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Alles nochmal auf Anfang.

Morgen ist der 1. Februar. Der Monat, in dem man den Frühling meist schon etwas erahnen kann und die Tage wieder heller werden. Der Monat, in dem ich alles noch einmal auf Anfang setze.
Ich muss gestehen: der Januar war nicht mein Monat. Warum? Weil ich mich wie ein nutzloser Loser gefühlt habe. Ja, ich, die erst im Dezember ihr Staatsexamen gestemmt und damit einen großen Lebensabschnitt zufrieden beendet hat.

Nachdem ich nach dem stressigen letzten Jahr, dem Leistungsdruck, dem Berg an Prüfungen, Selbstzweifeln und eigenem hohen Anspruch Ende Dezember endlich zur Ruhe kam, hatte ich viele Pläne geschmiedet. Ich wollte die Zeit nutzen, um endlich weiter an meinem Schal zu stricken. Um mich wieder einer Sportroutine zu widmen. Sims 4 zu spielen. Serienmarathons zu starten. Wieder ganz viele leckere Rezepte auszuprobieren. Klavier spielen. Freundinnendates einplanen. Eben all die tollen Wohlfühldinge tun, die die letzten Monate zu kurz kamen. Zeit für mich nutzen. Aufatmen. Voller Stolz auf das Geschaffte nach vorn blicken und mich einfach gut fühlen. 
Stattdessen sahen die ersten Tage nach Weihnachten plötzlich ganz anders aus. Ich weiß noch genau, wie ich den 28.12. verbracht habe. Nämlich im Bett. Den ganzen Tag. Könnt ihr das glauben? Ich habe es nicht aus den Federn geschafft, die Zeit verstrich wie im Flug und kann mich absolut nicht erinnern, was ich getan habe - außer stundenlang wie gelähmt an die Decke zu starren. Unfähig, irgendeines der Projekte zu beginnen. Weil ich gar nicht wusste, wo ich anfangen sollte, wohin mit all der freien Zeit. 

Was ich anfangs noch vollkommen normal fand, zog sich dann aber ganz unangenehm durch den Januar. Strotzte ich erst vor Januarsmotivation - ihr wisst schon, neues Jahr, neue Pläne, ganz viel Motivation - war das spätestens vorbei, als mich eine dicke Erkältung pünktlich zum 1.1. entschärfte und die ganzen Pläne auf Eis legte. Danach? Funktionierte ich nur noch. Klar schrieb ich Artikel, setzte kreative Projekte um. Aber mehr, weil es eben meine Aufgabe war, als aus Spaß. Viel zu oft saß ich stundenlang herum, unfähig mich zu bewegen, irgendeine Tagesaufgabe zu finden, nachdem ich die letzten Monate doch ständig auf ein Ziel hinarbeitete. Nachdem dieses erreicht wurde, hat es mir irgendwie den Boden unter den Füßen weggerissen. Statt weiterzupowern, war meine Motivation verschwunden. Ich hatte keine Lust auf Nichts, vernachlässigte mich, meine Ernährung, alles um mich herum. 
Vermutlich auch eine Art des bekannten Winter Blues. Mir kam es aber eher vor wie ein schwarzes Loch, das mich regelrecht verschluckt hat. Ein etwas dramatischer, aber dennoch passender Vergleich. Und das während alle anderen um mich herum nur so vor Motivation und Tatendrang strotzen, Dinge anpackten und umsetzten.

Warum ich euch das jetzt hier so offen erzähle? 

Weil ich denke, dass es ganz normal ist. Egal, in welcher Situation im Leben wir uns wiederfinden. Wenn man etwas Großes geschafft hat, kann es gut sein, dass wir einfach in eine solche Phase der Motivationslosigkeit gleiten- uns mitunter gar nicht wiedererkennen.  

Warum ich es euch noch erzähle? 

Weil ich mir die letzten Wochen wie ein Lügner vorkam. Nicht nur euch gegenüber, sondern allen. Von überallher kamen Nachfragen - wie nutzt du deine neu gewonnene Zeit? Das muss so schön sein! So viele Unternehmungen und Projekte, die du in Angriff nehmen kannst. Dabei nickte ich stets und erzählte ausschweifend, was ich alles geplant habe. In der Realität habe ich jedoch nichts davon umgesetzt, kam mir vor wie ein Loser. Klar gab es auch Lichtmomente wie etwa diese hier, aber insgesamt fühlte ich mich schlecht, ja nahezu gleichgültig. Als hätte ich mein Leben nach dieser disziplinierten Prüfungszeit absolut nicht im Griff. Kein Ziel vor Augen, kein Tages To Do. 

Und weil ich denke, dass ein Blog mehr erträgt als Glitzerstaub...

So sehr ich es auch immer betone, wie gern ich schöne Inhalte mit euch teile, bin aber auch das hier ich. Klar wägt man ab, was man veröffentlicht, was zu viel ist, zu nah, aber genau hier fühlt es sich trotz des unsicheren Zwickens in der Magengegend richtig an. Weil ich mehr bin als ein nettes Outfit oder Rezept. Weil ich weiß, dass ich mindestens eine Person da draußen mit diesen Worte erreichen kann und vielleicht dazu verhelfe, sich nicht aufgrund weniger Wochen nutzlos zu fühlen, sondern umzudenken und aus diesem Winter Blues auszubrechen.

Morgen ist der 1. Februar und ich möchte dieses Jahr noch einmal starten. Alles auf Anfang. Einfach so. Denn eine solche Downphase oder auch Winter Blues ist vollkommen in Ordnung, menschlich, ABER man muss da wieder rausfinden. Energie wiederfinden und in geliebte Dinge stecken. Statt mich also schlecht zu fühlen und mich runterzumachen, habe ich die letzten 1,5 Wochen genutzt, um bewusst dagegen anzukämpfen. Denn auch das haben wir: die Kraft, weiterzumachen. Einfach umzudenken, mit blöden Mustern zu brechen bzw. sie gar nicht erst ausarten zu lassen. Der Januar war der Monat, in dem ich viel nachgedacht habe, in dem ich mich wiederfinden musste, in dem ich in mich hineingehört habe - was ich machen möchte, worauf ich dieses Jahr Lust verspüre. Und auch wenn ich nur im Mindestmaß und leidenschaftslos produktiv gewesen bin, ist das vollkommen ok. 

Während ich hier also sitze und diesen Artikel tippe, habe ich Zweifel, ihn zu veröffentlichen. Denn er ist persönlich und sehr ehrlich. Er macht mich angreifbar, zeigt verletzliche Stellen, lässt mich mitunter schwach aussehen. Aber genau darum geht es ja. Wir sind keine Maschinen, die funktionieren. Wir sind Menschen mit Gefühlen, mit Hochphasen, die ich hier sehr gerne teile, aber eben auch Downphasen. Und auch wenn das nach außen hin oftmals anders aussieht, wage ich zu behaupten, dass es im Leben eines jeden Menschen den Moment gibt, in dem man sich einfach wie ein nutzloser Loser fühlt. Das ist man aber nicht, nur weil man für einen kurzen Augenblick, seine Ziele, seine Motivation und Euphorie aus den Augen verliert. Man muss nur lernen, wie man damit umzugehen hat und wieder auf Kurs kommt. 

Wie ich das gemacht habe, verrate ich euch übrigens direkt die kommende Woche. 

Hattet ihr auch schon einmal so eine Situation, in der ich euch schrecklich nutzlos und gelähmt gefühlt habt und wie seid ihr damit umgegangen?

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34 Kommentare

  1. Ich kann das total nachvollziehen. Ich habe manchmal das Gefühl, obwohl ich mich so bemühe, immer auf der Stelle zu trampeln oder noch Schritte zurück zu gehen. Der Januar hatte so seine Ups and Downs. Richtige Höhen, aber auch richtige Tiefen. Ich denke wie du, dass es ok ist, solange man sich selbst da noch rausziehen kann. Dein Artikel tut gut, weil man weiss, dass es anderen auch so geht. Ich hoffe sehr, dass du einen besseren Februar haben wirst und nach Regen folgt irgendwann wieder Sonnenschein.
    Liebst, Bina
    stryleTZ

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    1. Vielen Dank für deinen Kommentar, Bina :)
      Genau deshalb war mir das Teilen auch wichtig - weil man einfach viel zu oft nicht darüber redet und dann denkt, allein zu sein.

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  2. Was für ein ehrlicher und toller Blogpost! Ich finde es mutig und sehr gut, dass du deine Erfahrung hier mit deinen Lesern teilst – weil ich ganz genau wie du der Meinung bin, dass wir eben alle Menschen sind und ich ganz entschieden dafür plädiere, auch die dunkleren Momente zu zeigen. Denn alles im Leben ist zyklisch, es ist wichtig, dass wir das nicht vergessen, damit wir in der nächsten schwierigeren Phase, in der wir das Gefühl haben, nicht voranzukommen, nicht verzweifeln, sondern es als natürlichen Prozess begreifen und dann auch wieder die Kraft finden, da herauszukommen. In diesem Sinne wünsche ich dir einen wunderbaren Februar! Und Danke für deine Offenheit, ich schätze solche Menschen sehr! Liebe Grüße, Kea

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    1. Liebe Kea,
      vielen Dank für dein positives Feedback. Dass man sich vor dem Veröffentlichen solcher Texte scheut, liegt ja dann doch irgendwie an der Mentalität, alle negativen Dinge unter den Teppich zu kehren und schwupps beginnt der Kreislauf von vorn.
      Vielen Dank jedenfalls für deinen lieben Kommentar :)

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  3. Hallo Yasmin
    Ich danke dir für diesen ehrlichen Post. Ich finde es so wichtig, dass dafür Platz bleibt: für die Momente im Leben, in denen wir eben nicht auf Kurs sind, nicht richtig funktionieren, nicht wissen, wo wir hin sollen und wollen.
    Jeder von uns hat solche Phasen und es sollte unser Recht sein, diese dann auch zu kommunizieren, sich nicht dafür zu schämen, einmal nicht alles und immer noch mehr zu tun.

    Manchmal sehe ich vor lauter Lebenszielen, Wünschen und Aufgaben und Dingen-die-ich-unbedingt-machen-will mich nicht mehr. Manchmal verschluckt es mich.

    In all der Zeit (vielleicht auch durch meine Arbeit mit Menschen, die mit ihrem Leben sus der Bahn geraten sind) habe ich gelernt - und muss es dennoch immer wieder neu lernen - dass Tage im schwarzen Loch okay sind, dass ich auch dann wertvoll bin, wenn ich nichts tue und erreiche und dass Nein sagen nicht Nein-für-immer heissen muss.

    Freiraum. Für die Seele.


    Und dann? Dann raus. Spaziergänge, aufstehen, wenn der Wecker klingelt, Treffen mit Freunden. Zurück ins Leben.
    Weil Tage im schwarzen Loch okay sind. Aber nicht glücklich machen.

    Ich wünsche dir von Herzen alles Gute im Februar. Dass du auftauchst.

    LG Jasi
    www.marmormaedchen.blogspot.com

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    1. Vielen lieben Dank für deine großartigen Kommentar, Jasi :) Du hast so viele wichtige Dinge gesagt, vor allem, dass man erkennen muss, dass man auch dann wertvoll ist, wenn man nichts tut oder sich nutzlos fühlt.
      Liebe Grüße

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  4. Toller, ehrlicher Artikel, der einmal mehr zeigt, dass du mehr bist als Friede, Freude, Eierkuchen - auch wenn wir uns bewusst auf die guten Dinge im Leben konzentrieren sollten. Aber es ist menschlich, auch mal zu straucheln, traurig oder wütend zu sein oder eben unproduktiv... Ich finde es übrigens klasse, wie selbstreflektiert du dabei bist und dir selber aus diesem Loch heraushilfst! Und vielleicht brauchen wir ja auch ab und an solche "nutzlosen" und energielosen Phasen, um Kraft zu tanken und um die Hochphasen auch richtig zu schätzen.

    Ganz liebe Grüße,
    Jasmin

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    1. Vielen Dank für dein Feedback, Jasmin :) Ich glaube mittlerweile auch, dass solche Phasen ab und an nötig sind, um einfach Kraft zu tanken und dann nach so schlechteren Phasen sich bewusst auf das Schöne konzentrieren zu können :)

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  5. Ein toller Artikel! Und ich kenne dieses Gefühl nur zu gut - ewig arbeitet man auf den Tag hin, an dem man "endlich wieder ein Leben" hat und schwupps ist er da, weiß man nicht wohin mit sich. Es ist, wie du sagst, in Ordnung erstmal in den Seilen zu hängen, sich neu zu ordnen - aber dann, dann muss es wieder weiter gehen. :)

    Auf dass der Februar ein ganz energiereicher, kreativer, unternehmungslustiger Monat wird!

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    1. Vielen lieben Dank für den Kommentar, Anna :)

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  6. Sehr schöner Artikel, gratuliere! Manchmal muss man sich offen verletzlich zeigen, damit andere sehen, wieviel Mut und Selbstachtung da eigentlich dahinter stecken. Bitte führe deinen Blog auch weiterhin so offen, ich glaube die Reaktionen werden mit großer Mehrheit positiv sein - wir sind alle nur Menschen und die, die wissen, dass die Welt mehr ausmacht als Glitzerstaub, suchen und finden immer Ihresgleichen. :) Danke und viele Grüße aus Wien.

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    1. Vielen Dank für dein positives Feedback :) Ich kann es gar nicht glauben, dass ich gestern vor der Veröffentlichung solche Zweifel hatte und jetzt solche wahnsinnig lieben Reaktionen zurückkommen. Das zeigt mir - wie du auch schon gesagt hast - dass es richtig war und auch wichtig ist, sich ab und an so zu zeigen. Dass nicht jeder Leser ständig nur Negatives lesen will, ist klar. Aber aus jedem eher dunkleren Kapitel nimmt man ja etwas Positives mit und lernt daraus. Deswegen kann es ja nur gut sein, seine Erfahrungen zu teilen :)
      Liebe Grüße

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  7. Ich bewundere dich für deine Offenheit und Ehrlichkeit. Du hast absolut recht, ein Blog verträgt mehr als nur die schönen Dinge. Ganz im Gegenteil, das macht deinen Blog noch so viel besser. Ich kenne das Gefühl, mir geht es ähnlich.
    Und es tut verdammt gut, dass es Leute wie dich gibt, die darüber offen reden. Danke! Keine Zweifel in irgendeiner Weise nötig :)

    Liebst, Sophie

    www.weekdayswithsophie.wordpress.com

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    1. Vielen lieben Dank für den Zuspruch, Sophie. Das bedeutet mir wahnsinnig viel :)

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  8. Liebe Yasmin,
    vielen dank für diese ehrlichen Worte! Du imponierst damit sicher nicht nur mir und es gibt bestimmt einige Menschen da draußen, die sich mit einer solchen Phase identifizieren können, mich eingeschlossen. Dennoch hätte ich niemals den Mut gehabt, so offen darüber auf meinem Blog zu schreiben. Dabei hast du völlig Recht: Das Leben besteht nicht nur aus schönen Momenten, auch wenn man diese besonders gern teilt. Hinter jedem Blogeintrag, Instagram-Foto etc. steht immer noch ein Mensch, mit allem drum und dran. Ich selbst habe mich den gesamten Januar über sehr ähnlich gefühlt und weiß auch jetzt noch nicht richtig, was eigentlich los war und wie ich am besten wieder zu meiner alten Form und der ursprünglichen Neujahrsmotivation zurück kehren kann. Das Leben ist schon manchmal seltsam nicht wahr? Ich freue mich, dass du wieder durchstarten willst und nehme dich als positives Beispiel! Auch wenn es ein ernstes Thema und nicht bei jeden mit einem kleinen Winter-Blues abzuhaken ist, beruhigt es doch sehr, dass es auch andere Menschen gibt, denen es ähnlich geht. Zu oft denkt man doch gerade in solchen Momenten, dass man ganz allein auf weiter Flur damit ist.
    Alles Liebe!
    Andrea
    www.chapeau-blog.de

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    1. Vielen Dank für deine lieben Worte, Andrea :)
      Genau dieses irgendwie nicht wissen, was eigentlich nicht stimmt, trifft den Januar perfekt. Und ja, du hast Recht. Wir können von Glück reden, wenn es sich dabei nur um eine Phase handelt und viele Menschen dauerhaft unter solchen Zuständen leiden müssen. Wenn man zuvor aber immer nur ganz kurze Tiefpunkte über 1-2 Tage hatte, wirft einen das echt erstmal aus der Bahn, wenn es anhält. Mittlerweile sehe ich es auch eher als Regenerationsphase, die mein Körper anscheinend so lange brauchte. Auch wenn ich dabei erstmal mächtig verwirrt war von der Lustlosigkeit und Trägheit, ziehe ich daraus positive Energie für die Zukunft :)

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  9. Liebe Yasmin, fast jeder von uns kennt wohl solche Phasen. Mir geht es auch immer so, wenn ich einen großen Schritt gemacht habe, den ich vorher lange geplant und auf den ich hingearbeitet hatte. Letzten Sommer zum Beispiel bin ich nach Boston gezogen - und statt die Stadt und die Umgebung zu erkunden ist die Zeit irgendwie so verstrichen.

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  10. Toller Post! Finde es super, zwischen all den 'perfekten' und hübschen Beiträgen, auch mal etwas so Echtes und Ehrliches zu lesen! Denke, jeder kann mit dir mitfühlen!
    Liebste Grüße,
    Rebecca von http://becciqueeen.blogspot.de/

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  11. Ich kenne das zu gut, zur Zeit geht es mir ähnlich, ich mache zwar Sport, und habe auch To-Do Listen, bin auch froh, wenn ich vieles von der Liste streichen kann und viel 'geschafft' habe. Aber besonders was meinen Blog betrifft bin ich zur Zeit eher verunsichert, als top motiviert. Natürlich liebe ich es noch, mache es noch, aber gleichzeitig habe ich so so so viele Zweifel im Moment. Ich mache mit, ab morgen, werde auch ich anfangen wieder positiver und produktiver zu starten!
    Liebe Grüße und viel Glück für deinen Kampf aus deinem kleinen Tief
    Eva

    www.eva-jasmin.de

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  12. Ein toller Post! Ich finde es klasse von dir, so ehrlich über deine Gefühle zu schreiben.
    Vielen Dank dafür!

    Liebe Grüße und einen guten Start ins "neue Jahr";)

    July

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  13. Liebe Yasmin, letztes Jahr ging es mir genauso! Ich habe berufsbegleitend ein Bachelor- und ein Masterstudium absolviert. Nach dem Bachelor war es nicht so schlimm - weil man weiß, im Herbst geht es sowieso weiter. Aber nach dem Master war es furchtbar. Man braucht am Anfang eines STudiums eh schon lange genug, sich umzustellen, seine Zeit neu zu strukturieren. Vollzeitjob, lernen, Seminararbeiten schreiben, Projekte und Präsentationen vorbereiten, aber dann doch noch Zeit für Sport, Partner, Freunde, Haushalt. Aber man schafft das und das ist dann auch total easy. Und dann nach dem Master: auf einmal viel Zeit und man denkt sich die ganze Zeit, ja super, endlich kann ich dieses und jenes umsetzen. Und dann ist man doch megagestresst und wie du es beschrieben hast - man kann sich nicht entscheiden, wo anfangen. man ist völlig durcheinander. aber glaub mir, es wird mit der Zeit. und dann freut man sich. Mein Tipp: klein und langsam anfangen. Gewöhnen an einen neuen Lebensabschnitt. Ein Leben nach dem Studium. Alles Gute!

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  14. Liebe Yasmin,
    schöner Text und wirklich ehrlich. und JA es ist natürlich normal solche Phasen zu haben/bekommen.
    Ich habe mich so sehr in deinem Text wiedergefunden. Meine Freundin hat letztes Jahr geheiratet und ich war ihre Trauzeugin. So schön das alles auch war, war es für mich auch purer stress. Alles zu regeln, alle rufen einen an, Planungen, Organisation, bloß nichts vergessen usw usw....
    Der Morgen nach dem Fest lag ich genau wie Du im Bett und habe mich gefragt "und nun?"
    Bin im Haus umher gelaufen und fühlte mich wie Falschgeld.
    auf einmal fehlte diese große Aufgabe.
    Es brauchte ein paar Tage bis ich da wieder raus gefunden haben...
    Somit ist es wohl völlig normal.
    Aber hey.... starte jetzt in den neuen Monat und genieße jeden Tag. :-)
    Ich freue mich auf weitere Bilder, Posts und snaps :-)
    Katharina

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  15. Das Gefühl kenne ich auch, zumindest in Ansätzen. So habe ich bis vor kurzem Job, Schwangerschaft, Haushalt, Beziehung, Freunde, Blog etc. etc. jongliert. Plötzlich war ich im Mutterschutz und der gesamte Job-Teil ist einfach weggefallen. Ich hatte plötzlich SO VIEL ZEIT. Die ersten paar Tage lag ich auch wie gelähmt im Bett oder auf dem Sofa und konnte im Prinzip nichts mit mir anfangen. Diese neue Leere hat mich einfach komplett überfordert, obwohl ich schon wochenlang auf den Moment hingefiebert hatte und so viele Pläne geschmiedet hatte. Nach ein paar Tagen ging es dann aber ganz schnell aufwärts. Ich glaube, das Wichtigste ist es, sich solche Phasen einfach zuzugestehen. Sie zuzulassen! Nicht großartig dagegen ankämpfen... ist viel zu anstrengend und sie vergehen von selbst wieder, wie schlechtes Wetter.

    Ich wünsche dir von Herzen einen ganz wundervollen Februar!

    Liebe Grüße
    Julia

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  16. Völlig normale Reaktion nach solchen Stresszeiten. Hätte genauso mitten im Sommer stattfinden können, mit Winter-Blues hat das nichts zu tun. Enormer Druck und große Erwartungshaltung auf die Zeit danach. Stattdessen aber ungewohnte Leere, man braucht Zeit zur Umstellung, empfindet die mentale Lähmung als Versagen und so kann sich eine Stimmung mit depressivem Charakter entwickeln.
    Auf sich selbst hören, das ist eine Zeit für das Schlafen, Tagträumen und Meditieren. So wie man auf die Leistungsspitze hochgeklettert ist, geht es jetzt wieder runter. Nicht mit einem vollen Plänekatalog. Das kommt dann auch wieder, wenn du dafür bereit bist. Vielleicht dauert es auch noch länger als den einen Monat. Und wenn schon!

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  17. Liebe Yasmin,

    vorweg: Der Artikel lässt dich nicht schwach erscheinen, sondern gerade stark, weil du ihn trotz Zweifel veröffentlicht hast. Wenn es mir nicht so gut geht, schreibe ich meine Gedanken auch meistens auf und danach geht es mir meistens schon besser. Dadurch kann ich meine Situation, meine Gefühle selber besser verstehen, mir einzugestehen und versuchen wieder auf "den Kurs zurückzufinden".
    Man möchte nach so einer Stressphase so viel und dann kommt man doch zu nix, weiß nicht wo man anfangen soll, kann sich nicht aufraffen.. und man fühlt sich immer schlechter damit..
    Ich freue mich sehr für dich, dass du da wieder rausgefunden hast und wünsche dir, dass du im Februar Stück für Stück die von dir geplanten Schönen Sachen in Angriff nehmen kannst und genießen kannst:) Das hast du dir so sehr verdient.
    Ich lese nach wie vor fast alle deine Posts aber habe leider kaum Zeit (Staatsexamen und Co.) zu kommentieren aber heute musste ich dir einfach was schreiben:) Finde es schön, dass du deine Gedanken so offen geteilt hast, du hast für mich iwie auf gewisse Art eine Vorbildsfunktion.

    Ganz liebe Grüße, Andrea

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  18. Ganz toller Text! Ich kann dich absolut nachvollziehen. Mir geht es oft so, wenn ich Klausuren geschrieben habe und Wochen lang nur noch funktioniert und gelernt habe. Mit so viel freier Zeit und vielen Ideen bin ich dann auch mal übefordert. Ganz normal also. Ich nehme mir dann immer etwas Zeit für mich, bevor es dann wieder los geht. :)

    Grüße,
    Johanna | http://dream-factory-of-my-world.blogspot.de/

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  19. Mach dich bloß nicht so fertig wegen dem! Es gehört einfach zum Menschsein dazu! Es ist normal, dass einem nach einer so langen Power-Strecke die Puste ausgeht.
    Während ich mich Ende 2015 mehr als verausgabt habe, fühlte ich in meinem Urlaub nach zwei Tagen schon innerliche Unruhe. Mein Körper war es gar nicht gewohnt, keinen Stress zu haben und nicht im Ausnahmezustand zu sein. Die Quittung folgte dann im Januar. Mehrere Nervenzusammenbrüche später habe ich ganz bewusst auf die Bremse getreten und mir zwischendurch einfach nur Leerlauf gegönnt, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben - heißt auch mal ein Wochenende faul auf der Couch zu liegen. Denn dieses "Rumlungern und nichts zu tun" ist wichtig, um seine Batterien wieder aufzutanken.
    Auch für mich ist der Februar eine Art Neuanfang. Ich habe mir nun einen Therapeuten zugelegt, mich beim Sport angemeldet und neue Projekte in Angriff genommen :)

    Ich wünsche dir auf jeden Fall einen schönen Neustart! Vergiss nicht, du bist kein Loser nur weil du einen Monat lang nicht viel getan hast. Du hast so viel geschafft und ich bin mir sicher, dass du wieder voll durchstarten wirst!

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  20. Finde ich total selbstverständlich! Das Gefühl hatte ich nach meiner Bachelorarbeit auch. Da war ich total überfordert mit zu viel Zukunft auf einmal. Ich war richtig froh, als die Zusage zum Master kam und das nächste Ziel erstmal feststand. Die Zeit davor war einfach nur gruselig!

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  21. Ich glaube es ist ganz normal sich manchmal so zu fühlen nur sprechen sehr wenige draüber. Besonders im Winter fühle ich mich oft träge und alles, was sonst ganz leicht geht ist plötzlich unschafbar. Ich hoffe, dass das besser wird sobald die Sonne aus ihrem Wintercshlaf erwacht! :)

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  22. Ich hab Gänsehaut. Du beschreibst zu 10000% meine Situation. Bei mir ist das sogar seit September 2015 so, nachdem ich meine Bachelor Arbeit Ende Juli abgegeben hatte, wurde es immer schlimmer. Gegen 11 Uhr bin ich wach, stehe aber erst um 13uhr auf. Ich nehme mir jedes mal vor, dann aufzustehen, wenn ich wach bin aber dann denk ich mir "wofür?" Damit du im Wohnzimmer weiter gammeln kannst? Das ist meckern auf hohem Niveau, ich muss mir von meinem Freund und Freundinnen ständig anhören wie sie mich beneiden, dass ich immer ausschlafen kann. Das ich immer jeden Morgen zum Sport gehen kann. Das ich spät ei schlafen gehen kann. Ich war noch nie in so einer Situation: wie du gesagt hast, man hatte Schule und Studium. Man hatte jeden Tag was zu tun. Eine Aufgabe. Jetzt ist sie weg. Ich komme mir vor wie ein Engel ohne Flügel ( eher wie Castiel lol) irre vor mich herum, suche einen Job , esse was gehe schlafen und das ganze fängt von vorne an. Ich hoffe, dass ich meine Motivation und meine "Aufgabe" wieder finde, damit ich mich endlich nicht mehr so nutzlos fühle. Obwohl ich so viel Zeit habe kreativ zu sein, ich meine ich könnte 5 YouTube Videos in einer Woche machen, stattdessen schaffe ich grade mal eins. Ach man ich hoffe das endet bald.

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  23. Liebe Yasmin,
    ich hatte diese Phase nach dem Bachelor nicht, weil ich direkt ins Ausland gegangen bin. Jetzt arbeite ich aber seit einem Jahr - und denk mir so oft: Kann's das schon gewesen sein? Aufstehen, arbeiten, heim gehen, schlafen. Ich merke, dass ich unausgelastet bin, schlechter schlafe, weniger auf mich und meine Ernährung achte (das läuft so zwischendrin mal hier und mal da ein Happen). Man kann es depressive Verstimmung nennen und sich dafür schämen - oder man kann es anpacken wie du und sich irgendwann denken: Nein, das reicht! SO möchte ich nicht sein! Man muss für sich selbst einen Weg finden, diesen Teufelskreis zu durchbrechen und ich bin gespannt, wie du es bei deinem geschafft hast!
    Danke übrigens für diesen ehrlichen Artikel - das muss wirklich Überwindung gekostet haben, auf Posten zu drücken und ich finde, darauf kannst du stolz sein, denn du hilfst sicherlich damit einigen Lesern, sich nicht mehr wie der letzte Loser zu fühlen (und mir auch!)
    Alles Liebe,
    Kathi

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  24. Liebe Yasmin,

    was soll ich sagen? Du sprichst mir wirklich aus der Seele. Auch ich kenne solche Phasen, um genau zu sein befinde ich mich auch gerade mittendrin. Ende letzten Jahres musste ich für Job & Studium alles geben, es war mir oft zu viel und doch habe ich durchgepowert und es durchgezogen. Seit Anfang Dezember ist es im Studium sehr viel ruhiger geworden, ich bin oft zuhause und habe nicht wirklich viel zu tun. Und genau das macht mich wahnsinnig: Ich langweile mich schnell, mir fehlt aber auch der Antrieb etwas anzupacken. Ich bin kein Freund von langen Übergangs- bzw. Ruhephasen. Ich kann es einfach nicht genießen, fühle mich schnell plan- & haltlos.
    Im März werde ich mit meiner Abschlussarbeit beginnen und ich weiß, dass das wieder eine stressige Zeit wird. Aber irgendwie mag ich das auch, auch wenn danach wieder dieses kleine schwarze Loch kommt. Aber ich glaube der Mensch braucht so etwas auch bzw die Psyche braucht diese Ruhepause auch wenn es für uns selbst schwer zu ertragen und zu überwinden ist.
    Ich wünsche dir, dass dein schwarzes Loch sich brav zurückzieht und du wieder motiviert durchstarten kannst :) Du bist nicht allein mit diesem "Problem" und wie gesagt glaube ich, dass es ein Stück weit normal ist. Man darf sich nur nicht verrückt machen!
    DANKE für diesen ehrlichen und hilfreichen Post :)

    LG Sarah

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  25. Ach Yassi, genau so ging es mir nach meinem 1. Staatsexamen auch. Als ich dann endlich mit dem Ref anfangen konnte, hat sich die Demotivation und Schwärze wieder gelegt. Diese "Zwischenzeiten" ziehen mich auch immer in ein Loch. Das war schon immer so. Mittlerweile habe ich gelernt damit zu leben :)
    LG Jule

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Vielen Dank für deinen Kommentar. Ich freue mich riesig über dein Feedback, Postwünsche oder sonstige Anmerkungen.Beleidigungen oder Anstößiges gegenüber meiner Person oder anderen Lesern sind allerdings unerwünscht und werden direkt gelöscht. Vielen lieben Dank ♥