, die man seit Jahren sehr gern trägt und uns ein positives Gefühl verschafft oder auch nur die Schrankleiche, die wir beim letzten Streit frustriert gekauft haben und uns damals ein Glücksgefühl verschafft hat. Oftmals haben wir Probleme damit, uns von bestimmten Stücken oder Geschenken zu lösen, obwohl wir sie gar nicht mehr tragen. An dieser Stelle muss man radikal sein und akzeptieren, dass das besagte Kleidungsstück einfach schon seinen Zweck erfüllt hat - egal wie langfristig dieser auch ausfiel -  und nun guten Gewisses aussortiert werden kann.

Dieser Part  der eigentlichen Trennung fällt am schwersten, da wir zu gern Ausreden finden, um die Erinnerungsstücke dennoch zu behalten. Und genau hier liegt der befreiende Moment des Ausmisten, wenn man sich dann letztlich doch löst und sich somit auch von emotionalem Ballast befreit. Klingt erstmal höchst sprituell, aber funktioniert wirklich und vor allem immer radikaler, je tiefer man in die Materie eintaucht. Irgendwann werdet ihr in einen regelrechten Wahn verfallen und von ganz allein ausmisten, statt unnötig an Stücken festzuhalten.

Wie geht ihr beim Aussortieren vor? Habt ihr da ein erprobtes System oder ist es bei euch generell mal an der Zeit, wieder auszusortieren?


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11 Kommentare

  1. Danke für diesen tollen Post :) ich muss nämlich auch mal wieder mein Schrank aufräumen werde ich doch gleich heute in Angriff nehmen :)

    Liebe Grüße Lena von
    Ruhrpott.Beauty

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  2. Bei mir ist es oft so, dass ich wochenlang denke "nächstes Wochenende musst du aber echt mal ausmisten" aber es trotzdem vor mich hin schiebe, aber dann muss ich diesen Blitzgedanken bekommen und ich schmeiße alle Klamotten aus meinen Schrank auf den Boden! Dann kann ich mich aber auch schon mal einen Tag lang damit beschäftigen :)

    Liebste Grüße Dilara
    von www.missdilara.de

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  3. Die Tipps sind super, ich finde deinen Schrank gut organisiert. Mein Problem ist nur, dass die Ordnung nie lange anhält ;).

    Liebe Grüße und einen schönen Dienstag

    P.S. Falls du schon immer wissen wolltest wie meine Fashionillustrationen entstehen, dann kannst du es gerne in meinem neuen Postbeitrag nachlesen!

    July

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  4. Das Buch von Marie Kondo habe ich auch im Februar gelesen und fand es super. Die Methode ist einfach und ich habe meinen Kleiderschrank und meine Wohnung ausgemistet. machst du auch einen Post zu deinem Kleiderschrank, wie er jetzt aussieht?

    ganz liebe Grüße
    Melanie / www.inblushandblack.blogspot.de

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  5. Ich warte immer auf den Moment wo es mich packt... dann miste ich rigoros aus. So habe ich es vor einigen Wochen mit meiner Makeup Sammlung gemacht. Ich gehe meist nach der "Wenn du es 1 Jahr lang nicht benutzt hast, wirst du es nicht vermissen, also weg damit" Methode vor :) Bei meinem Kleiderschrank ist die letzte Ausmistaktion eine Weile her. Und mittlerweile nervt er mich schon wieder. Habe ich nämlich gerade gewaschen und sind die Sachen gebügelt passen sie aktuell nicht mehr alle hinein. Zeit wieder auszumisten. Da bei der März Ausgabe von MiniMe (http://minime.life/dein-minimalistisches-jahr) genau das auf dem Plan steht wird es diesen Monat umgesetzt.Der nächste freie Samstag oder Sonntag wird dafür genutzt. Abends, wenn ich meist gegen 21 Uhr erst nach Hause komme ist das Licht zu schlecht und ich zu müde. Deinen ersten Tipp kann ich also nicht umsetzen, den Rest schon .)

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  6. Punkt 5 ist echt so absolut wahr, aber auch so schweeer :D

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  7. Toller Post mit echt guten Punkten, die das Ausmisten bestimmt manchmal leichter machen. Bei manchen Teilen, bei denen ich mir einfach nicht sicher bin, mache ich es so, dass ich sie in eine Schachtel packe. Diese Schachtel verräume ich dann. Und wenn ich sie nach drei Monaten nicht vermisst habe, wird das Zeug ausgemistet :)

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  8. Punkt 1-4 setzte ich regelmäßig um, aber bei Punkt 5 bekenne ich mich Schuldig im Sinne der Anklage! Vorallem bei sehr schicken Kleidern, die man nur an besonderen Anlässen trägt, weiß ich oft nicht was ich damit tuen soll. Zwar sind sie 1-2 Mal im Jahr in Benutzung, aber den Rest der Zeit hängen sie im Schrank und verbrauchen Platz.Wie immer tolle Bilder! :)

    Viele Grüße, Anna
    http://cleanlines.de/

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  9. Ich habe meinen Kleiderschrank auch nach Marie Kondo ausgemistet und kann an einer Hand abzählen, wie viele neue Kleidungsstücke ich seitdem gekauft habe. Dieses Gefühl danach war unbeschreiblich. Die Ordnung und Bewegungsfreiheit... großartig!

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  10. Ich habe schon ewig nicht mehr ausgemistet. Aber sobald ich die Wohnung mal für mich alleine habe, Mann auf Arbeit und Kind in der Krippe ist, werde ich das in Angriff nehmen.
    Viele Grüße Bianca

    http://ladyandmum.blogspot.de

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  11. Dieses Sortieren nach "Doppelgängern" ist eine super Idee. Ich miste meinen Schrank sonst aus, indem ich auch alles raushole, dann schön zusammmenlege und nur einzelne Sachen aussortiere. Danach ist der Schrank meist kaum leerer. Daher werd ichs mal mit deinem Tipp versuchen und Doppelgänger entlarven :)

    Ich bin gespannt wie du deine Sachen weiterverwendest. Von Flohmarkt über Ebay und Kleiderkreisel hab ich selbst alles durch.

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