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Travel Diary: Nisyros Island


Hallo, meine Lieben :)
Auch wenn heute offiziell Herbstanfang ist, möchte ich euch mit diesem Artikel noch einmal zurück in den Sommer katapultieren, denn ich habe noch einen Reisebericht aus Griechenland übrig. Nachdem ich euch im letzten Travel Diary bereits eine Variante eines perfekten Tages auf Kos vorgestellt habe, möchte ich mich heute einem unserer Ausflugsziele widmen: der Insel Nisyros. Was diese zu bieten hat und warum sie uns besonders gut gefiel, verrate ich euch jetzt...


Nisyros ist eine kleine Insel der südlichen Ägäis, die aktuell rund 1000 Einwohner zählt. Da sie mit der Fähre nur ca. eine Stunde von Kos entfernt liegt und mit ursprünglicher Natur und Authentizität lockt, entschieden wir uns, einen Halbtagesausflug einzuplanen, was sich im Nachhinein als großartige Idee entpuppen sollte.
Das Besondere an Nisyros ist übrigens, dass die Insel ein einziger Vulkan ist, der das letzte Mal vor 10.000 Jahren ausgebrochen ist. Dementsprechend bergig ist das Profil. Am Rande des Kraters haben sich einige Siedlungen niedergelassen, so auch das hübsche Bergdorf Nikia, das ich euch in diesem Post bereits gezeigt habe.

Neben all den hübsch anzusehenden weißen Häusern mit blauen Akzenten war jedoch der Vulkankrater das Highlight des Ausflugs. Nun könnte man meinen, dass das alles nur ein Haufen Dreck sei. Schmutz, Erde, Staub, so weit das Auge reicht. Wenn man dann jedoch mit festem Schuhwerk in den groflächigen Krater hinabsteigt und Schritt für Schritt merkt, wie die Temperatur steigt, wird einem erst einmal bewusst, worauf man hier läuft. Der Boden des Kraters erreicht Temperaturen von bis zu 70° Celcius, weswegen es ratsam ist, die Flip Flops gegen feste Schuhe zu tauschen, wenn man nicht gerade seine Lieblingsschuhe einschmelzen lassen möchte. Inmitten der hellen Gesteinsschichten steigt einem ein stechender Schwefelgeruch entgegen und auch am Boden und den Wänden erkennt man überall großflächig gelbe Schwefelablagerungen. Läuft man tiefer in den Krater hinein, spürt man die weiche Beschaffenheit der Erde, sieht Dampf aus den Erdlöchern emporsteigen und wie es schlagartig heißer wird. Wenn man dann die Augen schließt und sich konzentriert, spürt man die Erde vibrieren, was vom kochenden Wasser der Magmakammern herrührt. Ganz leicht nur und doch erkennbar. 
Und dort mitten im Nichts, mitten auf heller Erde wird einem bewusst, wie klein man eigentlich ist. Wir Menschen neigen dazu, uns als größte Spezies überhaupt zu betrachten, sozusagen die Krone der Schöpfung und doch sind wir nur Teil eines großen Ganzen. Welche Macht in der Natur schlummert, viele tausend Meter unter uns oder aber auch in Form anderer Elemente, vergessen wir allzu schnell und missbrauchen sie für die Befriedigung unserer Bedürfnisse. Spürt man dann jedoch die Wärme und den Dampf des Vulkans, rückt das die Vorstellungen der Organismen irgendwie wieder ins Lot. Wir sind endlich, nur ein kleines Kapitel einer langen Geschichte, deren Ursprung und Ende wir nicht kennen, uns nicht einmal ausmalen könnten. Wenn man sich das einmal bewusst macht, bleibt nur noch Ehrfurcht und Respekt vor dem großen Unbekannten, vor der Kraft der Natur und dem Potential, das dahinter steckt. Vielleicht aber auch ein wenig Angst. Denn eins ist klar: wir Menschen mögen zwar technisch versiert sein und haben so manche Katastrophe durch moderne Hilfsmittel abwenden können. Früher oder später wird aber auch dieser Weg zu Ende gehen und letztlich ist es die Natur, die überdauern wird.







Ihr seht schon, so ein Naturphänomen kann einen zum Grübeln bringen. Bevor der Kopf vor lauter Denkerei jedoch platzte, machten wir uns weiter auf den Weg ins Küstendorf Mandraki. Bevor es von dort aus wieder mit der Fähre nach Kos ging, legten wir einen Zwischenstop ein und erkundeten die kleinen Gassen. Neben Bimssteinen, die man hier haufenweise erstehen kann, trafen wir auf unzählige kleine Straßenkatzen. Ihr wisst ja, dass ich eine Crazy Cat Lady bin und am liebsten hätte ich sie alle gestreichelt und gefüttert. Wer also auch so vernarrt in die hübschen Tiere ist, sollte vielleicht eine kleine Dose Trockenfutter dabei haben ;)  
Außerdem entschieden wir uns, bei einem kleinen Imbiss Kraft zu tanken. Wir empfehlen euch dafür die typische Gyrospita, denn die schmeckt einfach klasse und wenn dann noch ein eisgekühlter Pistazienmilchshake dazu kommt, ist der Tag perfekt.





Nisyros erreicht man im Übrigen ganz bequem per Fähre von Kardamena in Kos oder aber ihr bucht in einem der Touristeninformationen einen Halbtagesausflug für ca.30Euro, bei dem ihr dann alle Fahrten organisiert bekommt. Ich bin zwar kein großer Fan dieser Touribusse, in diesem Fall bot es sich jedoch an, da die Infrastruktur auf Nisyros sehr einfach ist und man ohne Führung eher beschwerlich an die jeweiligen Ziele kommt. 

Falls ihr mögt, könnt ihr euch auch gerne mein Travel Diary Video ansehen, das ich kürzlich online stellte. Dort könnt ihr die verschiedenen Stationen unserer Reise noch einmal in Bewegtbild miterleben. 

Habt ihr schon einmal eine Erfahrung mit einem Vulkan oder einem anderen einschüchternden Naturereignis machen können?





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8 Kommentare

  1. Das sind aber schöne Bilder! Das blaue Kleid steht so gut:) Das Video finde ich auch klasse, hoffentlich kommt bald mehr davon!

    Liebe Grüße
    July

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    1. Dankeschön für den lieben Kommentar, July :)
      Das nächste Travel Diary aus Marrakesch ist sogar schon in Arbeit und dürfte ganz bald online gehen.
      Liebe Grüße

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  2. Soooo schön! Griechenland muss auf meine To Travel List!

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    1. Dankeschön, meine Liebe :) Ja, in Griechenland gibt es so viele schöne Ecken, da lohnt es sich definitiv hinzureisen und das am besten immer wieder haha.
      Liebe Grüße

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  3. meine liebe das ist wirklich ein wahnsinniges tolles video! ich habe es mir schon 2x hintereinander angesehen :D richtig top geworden! ich bin selbst griechin und bei deinen videoaufnahmen, untermal mit der musik bekomme ich sofort fernweh!

    am anfang des videos tasucht dein freund im meer und nimmt das auf. habt ihr dafür eure spiegelreflex genommen oder eine andere kamera? und wie habt ihr das wasserdicht gemacht :D

    Lady-Pa

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    1. Vielen Dank für das tolle Feedback, meine Liebe :)
      Die Spiegelreflex haben wir natürlich nicht mit ins Wasser genommen, das wäre ja der Tod :D Die Wassersequenzen wurden mit einer Actioncam von Nikon, der Coolpix AW130, aufgenommen.
      Liebe Grüße

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  4. Oh, sieht das toll aus. Da bekommt man sofort wieder Lust auf Urlaub!

    Vulkanerfahrungen hab ich auch schon gemacht. Ich war auf dem Vesuv in Neapel. Da hat man allerdings nicht so viel vom Vulkan mitbekommen, es war einfach ein großer Berg mit einem Loch drin, aber für den tollen Ausblick hat sich der Fußmarsch bei gefühlten 100 Grad dann doch gelohnt :D

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  5. So schöne Bilder! <3
    Mein Fernweh macht mich gerade zwar verrückt, aber ich genieße deine Travel Diaries in vollen Zügen.

    Liebe Grüße
    Jessy

    www.sinnesengel.com

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