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Und welcher Stresstyp bist du?

Es ist Freitagnacht. Während alle anderen im Haus bereits selig schlafen oder aber ausgeflogen sind, zeigt die Uhr 00.36Uhr an. Die Augen fallen mir langsam zu, der Kopf hingegen ist hellwach - wieder einmal. Ich schließe dennoch die Unibücher, lege mich ins Bett, starre an die Decke. Will mich in den erholsamen Schlaf zwingen. Wäre es doch nur so leicht. Da sind so viele Gedanken, die in meinem Kopf rattern. Morgen muss ich noch das Gewinnspiel für meine Leser fertigstellen. Dann ist da noch meine letzte Prüfung. Ärgerlich, dass ich die Christmas Reihe aussetzen muss. Kriege ich das Freunde-Gänseessen dieses Jahr vielleicht doch noch auf die Reihe? Irgendwie klappt das schon. Dann ist da noch die Weihnachtsliste, die abgearbeitet werden muss. Mama hat mich gebeten, ein paar Geschenke für die Lieben zu besorgen, weil sie es zeitlich erst recht nicht schafft. Logo, dass ich das übernehme. Macht ja Spaß und schließlich hat sie so schon genug zu tun.
Mittlerweile ist es 1.30Uhr, 2.45Uhr, 4.00Uhr. 
Ein kurzer Augenblick des Zweifelns. Ein Stich in der Brust. Ein Herz, das inmitten der Stille erschreckend laut hämmert. Jeder Schlag ein weiterer Gedanke.  Habe ich mich doch übernommen? Musste dieser eine Auftrag wirklich sein? Konnte ich den Blog nicht einfach für drei Monate  lahmlegen? Ist es wirklich nötig, immer auf allen Hochzeiten zu tanzen? Erwartungen, die letztlich nur ich selbst mir stelle, gerecht zu werden? Noch eine Extraaufgabe anzunehmen, weil so lieb gefragt wurde? Aus Prinzip. Weil ich eben so bin und es immer schon so mache. 

Kennst du? Dann bist du wie auch ich vermutlich ein engagierter "Ich-schaffe-das-schon-Typ". Jede Menge Power, immer am Wuseln, kaum eine Sekunde steht dein Hirn still - do it with passion or not at all. Du jonglierst nicht nur ein oder zwei, sondern gleich drei Aufgaben. Weil es dir Spaß macht, weil du liebend gern anderen aushilfst, weil du diese ständige Abwechslung, den Erfolg, die Aufregung, die Euphorie, den positiven Stress brauchst. 
Keine Zeit, um dir Gedanken zu machen. Bis dieser Punkt kommt, an dem du die Zeichen nicht ignorieren kannst. In meinem Fall ist das vor einigen Wochen in Form innerer Unruhe und Herzrasen geschehen, wie ich euch hier berichtet habe. Ein Stop-Schild, das deutlicher nicht sein könnte. Wer liebt, was er tut, brennt dafür - auch auf Gefahr hin auszubrennen. Das Auflasten von Extraaufgaben (auch wenn man sie liebend gern übernimmt) und die viele Verantwortung lasten aber irgendwann so schwer auf den Schultern, dass die Balance aus Herz und Kopf zusammen zu brechen droht. Damit das nicht passiert, sollte man auf sich Achtgeben, diese kleinen Zeichen des Körpers nicht ignorieren, sondern sie als Anlass zum Nachdenken nehmen. Im Fall des Engagierten heißt das wohl:
  • innere Balance bewahren
  • lernen, auch einmal Nein zu sagen
  • sich nicht alle Aufgaben allein aufzulasten, sondern Partner suchen 
  • das Image der Powerfrau auch einmal beiseite schieben und bewusst Schwäche zulassen, denn das ist nur menschlich
  • und vor allem: Auszeiten gönnen
Stress kann im besten Fall antreiben, sich positiv auf die eigene Leistungsfähigkeit auswirken (ihr wisst schon, so ein bisschen Zeitdruck hat noch nie geschadet), ungeahnte Kräfte in einem mobiliseren, ABER im schlechtesten Fall eben auch eine Vielzahl an Erkrankungen begünstigen. Von psychosomatischen Tics bis hin zu schweren Herzkrankheiten gehen. Denn die finden sich statistisch nicht nur bei den Herren, sondern auch wir Mädels sind in den letzten Jahrzehnten immer stärker betroffen. Viel zu schnelllebig, hektisch ist unsere Gesellschaft. Fordernd. Immer besser, immer mehr und unsere eigenen Erwartungen steigen potentiell mit. Um auf die Problematik der Herzrisiken hinzuweisen, hat es sich Coca-Cola light deshalb auf die Flagge geschrieben, im Zuge der "Hör auf dein Herz" Kampagne mehr Aufmerksamkeit für die Frauenherzgesundheit zu generieren und  populärwissenschaftlich Aufklärung zu betreiben.

Da Stresssituationen subjektiv unterschiedlich wahrgenommen und bewertet werden, wurden deshalb differenzierte Stresstypen herausgearbeitet, von dem ich euch bereits den engagierten oben vorgestellt habe. Denn Stress bedeutet nicht gleich Stress und kann in ganz unterschiedlichen Formen vom klassischen Arbeits-Prüfungsstress bis hin zu emotionalem auftreten. Welche Typen es außerdem noch gibt, welche Gefahren jeweils lauern und mit welchen Strategien ihr Abhilfe beschaffen könnt, möchte ich euch im Folgenden vorstellen.  

Der "Ich-will-Spaß"-Typ oder auch: die Kontaktfreudige

Du gehst offen und herzlich auf Menschen zu. Bist die absolute Spaßkanone im Freundeskreis. Wenn jemand gut drauf sein will, kommt er zu dir, weil du für Wohlfühlatmosphäre und Ausgelassenheit sorgst, weil man bei dir einfach mal Kind sein kann, ausgelassen, heiter und sorgenfrei. Deine Stärke ist deine positive Art, die alle in ihren Bann zieht. Weil du mit so viel Freude und Spaß durchs Leben gehst, kann es mitunter aber zur Extrem-Prokrastination kommen. Gib's zu - wie oft hast du schon eine nervige Uniaufgabe beiseite geschoben, weil die Party mit der Besten ruft? Und dann wäre da noch die große Zahl der Bekannten. Unter ihnen tummeln sich natürlich auch kleine Energie-Vampire. Die selbst vielleicht zu knabbern haben und permanent aus deiner fröhlichen Art Energie schöpfen, dich durch ihre negative Jammerart herunterziehen oder gar ausnutzen. Dein Credo sollte demnach lauten:
  • bleib ein so wunderbarer Herzmensch, der mit Leidenschaft durchs Leben geht, ABER achte auch auf deine Pflichten
  • nimm dir auch einmal bewusst Zeit für die nicht so spaßigen Dinge im Leben, die einfach auch gemacht werden müssen und das ohne Ablenkung
  • führ doch mal ein Digital Detox durch, um gar nicht erst in Versuchung zu kommen, zu prokrastinieren
  • und trenne dich im Extremfall von Menschen, die deinem Herzen nicht gut tun. Auch wenn du bemüht bist, deine vielen Bekanntschaften aufrechzuerhalten, ist unter Umständen nicht jeder Mensch in deinem Umfeld ein echter Freund. Überlege also, wer wirklich an deiner Seite steht und wer nur, weil auf dich Verlass ist, wenn es darum geht, Samstagabend um die Häuser zu ziehen.

Der "Ich-gebe-mein-Bestes"-Typ oder auch: Die Perfektionistin

Halbe Sachen? Gibt es bei dir nicht. Ein "Gut" nicht ausreichend genug, denn du kannst und willst mehr geben. Du stehst für Qualität deine Ansprüche an dich selbst und andere sind schwindelerregend hoch. Bevor du andere eine Aufgabe nur mittelmäßig erledigen siehst, machst du es lieber selbst und dann aber herausragend. Fehler? Gibt es bei dir kaum, denn du kontrollierst lieber zweimal. Auf dich ist Verlass und das wissen auch die Leute in deinem Umfeld, weswegen es keine Seltenheit ist, dass dies ausgenutzt wird. Die dauerhaft enormen Erwartungen an dich selbst und der Zwang zur Perfektion machen dich langfristig unruhig, führen zu Herzrasen, Muskelverspannungen und Selbstzweifeln. Bevor es dazu kommt, solltest du also die Notbremse ziehen und folgende Dinge berücksichtigen:
  • Integriere bewusst Auszeiten in deinen Alltag - spontane Treffen mit Freunden, die dich locker machen und einen spaßigen Ausgleich zu deinem professionellen Ich darstellen
  • Stelle dir die 3-Monats-Frage! Wird es in 3 Monaten wichtig sein, dass du die Aufgabe überperfekt erledigt hast?
  • Unterscheide zwischen wichtig und unwichtig und teile deine Aufgaben dementsprechend ein. Nur wirklich wirklich wichtige To Dos solltest du mit deinem überperfekten Auge bearbeiten, alle anderen solltest du einfach etwas entspannter angehen. Das muss man erst lernen, aber es geht.

Der "Ich-bin-so-frei"-Typ oder auch: Die Kreative

Du bist kein Mensch der Strukturen, lässt dich ungern einengen. Du bist bekannt für deine überschwängliche Euphorie, deine oft spontanen Einfälle (manch einer mag von Schnapsideen reden), die du am liebsten sofort umsetzen möchtest. Wie ein Schmetterling fliegst du von Interesse zu Interesse - probierst mal dies und mal jenes aus. Bist flatterhaft, frei und lässt dich ungern einsperren. Auch deine Arbeitsweise ist von diesem Credo bestimmt. Regeln und Strukturen engen dich ein, geben deiner kreativen Ader keinen Platz, stattdessen begeistert du andere mit deiner Spontaneität und innovativen Ideen. Da du jedoch so viele Dinge gleichzeitig machst und dich stets für neue Bereiche begeistern kannst, bevor du den anderen beendet hast, läufst du Gefahr, Fehler zu machen oder gar nervös zu werden und das Gefühl zu bekommen, den Überblick über die vielen Aufgaben zu verlieren. Was dagegen hilft?
  • Versuch deine Euphorie ein wenig zu bremsen und dich zu fragen, ob dieses Unbekannte in deinem Leben wirklich die Energie wert ist.
  • Um dem Chaos in deinem Leben etwas entgegen zu wirken, solltest du versuchen, Aufgaben zu beenden, bevor du das nächste, spannende Projekt angehst. So verzettelst du dich nicht so schnell und fokussierst dich besser auf die besonders schönen Dinge.
  • Wenn du vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr siehst, hilft es, dich mit den Dingen zu beschäftigen, die dir kontinuierlich Spaß bereiten, statt wieder etwas Neues auszuprobieren. Das sorgt nicht nur für Sicherheit, sondern auch positive Gefühle, denn du weißt, was du erwarten kannst. 
Beim Lesen werdet ihr vermutlich schon gemerkt haben, dass ihr bei mehr als einem Typen Persönlichkeitsmerkmale von euch entdeckt. Das ist nur normal, denn jedes einzelne Individuum hat so viele Facetten, dass es zu Überschneidungen - quasi Mischtypen-  kommen kann. So habe ich neben dem engagierten Typen auch Nuancen des Perfektionisten oder Kreativen. Individuell und einzigartig sind dementsprechend auch die Stresssituationen, mit denen wir umgehen müssen und die uns aus dem Lot bringen, während andere diese nicht einmal negativ wahrnehmen. 
Aus diesem Grund ist es auch hilfreich, zu reflektieren, welche Ereignisse einen selbst aus der Bahn werfen, wann man sich unter Druck und allzu sehr belastet fühlt, um unterschiedliche Präventionsstrategien zu befolgen. Dann geht ihr nämlich sicher, eurem Körper und Geist gut zu tun und insgesamt gelassener zu reagieren. Vielleicht auch ganz gut in der sowieso schon stressigen Weihnachtszeit ;)

Und welcher Stresstyp bist du?

Heart to Heart: Nun interessiert mich natürlich, ob du dich in einem der Typen wiedererkennen konntest. Gibt es bestimmte Faktoren, die dich aus dem Gleichgewicht bringen und wie gehst du dagegen an?

* Dieser Post ist in liebevoller Zusammenarbeit mit Coca-Cola light entstanden.

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17 Kommentare

  1. Wow, meine Liebe ein sehr gelungener Post :)

    Welcher Typ ich bin - behalte ich mal lieber für mich ;D

    lg, Katja

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    1. Vielen Dank, Katja :) Freut mich, dass der Artikel dir gefallen hat.

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  2. Ich bin ganz klar die Perfektionistin! Muskelverspannungen stehen bei mir an der Tagesordnung und leider kenne ich auch das Herzrasen von dem du berichtest! An manchen Tagen kann ich alles besser kompensieren, an anderen Tagen hingegen wieder gar nicht!
    Danke für den tollen Beitrag und dem Wissen, das ich damit nicht alleine bin!
    LG Jenny

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    1. Vielen Dank für dein Feedback, Jenny :) Ich denke auch, dass ganz viele Menschen dieses Problem kennen, aber eben nicht darüber gesprochen wird, um die Fassade aufrechtzuerhalten. Man schämt sich eben doch viel zu oft dafür, wenn man sich dem Stress ausgesetzt fühlt und somit "Schwäche" zeigt. Was ja absoluter Quatsch und nur menschlich ist. Ich hoffe, du findest ein wenig Ruhe und Möglichkeiten, den Perfektionismus auch mal beiseite zu schieben :)

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  3. Wieder mal ein toller Post!
    Ich bin ganz klar die Perfektionistin... Das ist Fluch und Segen zugleich.
    Ich bin so froh, wenn ich an Weihnachten, hoffentlich mal ein paar Tage entspannen kann.

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    1. Vielen Dank für deinen Kommentar, Anni :) Ich kenne das zu gut, solche perfektionistischen Züge können echt anstrengend werden. Ich hoffe, du findest die Ruhe an Weihnachten :)

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  4. Liebe Yasmin,
    so ein gelungener und auch wichtiger Post. Ich glaube das sich viele genau mit diesen Sachen identifizieren können. Auch ich entdecke mich hier und da wieder. Doch meist ist es ja so das man sich, mal abgesehen vom Stress im Job, den meisten Stress zusätzlich selbst macht. So bin ich leider auch. Es einfach zu versuchen immer allen Leuten recht zu machen, alle zufrieden zu stellen und seine eigenen Wünsche oder Vorstellung zurückstellt und das ist nicht immer leicht. Es wird so oft gesagt das man sich selbst am nächsten ist und das ist es denke ich auch was man sich manchmal wieder vor Augen halten sollte.
    Das heißt nicht das man deshalb nicht auf seine Mitmenschen achten soll und nur an sich denken soll, aber manchmal muss eben erst an sich und dann an die anderen denken - zum Schutz für sich selbst.

    Liebe Grüße, Lisa

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    1. Vielen Dank für deinen Kommentar, Lisa. Ich sehe das ganz genauso wie du. Dieses an sich Denken wird halt schnell mal als Egoismus abgestempelt, aber eine gesunde Portion davon schadet echt nicht, denn man vergisst sich selbst viel zu schnell dabei.

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  5. Wow toller post! Geniale Fotoserie! Bitte sagst du mir woher dein pulli ist. Danke lg

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  6. Toller post! Wunderschöne Fotoserie! Bitte sagst du mir woher der schöne pulli ist. Danke LG lili

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    1. Dankeschön :) Es freut mich, dass er dir gefallen hat. Den Pulli habe ich letztes oder vorletztes Jahr bei Zara gekauft. Liebe Grüße

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  7. Die Fotos sind mal wieder so wunderwunderschön!

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  8. Oh was für ein unheimlich gelungener Post. Beides, Bilder und Text sind einfach wundervoll geworden <3
    Und Stresstyp, ich glaub ich bin irgendwie eine Mischung aus allen, am meisten aber Perfektionistin :D

    Love, Kerstin
    http://www.missgetaway.com/

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    1. Liebe Kerstin,
      vielen Dank für dein Feedback und es freut mich, dass dir der Post gefallen hat! Und ich finde es absolut verständlich, dass man immer eine Mischung aus mehreren Typen ist - so eine ganz klare Abgrenzung gibt es da in den seltensten Fällen.
      Liebe Grüße

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  9. So ein toller Post! Der Text ist dir sehr gelungen und die Fotos sind der Wahnsinn! Wirklich unheimlich hübsch :)
    Liebste Grüße,
    Rebecca von http://becciqueeen.blogspot.de/

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  10. Wow, vielen Dank für den wunderbar geschriebenen Beitrag. Deine Typologie und Tipps können wirklich super dabei helfen, die Ursachen des Weihnachtsstress zu hinterfragen und einigermaßen gesund und entspannt in die Feiertage zu kommen.

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