Gedanken Outfit

home is where your heart is


Hallo meine Hübschen!
Als ich das Outfit zum heutigen Post im Kopf hatte, fiel mir sofort das Stichwort Großstadtzebra ein. Eine eigenartige Wortkomposition, wenn ihr mich fragt. Was hat ein wildes Naturwesen wie ein Zebra in der Großstadt verloren? Dort, wo es vermutlich am wenigsten hinpasst, fernab seiner natürlichen Umgebung, seines normalen Habitus. Logisch, dass man die Komposition nicht allzu wörtlich nehmen sollte, aber ich denke, dass viel mehr dahinter steckt. Das Verlassen der comfort zone, die Frage nach der Heimat und dem: ja wo gehöre ich denn eigentlich hin? Anpassungsfähigkeit, Überleben auch in unbekannten Gefilden, all das kommt mir irgendwie bekannt vor. Am Stadtrand einer müden Kleinstadt aufgewachsen, in einem tollen Haus mit Garten und ganz viel Feld und Natur hinterm Zaun, fernab von aller Hektik und Trubel fühle auch ich mich manchmal wie besagtes Zebra. Fehl am Platz und doch irgendwie richtig. Ich lebe jetzt seit 4,5 Jahren in Halle, einer kleineren Großstadt -zumindest im Verhältnis zum Elternhaus- und doch sollte es nie so richtig passen. Wie ein zu enges Paar Schuhe zwickte und zwackte es überall. Zu schnell fiel die Entscheidung, an den Wochenenden in die nahe Heimat zu düsen - was sind auch schon 45min Fahrt? Zu verlockend die Stille im heimischen Garten. Und wenn alle anderen immer motzten, dass es dort nichts gibt, was mich überhaupt dort hält, konnte ich immer nur mit einem Gefühl antworten. Es war nun einmal so, es fühlte sich richtig an, passend, gemütlich, das kannte ich eben nicht anders. Dieses Gefühl der Unsicherheit, des Nichtloslassens war damals auch ein Grund für meine Absage für große Unis in Städten wie Berlin. Zu groß, zu weit weg, zu angsteinflößend. Für einen Kurztrip wunderschön, aber auf Dauer? So ganz weit weg vom Alltbekannten? Das war mir nichts.

Andererseits pocht in mir auch das Herz eines Großstadtmädchens, hier kann ich mich modisch ausleben, hier weht frischer Wind, Unternehmungen, die Bürgersteige werden samstags nicht um 14Uhr hochgeklappt, die Geräuschkulisse der Stadt wird vom jugendlichen Gelächter gefüllt, sie pulsiert, ist frisch und voller Elan, statt müde Gesichter durch die Straßen zu ziehen. Und genau da kommt wieder das Zebra ins Spiel. Eigentlich bin ich ein Landei, im tiefsten Herzen ein Naturkind und liebe es, aber mit der Zeit entwickelte ich auch andere Wünsche, trat aus meiner comfort zone heraus und in den letzten Monaten passierte ganz plötzlich, ganz unverhofft etwas Komisches. Auf einmal rutsche mir "Zuhause" heraus im Zusammenhang mit Halle, was bisher eher mein "Studienort" war, alles andere als ein geborgener Rückzugsort. Die Wortverwendungen hatten sich umgekehrt, auf einmal war hier mein Zuhause, mein Leben, mein Mittelpunkt. Auch wenn ich schon 4,5 Jahre hier lebe, hat es so lange gedauert, bis es wirklich mein Mittelpunkt wurde und ich mich vollkommen wohl fühle und nicht mehr wie ein Eindringling. Der Schuh passte auf einmal, ich habe meine Lieblingsplätze, kenne jede Abkürzung, weiß, wo das beste Eis der Stadt auf mich wartet und welche Gegenden ich meiden sollte. Vermutlich hängt das Ganze auch mit dem Umzug zusammen, dass wir jetzt eine größere Wohnung haben, mir keine 28qm Decke mehr auf den Kopf fällt, sondern ich Platz zum Atmen, Leben, Glücklichsein habe - gemeinsam mit meinem Freund. Home is where your heart is - es scheint etwas dran zu sein an dem Spruch ;) Für einige von euch mag das vielleicht alles komisch klingen, für mich war es ein langfristiger Prozess, mich von meinem Elternhaus vollkommen zu lösen, ins Hier zu schauen, statt ständig in die andere Himmelsrichtung. Ich sehe es als Zeichen des Erwachsenwerdens und wie wir wissen, braucht jeder seine eigene Zeit, um bestimmte Hürden zu meistern. 











Entschuldigt den etwas längeren Text, aber die Gedanken kamen mir beim Anblick der Bilder und ich wollte sie einfach mal niederschreiben. Hattet ihr auch schonmal so ein Gefühl des Zwiespalts was Wohnungen, Orte, Zuhause angeht? Und wie seid ihr damit umgegangen, euch monatelang, ja vielleicht auch Jahre irgendwie fehl am Platze zu fühlen? Seid ihr eher der Typ, der sich abenteuerlustig auf Großstädte oder Ortswechsel einlässt oder liebt ihr auch die sicheren Pfade wie ich und könnt euch nur schwer auf solche Änderungen einlassen?

Mantel - Choies* // Bluse, Hose - H&M // Pumps - Asos // Tasche - Mango // Ringe - Forever21
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21 Kommentare

  1. tolle fotos und toller look :)
    ich steh grade total auf den black & white trend
    lg

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  2. Sehr schöner Eintrag. Mir geht es mit meiner aktuellen Wohnsituation ganz genau wie dir. Ich komme auch von dem Land und bin es gewöhnt, einfach raus gehen zu können - ins grün, in die Natur. Und durch das Studium musste ich jetzt auch umziehen. Ich hoffe ich gewöhne mich noch daran, dass ich mich hier nicht einfach in den Garten legen kann, wenn die Sonne scheint.

    Dein Outift ist wunderschön! (: Wenn ich ehrlich bin, habe ich mir die weiße Tasche gleich bestellt. Ich war erst letzte Woche auf der Suche nach genau so einer Tasche, habe aber leider keine gefunden, die perfekt ist - diese hier ist es. Danke dir! :D

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  3. Tolles Outfit und sehr schöne Fotos :)
    Liebe Grüße Jenny
    jenny-ga.blogspot.de

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  4. Ich kenne das Gefühl sehr genau, stecke ich doch nicht mitten in dieser Phase des Zwiespalts. Auch für mich sind es nur knapp 60 Minuten in die Heimat zu meinen Eltern und ja, es ist auch immer noch meine Heimat. In meine kleine Studentenstadt gehöre ich nicht richtig hin - das ist nicht zu Hause und auch nicht für die Dauer. Ob sich dieses Gefühl jemals ändern wird? Nun, ich habe noch drei Jahre Zeit um das herauszu finden, aber ich glaube eher nicht. Die richtige Großstadt hat mich irgendwie nie gereizt. Für mich war es schon ein großer Schritt, in eine Stadt mit 42.000 Einwohner zu ziehen :D
    Liebst Irina

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  5. Du hast mir aus der Seele gesprochen mit jedem einzelnen Wort.. ich bin gerade sehr geflasht.. ich bin in der selben situation und hoffe dass es bei mir nicht so lange dauert, denn es ist immer nicht so schön sich irgendwo nicht so zu hause zu fühlen.

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  6. Der Mantel sieht mal so schick aus! Richtig ausgefallen aber gefällt mir super gut!
    Liebe Grüße, Causeimmagirl

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  7. Ein sehr schöner Post, liebe Yasmin.
    Ich selber komme ja aus Eisenach, die Stadt kennst du, glaube ich.
    Dort habe ich mich nie wirklich wohl gefühlt, obwohl es meine Heimatstadt ist. Nun wohne ich in Hannover, was auch nie wirklich mein Wunsch war. Aber hier fühle ich mich zuhause, es gefällt mir. Ich bin angekommen.
    Auch wenn es nur ein H ist, und nicht zwei, wie Hamburg (wo ich eigentlich immer hin wollte).

    Aber nun zu deinem Outfit:
    Es gefällt mir, steht dir gut. Der Mantel ist mal etwas anderes. Und die Sonnenbrille steht dir unglaublich gut.

    Ich verlose auf meinem Blog momentan einen 100€ Gutschein von MyDays. Gibt es etwas, was du schon immer mal erleben wolltest? Würde mich freuen, wenn du mit machst.

    Liebst
    Jane von Shades of Ivory

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  8. schwarz weiss habe ich auch neulich getragen :)

    Lady-Pa

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  9. Sehr schöner look :)
    Und der Text ist auch schön.
    Ich bin auch ein Landei und finde es nicht schlimm. Ich wohne nun zwar in Wien, aber lebe in meinem Heimatdort und fahre so oft wie es geht hin :)

    Liebst
    Svetlana von Lavender Star // BlogLovin //
    Instagram // Faceboook

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  10. Wow, dein Text hat mich wirklich getroffen. Genauso wie du dich gefühlt hast, fühle ich mich gerade. Ich wohne nur 35min vom einem Elternhaus (vom Land) entfernt und fahre auch fast jedes Wochenende raus und genieße einfach die Zeit. Osnabrück ist zwar keine große Stadt, dennoch ist es und bleibt es für mich auch eine Stadt. Und seit über 5 Jahren bin ich immer noch nicht angekommen. Für mich ist es einfach nur der Sinn und Zweck meiner Arbeit, weshalb ich in dieser Stadt lebe und meine Zukunft wird vermutlich in eine andere Stadt führen.. Deinen Look mal ich total gerne. Besonders in deinen Mantel habe ich mich verliebt :-)

    Liebe Grüße Kristina von KD Secret

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  11. Wunderschöne Bilder und wahnsinns Mantel :)

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  12. Liebe yasmin,
    Mir ging es genau so wie dir. Ich bin auch aus meinem kleinen kaff in die "großstadt" (naja nur 300 000 einwohner, ich glaub österreicher denken da in anderen dimensionen, in deutschland ist das whs noch ein dorf ;-)) gezogen, um zu studieren, bin dann ebenfalls andauernd nach hause gefahren, weils auch nur 40min waren. Es hat auch seehr lange gedauert und ich hab mich jetzt total gefreut, als ich das bei dir so gelesen habe, aber mein knackpunkt war auch, als ich mich dann irgendwann selbst dabei ertappt habe, dass ich mit "zuhause" meinen studienort meinte...
    In letzter zeit hab ich öfter darüber nachgedacht, warum ich mich eigentlich so lange unwohl gefühlt habe in der stadt, es kam mir immer so vor, als wäre das alles nur eine übergangszeit, irgendwas dass ich überbrücken muss, bis ich dann richtig "ins leben starte" und mich wo anders "richtig" niederlasse. Ich versuch das jetzt auf jeden fall anders zu sehen und ich glaub ich bin mittlerweile sowieso mehr verwurzelt mit dieser stadt, als ich denke ;-)
    Mein freund sagt übrigens manchmal "ich fahr morgen mal kurz nach hause", damit meint er seinen heimatort und dann denk ich mir immer: "aber zuhause ist hier" :-)

    Tolles outfit übrigens! :-)
    Lisa

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  13. Ein ganz ganz schöner Post, Yasmin :)
    Ich lebe seit zwei Jahren in Köln und fühle mich hier pudelwohl, ich genieße das Großstadtleben in vollen Zügen. Schon nach ein paar Monaten rutschte mir das Wort zuhause raus. Und trotzdem bin ich genau wie du ganz tief im inneren noch ein kleines Landei, wenn ich zuhause bei meinen Eltern bin, im Garten sitze, meine Katze um mich herum schleicht, diese klare Luft atme, dann fühle ich mich so wohl, geborgen und zuhause, als würde es mein Leben in Köln gar nicht geben. Ganz ohne könnte ich also auch nicht :)

    Liebst, Birthe

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  14. deine outfits sind immer so wunderschön!

    liebe grüße, lisa
    von http://fashionleaderandkitchenhero.blogspot.de/

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  15. Ich glaube, bei mir war der "Schock", vom Land (Elternhaus) in die Großstadt (Studium) zu kommen, nicht so groß, weil ich als Kleinkind drei Jahre lang in der Großstadt gewohnt habe :) Außerdem dauert die Fahrt aufs Land fast vier Stunden, daher kann ich auch nicht immer, wenn es mir gerade passt, hinfahren. Trotzdem finde ich es sehr erholsam, nach einer längeren Zeit wieder ins Dorf zurückzukommen und einfach die Natur und die Ruhe zu genießen :)

    Liebe Grüße,
    Charlie

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  16. Wundervoller Post und Hammer Outfit :)

    Liebst, Katja
    http://momentaufnahmenblog.blogspot.co.at/

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  17. Est einmal: Wunderschöner Mantel und diese Fotos erst - ganz klasse :)
    Zu deiner Frage: Ich mag Veränderungen eigentlich auch nicht, habe aber inzwischen einige größere hinter mich gebracht. Unter anderem der Umzug nach Berlin - eigentlich getrieben durch meinen Freund, aber nun bin ich hier absolut glücklich und könnte es mir nicht mehr vorstellen, "auf dem Land" zu leben...

    Liebste Grüße aus Berlin
    Romi
    Mein Fashion & Style Blog romistyle.de

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  18. Huhu du Hübsche!
    Toller Text - mir geht es ganz genauso, wie dir!
    Ich bin damals nach Berlin gezogen, weil mein Freund unbedingt hier studieren wollte und ich mir dann hier eine passende Ausbildung gesucht habe. Das war alles super. Ich bin jetzt seit ca. 2 Jahren mit der Ausbildung fertig, arbeite fleißig vor mich hin und warte darauf, dass mein Freund endlich den Master fertig hat. Denn Berlin war nie "meine" Stadt und sie wird es auch nie werden. Es ist meine vorübergehende Heimat, hier ist mein Schatz, meine Freunde, meine Arbeit und wir haben eine super süße Wohnung, in der ich mir sehr wohl fühle. Aber mein Herz hängt einfach an einer anderen Stadt. Eine Stadt, in der ich mir vorstellen kann alt zu werden, die nicht zu groß und nicht zu klein ist, in der meine Kinder zum Kindergarten und zur Schule gehen sollen. Ich kann also ganz genau nachvollziehen, wie es dir ging!
    Schön, dass du jetzt angekommen bist und du dich nun rndum wohl fühlst!
    Ich freu mich sehr für dich!

    Und ich muss mal wieder loswerden, dass du soooo toll aussiehst! Der Mantel ist super schick! <3
    Liebste Grüße
    Anna

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  19. Hallo Yasmin,
    ein wirklich toller Post und die Fotos sehen klasse aus! Ich hab mich in deinen Zeilen gleich wiedererkannt ;) Ich bin letztes Jahr auch von zu Hause weggezogen. Ich habe einfach die lange Anfahrt zur Arbeit nicht mehr ausgehalten. Jeden Morgen und Nachmittag Stau. Das konnte ich nicht mehr haben. Nun wohne ich nur noch 6 Minuten von der Arbeit, aber knapp 40 Minuten von zu Hause entfernt. An den Wochenenden versuche ich noch häufig, nach Hause zu fahren. In meiner Wohnung fühle ich mich schon sehr wohl, aber ich wohne dort auch alleine und kenne nur eine einzige Person in meiner neuen Stadt. Da fühl ich mich häufig einsam und eben "noch nicht angekommen". Ich glaube, jeder braucht da wirklich unterschiedlich viel Zeit für und vielleicht fühl ich mich auch irgendwann außerhalb meiner eigenen 4-Wände richtig wohl, aber auch wenn mir meine Heimatstadt nicht wirklich gefällt, so fühle ich mich dort immer noch am wohlsten. Wahrscheinlich, weil ich mich dort auskenne und weil ich mich dort auch nicht alleine fühle.

    Liebe Grüße, Tina

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  20. Wow, ein super schöner Text und ich kann dich total verstehen. Ich habe mein ganzes Leben bis jetzt in einem kleinen Vorort verbracht. Bin hier groß geworden, jeder kennt jeden und es ist immer jemand da der sich um einen kümmert. Und jetzt schließe ich in zwei Monaten mein Abitur ab und frage mich wie es dann weiter gehen soll. Die Entscheidung zwischen dem was man so gut kennt und liebt und einem neuem großen Abenteuer fällt mir schwerer als gedacht. Auf der einen Seite will ich weg von hier, mal raus kommen, etwas sehen, mal in einer Stadt wohnen wo man auch mal schnell etwas besorgen kann und nicht erst eine halbe Stunde mit dem Bus unterwegs ist aber andererseits fühle ich mich hier wohl, fühle mich geborgen und sicher und es ist immer jemand da. Noch habe ich keine Ahnung wie ich mich entscheiden werde aber es fühlt sich gut an zu sehen es gibt Menschen den es genauso geht bzw. diese Situation bereits erlebt haben. :)

    Liebe Grüße, Sabine

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  21. Hey, gefällt mir sehr gut! :) Vor allem der Mantel ist ein Traum!

    Viele Grüße,
    Verena von whoismocca.com
    Bloglovin' // Facebook // MyStyleHit

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