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10 Tipps gegen Winter Blues und Downphasen

Nach dem sehr offenen Post vom Sonntag, hatte ich euch eine Fortsetzung versprochen. Anfangs dachte ich, es sei merkwürdig mich so down zu fühlen und das über Wochen lang. Dass etwas mit mir nicht stimmte, ich zu sensibel oder einfach komisch sei. Da ich aber nach dem Artikel so viele Reaktionen von euch erhalten habe, dass ihr euch wenigstens einmal im Leben auch schon so gefühlt habt und vor allem das zuvor beendete Studium der Auslöser zu sein scheint, wusste ich, dass es ok ist. Ok ist, solche Dinge zu teilen. Absolut notwendig ist, darüber zu sprechen. Denn sonst denkt jeder für sich, dass etwas nicht stimmt, obwohl es anscheinend für einen Großteil der Menschen "normal" ist, wir diese Zweifel und Negativgefühlen nur mit uns ausmachen, obwohl es so viele andere gibt, die einen verstehen würden - vorausgesetzt man redet.

Wie bereits erwähnt, habe ich in den letzten 1,5 Wochen einige Dinge ausprobiert, um mich wieder auf Kurs zu bringen. Die einzelnen Strategien wirken ziemlich harmlos und ihr braucht auch keine super Profi Psychotricks erwarten. Es sind einfach kleine Dinge, die zum Umdenken anregen und in Kombination gut funktioniert haben. Wobei auch gesagt sein muss, dass die Wirkung abhängig ist vom jeweiligen Gemütszustand. Bei harmloseren Winter Blues Situationen wie ich sie erlebt habe, sind die Erfolgschancen recht hoch. Bei wirklich ernsten depressionsähnlichen Zuständen können sie mitunter lindern, aber professionelle Hilfe sollte neben dem Rat der Familie in Erwägung gezogen werden. Denn manchmal gibt es Umstände, aus denen man sich aus eigener Kraft nicht heraushelfen kann.

Jetzt aber erst einmal zu den einfachen Tricks, die mir wunderbar geholfen haben.

1. Akzeptanz - es ist ok, nichts zu tun

Der erste Schritt der Besserung ist immer das Eingeständnis sowie die Akzeptanz. Dass man merkt, dass etwas nicht stimmt und sich dafür aber nicht schlecht fühlt. Eben die Quintessenz des vorausgehenden Artikels. Selbst wenn ihr tage- oder wochenlang nichts schafft, euch down fühlt und antriebslos, ist das ok. Es ist ok, nichts zu tun und einfach eine Ruhephase zuzulassen. Denn meist holt sich der Körper einfach das zurück, was er braucht. Hattet ihr also zuvor eine stressige Phase, kann es gut sein, dass der Körper und die Seele erstmal streiken. Auch wenn ihr diesen Stress vielleicht gar nicht als so groß empfunden habt. Lasst es also zu und schämt euch nicht dafür!

2. Die Umgebung freundlicher gestalten

Gerade im Winter fehlt es uns einfach an Licht und Freundlichkeit. Deswegen: raus aus dem Bett. Macht euer Bett direkt, damit ihr nicht in Versuchung geratet, euch wieder hineinzulegen und dort zu bleiben. Lüftet eure Wohnung, damit ihr frischen Sauerstoff bekommt, räumt auf und sorgt für ein gutes Ambiente, z.B. indem ihr euch einfach selbst Blumen schenkt. Kleine Dinge mit großer Wirkung.

3. Eine Tagesaufgabe finden

Auch wenn wir lust- und antriebslos sind, brauchen wir eine Aufgabe, um uns gut zu fühlen und wenigstens etwas erreicht zu haben. Und wenn das nur die Bügelwäsche ist oder den Müll rausgebracht zu haben. Fangt erstmal klein an und setzt euch nur ein Tagesziel, das realistisch erreichbar ist. So könnt ihr euch Stück für Stück steigern, bis ihr zu eurer alten Produktivität gelangt. 

4. Auf den Körper achten

Tut euch selbst einen Gefallen und macht keinen Raubbau mit eurem Körper. Denn ihr habt nur diesen einen. Statt also Mahlzeiten auszulassen, weil ihr zu faul und antriebslos zum Kochen seid (#beentheredonethat),  zwingt euch dazu, auch wenn ihr keinen Appetit habt. Einfach machen. Losgehen, einkaufen, kochen. Nehmt gute Lebensmittel zu euch und gönnt euch aber auch den Genuss. Nascht, wenn ihr Lust darauf habt, achtet aber darauf, euren Körper regelmäßig zu versorgen und zu trinken.

5. Ein neues Langzeitprojekt finden

Nachdem man einzelne Tagesaufgaben gefunden hat, geht der nächste Schritt Richtung Langzeitprojekt. Was wolltet ihr schon immer mal in Angriff nehmen? Stricken lernen? Die Bude komplett aufräumen? An eurer Fitness arbeiten?  Jetzt ist der Zeitpunkt, um sich einen Punkt herauszugreifen und in kleinen, realistischen Etappen umzusetzen. Und vor allem: einfach anfangen, auch wenn ihr zunächst keine Lust oder Freude dabei empfindet.

6. Radikal Ausmisten

Mein Langzeitprojekt ist das Ausmisten. Ich bin eines Tages aufgewacht und hätte kotzen können beim Anblick des vielen Krempels, der sich angesammelt hat und mir das Gefühl gab, zu ersticken. Deswegen habe ich mir vorgenommen, minimalistischer zu leben und all den unnötigen Scheiß aus meinem Leben zu entfernen. Am einfachsten geht das übrigens im Kleiderschrank, den ich in einer Hauruckaktion um die Hälfte radikal reduziert habe. Von da aus geht es weiter. In der Küche mit Gewürzen, die man eh nie benutzt, mit Dekoartikeln, die nur sinnlos rumstehen usw. Diese radikale Ausmistaktion befreit total und wenn man sich am Ende nur noch mit schönen Dingen umgibt, die man wirklich liebt, schlägt sich das auch auf die Stimmung nieder. Probiert es mal aus! Falls ihr Lust habt, kann ich zu dem Punkt aber auch mal noch einen gesonderten Post verfassen.

7. Gute Laune Playlist erstellen

Der Punkt hätte eigentlich schon eher kommen können und ist denkbar einfach. Erstellt euch eine Gute Laune Playlist mit Songs, zu denen ihr abtanzen könnt, die euch Energie verleihen und gut fühlen lassen. Weg mit den Deprisongs und verträumten Balladen! Die wären jetzt nur kontraproduktiv.

8. Sich mit positiven Menschen umgeben und verabreden

Wenn man zu viel mit sich und seinen Gedanken allein ist, läuft man Gefahr sich einzuigeln. So gut diese "Me-Time" auch ist, um sich seinen Gefühlen und Problemen zu stellen, so wichtig ist es gerade in solchen dunkleren Phasen, sich nicht allein in diesem Schmerz und der Lustlosigkeit zu baden, sondern sich vom positiven Vibe anderer Leute anstecken zu lassen. Auch wenn ihr keinen Bock auf das Treffen habt, macht es! Geht Kaffeetrinken mit eurer liebsten Freundin, auch wenn ihr lieber im Bett liegen würdet. Danach wird es euch besser gehen, versprochen! 

9. Aktiv werden und in die Natur gehen

Noch ein wichtiger Punkt ist die Aktivität, die sich ja in allen anderen Strategien hier wiederfindet. Statt sich dem Tief hinzugeben und im Bett zu bleiben, müsst ihr trotz Lustlosigkeit aufstehen und aktiv werden. Ob das ein paar Minuten Sportübungen sind oder ihr einfach an die frische Luft geht - beides funktioniert. Noch schöner sind natürlich große Spaziergänge in der Natur. Geht in den Wald, fahrt an den See, lauft eine Runde im Stadtpark -ganz egal was, macht es aber!

10. Social Media fernbleiben

Und zu guter Letzt einen Punkt, der vielleicht erstmal verwunderlich klingt. Was ich getan habe, als ich im Bett lag und mal nicht an die Decke gestarrt habe? Social Media gesuchtet. Stundenlang habe ich das Leben anderer begutachtet. Gesehen, wie Person XY hochmotiviert ins Jahr startet, sich nicht nur dahergesagte Dinge vorgenommen hat, sondern sie tatsächlich umsetzt. Während man selbst nutzlos rumliegt. Seht ihr es? Da ist es wieder. Die Demotivation. Lasst euch nicht durch andere runterziehen. Nur weil Person XY etwas vor euren Augen schafft und ihr auf Insta seht, wie alle anderen ihr Leben vermeintlich im Griff haben, müsst ihr euch selbst nicht schlecht fühlen. Bleibt also einfach mal bewusst den sozialen Netzen fern, bezieht euch auf euch selbst und euer Umfeld, statt unrealistische Vorbilder zu suchen undd mit euch zu vergleichen. Wobei es natürlich auch immer Personen gibt, die motivieren können. Oftmals fühlt man sich aber einfach schlecht, schämt sich oder hat ein schlechtes Gewissen. Deswegen: Handy aus und aktiv werden!

Verwendet ihr einige der Strategien und fällt euch noch etwas ein, was man machen kann, um sich aus einer solchen Downphase selbst herauszuhelfen?

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8 Kommentare

  1. Toll, dass du den Gedankenpost noch einmal aufgegriffen und für einen neuen Post verwendet hast.

    Zum Thema Ausmisten würde ich sehr gern nochmal einen gesonderten Artikel lesen, das hatte ich schon einmal bei einem anderen Post von dir erwähnt :)

    Was mich aus einer Downphase holt: Rückbesinnen auf die letzten 1-2 Jahre und vor Augen halten, was man alles geschafft hat, wie diszipliniert man war, wie sehr man sich hinten angestellt hat, was man an Zeit und Liebe in Projekte/Uni/Job investiert hat und realisieren, dass man dabei fast auf der Strecke geblieben ist. Das ermutigt, sich selbst mal wieder mehr in den Fokus zu rücken. Das ist mein Vorsatz fürs neue Jahr. Mehr auf mich achten, Zeit nehmen und das Leben von Ballast befreien.

    Vor allem am Ende von einzelnen Lebensphasen tut das gut - mir jetzt nach dem Ende meines Bachelor- und Masterstudiums. Ich möchte mich nun etwas bebauchmiezeln und mich um mein Seelenheil und Körperwohl kümmern, um gestärkt in die neue Lebensphase (Vollzeitberuf) zu starten.

    Ich finde, dass man einen wichtigen Schritt geschafft hat, wenn man erkennt, dass man etwas aus dem Fokus geraten ist, bzw. ein Tief hat!

    Übrigens helfen mir manchmal auch so kleine Motivationssprüche. In der vorletzten Ausgabe des Flow-Magazins gab es einen Kalender für 2016 als Beilage...dieser beinhaltet für jeden Tag eine kleine Aufgabe, einen Motivationsspuch etc.

    Es wär schön, wenn du uns weiter an deinem Weg heraus aus der Downphase teilhaben lassen würdest <3

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  2. Wirklich tolle Tipps! :)
    ich habe zwar selber keine Winterdepression, aber einige Ratschläge sind auch echt super gegen Langeweile oder schlechte Laune!

    ich hoffe dir geht es mittlerweile besser ?!

    Ich als Vollzeitarbeitender Mensch würde mir mal einige Tage mehr frei wünschen, aber zu viel ist dann auch wieder nicht gut, da man sich ab einer gewissen Zeit langweilt und zu nichts kommt. Ich glaube ein Weg aus beiden wäre optimal.

    Wie geht es bei dir nun eig weiter? Weißt du chon wann dein Refendariat beginnen wird? :)

    Ich wünsche dir noch eine wundervolle Woche ♥

    LG Alex
    von
    justaelex.blogspot.de

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  3. sehr schöner Post!

    Und ich habe auch erst letztens meinen Kleiderschrank ausgemistet und es tat sooo gut!
    Heute habe ich auch nen Blogpost mit Tipps online gestellt. :)

    LG Anni

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  4. Aktiv werden und positive Menschen finde ich super wichtig!!!
    ich hab manchmal das Gefühl die Menschen werden immer negativer - egal in welchem Alter! Deshalb finde ich positive und erfrischende Menschen gerade in Downphasen fantastisch!
    Manchmal gehe ich auch Aufgaben an, die ich schon lange vor mir herschiebe, Steuer zum Beispiel. Wenn ich die dann geschafft habe, ist das Glücksgefühl so groß, dass es meine Downphase stoppt!
    Liebe Grüße
    Jenny

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  5. Mir ging es eigentlich fast nach jeder Prüfung so, dass ich plötzlich nicht mehr wusste, wohin mit der freien Zeit. Hört sich bekloppt an, war aber so:-) Zum Glück hielt die Phase nie länger als 1-2 Tage an. Aber es ist natürlich was anderes, wenn das gesamte Studium beendet wird. Da stellen sich dann die Zukunftsfragen, man wird halt aus der heilen Welt der Uni in das Haifischbecken Job-Welt geschmissen und muss plötzlich für sein ganzes Leben entscheiden. Ich kann dich da so gut verstehen, liebe Yasmin. Deswegen danke für deinen letzten Artikel und danke für deine tollen Tipps. Mein Tipp ist ebenfalls, sich mit positiven Menschen zu umgeben. Dann steigt die Laune automatisch :-)
    Liebe Grüße,
    Ari

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  6. ein toller toller post!
    ich war in einer ganz großen tiefphase als ich meine masterarbeit geschrieben habe :D

    Lady-Pa

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  7. Toller Post! Habe jetzt Semesterferien und werde mir bewusst Zeit gönnen, um mich richtig zu erholen! Auch der Tipp mal Social Media fernzubleiben kann ich nur empfehlen! Auf Dauer ist es echt anstrengend ständig online und präsent zu sein.
    Liebste Grüße,
    Rebecca von http://becciqueeen.blogspot.de/

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  8. Bei mir hilft bei kleinen Durchhängen auf jeden Fall immer Musik! Wenn ich gute Musik höre, die aufrüttelt und Energie schenkt, geht es mir gleich viel besser!
    Liebe Grüße
    Hella von http://www.advance-your-style.de

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