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Ich bin einfach nicht romantisch #beziehungskram


Ich glaube, ich bin nicht romantisch. Nein, ich weiß es sogar. War noch nie der Typ des Händchenhaltens, öffentlicher Liebkosungen, ausgefallener Dates im Kerzenschein. Das ist einfach nicht mein Ding und ja, ich muss zugeben, dass ich bei zu viel Bussi hier, Bussi da, klebrige Schmatzer in überfüllten Bahnen eher Würgereiz bekomme und wegschauen muss statt Schmetterlinge im Bauch zu spüren. Da, jetzt habe ich es gesagt.

Und weil ich nicht so der rosa Herzchen Typ bin, wird auch der Valentinstag im Hause Inlovewith eher klein geschrieben.
Ich sehe das nämlich folgendermaßen: so unterschiedlich jedes Paar ist, so unterschiedlich ist auch die Sichtweise auf diesen einen Tag bzw. die Romantik generell. Es gibt Leute, die verteufeln ihn als Ausgeburt des Kommerzes. Andere wiederum zelebrieren ihn regelrecht, erwarten liebevolle Gesten und überlegte Geschenke, basteln Wochen vorher, machen sich richtig Gedanken.
Dieses gelegentliche bewusste Aufhübschen, Ausgehen und Ausbrechen aus Routinen ist sehr wichtig für Beziehungen, wie ich finde. Denn auch wenn man weiß, dass man sich liebt, zeigt man doch mit solchen kleinen Gesten wie diesem extra tollen Kleid, dass der andere einem wichtig ist. Man sich Gedanken gemacht hat.

Und doch ist das mit dem Valentinstag im Prinzip ähnlich wie Weihnachten. Vollgeladen mit Erwartungen. Erwartungen, wie er perfekt abzulaufen hat. Erwartungen und Ängsten, dass man ihn allein verbringt, dass es niemanden gibt, mit dem man diese Liebe teilen kann, was wiederum zu enormen Druck führt. Sich selbst und seinem Partner gegenüber. Und sobald Druck und hohe Erwartungshaltungen im Spiel sind, kann man vor allem eins werden: schnell enttäuscht und das wäre doch schade.

Deswegen nehme ich als unromantischer Mensch diesen Druck, in dem ich dem Tag einfach keine große Bedeutung beimesse. Wenn wir schön essen gehen, ist das ok, wenn wir es nicht tun und mit keiner Silbe an den Tag denken aber auch. Nur weil man am Ende des Tages keinen Kuss erhalten hat, ist man längst nicht allein, ebensowenig wie ein Berg roter Rosen für die innige Liebe stehen muss. Denn die Frage lautet doch eher: kommen diese großen Gesten aus einem selbst heraus oder eher, weil eben morgen Valentinstag ist und man Erwartungen erfüllen muss?

Ihr fragt mich, was denn dann für mich Romantik ist? Zusammen auf der Couch im Gammellook lümmeln. Bei ein paar Tagen Trennung trotz der entspannten Me-Time und all den  Dingen, die man so lange schon allein nur für sich tun wollte, ständig das Gefühl zu haben, dass etwas fehlt. Sich nicht voreinander schämen zu müssen, man selbst sein zu dürfen. Eine riesige Packung Popcorn auf dem Schoß, die Lieblingsserie auf dem Bildschirm. Dass er mir die obere Brötchenhälfte rüberschiebt, weil er weiß, dass ich sie lieber esse. Ein schöner Spaziergang in der Natur, Rumalbern, aber auch diese überraschenden Supermarkt-Tulpen, die er neulich einfach so mitgebracht hat und dann auch noch in meiner Lieblingsfarbe Weiß. Da merke ich, dass er mich kennt und eine Sekunde  zwischen Käsetheke und Obstauslage an mich gedacht hat und dann bekomme ich Schmetterlinge im Bauch. Einfach so. Ohne Datum und Pralinenschachteln.

Denn letzten Endes zählt doch, dass man beieinander ist und zwischen dem Alltag diese kleinen Überraschungsmomente jenseits von festgeschriebenen Kalendertagen nicht aus den Augen verliert. Und doch bin ich kein Valentinstagsgegner. Weil ich weiß, dass im stressigen Leben eben jene Momente des Aufeinanderbesinnens untergehen können.  Dafür ist der Valentinstag eine nette Stütze. Um ihn mit dem Partner, nur sich selbst oder einfach auch Lieblingsmenschen in der Art zu verbringen, die einem am besten gefällt. Ganz ohne Druck von außen oder Gefühlen der Einsamkeit.

Hört also nicht auf all die anderen Leute, die von außergewöhnlichen Plänen berichten oder euch im Gegenteil den Valentinstag madig machen wollen. Seid ihr selbst und macht, worauf ihr Lust habt, was euch als Paar, allein oder beste Freundinnen ausmacht. Probiert etwas Neues, zelebriert eure sonstigen Wohlfühlmomente oder lasst ihn eben ganz ausfallen. 

Auf Tamaris TV habe ich euch übrigens ein Video erstellt mit verschiedenen Dingen die man als Paar oder Single unternehmen kann mitsamt entsprechender Outfitvorschläge. Dabei sind vor allem der Freundinnentag und der Spaziergang mit dem Liebsten genau das, was ich machen würde. Entspannt, ohne Druck, einfach Spaß haben, rumalbern und das alles mit einem Augenzwinkern zu nehmen. Wenn dann nebenbei ein paar Knutschereien abfallen sollten, sage ich aber auch nicht Nein ;)

Wie seht ihr das mit dem Valentinstag und der Romantik? Seid ihr der Typ dafür? Sind euch romantische Gesten im Alltag oder am 14. Februar wichtig oder seht ihr das auch eher etwas lockerer so wie ich?


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11 Kommentare

  1. Ich bin auch überhaupt nich romantisch und sehe das wie du :D Ich freu mich lieber über die Kleinigkeiten im Alltag an den anderen 364 (bzw. dieses Jahr 365) Tagen im Jahr :D
    P.S. Übrigens stehst du in meinem letzten Blogeintrag zu Blogs, die ich gerne lese mit dabei :D

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    1. Oh wie lieb von dir, Dankeschön :)
      Die Kleinigkeiten im Alltag sind für mich auch die schönsten :)

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  2. Der Valentinstag hat grundsätzlich keine Bedeutung für uns. Wir feiern jeden noch so keinen schönen Moment im Alltag. :)

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  3. Ich gehe den Valentinstag auch lieber entspannt an, ich liebe es zusammen etwas zu kochen und dann anschließend zu essen, einen gemütlichen Abend auf dem Sofa zu verbringen und bei gutem Wetter raus in die Natur zu gehen. Allerdings muss das nicht zwingend am Valentinstag passieren, trotzdem finde ich das sehr viel schöner, als einen riesigen Strauß Rosen oder ein teures Schmuckstück zu bekommen.
    Das Video ist übrigens echt schön geworden :)
    Liebe Grüße :)

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    1. Vielen Dank, Leni :)
      Und ich sehe das ähnlich wie du. Gerade diese Schenkerei finde ich mittlerweile echt unverhältnismäßig. Also ich schenke gerne, aber eben ausgewählt, wenn mir etwas in die Hände fällt, was einfach so gut passt. Wenn ich dann etwas schenken würde, weil eben Valentinstag ist, käme mir das doof vor.
      Liebe Grüße

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  4. Ich bin auch so gar nicht romantisch. Und so Daten wie der Jahrestag kann ich mir schon gar nicht merken. Deshalb findet beides in meiner Beziehung auch nicht wirklich statt. Zum Glück stimmt dies so auch für meinen Partner.

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    1. Vielen Dank für dein Feedback, Leah :) Jahresdaten merke ich mir zwar schon noch (aber auch nur, weil der Jahrestag auf meinen Geburtstag fällt), aber ja, wir zelebrieren das auch nicht so. Denn um die Liebe zu feiern, braucht es ja keinen Kalendertag.
      Liebe Grüße

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  5. Vermutlich bin ich zu spät dran und die Botschaft kommt gar nicht mehr rüber.... Trotzdem: Überall ist zu lesen, wie unnötig der Valentinstag ist, man soll sich nicht drauf kaprizieren, nicht enttäuscht sein, wenn an dem Tag nichts spektakuläres vom Partner kommt - denn das kann ja an 365 Tagen im Jahr passieren. Sicher, kann es. Nur - tut es das denn? Ich finde, dieser Tag ist so gut wie jeder andere, um mit einer Geste Liebe, Respekt und Wertschätzung zu zeigen. Das fällt für mich in die Schiene: "wir schenken uns nichts an Weihnachten, wir machen den Konsumterror nicht mit". Muss man alles auch nicht. Aber bewußt so einen Tag verstreichen zu lassen, ohne dem Partner etwas Liebes zu zeigen, zu geben - nee.
    Und ich finde, gerade wenn man noch jung ist, alles noch offen ist: Achtung, Augen auf und überlegt bitte was ihr wollt. Respekt, Anerkennung und Liebe. Nicht nur "nicht alleine sein". Und genau so kommt mir das manchmal vor.
    ICH wäre enttäuscht, würde an bestimmten Tagen ein Blumenstrauß, eine Aufmerksamkeit, das "ich hab an dich gedacht" fehlen. Und meine Rosen (und ein wunderschöner Tag) sind mehr als ein Blumenstrauß für mich.
    Er macht es nicht? Wenn euch wirklich nichts daran liegt, ok. Wenn nur der Hauch eines Bedauerns in euch ist - Redebedarf. Es gibt keine Gründe enttäuscht zu sein. Aber eine Million Gründe sich nicht schon mit Mitte 20 nicht mehr überraschen, verwöhnen und "auf Händen tragen zu lassen!

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  6. Ich feiere seit genau 10'238 Tagen, davon 8369 (Stand 15.2.) mit meiner Frau eine Art Valentinstag, oder genauer ausgedrückt, wir bemühen uns tagtäglich, mit wohldosierter Romantik und Respekt den Alltag so auszugestalten, dass wir uns a) minimal auf den Sack gehen und b) uns immer noch wahnsinnig gern und lieb haben. Daraus entstanden nicht nur drei wunderbare Kinder (2 sind schon erwachsen), sondern auch die Gelassenheit und den Humor, der uns von allen Scheidungsrichtern fern gehalten hat. Mit und ohne Mon Cherie und Tiffany und dergleichen... Übrigens, Dein Blog gefällt mir, als Inspiration für meine Frau und Töchtern, um deren Denkweisen auch besser verstehen zu können. Und Dein Stil ebenso, Komplimente machen sind hoffentlich für Dich jetzt aber nicht zu romantisch, oder? Beste Grüsse, Stephan

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  7. Nachtrag, die 8369 Tagen, oder jetzt 8370 zwischenzeitlich, ist der Abschnitt, den wir verheiratet sind. Präzisierung ging verloren...

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