Gedanken

[Nachgefragt] Mode zum Wegwerfen?

Hallo ihr Lieben!

Heute wird es mal wieder ein wenig textlastig auf Inlovewith. Ich möchte unsere Konsumgesellschaft oder vielmehr Wegwerfgesellschaft hinterfragen, mein eigenes Kaufverhalten der letzten Monate reflektieren und euch dazu animieren, selbiges zu tun. Aber bevor das Ganze hier zu wirr wird, versuche ich mal zu strukturieren.

Worum geht es eigentlich?
 "Schubsen, drängeln, kreischen – wo auch immer in Deutschland eine PRIMARK-Filiale eröffnet, herrscht Ausnahmezustand. Der irische Textil-Discounter erobert mit seiner Wegwerfmode die Fußgängerzonen.
 Viele Fummel werden aufgrund ihres Spottpreises nicht einmal anprobiert, geschweige denn später gewaschen. Kaufen, anziehen, wegwerfen."

Ich nehme die ZDF Dokumentation über Primark und der damit verbundenen These einer Wegwerfgesellschaft zum Anlass, hier auf dem Blog auch mal die Schattenseiten der Mode bzw. unseres Kaufverhaltens unter die Lupe zu nehmen und gemeinsam mit euch darüber zu diskutieren.
Vorweg: wir sind alle keine Engel und können nur versuchen, unser Verhalten zu hinterfragen und Stück für Stück unseren Beitrag für eine bessere Welt leisten, in einem Maß, wie es uns eben möglich ist.


Punkt 1: Quantität vor Qualität?
Gerade in jungen Jahren mit einem zumeist verschwindend geringen Geldbeutel legt man oft ein bestimmtes Kaufverhalten an den Tag. Ich spreche hierbei aus Erfahrung, möchte aber dennoch nicht verallgemeinern. Wenn ich mir mühsam 100Euro zusammen gespart habe, überlege ich mir zweimal, wie ich diese investiere. Hier kommen wir dann auch schon zur Kernfrage: kaufe ich für das Geld so viele Teile wie möglich, um  Vielfalt im Kleiderschrank zu gewähren oder setze ich auf ein hochwertiges Teil, welches mir viele Jahre dienen wird? Ich muss ehrlich gestehen: bis jetzt entsprach mein Kaufverhalten eher dem ersten Punkt. Schlichtweg  weil ich der Meinung war, dass ich von diesen 10 Sachen mehr Nutzen und Kombinationsmöglichkeiten habe und ein 100Euro teurer Mantel eben doch irgendwo weh tut. 

Als Teenie war das immer eine Art Rechtfertigung, wenn man nach einer Shoppingtour nach Hause kam, Mutti böse geguckt hat und man sagen konnte: "Ja, aber für die 100Euro habe ich Sachen gekauft, die mir die nächsten Monate ausreichen!".  Ich sehe und praktiziere das Ganze wie folgt: Basicteile, die mich jahrelang begleiten oder Stücke, bei denen ich genau weiß, dass sie absolut 100% zu meinem Stil passen, dürfen gerne auch teurer sein. Bei Trendteilen setze ich allerdings auf Quantität statt Qualität aus einem ganz einfachen Grund: weil sie kurzlebige Trendteile sind, bei denen ich vermuten kann, dass ich sie nach 2-3 Saisons nicht mehr tragen werde. Deswegen ist es auch vollkommen in Ordnung, dafür wenig auszugeben und vielleicht 1-2 Teile mehr für sein Geld zu bekommen. So sehe ich übrigens auch die ganze Sheinside-Geschichte, auf die ich auch immer mal wieder angesprochen werde. Ich erwarte von den Stücken keine grandiose Qualität, die mir jahrelang erhalten bleiben, das ist bei diesem Preis auch gar nicht möglich. Es handelt sich dabei um Trendpieces, die ich gerne mit alten Klamotten kombiniere, um frischen Wind einzuhauchen und ja, das ist auch ein Grund, natürlich auch mal neue Kombis auf dem Blog zeigen zu können. Davon lebt ja so ein Fashionblog letztlich auch: up to date zu sein, trendige Kombinationen zu präsentieren und dazu braucht man dann und wann eben doch mal neuen Input.

 Aber auch hier gilt: Vorsicht! Vor einigen Jahren kaufte ich wie irre günstig Sachen ein, um die Langeweile im Kleiderschrank zu vertreiben. Ihr wisst vermutlich alle, was ich meine. Dieses Kaufverhalten, zu dem auch die berühmte Sale-Schnäppchenjagd gilt, bei der man irrational Kleidung kauft, einfach weil sie billig ist, habe ich mittlerweile größtenteils abgeschafft. Mir passieren kaum noch klassische Fehlkäufe, ich wäge genauer ab und frage zweimal, ob dieses "Trendteil" wirklich sein muss, ob es tatsächlich zu mir passt oder ob es schlichtweg nur ein Experiment ist, bei dem ich eigentlich im Vorfeld schon weiß, dass es verschwendetes Geld ist. So ist mir neulich auch aufgefallen, dass ich seit Monaten nichts mehr bei Kleiderkreisel verkauft habe. Warum? Na ganz einfach! Weil ich keine 1000 Sale-Opfer-Pieces mehr habe zum Verkaufen, die mir letztlich doch nicht mehr gefallen.
Kommen wir zur Qualität:
Manchmal wünschte ich, dass ich mehr auf Qualität achten würde. Aber dann kommt eben auch der Gedanke, dass ich es mir eben NOCH nicht leisten kann und will, für einen Mantel 200Euro auszugeben. Das ist in meinem Budget einfach nicht drin, schließlich möchte ich nicht den ganzen Monat trocken Brot essen. Und so muss es eben erstmal die 40Euro H&M Lederjacke sein, die ich mittlerweile aber auch schon 3 Jahre trage. Dies wird sich sicherlich ändern, wenn ich einen festen, richtigen Job habe, mit einem regelmäßigen Gehalt, bei dem eben so eine Investition auch drin ist. Jetzt könnte man mit dem Sparen-Argument kommen, was auch vollkommen richtig ist, aber auch da lege ich mein Geld lieber in Reisen oder Unternehmungen an, als in erster Linie für Mode auszugeben. Ich weiß, dass ich in der Hinsicht noch Potenzial habe und sich das in Zukunft auch ändern wird, aber hier gilt eben: jeder so wie er kann. Wobei ich auch sagen muss, dass gerade solche Invesitionen wie Winterjacken bei mir eine seltene Sache sind. So trage ich manchen Wintermantel schon das 5. Jahr.  Für einige mag das eine kurze Zeit sein, in unserer heutigen Wegwerfgesellschaft empfinde ich es allerdings als lang. Ebenso ergeht es mir mit Schuhen. Oftmals trage ich in meinen Posts die selben Stiefeletten, die mich bereits seit 2-3 Jahren begleiten. Manchmal denke ich mir dann auch: "Finden die das nicht langweilig? Sollte ich nicht neue kaufen?" Aber wozu? Diesen Punkt hatte ich schonmal in einem anderen Post angesprochen. Ich liebe es zu shoppen, aber genauso gerne mag ich es, alte Teile neu zu kombinieren. Das sollten auch alle, die den Blog länger lesen, bereits mitgekriegt haben. Meine Fellweste  aus dem letzten Jahr taucht in tausend Posts auf, ich bin schließlich kein Mädchen, das einmal trägt, zeigt und schwupps damit in den Müll. Sowas sollte nicht passieren und sowas sollten wir Modeblogger auch nicht als Ideal, als Vorbild vorleben.

Womit wir auch schon beim dritten Punkt wären und den Bezug zur Doku herstellen können: die Primark Angelegenheit. Hier möchte ich im Vorfeld sagen, dass es bei dieser Diskussion in erster Linie nicht um die Produktionsweise gehen soll, denn da müssten sich alle Firmen wie H&M, Zara, ja selbst die ganz großen Labels an die Nase fassen. In der Doku wurde vor allem auf einen Punkt aufmerksam gemacht, den ich oben bereits tangiert habe. Primark als Teil einer Wegwerfgeneration. Kommt man in eine Primarkstadt, sieht man an jeder Ecke junge Menschen mit zig aufgeblähten, vollgepackten beigen Tüten. Das ist für mich ein Punkt, den ich noch nicht verwehrlich finde, schließlich war ich bis jetzt auch 2x in meinem Leben in einem Primark und kam mit vollen Tüten zurück. Der Laden bietet gerade für Menschen mit wenig Geld einen Reiz, günstig, trendige Teile zu ergattern. Man wird regelrecht zur Schnäppchenjägerin und hyperventiliert vor Dumping Preisen. Eine Sache, die jedoch in der Doku angesprochen wird, ist jene, dass extrem viele Teile aus solchen Einkäufen, extrem schnell wieder im Müll landen. Die Schmerzgrenze, ein günstiges Teil, was dann doch nicht gefällt, wegzuwerfen, liegt wesentlich niedriger als bei Mango und Co. 

Mein erster Primark-Einkauf war im Sommer 2011 in London. Ich nahm etliche tolle Teile mit und habe von diesen grandiosen Teilen noch 1 Stück im Schrank hängen. Es fing damit an, dass ich die ersten 1-2 Kleidungsstücke bereits nach der Reise bei Kleiderkreisel verkauft habe, weil sie mir irgendwie doch nicht gefallen haben oder kneiften. Nach und nach verkleinerte sich dieser Haufen innerhalb des nächsten Jahres und all die Sachen waren verschwunden.
 Die Billigpreise pusten teilweise unser Gehirn weg und animieren zu irrationalen Spontankäufen. Dies liegt zum einen daran, dass Primark frei nach dem Motto "Schwer zu bekommen, dann auch noch super billig, also besonders attraktiv" funktioniert. Gerade weil es eben nicht viele dieser Geschäfte gibt, erscheint es so attraktiv, dort einkaufen zu gehen und viel mehr unüberlegt Schnulli einzukaufen. So ein Kauf kann überlegter stattfinden. Bei meinem zweiten Besuch war ich beispielsweise rationaler und trage die Sachen noch heute. Ich betrachte diese Firmenphilosophie & Kaufverhalten sehr kritisch, da sie dazu verleiten, die Sachen nicht zu achten, den Wert, ob materiell oder ideell, nicht zu schätzen und sie schneller wieder loszuwerden als man Primark aussprechen kann. Sollten wir aber nicht vielmehr unsere Kleidungsstücke lieben? Was ist aus den besonderen Einkaufserlebnissen geworden, den Stücken, die eine Geschichte haben, mehr als nur Klamotte sind, von deren Kauf man noch Jahre später lächelnd erzählt? Dank solcher Anbieter und dem Hype der Konsumenten um diese Geschäfte wird jedoch eher zur Schnäppchenjagd animiert,  statt nach Herzstücken Ausschau zu halten. Ziel ist es: viel Waren für wenig Geld.

 Dass Fehlkäufe passieren und wir manchmal im Eifer des Gefechts die falsche Größe greifen, ist normal und sicher nicht verwerflich. Auch verschimpfe ich nicht alle Primarkeinkäufer, sondern möchte lediglich darauf aufmerksam machen, sein Kaufverhalten zu überdenken. Man muss nicht ins Hamsterkaufverhalten geraten, nur weil die Teile billig sind. Vielmehr könnte man im Vorfeld überlegen, welche Trends sich lohnen, mitzumachen. Was zum Typ passt, was günstig gekauft oder vielleicht auch auf einem Flohmarkt oder Kleiderkreisel erstanden werden kann und für welche dauerhaften Begleiter man eventuell doch tiefer in die Tasche greift. Oder man probiert die alte "shop your closet" Technik und geht einfach mal im alten Kleiderschrank shoppen, wertschätzt treue Begleiter und entwickelt Kombis, wo eben nicht 10 neue Teile aufeinandertreffen, sondern wertet alte Stücke mit einem neuen Schatz auf.
Uhr - Asos // Pulli - Sheinside* // Rosenpulli - Ebay
 Ich bitte euch die Länge des Posts zu entschuldigen, aber ich denke, dass solch ein Thema und die bewusste Reflexion des eigenen Kaufverhaltens ein erster Schritt in die richtige Richtung ist. Und außerdem war ich schon immer die mit den 3000 Wörter-Aufsätzen. Ich kann mich einfach nicht kurz fassen ;) 
Falls ihr den ganzen Text gelesen habt, würde mich sehr eure Meinung dazu interessieren. Vielleicht kommt ja sogar eine interessante Diskussion zustande. 
Lest euch übrigens auch unbedingt mal die Meinung der Zwillinge Airia und Niny an und auch die Post-Idee von Maria finde ich richtig klasse!
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22 Kommentare

  1. Schöner Artikel!
    Ich habe mir in den letzten Monaten etwas "Komisches" angewöhnt: Es gibt so Teile bei ZARA & Co., die mir oft unheimlich gefallen. Aber dann sehe ich, wie manche die Sachen nach 3-5 Wochen wieder verkaufen. Dann natürlich zum günstigeren Preis und da schlage ich dann zu. Ist vielleicht auch nicht der beste Weg, aber da übe ich mich in Geduld. Erst wenn ich es wirklich will, kaufe ich es sofort. Aber sonst schaue ich erst bei Kleiderkreisel oder privaten Shops vorbei. In der heutigen Zeit verändern sich so schnell Trends - wenn man seine eigene Linie gefunden hat, dann hat man die Möglichkeit schnelle Trends noch aufzuschnappen und in seinen Kleiderschrank einzubauen, meistens dann Second Hand oder fast neuwertig :).

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  2. Sehr schöner Post! Bei deiner tollen Art zu schreiben, kann man auch so einen langen Text total gut und schnell lesen :)
    Starkes Thema das du da ansprichst..
    Ich bin da auch völlig deiner Meinung, dass nicht jedes Teil im Schrank soo teuer sein muss.. vor allem so Trendteile können auch gerne vom Primark oder sheinside sein, da es sich auch nicht lohnt sooo viel Geld für Sachen zu zahlen, die nächste Saison wieder aus der Mode sind.. Und ich find es auch richtig in besondere Teile, die einen jahrelang begleiten werden, zu investieren.. Vor allem bei Taschen und Schuhen sehe ich das.. Natürlich sollte man trotzdem nicht alles kaufen nur weil es Trend ist.. man muss nicht jeden Trend mitmachen! Mir gefällt z.B der Grunge-Style überhaupt nicht..auch wenn es jetzt günstige Teile dazu gibt, muss man das nicht zwingend mit machen!
    Außerdem bin ich auch der Meinung, wenn man genug Einkommen hat, dann kann man auch gerne bei mehreren Sachen investieren :)

    Liebste Grüße,
    Lis
    http://lacoutureliiee.blogspot.de

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  3. Also erstmal, ich bin überrascht von mir selbst, dass ich deinen langen Post gelesen habe, sonst schreck ich davor immer zurück. Aber ich habe die Doku über Primark selbst gesehen und finde das Thema nicht nur interessant sondern auch wichtig. Ich selbst war noch nie bei Primark und hatte/habe es auch nicht vor. Finde es einfach nur heftig, wie da alle reinstürmen und sich so viel wie möglich schnappen, um für einen bestimmten Betrag möglicht viele Teile zu ergattern. Ich selbst gehe eher selten shoppen und wenn ich was wirklich will, schaue ich gerne auch erstmal bei Kleiderkreisel rein.
    Was das Thema angeht, unter welchen Umständen bzw. Voraussetzungen die Klamotten für Primark, Zara, Mango, H&M etc. hergestellt werden, das ist nochmal was ganz anderes... :/ Aber das wird hier jetzt auch ein Roman.
    Jedenfalls toller Post und gut geschrieben! :)
    Liebe Grüße :)

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  4. Dieser Post hat so viel wahres an sich und ist leider auch ein Denkzettel für alle von uns, denke ich. Als ich 13 war habe ich lange, wirklich lange gespart um mir ein Keyboard zu kaufen und war am Ende wunschlos glücklich, für etwas "gearbeitet" zu haben und dieses Stück nun meins zu nennen. So ist es heute noch, obwohl ich während meiner Ausbildungszeit wirklich über die stränge geschlagen habe, da wurde geshoppt, als Freizeitbeschäftigung. Und wenn man erstmal anfängt findet man etwas. Immer. Seid dem ich aber eine eigene Wohnung habe und meine Brötchen selber verdienen muss und andere Sachen Vorrang haben überdenke ich meine "Shoppinggelüste" und "Wishlists", natürlich gibt es bei ZARA, H&M und Co immer Sachen die mich anlächeln, aber wenn ich diese 20-50€ einfach spare, und dass immer wieder ist da nachher ein schönes Häufchen, welches ich in ein wirklich tolles und hochwertiges Teil investieren kann, kann aber nicht muss. So war es, dass ich mich Hals über Kopf in den Zebra-Coat von Zara verliebte, 120€ mir aber durchaus zu viel erschienen und ich schweren Herzens verzichten musste, in Barcelona auf meinem Shoppingtrip sah ich ihn im Sale aber wollte auch noch nicht zuschlagen so wartete ich ab bis ich wieder in Hamburg war und ergatterte das schöne Stück für 40€ und bin heute noch heilfroh gewartet zu haben. Dennoch ist die "Sale-Falle" genau so schlimm und trägt mit dazu, irgendwelchen "tollen" kram zu kaufen, der nachher in der hintersten ecke vergammelt und seien wir mal ehrlich, jeder von uns hat irgendwo seine Schrankleichen. :)
    Für junge Menschen ist Primark aber sicher klasse, trendige Teile zu haben ist heute schon eine Art Statussymbol und wenn sie dann noch wenig Kosten ist es auch nicht schlecht. Auch ich habe einige Blusen von Primark, für die ich bei Zara niemals die 50€ bezahlt hätte, da ich nicht wusste ob sie mir in zwei Jahren immer noch gefallen würden.
    Dennoch finde ich, es gehen zu viele Menschen einfach nach dem Prinzip Masse statt Klasse, was wiederum dazu führt, dass der Kleiderschrank Platz, man Geld raus geworfen hat und hinterher die Teile einfach wegwirft oder verkauft. Stattdessen hätte ich lieber in einen Urlaub Investiert oder eine Sache , die ich mir schon lange, lange wünsche.

    Huch Gott, so ein langer Kommentar:
    Hab einen schönen Abend, liebes.
    Küsschen Patricia

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  5. Bei uns ist der Primark auch ewig weit weg - und ja, somit stimmt es total, dass man da im Kaufrausch verfällt, weil man ja nicht immer hin kann! Das mit den teuren Klamotten ist immer so eine Sache, ich trage auch günstige Dinge ziemlich lange und kaufe normalerweise auch nur Dinge, wo ich mir zu 80% sicher bin, dass ich die öfter tragen werde. Noch dazu arbeite ich im Kindergarten und bin froh, dass ich auch Blusen tragen kann, die zwar hübsch sind, aber ein Farbfleck nicht unbedingt gleich die größte Tragödie ist. Ich kaufe schon oft einfach keine teuren Dinge, weil ich nicht der Meinung bin, dass die Produktion dieser jetzt weniger dramatisch ist, als bei den großen Ketten. Immerhin zahlt man ja meistens die Marke und nicht das Produkt.
    Das Thema Kleidung und Nachhaltigkeit ist wohl fast das schwierigste Thema und vor allem das, bei dem es am schwersten geht, komplett auf "Billig"-Produkte zu verzichten...

    Liebe Grüße, Becci

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  6. sehr sehr gut geschrieben!
    abgesehen davon, dass die Bilder natürlich super dazu passen ;)

    also ich finde ja, besonders wir blogger sollten da eine vorbildwirkung haben. man muss nicht jeden trend mitmachen, denn der sollte zu einem passen. und noch wichtiger ist, wie du sagst, die investition in basic teile! bei sachen, bei denen man weiß, dass man sie lange tragen wird. ich hab gerade heute gemerkt, dass ich meine ballerinas von burberry nun schon das zweite jahr trage und sie sehen wirklich noch immer super aus!
    dann denke ich aber, dass ein paar sachen, die ich mir letztes jahr gekauft habe bei anderen shops, heute nicht mehr modern sind. das ist aber oke, weil für die habe ich weniger gezahlt ;)

    ich als studentin kann mir nun mal nicht alles von marken leisten, aber das hindert nicht daran, dass ich beim shoppen das gehirn eingeschalten behalte. ich überlege immer, ob ich es denn echt brauche und wie ich es denn dann kombinieren kann ;)

    lg
    svetlana von Lavender Star

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  7. Toller Post! Ich habe tatsächlich alles gelesen. :D
    Bei mir ist es genau anders herum. Ich war bisher schon 5 mal bei Primark und kann immer wieder nicht verstehen, wie die Leute mit so vielen riesigen Tüten aus dem Laden marschieren können. Vielleicht liegt es einfach daran, dass ich auf die Qualität achte, was nicht bedeutet, dass ich nicht auch selbst schon Dinge bei Primark gekauft habe. Für Basics, wie Tops, Socken & Strumpfhosen, gebe ich beispielsweise ungern viel Geld aus. Aber vielleicht konnte ich auch einfach nicht auf den Hype aufspringen, weil ich dieses Gedränge nicht ab kann oder weil der Laden in Berlin mir einfach zu unübersichtlich strukturiert ist.
    Heutzutage kann man auch einfach nicht mehr sicher sein, wie die Produktion von Klamotten abläuft, ob die Arbeiter genug Lohn kriegen, in angemessenen Zeiten arbeiten, etc., was ich echt schade finde. Und wenn dann mal ein Unternehmen damit wirbt, dann sind die Teile meistens zu teuer.

    Nochmals, wirklich toller Post!

    Liebe Grüße
    Jülide

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  8. Toller Artikel! Mir selbst gehts oft ähnlich. Bin jetzte daher auf einer "Shoppingdiät", um erstmal herauszufinden, was ich wirklich will, brauche und was mein Stil ist. Ich habe zu viele Klamotten, die ich nie trage und auch nur gekauft habe, weil billig, im Sale oder angeblich im Trend. Jetzt allerdings denke ich öfter darüber nach, mehr für ein Teil auszugeben, wenn, aber auch nur wenn es mir richtig gut gefällt. Dann darf es schonmal ne Marke sein und auch etwas, was qualitativ hochwertig ist! Man sollte vorher wirklich länger darüber nachdenken, was man braucht und was nicht. Ich verkaufe auch gerne auf KK oder tausche dort, um mich von unnötigem Balast zu befreien und etwas zu bekommen, was mir wirklich gefällt. Guter Nebeneffekt daran ist, dass gebrauchte Sachen oder SecondHand ja der Verschwendung von Ressourcen vorbeugen. So kauft man selbst nicht mehr so viel neues, sondern kann auch günstig gebrauchte Dinge erwerben. Schwierig bleibt das Thema trotzdem. Man selbst kennt das ja, dass man nicht genug Geld hat, aber gut und abwechslungsreich angezogen sein möchte. Ist nicht ganz einfach :)

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  9. Ich habe den Bericht über Primark auch gesehen. Allerdings ist für mich nicht ganz nachvollziehbar warum es
    "Wegwerf-Gesellschaft bzw. - Klamotten" genannt wird. Auch ich habe im Jahr 2011 meine ersten Primark-Teile erstanden und
    sie existieren alle noch und sind sogar heile... Was ich bei vielen Teilen von H&M nicht behaupten kann...
    Mich würde interessieren wer denn alles seine Sachen nach 1 x tragen (oder ähnlich) wegwirft?
    Ich finde es ehrlich gesagt allgemein sehr schade, das viele Marken mittlerweile keine gute Qualität haben!
    Egal ob Tommy Hilfiger, Zara, H&M, TopShop usw., bei den meisten hat man im Laufe der letzten 5-7 Jahren einen
    großen Qualitätsabfall feststellen müssen.

    Ich bin ein Teenie der 90er gewesen, auch damals habe ich z. B. gerne bei H&M gekauft und ich muss wirklich wirklich
    sagen, das es ein riiiiiiiiiesen Unterschied von heute zu damals ist. Die Klamotten waren deutlich besser verarbeitet, die Stoffe waren besser und vor allem stand damals noch "Made in Sweden" auf dem Schildchen!!!

    Wichtig wäre es, dass die Unternehmen mehr Geld an die Näher und Co. abgeben, denn oft wird für absolut wenig Geld
    hergestellt, dann aber für sehr viel mehr verkauft. Somit sollte Hersteller anfangen mehr Lohn zu zahlen und vor allem
    für Arbeitsschutz sorgen (Sicherheit usw.).

    Wenn z. B. Primark seine Kleider nun für 30,00 Euro verkaufen würden anstatt für 17,00 Euro, aber immer noch absolut dem aktuellsten Trend angepasst, dann würde ich auch dann noch dort kaufen, WENN DAFÜR WEIß DAS MEHR GELD AN DIE ARBEITER UND DIE SICHERHEIT geht.

    Ich will damit sagen, das ich auch bereit bin mehr auszugeben bei Primark, wenn dann endlich gewährleistet wäre das davon auch wirklich Geld in die Löhne der Näher geht und deren Arbeitsschutz.

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  10. ein sehr gut geschriebener post!
    ich finde, dass du völlig recht hast und ich achte selbst auch viel mehr darauf, was ich mir kaufe.
    meine wishlist hilft mir vor allem dabei bei sale- oder frustkäufen vorzubeugen. wenn das teil nicht auf meiner wishlist steht, wird es nicht gekauft. PUNKT :D in letzter zeit habe ich mir auch einiges angespart für dinge, die ich auch wirklich haben möchte. ich finde, dass man dadurch das geld viel eher wertschätzen lernt.

    alles liebe, vinh

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  11. Schöner Artikel, in dem sehr viel Wahrheit steckt.
    Ich versuche momentan auch wieder, mehr auf mein Kaufverhalten zu achten. Brauche ich dieses Teil wirklich, oder ist es einfach "nur" hübsch anzuziehen? Habe ich etwas, womit ich es kombinieren kann oder muss ich dafür erst noch etwas kaufen?
    Um Primark versuche ich größtenteils einen Bogen zu machen, denn irgendetwas findet man immer. Auch wenn ich noch nie verstanden habe, wie manche Mädels da Säckeweise rausschleppen.

    Liebst, Jane
    von Shades of Ivory

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  12. Liebe Yasmine, der Artikel ist wirklich super und darüber sollten sich so manche mal Gedanken machen. Auch mich hast du damit nochmals zum Nachdenken angeregt, obwohl ich mich in letzter Zeit schon deutlich gebessert habe was mein Shoppingverhalten betrifft. Ich überlege beim Kauf ob ich sowas nicht schon im Schrank habe oder ob ich das wirklich brauche & verschiebe den Kauf auch lieber auf den nächsten Stadtbummel um mir ein bisschen Bedenkzeit zu geben, ob es dann immernoch so "mega wichtig" ist wie es zu dem Zeitpunkt war als ich es im Regal entdeckt habe. Damit fahr ich momentan echt gut und kann somit auch mein Shoppingbudget im Rahmen halten.
    Die Strategie Basics doch etwas hochwertiger zu kaufen und bei den "Megatrends" die im nächsten Jahr sowieso verflogen sind nur aufs Geld zu achten finde ich eine super Taktik der ich mich wohl auch annehmen werde.
    Ich muss gestehen Primark besuche ich auch gelegentlich (so ca. 1-2 mal im Jahr wenn ich einen Shoppingausflug nach Frankfurt mache), aber der Hype vom ersten Besuch ist schon laaange verflogen und beim zweiten Mal wusste ich schon gar nicht mehr was mich beim letzten mal zu den unsummen geritten hat :D

    Übrigens sind deine Bilder auch super schön! :)

    Liebst, Jenny

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  13. Oh ha, viel Text und viel Wahres...

    Ich muss sagen, dass ich eine Primark Jacke (Parka) besitze, die ich fast täglich trage und eine Bluse, die schon zig Mal gewaschen wurde - manche Sachen sind super. Aber auch Primark /H&M Tops oder T-Shirts etc. werfe ich nie weg, dafür gibt es Flohmärke, das rote Kreuz und andere Spendenorganisationen. Die Sachen sind ja oftmals nicht kaputt, nur vll. nicht mehr ganz bürotauglich. Ich persönlich kaufe schon oft preiswert ein - kann das aber mit meinem Gewissen ganz gut vereinbaren. Lieber viele günstige Teile, als einen Echtpelzmantel oder ein Tasche aus Kalbsleder - für diese Art von Einkäufen hab ich persönlich kein Verständnis... aber das ist ja alles Geschmacksache. Ich denke jeder sollte so einkaufen, wie er es finanziell kann. Fast täglich bloggen 20-jährige Studentinnen über ihre neusten LV oder MK Taschen, die weit aus mehr kosten als ich im Monat netto verdiene, wie so was funktioniert weiß ich bis heute nicht, aber wenn sie es können ist es okay. Primark & Co. geben dafür den "nicht so Wohlhabenden" die Chance sich auch chic und trendbewusst zu kleiden...

    Jetzt aber noch schnell zu deinem Pullover - der ist wunderschön, du siehst wie immer ganz bezaubernd aus <3

    GLG
    Silvi♥fashion-beauty-zone♥

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  14. Haha <3 Ich habe deinen Post sehr gern gelesen, so schön strukturiert und durchdacht und wollte dir schreiben, dass ich gerade erst so etwas ähnliches geschrieben habe (nur chaotischer ;D), aber dann seh ich, dass du das schon weißt. Merci für deinen langen (ich mag lange Texte auf Blogs!) und wirklich sehr guten Text.
    Liebste Grüße

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  15. Hallo Yasmin! Wieder mal ein super Post! Du sprichst mir aus der Seele, ich muss dir in jedem Punkt zustimmen! Je älter ich werde, desto mehr Gedanken mache ich mir über dieses Thema und desto mehr shoppe ich "überlegter".

    Weil ich diesen Beitrag so toll finde, hab ich ihn auf meinem Blog verlinkt :-)

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  16. So sieht es nämlich aus! wir finden es klasse, dass auch du darüber gepostet hast!! liebst, deine twinnis

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  17. Sehr schöner Post und toll geschrieben.
    Als ich zum ersten Mal im Primark war, war ich total geflasht und wollte alles haben.
    Mittlerweile ist das ganz anders. Ich mag Primark aber es nervt mich auch dort shoppen
    zu gehen. Die Rücksichtslosigkeit und das Verhalten der meisten Menschen dort ist einfach
    nur abstoßend. Wie kann man sich so benehmen?! Als ob die gute Kinderstube gelöscht
    wird wenn man den Laden betritt. Zum Thema wegwerfen, ich pflege meine Teile von
    Primark genauso wie Teile von H&M und Co. Ich würde Klamotten auch nie wegwerfen
    es sei denn sie sind wirklich kaputt. Lieber schicke ich sie über eine Organisation in einen
    ärmeren Teil von Russland oder gebe sie zur Altkleidersammlung.

    Liebe Grüße
    Lisa

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  18. Danke für diesen tolen Post...durch einen Freund von mir wurde ich auf die ZDF Doku aufmerksam und habe sie mir genau angeschaut....
    Ich arbeite in einem Unternehmen in dem diverse Unternehmen analysiert werden und so erfahre ich SEHR,SEHR viel über diverse Unternehmen (manchmal fast etwas zuviel!)
    Seitdem kaufe ich wirklich SEHR, SEHR überleg ein...nicht nur bei Klamotten auch bei Kosmetik und Lebensmittel!

    Liebe Grüsse aus der Schweiz
    Laruemarie - Swiss Lifestyle, Beauty and Fashion Blog

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  19. Ich finde deinen Post große Klasse! Habe ihn vor ein paar Tagen gelesen und wollte dir auf jeden Fall noch positives Feedback dazu hinterlassen. Finde deine Gedankengänge super und besonders auch, dass du dieses kritische Thema mit uns Lesern teilst. Ich bin selber auch Studentin und kann diesen enormen Primark-Konsum nicht nachvollziehen, geschweige denn überhaupt Kleidung einfach zu kaufen und dann wegzuwerfen.. Bei Basics lege ich schon Wert darauf, dass sie qualitativ hochwertiger sind (soweit es mein Budget zulässt) und investiere auch mal insb. bei Schuhen/Taschen/Jacken/eine gute Jeans etwas mehr aber bei Trendteilen shoppe ich teilweise auch eher günstig. Ich finde, die Kombination macht es meistens aus und jeder kann auch einem schlichtem H&M Oberteil/Bluse mit Schmuck zB etwas Besonderes verleihen:)
    Ich finde es wichtig, dass man sich an seinen Klamotten erfreut und Spaß dabei hat sie zu tragen/einzukaufen und nicht einfach wahllos die Tüte vollzustopfen.

    Wünsche dir ein schönes Wochenende und freue mich auf weitere solche Post :) LG

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  20. Hallo, ich finde es gut, wenn man darüber nachdenkt. In jeder Sache, nicht nur zum Thema Kleidung sich selber hinterfragt. Was ich nicht mag ist die Tatsache, dass Primark im Augenblick überall in den Medien verurteilt wird. Dazu kommt noch, dass die Menschen, die dort kaufen automatisch verurteilt werden. Ich schmeiße die Dinge nicht weg, nach einmal tragen und ich glaube das machen auch viele andere nicht. Ist eigentlich schonmal jemand auf die Idee gekommen, dass diese Filme in den Medien vor allen Dingen der Konkurrenz von Primark dienen? Ich verstehe auch nicht (oder eigentlich schon) warum sich keiner über Sendungen aufregt, von Frauen die Millionen (!) für EIN Kleid ausgeben, dieses einmal tragen und dann in den Schrank hängen. Ok das ist nicht wegwerfen aber im Prinzip doch das gleiche. Wenn man seine Kleidung jetzt in manchen Klamottengeschäften abgibt, wird damit ja auch noch was gemacht. Das ist immer noch besser als in den Schrank zu hängen in einer von den megagroßen Villen, wo diese Frauen Kleiderzimmer haben, die größer sind als euer Wohnzimmer. So und auch hierzu: ich verurteile auch diese Menschen nicht. Das zum Nachdenken anregen finde ich gut aber das verurteilen nicht. Denn nur weil man selber in diesem Punkt sich zurücknimmt, gibt es in jedem Leben oder Tagesablauf Dinge, die andere verurteilen können, weil sie nicht umwelt oder menschenfreundlich sind.

    Falls dies etwas hart rüberkommt, sorry aber ich kann es langsam nicht mehr hören und das hat nichts mit euch zu tun.

    Ein schönes Restwochenende und LG

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  21. Das sind ganz tolle und interessante Überlegungen zu einem bewussteren Konsumverhalten, die mir einige interessante Anregungen geben. Wie hältst Du es denn mit "klassischen" Verbrauchsgegenständen wie Strumpfhosen? Trägst Du sie noch weiter, wenn sie ein Loch haben, recycelst Du sie oder schmeißt Du sie weg?

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    1. Schön, dass dir der Artikel gefallen hat :) Ich musste grad etwas schmunzeln, weil ich meine Strumpfhosen z.B. zu Tode trage :D Ich habe eine, die hat am Popo eine Riesenlaufmasche und ich nehme mir seit Monaten vor, die zu stopfen, aber trage die Strumpfhose trotzdem weiter so nach dem Motto "am Popo siehts keiner" :D Also ja, ich trage die Sachen so lange, bis sie nicht mehr gehen und wenn sie Löcher haben, werden die gestopft. Das wäre ja sonst Wahnsinn, jede Socke mit nem Loch sofort zu ersetzen.

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Vielen Dank für deinen Kommentar. Ich freue mich riesig über dein Feedback, Postwünsche oder sonstige Anmerkungen.Beleidigungen oder Anstößiges gegenüber meiner Person oder anderen Lesern sind allerdings unerwünscht und werden direkt gelöscht. Vielen lieben Dank ♥